Darkest Dungeon: Ancestral Edition

Darkest Dungeon: Ancestral Edition

Publisher: Headup Games
Entwicklerstudio: Red Hook Studios
Genre: Dungeon Crawler
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 19.04.2018

Darkest Dungeon: Ancestral Edition   27.04.2018 von LorD Avenger

Der neue Besitzer eines abgelegenen, ruinenhaften Schlosses muss Helden rekrutieren um die Ländereien von blutrünstigen Monstern zu befreien...

 

Eine äußerst erfolgreiche Kickstarter-Kampagne im Jahr 2014 (313.000$ von angepeilten 75.000$ durch über 10.000 Unterstützer) verhalf dem kleinen Entwicklerstudio Red Hook Studios ihre Spielidee umzusetzen und weiterzuentwickeln. Im Folgejahr setzte man auf eine gut angenommene Early Access-Version, durch deren Feedback weitere Feinjustierungen und Änderungen vorgenommen wurde, bis es Anfang 2016 endlich für PCs und später auch digital für Konsolen erschien. Zwei Jahre später veröffentlicht nun Headup Games eine Retail-Version für die heimischen Spieleregale mit beiden DLCs "The Crimson Court" und "The Shieldbreaker".

 

Inhalt

 

Mit einer düsteren, handgezeichneten Cutscene mit einfachen Animationen wird der Spieler in die schaurige Welt von Darkest Dungeon eingeführt. Das auf einer hohen Klippe liegende Schloss mit dem kleinen, heruntergekommenen Dorf davor und den gefährlichen Wäldern Drumherum erinnert stark an Graf Dracula. Anfänglich sind viele der zahlreichen Gebäude im Dorf noch nicht zugänglich, sodass die ersten tapferen Helden kurzum den Weg in die Kellergewölbe des Schlosses wagen, um dort nach Schätzen und dem Ursprung des Unheils zu suchen. Heimtückische Fallen und angriffslustige, bewaffnete Skelette stellen sich ihnen entgegen, doch die wirklich ernstzunehmende Bedrohung stellt der wachsende Stresslevel eines jeden Charakters dar - neben dem markanten optischen Stil auch das größte Alleinstellungsmerkmal des Spiels.

 

Dungeon Crawling

 

Eine Hälfte des Spiels ist die Erforschung der diversen Dungeons, die man in 2D- und Sidescrolling-Manier auf den Kopf stellt. Die kurzen Gänge und dazwischenliegenden Räume sind mit Fallen ausgelegt, Hindernissen, Gegnern, aber auch Schätzen und anderen hilfreichen Gegenständen. Kommt es zum Kampf mit maximal vier Parteien auf jeder Seite, müssen rundenbasiert die verschiedenen Fähigkeiten der aus 15 Charakterklassen wählbaren Helden dazu genutzt werden, die Gegner zu besiegen und die eigenen Kameraden zu unterstützen.

 

Ein kritischer Faktor auf den man neben den Lebensanzeigen der Helden noch verstärkt achten muss, ist der Stresslevel. Die alleinige Anwesenheit in einem unheimlichen Dungeon würde jedem bereits Unwohlsein bescheren, zahlreiche andere Faktoren können dieses Gefühl aber noch bestärken. Durchsucht man beispielsweise ein Buch oder einen Schrank, so kann man zwar etwas Positives finden, ebenso kann man aber auch Pech haben und den betroffenen Charakter weiter beunruhigen. Ebenso sorgt schwaches bis kein Licht wie bei Amnesia für einen erhöhten Stresslevel, ebenso wie bestimmte Vorkommnisse im Kampf, wie z.B. sterbende oder verletzte Kameraden oder Vergiftung. Übersteigt der Stress die erste Marke, verfällt der betroffene Held beispielsweise in Hoffnungslosigkeit, was nicht unerheblichen Einfluss auf sein Handeln hat. Hat ihn die Panik gepackt, kann er seinen dringend notwendigen Zug eventuell nicht ausführen. Schlimmer noch: Erreicht der Stresslevel die zweite Marke und somit sein Maximum, kann der Held einen Herzinfarkt erleiden und sterben. Und Letzteres sollte man in Darkest Dungeon keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen: Helden, die im Spielverlauf sterben, bleiben tot und müssen durch andere ersetzt werden.

 

Bildergalerie von Darkest Dungeon: Ancestral Edition (6 Bilder)

Vorbereitung

 

Die zweite Hälfte des Spiels, die genauso viel Zeit in Anspruch nimmt wie das Dungeon Crawling, ist die Vor- und Nachbereitung auf die nächste Exkursion. An der Kutsche können neue Helden rekrutiert werden, in beispielsweise der Schenke und der Kirche kann man gestresste Charaktere parken, um ihr Gemüt zu heilen - allerdings kostet das ordentlich Geld und zu allem Überfluss sind sie für die nächste Exkursion nicht verfügbar. In anderen Gebäuden kann man sich neue Waffen schmieden oder seine Fertigkeiten erweitern lassen und mit dem nötigen Material lassen sich ebenfalls alle Gebäude und somit auch deren Services upgraden.

 

Hat man hoffentlich genug Helden um sich geschart, gilt es den nächsten Dungeon auszuwählen. Hierfür muss man zunächst seine 4er-Party nach Belieben positionieren. Jede Heldenklasse hat aufgrund ihrer Fähigkeiten besondere Vorlieben bei der Positionierung, von der aus sie am effektivsten agieren kann. Ein gut gerüsteter Schwertkämpfer sollte logischerweise vorne stehen, während Fernkämpfer und Heiler auf den hinteren Plätzen besser aufgehoben sind. Ein weiterer wichtiger Punkt, bevor es los in den Dungeon geht: Das Einkaufen. Es kann von spielentscheidender Bedeutung sein, wie viele schnell abbrennende Fackeln zur Ausleuchtung man mitnimmt, wie viele Nahrungsrationen (kein Essen im Rucksack erzeugt nachvollziehbaren Stress) oder Schaufeln, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Gleichzeitig muss man aber natürlich abwägen, wie viel kostbares Geld man entbehren kann, das auch für diverse Upgrades notwendig ist. Dadurch erfordert die Vorbereitung ein noch größeres taktisches Geschick als die eigentlichen Kämpfe.


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Darkest Dungeon erinnert nicht nur vom düsteren Stil und von den schaurigen Gegner-Designs her an Spiele wie Dark Souls oder Bloodborne, sondern auch durch seinen Schwierigkeitsgrad. Während die Dungeons im Grunde genommen sehr simpel aufgebaut sind, bietet die Vorbereitung im Dorf eine schier überwältigende Flut an Möglichkeiten. Waffen-, Fertigkeits- und Lagerverbesserungen, Rekrutierung neuer Helden, diverse Möglichkeiten den Stresslevel der Charaktere zu senken, weil alle auch dahingehend besondere Vorlieben haben, ebenso wie es relevant ist, an welcher Kampfposition welche Charakterklasse steht. Alle Gebäude können für noch mehr Funktionen weiter hochgestuft werden, während man noch damit kämpft, die Kampffunktionen seiner Helden zu entwirren, die nicht eindeutig ihren Effekt beschreiben, sondern den mit kryptischen Abkürzungen und Werten allenfalls erahnen lassen. Auch der Faktor, dass im Kampf gefallene Helden unwiderruflich tot bleiben, trägt zum gleichzeitigen Stress des Spielers bei, der seine besonders effektiven oder vielleicht sogar bereits hochgelevelten Charaktere keinesfalls verlieren möchte. Für Spieler also, die die Herausforderung suchen und keine Einwände gegen eine düstere, depressive Stimmung haben, ein klarer Geheimtipp, für Casual Gamer und Story-Genießer wird es aber selbst auf der niedrigsten Schwierigkeitsstufe zur Tortur und stellt mehr Arbeit als Spielspaß dar.


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positiv negativ
  • Sehr stimmunsvoller, handgezeichneter Grafikstil
  • Taktische rundenbasierte Kämpfe
  • Vorbereitung nimmt aufgrund der zu zahlreichen Möglichkeiten teilweise mehr Zeit in Anspruch als die Dungeons und artet stark in Arbeit aus
  • Besiegte Charaktere bleiben unwiederruflich tot und tragen zum Frustfaktor bei
  • Das Stresslevel der Helden in den Dungeons steigt ebenso schnell an wie die Fackeln abbrennen und ist zwar innovativ, wird aber schnell nervig





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