Death of Me

Death of Me

Originaltitel: Death of Me
Genre: Horror
Regie: Darren Lynn Bousman
Hauptdarsteller: Maggie Q
Laufzeit: DVD (92 Min) • BD (94 Min)
Label: Sony Pictures Entertainment / Tiberius Film
FSK 18

Death of Me   21.09.2020 von Dan DeMento

Darren Lynn Bousman ist zurück! Nachdem es nach den ersten Saw-Sequels und dem Remake von Mother's Day zuletzt recht ruhig um den Regisseur wurde, meldet er sich jetzt mit dem Inselhorror Death of Me aus der Versenkung zurück. Mit an Bord: Maggie Q, die schon mit Nightmare - Schlaf nicht ein in dieses Genre schnupperte. Wir durften vorab herausfinden, was der Streifen außer thailändischer Inselromantik zu bieten hat...


Inhalt:

 

Reisereporter Neil (Luke Hemsworth) und seine Frau Christine (Maggie Q) verbringen einen Urlaub auf einer paradiesischen Insel in Thailand. Weniger paradiesisch wird die Situation, als sie die Fähre zurück zum Festland nicht betreten dürfen, weil Christines Ausweis verschwunden ist. Ihre Koffer dagegen sind auf der Fähre, weswegen die beiden jetzt ohne Gepäck auf der Insel festsitzen. Da ihnen alkoholbedingt die Erinnerung an den vergangenen Abend fehlt, suchen sie auf Neils Handy nach Fotos. Dort entdecken sie ein Video, das zeigt wie die beiden ein unbekanntes Getränk serviert bekommen. Doch nicht nur das: Auf dem Video ist außerdem zu sehen, wie Neil Christine erwürgt und an einem unbekannten Ort verscharrt. Doch wie kann das sein, wo sie doch quicklebendig neben ihm steht? Und was hat es mit dem seltsamen Amulet auf sich, das Christine von einer Dorfbewohnerin (Kat Ingkarat) bekommen hat?

 

Eine fremde Frau, die sich plötzlich ungewollt im Mittelpunkt einer bizarren Zeremonie wiederfindet, seltsames Verhalten einer Dorfgemeinschaft inmitten einer paradiesischen Kulisse - Wer hier Parallelen zu Ari Asters Midsommar zieht, liegt nicht ganz falsch. Doch so ähnlich sich die beiden Werke auf den ersten Blick sind, so unterschiedlich entwickeln sie sich doch. Während Asters Werk mehr Drama als Horror ist und viel mit Symbolik und Bildsprache arbeitet, ist Death of Me in dieser Hinsicht doch wesentlich klassischer und straighter angelegt.
 
Trotzdem profitiert auch dieser Film klar von seinem exotischen Setting. Wir brauchen keine Monster oder Serienkiller, der Horror entsteht einfach durch die kulturellen Unterschiede, vor allem durch ein obskures buddhistisches Fest, das nach und nach die Straßen der Insel erobert. Die Inselbewohner verhalten sich zunehmend seltsamer und obwohl zu Beginn die wenigsten Szenen offen aggressiv sind, schwingt doch immer mehr eine nicht greifbare Bedrohung mit. Der Zuschauer folgt Christines psychischem Verfall und irgendwann weiß man genauso wenig wie sie, was Realität und was Einbildung ist. Leider wurden trotzdem - dem aktuellen Trend folgend - einige billige Jumpscares eingebaut, die allesamt ihre Wirkung verfehlen. Wenn man darüber aber hinwegsehen kann, schafft man es schnell, sich in der Atmosphäre von Death of Me zu verlieren.
 
Während Maggie Q, die nach Ausflügen in den verschiedensten Stilrichtungen, von Rush Hour und Mission: Impossible bis zur unsäglichen Divergent-Reihe ihre Heimat zuletzt im Genre des obskuren Psychohorrors gefunden zu haben scheint, in jeder Szene glaubwürdig und überzeugend ist, wirkt Spielpartner Luke Hemsworth leider eher wie störendes Beiwerk. Maggie Q spielt mit der ihr eigenen Härte und Ernsthaftigkeit, während Hemsworth seine Rolle wohl als naiver 16-jähriger angelegt hat. So wirken die beiden über weite Strecken des Films weniger wie ein Paar, sondern eher wie Mutter und Sohn, was der Atmosphäre nicht unbedingt zuträglich ist.
 
Aber trotz einiger Längen und mehr oder weniger großen Logikfehlern ist Death of Me ein sehr gut funktionierender Horrorstreifen. Der Plot ist zwar nichts Neues, aber frisch und atmosphärisch umgesetzt. Die - ohnehin spärlich gesäten - blutigen Effekte sind realistisch und ohne die typischen Übertreibungen angelegt und wirken gerade durch diese kalte Teilnahmslosigkeit härter als das Splatter-Geballer ähnlicher Werke. In diesen Momenten merkt man recht deutlich, dass Regisseur Darren Lynn Bousman unter anderem für die ersten Saw-Fortsetzungen verantwortlich war.
 
Der Film schafft es die meiste Zeit, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen und obwohl wir die vermeintliche Erklärung der Ereignisse schon verhältnismäßig früh serviert bekommen, bleibt er bis zum Schluss spannend und bietet ein zwar recht vorhersehbares, aber trotzdem gut gemachtes Ende.
 
Death of Me ist bestimmt kein Meisterwerk, für Fans oder für einen netten Horror-Abend aber bestimmt nicht die schlechteste Wahl.
 

Bildergalerie von Death of Me (6 Bilder)

Details der Blu-Ray:
 
Ton und Bild bleiben aufgrund des vorliegenden Online-Screeners ohne Bewertung.


Cover & Bilder © Tiberius Film


Das Fazit von: Dan DeMento

Dan DeMento

 

Midsommar, Wicker Man, Green Inferno... Kulturelle Unterschiede und seltsame Rituale als Basis für Horrorfilme funktionieren eigentlich immer. So ist es auch hier, Death of Me ist ein zwar nicht sonderlich innovativer, aber solide gemachter Horrorstreifen, mit dem man nicht viel falsch macht. Fans des Genres können bedenkenlos zugreifen.


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