Karaokespiele gibt es wie Sand am Meer, doch bei den meisten kann man nur Pop- und Rocktracks mitsingen. Eine der erfolgreichsten Musikrichtungen auf der Welt ist Hip Hop, verwunderlich also, dass es seitens der Musikindustrie noch kaum ein Spiel dafür gibt. Doch jetzt kommt Def Jam Rapstar und wir haben wild drauf los gerappt…
Wenn man sich die LIPS-Reihe auf der Xbox 360 oder auch die Singstar-Serie auf der Playstation ansieht, dann wird man nur wenige Hip Hop Tracks finden. Deshalb wurde es auch Zeit, dass sich ein Spiel genau auf diese Richtung konzentriert. Als ich das Spiel bekommen habe, musste ich mich erstmal in meine Adidas Klamotten werfen, meinen Lowrider parken und die vergoldete Konsole aus dem Keller holen. Als ich das Micro angemeldet hatte und im Hauptmenu war, sah ich eine Wüste. So karg und leer war selten ein Hauptmenü bei einem Spiel. Doch wer braucht hier schon Prunk und Vielfalt? - Hauptsache das Ergebnis stimmt. Ich kann singen, bin der Getto-Sprache mächtig und bin bereit, ein ganz großer Rapstern am Musikhimmel zu werden. Also ab in die Karriere und los gehts…
Im Endeffekt ist Def Jam Rapstar nichts anderes als Singstar, doch beim ersten Song fällt sofort etwas auf, die Vorspulfunktion. Per Tastendruck kann man nervige Passagen überspringen. Natürlich geht dies nur bei Intros, Outros oder in einem Zeitfenster, in dem kein Gesang gefordert ist. Im Hintergrund läuft wie immer das entsprechende Video des Stars beziehungsweise der Gruppe ab, vorne sieht man Punkte mit dem Text darunter. Die Punkte zeigen den Einsatz an, wann man die Wörter per Sprechgesang ins Mikro sprechen muss. Man muss nicht direkt auf die Tonhöhe achten, sondern auf den Einsatz also aufs Timing. Dies ist ähnlich wie bei Guitar Hero aufgebaut, nur das es nicht von oben nach unten läuft. Bei manchen Songs gibt es aber nicht nur eine Rap-Spur, sondern auch Gesangseinlagen. Hier läuft alles so ab wie bei Lips oder Singstar. Die Kombination aus Rap und Gesangseinlagen bietet eine gute Mischung und bringt Abwechslung. Wenn wir im Takt bleiben und uns gut schlagen, so bekommen wir einen Multiplikator und somit mehr Punkte. Zum Schluss gibt es dann noch eine Bewertung und siehe da, man verdient keine Sterne sondern Mikrofone – was für eine fundamentale Neuerung :) Je mehr man davon erntet, desto mehr Songs werden freigeschalten. Insgesamt gibt es 45 davon, also braucht man schon ein paar Stunden, um alle mit seinem Ghettogesang durchsingen zu können. Doch nicht alle Songs sind auf diese Art verfügbar, man muss teilweise Gesangsherausforderungen meistern, um ein paar „Perlen“ freizuspielen. Übrigens kann man ähnlich wie bei Singstar und Lips auch zu zweit spielen. Wer also alleine keine Lust hat, der kann jederzeit mit einem Kumpel im Duett singen.
Doch wars das schon?
Nein, Def Jam Rapstar legt einen großen Wert auf die Community. So kann man, wenn man eine Kamera besitzt, sich selbst aufzeichnen und sein Ergebnis dann auf die Def Jam Rapstar Seite und danach per Facebook oder Twitter hochladen und teilen. Unglaublich geil ist auch die Tatsache, dass man seine Videos editieren kann. So erstellt man sich quasi sein eigenes Rap-Video und teilt dies dann mit seinen Homies. Man kann auf der Homepage von Def Jam Rapstar auch noch über Videos von Leuten auf der ganzen Welt abstimmen und andere Gamer zu Battles herausfordern. Logischerweise gibt es online auch wieder Songs nachzukaufen, bisher ist die Auswahl allerdings noch überschaubar. Bevor ich es vergesse, einige Songs sind zensiert. Im Klartext heißt dass, das anstatt des eigentlichen Wortes „f***“ oder was auch sonst stehen würde und man nichts singen muss. Dies ist zwar einerseits verständlich, andererseits nervt es total und man kommt hin und wieder total aus dem Takt. Life´s just a Game, liebe Homies. Nur Singen und Rappen? Wer sich normalerweise ein paar Informationen zu seinen Stars im Internet sucht, der kann hier im Karrieremodus auch ein paar Infos über seine Musik-Helden erfahren. So gibt es die Länge des Songs, Wörter pro Minute (sehr geil!), ein paar Fakten über den Interpreten, das Label und noch mehr zu bewundern.
Hat man gerade eine ganze Hütte voll mit Homies, die natürlich alle rappen wollen, so geht man einfach in den Partymodus. Hier kann man sich eine Playlist erstellen und drauflosrappen. Außerdem kann man zusammen oder auch gegeneinander spielen, um zu sehen, wer den besten Flow bringt.
Ebenso ein wenig Abwechslung bietet der Freestyle-Modus. Hier kann man aus 14 verschiedenen Hintergrundbeats wählen und einfach drauflosrappen. Dies bringt zwar keinerlei Punkte, aber es macht Spaß und man kann hier seiner eigenen Kreativität freien Lauf lassen. Vielleicht ist es für den einen oder anderen Gangster der erste Schritt zur Hip Hop Karriere.
Zum Abschluss möchte ich euch die geile Trackliste nicht vorenthalten: 2 Pac - I Get Around 50 Cent - I Get Money Absolute Beginner - Hammerhart Afrob featuring Ferris MC - Reimemonster Azad - Prison Break Anthem Beastie Boys - Brass Monkey Biz Markie - Just A Friend Busta Rhymes - Put Your Hand‘s Where My Eyes Can See Curse - Und Was Ist Jetzt? Das Bo - Türlich Türlich Deichkind - Bon Voyage Diddy featuring The Notorious B.I.G., Lil‘ Kim & The LOX - It‘s All About The Benjamins (Remix) DMX - Ruff Ryder‘s Anthem Dr. Dre featuring Snoop Dogg - Nuthin‘ But A „G“ Thang Drake - Best I Ever Had Fat Joe featuring Terror Squad - Lean Back Ice Cube´- Today Was A Good Day Ja Rule featuring Ashanti - Always On Time Jim Jones - We Fly High Kanye West - Stronger Kanye West featuring Jamie Foxx - Gold Digger Kool Savas - Futurama Lil‘ Jon - Get Low Lil‘ Wayne - A Milli LL Cool J - Mama Said Knock You Out Ludacris - Stand Up Method Man featuring Mary J. Blige - You‘re All I Need/I‘ll Be There For You Nas featuring Diddy - Hate Me Now Nelly - Hot in Herre Notorious B.I.G. - Juicy Notorious B.I.G. - Big Poppa Olli Banjo - Deine Sprache Onyx - Slam Outkast - So Fresh, So Clean Pete Rock & CL Smooth - They Reminisce Over You (T.R.O.Y.) Peter Fox - Schwarz Zu Blau Public Enemy - Fight The Power Redman and Method Man - Da Rockwilder Run D.M.C. - Run‘s House Salt-N-Pepa - Push It Samy Deluxe - Dis wo ich herkomm Snoop Dogg - Gin and Juice T.I. featuring Rihanna - Live Your Life Wu Tang Clan - C.R.E.A.M. Young Jeezy featuring Kanye West - Put On
Def Jam Rapstar – Freestyle-Modus 9th Wonder - Jamla 9th Wonder - The Academy Bangladesh - Gutter Bangladesh - Patron Boi-1da - Dance Cool & Dre - Epidemic Cool & Dre - Public Enemy Danja - Nars DJ Khalil - The Good Doctor DJ Khalil - LAX DJ Premier - Go Back DJ Premier - JJ‘s Beat Just Blaze - 8 Bit Just Blaze - On The One
Das Fazit von: Panikmike
Ich bin ein Lips Fan und habe mich deswegen auf Def Jam Rapstar gefreut. Das Spiel selbst ist gut gelungen, wenn man von der Kontextgrafik mal absieht. Die Tracks sind sehr gut gewählt, die Mischung aus englischen und deutschen Musikstücken ist super, auch wenn die englischen teilweise unglaublich schwer zu rappen/singen sind. Was absolut schlecht ist, ist allerdings die Tatsache, dass man bei Def Jam Rapstar total cheaten kann. Singt man beim rappen nicht mit, sondern immitiert nur ein Maschinengewehr mit „Ra-ta-taa-ta-tat“, so werden fast alle Noten gezählt und man bekommt eine gute Bewertung. Auch wenn man dann zwar keine Text-Punkte erhält, so hat man den Song geschafft und kommt weiter. Ebenso fantastisch ist, dass meine englisch gerappten Texte immer besser wertet werden als die deutschen, obwohl meine Muttersprache Deutsch ist. Seltsam, nicht wahr? Das darf eigentlich nicht sein. Auch wenn es dann natürlich keinen Spaß bringt, so kann man sich zumindest eine gute Wertung und somit auch Gamerscore holen, ohne dass man dafür gut genug war. Der Rest des Spiels ist super, ebenso auch die Community-Funktion, die das Ganze auflockert. Alles in Allem ein tolles Spiel, wenn man Hip Hop Musik mag und ein Homie ist. Bei allen anderen Spielern wird das Game Ohrenkrebs verursachen und man sollte lieber zu Lips greifen.
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