Der Gott des Gemetzels

Der Gott des Gemetzels

Originaltitel: Carnage
Genre: Drama • Komödien
Regie: Roman Polanski
Hauptdarsteller: Christoph Waltz
Laufzeit: Ca. 80 Minuten
Label: Constantin / Highlight Film
FSK 12

Der Gott des Gemetzels   26.05.2012 von Panikmike

Nancy und Alan Cowen haben einen guten Job und sind glücklich mit ihrem Sohn. Doch der Schein trügt. Als sie zusammen mit Penelope und Michael Longstreet ein Gespräch führen, kommen einige Sachen ans Tageslicht. Und das liegt nicht nur daran, dass beide Söhne eine schlimme Rauferei auf einem Spielplatz hatten …

Nancy (Kate Winslet) und Alan Cowen (Christoph Waltz) werden aufgrund einer dummen Geschichte zu Penelope (Jodie Foster) und Michael Longstreet (John C. Reilly) eingeladen. Ihr elfjähriger Sohn verprügelte den Sohn der Familie Longstreet so heftig, dass dieser aufgrund der ausgeschlagenen Zähne in die Klinik musste. Nun wollen die Eltern es auf eine vernünftige Weise klären, wie es Erwachsene eben machen: ruhig, mit Stil und ohne Aggression. Bei Kaffee und Kuchen verläuft das Treffen sehr gut, einzig und allein die ständigen Telefonate von Alan nerven Penelope und Michael. Dass er als Anwalt jedoch immer erreichbar sein muss, akzeptieren die Longstreets nicht. Davon abgesehen klappen die Gespräche sehr gut, doch im Laufe des Nachmittags wird aus dem friedlichen Plausch ein Streit auf niedrigem Niveau. Vier Erwachsene schmeißen sich unschöne Dinge an den Kopf und provozieren die Gegner aufs Äußerste. Alles was vor Stunden noch wie eine normale und gesittete Kommunikation verlief, ist nun nichtig. Die fliegenden Tulpen sind nur eine Sache, die im Laufe des Nachmittags passieren. Möge der verbal Stärkere gewinnen …

Was Roman Polanski hier abliefert, ist ein großartiger Film, welcher komplett aus dem Rahmen der Filmindustrie fällt. Zum einen ist er gähnend langweilig, weil anfangs überhaupt nichts passiert. Zum anderen ist er aber so interessant, weil man als Zuschauer die steigende Aggressionskurve bemerkt und gespannt ist, was in der nächsten Szene passiert. Diese ungewöhnliche Kombination aus Einfachheit und Spannung macht den Film einzigartig. Auch wenn sich der komplette Film nur in der Wohnung der Longstreets abspielt, so kann dieses Setting überzeugen. Die vier Charaktere sind sehr unterschiedlich und können von den jeweiligen Schauspielern auch super zum Zuschauer transportiert werden. Egal ob man die toughe Nancy alias Kate Winslet oder die korrekte Penelope alias Jodie Foster betrachtet, die Besetzung ist ganz großes Kino. Das ist aber auch der Grund, warum Der Gott des Gemetzels ein grandioses Werk ist, welches man gesehen haben sollte. Problematisch wird es, wenn man das Genre Drama/Tragödie nicht mag, denn dann wird der Film eher langweilig, als interessant sein.

Bildergalerie von Der Gott des Gemetzels (8 Bilder)

Qualitativ hat Constantin Film ganze Arbeit geleistet. Das Bild sieht super aus, die Farben sind sehr natürlich gehalten und alles ist stets scharf. In der Wohnung kann man viele Details erkennen, so soll ein gutes Bild auf Blu-ray dargestellt sein. Die Tontechnik fällt sehr frontlastig aus, was bei diesem Genre aber auch nicht anders zu erwarten ist. Trotz des DTS-Tons werden die Dolby Digital Lautsprecher kaum beansprucht und sind meistens, wie der Subwoofer auch, wenig verwendet. Dadurch versteht man aber die Stimmen der Schauspieler sehr gut. Für den Fan gibt es dann noch diverse Interviews mit den Stars, welche über eine halbe Stunde lang dauern. Neben dem Kinotrailer und den Darstellerinformationen enthält der Film nur noch ein Wendecover – an dieser Stelle hätte man sich noch mehr Extras gewünscht – schade!


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Es fällt mir wirklich schwer, eine gerechte Wertung für diesen Film zu finden. Einerseits ist er sehr interessant und teilweise auch komisch, weil sich Situationen ergeben, die man selbst nicht erleben möchte. Andererseits ist er stellenweise langweilig und der Zuschauer muss sich aufraffen weiterzuschauen. Hätte man ihn jedoch noch kürzer gemacht, dann wäre es kein Spielfilm geworden – daher sind manche Füllszenen Pflicht gewesen. Trotz der auftretenden Langeweile ist dieser Film echt gut geworden, weil es mal komplett etwas anderes ist. Fans von Tragikomödien sind sicherlich begeistert, alle anderen sollten sich den Film trotzdem mal ansehen. Ich für meinen Teil bereue im Nachhinein keine Minute, denn dieses Werk prägte meinen Verstand!


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