Der Name der Rose - Die TV-Serie

Der Name der Rose - Die TV-Serie

Originaltitel: The Name of the Rose
Genre: Literaturverfilmung • Thriller
Regie: Giacomo Battiato
Hauptdarsteller: John Turturro • Damian Hardung
Laufzeit: DVD (416 Min) • BD (416 Min)
Label: Concorde Home Entertainment
FSK 12

Der Name der Rose - Die TV-Serie   15.06.2019 von MarS

Jean-Jacque Annauds Adaption von Umberto Ecos Roman Der Name der Rose mit Sean Connery und Christian Slater genießt seit seiner Entstehung im Jahr 1986 großes Ansehen, auch wenn der Film in weiten Teilen vom ursprünglichen Buch abwich. Letzterem soll nun die gleichnamige Serie entgegenwirken, und wir sagen Euch, ob sich die Reise ins Jahr 1327 lohnt...

 

Inhalt

 

Das Jahr 1372. Für die Teilnahme an einer theologischen Konferenz über die Zukunft der Kirche und ihrer Stellung innerhalb der Politik reist der britische Franziskanermönch William von Baskerville (John Turturro) zusammen mit seinem Novizen Adson von Melk (Damian Hardung) in ein abgelegenes Benediktiverkloster im Apennin. Kaum dort angekommen, bittet der Abt (Michael Emerson) den für seinen Scharfsinn berühmten einstigen Inquisitor darum, einen mysteriösen Todesfall unter den Mönchen aufzuklären, damit dieser tragische Tod den nahenden Disput nicht stören kann. William erkennt schnell, dass es sich um einen Mord handeln muss, doch noch während er sich auf der Suche nach dem Täter befindet, sterben schon bald weitere Mönche in der Abtei. Die Spur scheint schließlich in die Klosterbibliothek zu führen, für welche die Abtei weltberühmt ist, denn diese scheint mehr als nur ein düsteres Geheimnis zu beherbergen. Doch William hat nicht viel Zeit für seine Ermittlungen, denn der unbarmherzige und brutale Inquisitor Bernardo Gui befindet sich ebenfalls auf dem Weg in das Benediktinerkloster - und das nicht nur, um im Auftrag des Papstes an der theologischen Konferenz teilzunehmen...

 

Auch wenn Jean-Jacque Annauds Der Name der Rose eine Menge Anhänger hat und mit positiven Kritiken überhäuft wurde, so wurde der Film doch dem komplexen Werk von Umberto Eco kaum gerecht. Zu viele Elemente mussten für die Konzentration auf den Kriminalfall und die Länge eines Spielfilms vereinfacht oder gar weggelassen werden, umfasst der Roman doch neben den bekannten Inhalten auch eine ausführliche Darstellung der politischen und theologischen Konflikte des späten Mittelalters, Anspielungen auf die heutige Zeit, aber auch ein stimmiges Bild der damaligen Gepflogenheiten und Ansichten sowie eine Reise in menschliche Abgründe, dominiert von Gier, Sünde und Machthunger. Um diese Diskrepanz zwischen Film und Buch auszugleichen, verzichtet nun die gleichnamige Serie darauf, eine eigene Interpretation zu erschaffen. Ganz im Gegensatz zu Serien wie beispielsweise Das Parfum oder auch Die purpurnen Flüsse bleibt Der Name der Rose - Die TV-Serie sich selbst und dem Fokus auf den Kriminalfall grundsätzlich treu, erweitert dank der wesentlich längeren Laufzeit aber das Geschehen um eben die Elemente, welche der Film aus dem Jahr 1986 noch vermissen ließ. Auf diese Weise entwickelt die Serie eine äußerst ansprechende und stimmige Vielschichtigkeit und Komplexität, nimmt dadurch jedoch im Gegenzug den Mordermittlungen oftmals ihren Erzählfluss sowie die erzeugte Atmosphäre innerhalb der Klostermauern, da sich die Handlung immer wieder aus der Abtei entfernt um durch Rückblenden oder wechselnde Locations und Figuren der Geschichte sowie den Charakteren mehr Tiefe zu verleihen. Ohnehin hat es Der Name der Rose - Die TV-Serie natürlich schwer, Spannung zu vermitteln, da der Ablauf der Geschichte, ebenso wie die Auflösung im Finale, jedem Fan des Films bereits bekannt sind. Dass das Ganze dennoch hervorragend funktioniert und sehr gut zu unterhalten weiß, das liegt neben den bereits erwähnten, sehr ausführlichen Schilderungen vor allem auch an den tollen Darstellern, die allesamt sehr gut in ihre Rollen passen. Hier gelingt es tatsächlich beinahe jedem, die Fußstapfen der filmischen Pendants mindestens auszufüllen, in manchen Fällen sogar zu vergrößern. Etwas verwunderlich ist die doch sehr niedrige Freigabe ab 12 Jahren, da einige recht explizite Szenen vorhanden sind. 

 

Bildergalerie von Der Name der Rose - Die TV-Serie (6 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Die Blu-ray liefert ein sehr gutes, klares Bild mit hohem Detailreichtum. Die Farbgebung ist natürlich, die Farben stimmigerweise jedoch recht trist. Nur gelegentlich gibt es etwas weichere Momente, insgesamt ist das Bild aber durchgehend auf bestem HD-Niveau und beinahe schon zu sauber für das mittelalterliche Setting. Die Tonspur erweist sich als eher zurückhaltend, beweist aber immer wieder durch gezielten Einsatz der Surroundboxen mit atmosphärischen Effekten ihre klare Abmischung und gute Kanaltrennung. Die Signalausgabe ist im dialogorientierten Geschehen gut ortbar und die Stimmen stets verständlich.

 

Ein Episodenguide entfällt, da die einzelnen Folgen lediglich fortlaufend durchnummeriert wurden und keine separaten Titel tragen.


Das Fazit von: MarS

MarS

Deutlich spannungsärmer und weniger atmosphärisch düster als der filmische Vorgänger, erweist sich Der Name der Rose - Die TV-Serie dennoch als sehenswert, was vor allem an den tollen Darstellern sowie der ausführlicheren Darstellung der historischen Ereignisse und Eigenheiten liegt. Wer einfach nur einen knackigen, finsteren Krimi vor historischer Kulisse sehen möchte, der sollte besser weiterhin zum Film von Jean-Jacques Annaud greifen, wer jedoch zusätzlich auch Interesse am Drumherum hat und tiefer in das Mittelalter und den Konflikt zwischen Kirche und Staat, aber auch innerhalb der Kirche selbst abtauchen möchte, der wird bei Der Name der Rose - Die TV-Serie auf jeden Fall fündig. 


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