Devil's Candy

Devil's Candy

Originaltitel: The Devil's Candy
Genre: Horror
Regie: Sean Byrne
Hauptdarsteller: Ethan Embry
Laufzeit: DVD (76 Min) • BD (80 Min)
Label: Splendidfilm
FSK 18

Devil's Candy   23.07.2017 von Beef Supreme

Metal und Satan scheinen gemeinhin untrennbar miteinander verbunden zu sein. Auch Sean Byrne, Drehbuchautor und Regisseur von The Devil’s Candy, kann sich diesem Klischee nicht entziehen und vermischt Musik mit Mythologie in seinem aktuellen Machwerk zu einem waschechten Horror. Im Gegensatz zu Deathgasm, wo auch gern mal Dildos durchs Bild fliegen, wird hier jedoch ein ernster Ansatz verfolgt und zu Lachen gibt’s hier fast gar nichts. Hier werden Satan und Dämonen noch ernst genommen.

 

Als selbstständiger Künstler hat man’s nicht leicht. Rechnungen bezahlen sich schließlich nicht von allein und dann auch noch ein Haus kaufen, das kommt ja überhaupt nicht infrage. Ein Glück sind im Objekt der Begierde erst kürzlich zwei Menschen ums Leben gekommen, was sich praktischerweise positiv auf den Preis ausgewirkt hat. Und was sind schon zwei Tote gegen so eine hervorragende Aussicht? Das dachten sich Vollblut-Metaller und Maler Jesse mit seiner Familie sicher, als sie die Hütte im texanischen Hinterland verboten günstig erstanden haben. Was sie beim Kauf allerdings nicht wussten, ist, dass der Sohn der Verblichenen übel einen an der Klatsche hat und wohl von Satan höchst selbst vollgequatscht wird. Auch Jesse hört plötzlich Stimmen und seine Bilder wandeln sich von Schmetterlingen zu leidenden Kindern und umgedrehten Kreuzen. Irgendwas scheint also mit der Hütte nicht zu stimmen, mit ihrem ungebetenen Gast ganz sicher nicht, denn der kreuzt immer öfter auf und zeigt ein beunruhigend großes Interesse an Jesses Teenie-Tochter Zooey. Als Jesse dann selbst immer weiter der Realität entrückt und sich fast nur noch in seinem Atelier einschließt, um verstörende Bilder zu malen, ist nicht mehr viel übrig vom Glück über das neue Eigenheim.

 

Der Anfang klingt höchst reizvoll, drückende Riffs, Kopfnicken und zwei anständig gekleidete Metaller, Jesse und seine Tochter, voller guter Laune eröffnen die Szenerie und deuten auf einen klanglich fetten Film hin. Auch sonst ist der erste Eindruck, den Devil’s Candy hinterlässt durchaus einen vielversprechenden Eindruck, indem er in gekonnt inszenierten Bildern eine überzeugende Charaktereinführung zelebriert. Der musikalische Aspekt wird allerdings recht schnell zurückgeschraubt und verschwindet fast gänzlich, was etwas schade ist, da so manche starke Szene von einer harten Klanguntermalung profitiert hätte. Dennoch erzeugt der Film im Verlauf eine immer dichtere und bedrohliche Atmosphäre ohne dem Zuschauer dabei Satan ständig mit dem Holzhammer um die Ohren zu klatschen. Subtilität und gemütlich inszenierte Bedrohlichkeit sind eine große Stärke dieses Films, der es schafft, die Atmosphäre fortlaufend dichter und intensiver werden zu lassen. Auch der Antagonist, anfangs unterschätzt und glaubhaft als bemitleidenswerte Kreatur eingeführt, entwickelt sich immer mehr zu einer echten Bedrohung, ohne dass ihm brennende Augen oder übernatürliche Kräfte verpasst werden müssten. The Devil’s Candy macht vieles richtig was Atmosphäre angeht, verzichtet aber über weite Strecken auf explizite Darstellung von Gewalt. An vielen Stellen funktioniert das auch, dieses Spiel mit der Vorstellungskraft des Zuschauers, allerdings hätten ein paar mehr visuelle Reize nicht geschadet. Das soll nicht heißen, dass wir gar nichts zu Gesicht bekommen, doch gerade was den Gore-Anteil angeht, übertreibt es der Film etwas mit der Subtilität. Auch verläuft die Handlung insgesamt zu vorhersehbar und verpasst es leider, den Zuschauer zu überraschen. Dem gegenüber stehen aber exzellente Darsteller, die den Mangel an Handlung durch überzeugendes Schauspiel ausgleichen können. Das Gezeigte überrascht vielleicht nicht, doch spannend ist es allemal.

 

Bildergalerie von Devil's Candy (10 Bilder)

Auf technischer Ebene kann Devil’s Candy hingegen auf ganzer Linie überzeugen. Eine exzellente Kameraführung weiß vorzüglich ausgeleuchtete Bilder stilvoll einzufangen. Gerade die fast schon künstlerisch angehauchten Sequenzen, die Jesse beim Malen zeigen, sind sehr gelungen und gehören mit zu den besten des Films. Auch der Sound ist über jeden Zweifel erhaben. Wenn denn mal Metal spielt, knallt der Ton druckvoll aus den Boxen, aber auch das leise Geflüster des Teufels, generell ruhigere Passagen, von denen es so manche gibt, sind sicher vertont. Gleiches gilt auch für die deutsche Synchronisation aller Darsteller, die durch die Bank weg sehr gelungen ist.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Irgendwie habe ich mir von The Devil’s Candy eine witzige Schlachtplatte erwartet. Bekommen habe ich einen waschechten Horrorfilm, der wenig auf Brutalität und viel mehr auf Bedrohlichkeit und dichte Atmosphäre setzt. Der Film verläuft über weite Strecken sehr gemütlich und auch der mythologische Aspekt hält sich sehr im Hintergrund. Subtilität war Regisseur Byrnes Devise, die er über weite Strecken auch einhält. Fast schon zu weit, denn er verlässt sich fast ein bisschen zu sehr auf die Wirkung der Bilder und der Atmosphäre und vergisst überdies, der Handlung etwas mehr Fleisch zu verpassen. Auch hätten ein, zwei eingeschlagene Köpfe mehr sicher nicht geschadet, um den Kontrast zu dem sonst sehr ruhigen Film etwas besser herauszustellen, jedoch ist The Devil’s Candy immer noch ein sehenswerter Film, den man sich durchaus gönnen kann, wenn man Bock auf klassischen Horror ohne over-the-top-Gore hat.


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