Divinity: Original Sin 2

Divinity: Original Sin 2

Entwicklerstudio: Larian Studios
Genre: Rollenspiel
Sub-Genre: Fantasy-Rollenspiel
Art: Downloadtitel
Erscheinungsdatum: 14.09.2017

Divinity: Original Sin 2   27.09.2017 von Der Ohm

Du erwachst. Deine Erinnerungen sind verschwommen. Du spürst einen blau schimmernden Ring um deinen Hals und alles schaukelt. Du befindest dich auf einem Schiff! Als Träger einer verbotenen Magie wirst du auf eine Gefängnisinsel gebracht, hier sollst du von deiner Kraft befreit werden. Doch schon sehr bald erkennst du, dass dies noch nicht das Ende deiner Abenteuer ist, sondern der Anfang. Vielleicht schlummert etwas in dir was noch viel mächtiger ist, als du je zu Ahnen gewagt hast…

 

Willkommen bei Divinity: Original Sin 2. Dem wieder Mals durch Crowdfounding finanzierten Hardcore Rollenspiel der Larian Studios. Nach dem Erfolg des ersten Teils von 2014 war es nur eine Frage der Zeit, dass ein weiterer Ableger der Serie erscheint und bereits seit einem Jahr konnte Divinity: Original Sin 2 als Early Access Titel auf Steam angespielt werden. Dies umfasste den ersten Akt, der alleine für 20 - 30 Stunden Spielspaß sorgt, was ungefähr ein Viertel des gesamten Spielumfangs entspricht.

 

Doch was ist Divinity: Original Sin 2 eigentlich? Es handelt sich hier um ein klassisches Rollenspiel in Tradition eines Baldurs Gate oder Planescape Torment. In isometrischer Ansicht steuert Ihr einen Helden oder eine Heldentruppe durch das Land Rivellon. Neben euren Hauptcharakter könnt Ihr bis zu drei weitere Charaktere in eure Party aufnehmen.

 

Charaktere von Rivellon


Ihr wolltet schon immer die Rolle eines gefallenen Echsenprinzen, eines mysteriösen Untoten oder eines Zwergenkapitän der Hochfarat an seiner Königin begangen hat übernehmen? Perfekt. Dann seid Ihr hier genau richtig. Insgesammt sechs Charaktere stellt Euch das Spiel zur verfügung, alle mit einer ausgeklügelten Hintergrundgeschichte die für weitere Verstrickungen im Spielverlauf führen werden.

 

Ihr wollt Euer eigenes Ding durchziehen und jungfräulich in Ketten gelegt werden? Auch kein Problem, die Charaktergenerierung lässt Euch hier jede erdenkliche Freiheit. Ja selbst die gewählte Klasse drückt Euch nicht in eine fest gegebene Rolle hinein sondern pusht nur die Startwerte in die gewünschte Richtung. Eine Echse als Schwert schwingender Kampfmagier? Alles möglich. Wenn Ihr Euch hier verrannt haben solltet, besteht im späteren Spiel aber immer noch die Möglichkeit, sich umzuskillen.  

 

Während im ersten Teil noch zwei Charaktere erstellt und fest geführt wurden beschränkt sich dies nun auf einen Avatar, was die Bindung massiv erhöht. Ihr braucht Euch auch keine Sorgen zu machen, dass die Geschichten der Origin-Charaktere an Euch vorübergehen. Ein jeder dieser ist als potentieller Gefährte auf der Freudenfeste, also der Gefängnisinsel zu Beginn des Spiels, verfügbar und brennt darauf seine Lebensgeschichte gemeinsam mit Euch fort zu führen. Sollten diese Euch mal irgendwann nerven? Es gibt im späteren Spiel noch genug Söldner die nur so darauf brennen Euch begleiten zu dürfen.

 

Kämpfen in Rivellon

 

Wo wir gerade beim Brennen sind. Feuer, Wasser, Blut und Säure sind elementare Mittel im Kampfsystem von Divinity: Original Sin 2. Die strategischen Kämpfe finden rundenbasiert auf der Position statt, an der Ihr auf den potentiellen Gegner gestoßen seid. Diese Position kann nun Euer größter Freund oder härtester Gegner sein. Fast alles hat nun Auswirkungen auf den Ausgang der Schlacht. Fernkämpfer bekommen zum Beispiel einen Bonus wenn sie in erhöhter Position stehen. Feinde oder Freunde die in Öllachen stehen werden verlangsamt, sollte nun noch jemand auf die Idee kommen das zufällig in der Nähe stehende, brennbare Fass mit einem Feuerpfeil zu beschießen, dann bricht ein wahres Inferno los.

 

Neben Öl gibt es noch Säure-, Blut- und Wasserlachen. Natürlich alle mit unterschiedlichen Auswirkungen. So kann eine Säurelache sogar zur Heilung von Untoten beitragen, aber Vorsicht, Säure in Rivellon ist hoch entzündlich. Nicht zuletzt könnt Ihr mit dem richtigen Zauber Gefährten hinter die Feinde teleportieren und hinterrücks einen Dolch unter die Rüstung schieben. Ihr seht schon, aufgrund der unglaublichen Vielfalt an Charaktertypen sowie Kampfeinflüssen durch die Umgebung, ist es ein Fest für Strategen sich eine passende Taktik für den nächsten Endgegner auszudenken. Teils stellt sich fast ein schlechtes Gewissen ein, die Möglichkeiten so schamlos auszunutzen. Was nicht bedeuten soll, dass die Kämpfe zum Kinderspiel werden, ganz im Gegenteil. Im Ernstfall lässt sich der Schwierigkeitsgrad allerdings während des gesamten Spiels anpassen.

 

Bildergalerie von Divinity: Original Sin 2 (8 Bilder)

Grafik, Sound und Steuerung in Rivellon

     

Was die Larian Studios als verhältnismäßig kleiner Indi-Entwickler hier auf die Beine gestellt haben ist schlicht und einfach der helle Wahnsinn. Die Welt ist liebevoll mit unglaublich vielen Details gespickt. Tausende Bücher, Gegenstände, Lebensmittel und Waffen warten nur darauf entdeckt zu werden. Alles in knackscharfer Grafik verpackt. Ihr könnt in der isometrischen Ansicht alles beliebig um 360 Grad anschauen und nah an die Charaktere heranfahren, wobei die Kameraansicht ein bisschen kippt und der Hintergrund in Unschärfe getaucht wird. Es wurden zur finalen Version ungefähr 1000! Charaktere vertont, dies allerdings nur in englischer Sprachfassung. Bei dem Umfang eine nachvollziehbare Entscheidung.

 

Die Story wird zum Großteil im Textfenster erzählt, was auch Reaktionen der Protagonisten mit einbezieht. Sollte ein Charakter jemanden die Hand auf die Schulter legen, oder in Trance verfallen, so wird dies beschrieben und nicht visualisiert. Ganz in alter, erzählerischer Tradition von Planescape Torment. Ob dies nun ein Vor- oder Nachteil ist bleibt jedem selbst überlassen. Mir hat es so gefallen, besonders dank der vortrefflichen Erzählerstimme. Der Soundtrack ist stimmig und passt sich der Dramatik der Situation passend an. Zur Charaktererstellung kann noch ein individuelles Instrument gewählt werden, das zur passenden Stelle eingesetzt wird.   

 

Gibt es denn auch was zu meckern? Um ehrlich zu sein sehr wenig. Wie bereits im Vorgänger wird das Inventar im Zuge der Unmengen an Materialien schnell unübersichtlich, die Kamera muss manchmal ein wenig angepasst werden um nicht vor eine Mauer zu starren. In einer brennenden Öllache können kleine Feinde gern mal übersehen werden. Zwei, drei weitere Punkte dieser Art lassen sich bestimmt noch finden, aber wirklich nichts was den Spielfluss stören würde. Ich kann mich nur wiederholen, eine großartige Leistung. Chapeau, Larian Studios!

 

Allein durch Rivellon?


Im kooperativen Multiplayer dürft Ihr zu viert Abenteuer erleben. Hier kann entweder ein eigener Charakter mitgebracht werden, oder ein bestehender aus eurer Party übernommen werden. Als Hotseat vor dem eigenen PC können immer noch zwei Spieler gemeinsam losziehen. Gekämpft wird gemeinsam, Gespräche mit NPCs werden aber nur von einer Person geführt. Hier ist für wichtige Entscheidungen ggf. eine Absprache der Mitspieler untereinander notwendig.

 

Da finanziell alle Ziele beim Crowdfounding erreicht werden konnten, hat es sogar ein Spielleiter-Modus als Punkt ins Hauptmenü geschafft. Getestet habe ich nach nun 40 Stunden im Spiel diesen Punkt noch nicht, es sollen hier umfangreiche Tools zur eigenen Spielerstellung zur Verfügung stehen. Last but not least steht noch eine Arena bereit, um seine Kräfte gegenseitig zu messen. Super!


Das Fazit von: Der Ohm

Der Ohm

Ich muss zugeben zum Test von Divinity: Original Sin 2 kam ich wie die Jungfrau zum Kinde... und zwar sehr kurzfristig, da ich gerade aufgrund einer Verletzung meine Zeit zuhause vorm PC verbringen muss. Doch es ist das Beste was mir spielerisch in diesem Jahr passiert ist. Allein die toll geschriebenen Dialoge lassen mich in die Welt von Rivellon versinken und gieren danach, mich tiefer in die Welt zu entführen. Mir ist noch nicht eine Quest im Stiele von "Sammel 600 Ochsenfroschaugen für meine Suppe" untergekommen. Fast alle Aufgaben sind nachvollziehbar und schlüssig. Die Grafik, der Sound, die Multiplayerfunktionen und selbst die Freude am aufleveln, alles ist nah an der Perfektion - zumindest im Rahmen des Genres. Der einzige Punkt der mich abhält die vollen 10 Punkte zu geben sind die kleinen Macken die ich oben bereits erwähnt habe, außerdem brauche ich noch Luft nach oben für einen dritten Teil. Larian Studios, macht weiter so.  


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positiv negativ
  • Sehr schöne, detaillierte Spielwelt
  • Sehr gute Vertonung
  • Stimmungsvolle Texte in den Dialogen
  • Einfallsreiche Quests
  • Tolle Multiplayer-Einbindung
  • Teils fummelige Kameraführung
  • Kleinere Bugs
  • Unübersichtliches Inventar





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