Ein Mann namens Ove

Ein Mann namens Ove

Originaltitel: En man som heter Ove
Genre: Drama • Komödie
Regie: Hannes Holm
Hauptdarsteller: Rolf Lassgard
Laufzeit: DVD (112 Min) • BD (117 Min)
Label: Concorde Home Entertainment
FSK 12

Ein Mann namens Ove   23.08.2016 von MarS

Längst ist bekannt, dass Filme aus den skandinavischen Ländern immer wieder für eine mehr als positive Überraschung gut sind. Ob auch die schwedische Tragik-Komödie Ein Mann namens Ove, immerhin ausgezeichnet mit dem "Prädikat besonders wertvoll" der FBW (Deutsche Film- und Medienbewertung), ebenfalls einer dieser Filme ist, das erfahrt Ihr in der folgenden Kritik.

 

Ove ist ein Nachbar wie ihn keiner haben will. In seiner Reihenhaussiedlung sorgt der alte Mann für die stetige Einhaltung der Satzungsauflagen, kümmert sich um die ordnungsgemäße Mülltrennung und schreibt auf seiner allmorgendlichen Runde durchs Wohngebiet auch schon mal die Parksünder auf. Und auch sonst ist Ove nicht gerade die gute Laune in Person, was alle Bewohner der Siedlung täglich zu spüren bekommen. Doch hinter der miesgelaunten Fassade steckt eine lange Geschichte, von der kaum einer weiß und welche Ove deutlich geprägt hat. Nachdem vor kurzem seine geliebte Frau Sonja gestorben ist und er auch noch seinen Job verliert beschließt Ove dass es Zeit wird, sein Dasein zu beenden. Doch Selbstmord hört sich leichter an als es letztendlich ist, und gerade jetzt ziehen auch noch neue Nachbarn ins Haus gegenüber ein und bringen Oves Leben gehörig durcheinander...

 

Die Geschichte des alten Griesgrams mit tragischer Vergangenheit, der wie durch Zufall wieder zur Freude zurück findet. Ja, die Story von Ein Mann namens Ove ist nicht wirklich neu und hat dementsprechend auch kaum Überraschungen parat. Diese Tatsache vergisst man als Zuschauer aber bereits nach wenigen Sekunden, denn Hauptdarsteller Rolf Lassgard braucht mit seiner charismatischen, einnehmenden Art nicht länger, um einen in seinen Bann zu ziehen, und auch die Inszenierung selbst ist einfach großartig. Der Film ist gespickt mit schwarzem, sarkastischem Humor, schafft dabei aber zu jeder Zeit den benötigten Spagat bzw. spontanen Wechsel zur eigentlich tragischen, dramatischen Handlung. Jede der hervorragend, fast künstlerisch eingebundenen Rückblenden, jeder ernste Moment und auch jeder humorvolle Augenblick sind perfekt und absolut harmonisch miteinander verknüpft, auch wenn sie noch so abrupt ausfallen, und treffen den Nagel direkt auf den Kopf, ohne konstruiert oder unglaubwürdig zu wirken. Überhaupt ist das ganze Geschehen absolut authentisch und nachvollziehbar, was der Tragik im Film eine extrem emotionale Komponente beschert, ohne dass es die Inszenierung dabei nötig hat, auf die Tränendrüse zu drücken. Ein Mann namens Ove schafft es mit den einfachsten Mitteln, das Herz des Zuschauers zu berühren und die Gefühle anzusprechen und präsentiert die Höhen und Tiefen der Hauptfigur wie sie eigentlich nur das Leben selbst schreiben könnte. 

 

Bildergalerie von Ein Mann namens Ove (5 Bilder)

Das Bild der Blu-ray weist eine solide, HD-würdige Schärfe auf, wirkt insgesamt jedoch etwas weich und schwammig. Nur in Nahaufnahmen ist das Bild nahezu perfekt und offenbart dort auch zahlreiche feine Details. Die Farbgebung und zugehöriger Kontrast sind kräftig, bleiben aber durchwegs natürlich. Die Rückblenden im Film sind farblich etwas stilisiert, was sich aber sehr gut ins Gesamtbild einfügt. Der Ton ist, nicht zuletzt auf Grund des Genres bzw. dialoglastigen Films, sehr frontgerichtet, richtet sich aber immer wieder auch auf den kompletten Boxenbereich, wodurch eine stets stimmige Atmosphäre geschaffen wird. 


Das Fazit von: MarS

MarS

Unglaublich emotional und tragisch und dabei gleichzeitig herrlich komisch - Ein Mann namens Ove ist eine hervorragend inszenierte und von Hauptdarsteller Rolf Lassgard absolut einnehmend dargestellte Tragik-Komödie, die ins Herz geht und zeitgleich die Lachmuskeln beansprucht. Wenn man denkt, es kann nicht mehr schlimmer kommen, dann braucht man nur Ove und sein Leben betrachten, um zu merken: eigentlich geht es mir gar nicht so schlecht - und Lachen ist nun mal sowieso die beste Medizin. Wem Filme wie Das Beste kommt zum Schluss oder auch Ziemlich beste Freunde gefallen, der kann mit Ein Mann namens Ove rein gar nichts falsch machen. Ein toller Genre-Beitrag aus Schweden, der von mir ganz klar einen Geheimtipp-Award erhält.


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