Erinnerungen an Marnie

Erinnerungen an Marnie

Originaltitel: Omoide no Marnie
Genre: Anime • Drama
Regie: Hiromasa Yonebayashi
Laufzeit: DVD (98 Min) • BD (103 Min)
Label: Universum Anime
FSK 0

Erinnerungen an Marnie    11.03.2016 von MarS

Im Jahr 2014 verabschiedete sich die unter Fans geliebte japanische Anime-Schmiede "Studio Ghibli" auf Grund einer internen Umstrukturierung von der Produktion großer Kinofilme. Als letzten Film präsentierte das Studio aber noch das Drama Erinnerungen an Marnie, welches 2016 sogar in der Kategorie "Bester Animationsfilm" für den Oscar nominiert war. Wir haben uns den Film zum Heimkinostart angeschaut.

 

Das Waisenkind Anna lebt bei ihrer Pflegemutter Yoriko. Sie ist ein sehr stilles und zurückgezogen lebendes Mädchen und kämpft mit ihrer Asthmaerkrankung, weswegen sie von Yoriko zu Verwandten aufs Land geschickt wird, um sich dort zu erholen. Dort entdeckt Anna während einer Erkundungstour eine verlassene Villa, in der sie auf das blonde und offenherzige Mädchen Marnie trifft. Zusammen finden die beiden wieder Freude in ihrem Leben und so treffen sie sich in jeder freien Minute. Eines Tages jedoch ist Marnie plötzlich verschwunden und in der Villa lebt nun die Familie Lindsay. Anna freundet sich mit der Tochter Sayaka an, die in ihrem Zimmer ein Tagebuch gefunden hat, und gemeinsam versuchen sie, das Geheimnis um Marnie zu lüften.

 

Erinnerungen an Marnie ist ein absolut würdiger Abschluss für das Studio Ghibli und beweist noch einmal eindrucksvoll, wie hervorragend die Macher in der Lage sind, Geschichten zu erzählen. Der Film zeichnet sich vor allem durch seine emotional bewegende, absolut spannend aufgebaute Geschichte aus, die in typischer und eingängiger Art und Weise erzählt wird und den Zuschauer direkt in ihren Bann zieht. Die Story beinhaltet dabei neben der absolut realistischen Komponente um die persönliche Wandlung der Hauptperson Anna auch kleinere Mystery-Anteile, die das Geschehen zusätzlich interessant machen, und das nicht nur für Fans von Ghibli-Filmen. Die Charaktere sind allesamt sehr sympathisch und sorgen zusammen mit dem fein eingestreuten Humor dafür, dass der eher ruhige, von der Grundthematik her eigentlich sehr ernste und dialoglastige Film zu keiner Zeit langweilig oder zäh wirkt. 

 

Die Zeichnungen im Film sind, typisch für das Studio Ghibli, sehr farbenfroh bei bedeckter, dezenter Palette sowie sehr detailliert und verleihen Erinnerungen an Marnie eine tolle Atmosphäre, die einfach perfekt zum Geschehen passt. Apropos Geschehen: Obwohl der Film eine FSK ab 0 Jahren erhalten hat, würde ich auf Grund des Inhalts dazu tendieren, erst mit deutlich älteren Kindern den Film anzuschauen. Nicht weil es irgendwelche schlimmen Szenen gibt, sondern ganz einfach weil die Geschichte in diesem Alter noch nicht nachvollziehbar ist und der Film dadurch definitiv nicht verstanden werden kann.

 

Erwähnt werden sollte wohl noch, dass gerade der (hoffentlich vorerst) letzte Film des Studios nicht der eigenen Fantasie entsprungen ist, sondern auf dem englischen Jugendbuch "When Marnie was there" von Joan G. Robinson aus dem Jahr 1967 basiert. 

 

Bildergalerie von Erinnerungen an Marnie (8 Bilder)

Bild und Ton bleiben auf Grund des vorliegenden MPG-Pressescreeners ohne Bewertung.


Das Fazit von: MarS

MarS

Gefühlvoll, ruhig, einfühlsam...Erinnerungen an Marnie ist ein glanzvoller Ausstieg aus der Anime-Filmproduktion für das Studio Ghibli und zeigt, dass auch gemächliche Filme einen hohen Unterhaltungsfaktor besitzen und durchaus spannend inszeniert werden können. Der Film ist ein klassisches Coming-of-Age Drama mit Mystery-Elementen, welches trotz einiger eingestreuter kitschiger Momente eine interessante Geschichte mit wunderschönen Bildern kombiniert. Der Inhalt ist dabei für die Kleinsten etwas schwierig nachzuvollziehen, aber die Kraft der gezeigten Bilder dürfte ausreichen, um auch das jüngste Publikum zu unterhalten - effektiv betrachtet ist Erinnerungen an Marnie aber eher ein ernster, erwachsener Film.


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