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FIFA 14
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BEWERTUNG |
06.10.2013 von TorstenBereits von der Gamescom durften wir über das neue FIFA berichten. Nun konnten wir auch in aller Ruhe Hand anlegen und im Detail betrachten, was es mit den neuen Features so auf sich hat. So kamen auch Dinge zum Vorschein, die sich auf dem ersten Blick nicht so offensichtlich aufdrängen wollten. Na da wollen wir doch mal sehen.
Alles so schön neu hier?
EA hat in diesem Jahr viele Schlagworte wie „Locomotion“, „Precision Movement“, „Pure Shot“ und „Protect the ball“ ins Rennen geworfen. Sind das nur große Worte, oder haben wir es hier wirklich mit einer großflächig umgekrempelten Rasenschach-Simulation zu tun? Aber bevor wir auf den
Auf dem Platz fällt vor allem die gedrosselte Spielgeschwindigkeit auf. Spieler laufen langsamer, ihre Animationen wirken etwas träger, auf dem ersten Blick geradezu behäbig. Grundstein für diese Änderung ist die sogenannte Locomotion-Engine. Diese soll den Spielern zu einem definierten Schwerpunkt ihrer Masse verhelfen. So fallen Richtungswechsel etwas weniger zackig aus, weil die sich in einer Richtung bewegende Masse erst einmal in die neue Richtung gelenkt werden möchte. Das mag im ersten Moment ungewohnt wirken, aber EA möchte einen Schritt weiter weg von der Arcade-Umsetzung und näher zur Simulation gelangen. Spieler, die sich ohne Sprint laufend fortbewegen, können nach wie vor geschmeidige Richtungswechsel vollziehen. Wird aber der Trigger zum Sprint durchgedrückt, so beschleunigt sich das Laufverhalten der Spieler nun deutlicher und Richtungswechsel benötigen mehr Zeit. Dadurch „tanken“ sich körperbetonte Spieler aber auch besser durch gegnerische Abwehrreihen und bleiben nicht mehr so abrupt an sich in den Weg stellenden Verteidigern hängen. Vielmehr prallen sie aufeinander, werden abgebremst, aber nicht gestoppt und bleiben dadurch oft weiter im Ballbesitz. Auffällig ist auch, dass die Annahmen im vollen Lauf wesentlich geschmeidiger vonstattengehen. Wurde in den Vorjahren ein Spieler mit einem hohen Ball in die Spitze geschickt, so blieb er bei der Ballannahme stehen, wenn er nicht durch einen „First Touch“ zur Durchreichung des Balls gezwungen wurde. Dann allerdings legte er sich den Ball viel zu oft viel zu weit vor. Die Ballannahme und -weiterverarbeitung geschieht nunmehr automatisch und das funktioniert auch recht gut, intuitiver und vor allem einsteigerfreundlicher. Aber ebenso auffällig ist auch, dass sprintstarke Spieler sich in FIFA 14 sehr viel stärker von Spielern mit schwächeren Werten absetzen, was das Spiel mit zweit- oder gar drittklassigen Teams unnötig träge wirken lässt.
Das Multi Tricks Pony
Geübte Spieler konnten seit jeher mit einstudierten Tricks ungeübte Spieler alt aussehen lassen und das ist natürlich auch in FIFA 14 weiterhin
Angriff und Verteidigung
Das leidige Thema KI spielt auch beim virtuellen Rasenschach eine tragende Rolle, damit sich das Spiel glaubhaft anfasst und auch flüssig spielt. Hier ist im Vergleich zu den Vorjahren ein kleines Plus zu spüren. Spieler laufen sich besser frei und warten nicht in Lauerstellung vor dem 16er, während unser Flankengeber bereits zur Eckfahne sprintet. Das Freilaufen funktioniert besser, Spieler lösen sich von ihren Bewachern und versuchen Angriffsstationen zu bieten. Dadurch wird der tödliche Pass wieder gefährlicher, was im Zusammenhang mit der verbesserten Ballannahme und der trägeren Masse beim Sprint nun öfter zum Erfolg führt als zuvor. Nach wie vor hängt es aber oft vom Timing des Mittelfeld-Regisseurs ab, denn Stürmer sprinten gerne ins Abseits, wenn wir zu spät passen. Das ist ärgerlich, aber realistisch und soll nicht weiter als Kritikpunkt dienen. Alles in allem macht die KI eine wirklich gute Figur. Die Abschlüsse haben sich hingegen nur wenig geändert. Schüsse wirken glaubhafter, aber nach wie vor hat man dieses Gefühl des Tore-Scripts. Soll der Ball hineingehen, so wird er dies auf spektakuläre Art und Weise tun und es kommt selbst mit schwachen Teams zu gewaltigen Distanz-Treffern. So macht Fußball natürlich Spaß, aber manchmal scheint es von der Engine so gewollt zu sein. Dem gegenüber stehen dann nämlich die harmlosen Kullerschüsschen, wenn die Engine einmal nicht torhungrig zu sein scheint. Vor allem aber ist der Anteil an Pfosten- und Lattentreffern nach wie vor zu hoch, als dass er dem Zufall geschuldet wäre. Einzig die stärker abfallende Schussbahn weiß zu gefallen. Steigert sie doch den Anteil gefährlicher Torschüsse im Verhältnis zu denen, die das Flutlicht auszuknipsen drohen, im beträchtlichen Maße. Kopfbälle sind im Nahbereich noch immer zu gefährlich, während sie auf einer Distanz ab etwa acht Metern derart schwach wirken, dass sie auch ohne Torhüter nicht über die Torlinie gelangen würden. Torhüter patzen hier und da, sind aber im Großen und Ganzen recht sicher. Keine überhasteten Ausflüge aus dem 16er und ein mehr als überzeugendes Stellungsspiel lässt ihre Leistung auf hohem Niveau stagnieren.
Technische Finessen
Bei den Animationen der Spieler ist der deutlichste Fortschritt der letzten Jahre zu erkennen, wenngleich sie vermutlich weit hinter dem zurückliegen werden, was wir später auf der PS 4 / Xbox One zu sehen bekommen werden. Aber im Vergleich zu CurrentGen-Vorgängern wirken sie geschmeidiger und glaubhafter, weniger hölzern und „gleitend“. Ist der Schussfuß nicht vorne, so macht der Stürmer tatsächlich noch einen Zwischenschritt, oder aber forciert den Schuss mit dem schwachen Fuß, was weitaus realistischer und weniger abgehackt wirkt, als noch in FIFA 13. Die bereits angesprochene verbesserte Ball-Physik setzt bei diesem Eindruck natürlich noch ein Quäntchen Glück obendrauf. Die Optik an sich bleibt auf dem hohen Niveau der letzten Jahre, vergisst man die vereinzelten Ruckler, unter die ein 12er Jahrgang noch zu leiden hatte. Die Bildrate wirkt nun ohne stärkere Aussetzer weitestgehend stabil.
Der Sound ist durch einen aktuellen Soundtrack und die grandiose Stadionatmosphäre wieder einmal großartig. Mit einem störenden Punkt, auf Das Fazit von: Torsten
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