Fairytale Fights

Fairytale Fights

Publisher: Playlogic
Genre: Jump & Run / Action
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 23.10.2009
USK 18

Fairytale Fights   05.11.2009 von Panikmike

In jedem Erwachsenen steckt noch in irgendeiner Form ein kleines Kind. So wird bei vielen Projekten der Spieltrieb wieder geweckt, bei Fairytale Fights ist es ebenso. Das Spiel ist wie ein Märchen für Kinder, aber für Erwachsene. Nicht umsonst befindet sich auf dem Cover das rote USK 18 Siegel. Schaut man sich die Verpackung an, so denkt man nicht unbedingt an Brutalität sondern eher: Warum ist das Spiel denn ab 18? Im Laufe des Artikels wird diese Frage allerdings beantwortet.

Wir starten natürlich wie bei jedem Spiel im Menu. Nur hier ist es ein wenig anders als bei vielen Spielen. Das monotone Auswahlmenu wie „Einzelspieler“, „Multiplayer“ und „Optionen“ entfällt hier, die Entwickler haben sich etwas besseres einfallen lassen. Man befindet sich mit Rotkäppchen in einer kleinen Märchenstadt und kann sich dort frei bewegen. Bei kleinen Schildern kann man sich dann diverse Informationen holen oder verschiedene Punkte auswählen. Hier kann man sich erstmals an die Steuerung gewöhnen und mal die Grafik und das Dorf betrachten. Einzig und allein Waffen gibt es hier nicht, es ist ja ein friedliches Städtchen! Will man sofort loslegen, so kann man auch „Start“ drücken und alles direkt auswählen. So sollte man sich einen von vier Charakteren (Schneewittchen, Rotkäppchen, der nackte Kaiser und Hans von der Bohnenranke) aussuchen und die erste Mission beginnen. Meine Wahl fiel auf Rotkäppchen, sie sieht süß aus und ich wollte mich schon immer mal an dem Wolf rächen. Mal sehen, ob ich soweit komme! Also begebe ich mich auf die Reise und folge der Geschichte. Denn die Figuren möchten nur, dass sie nicht in Vergessenheit geraten. Also kämpfen sie mit Gewalt gegen den großen Riesen, um wieder berühmter zu werden!

So starten wir im Holzfällerland. Zuerst läuft man ein wenig durch einen quietsche-bunten Wald, der wirklich sehr geil aussieht. Man geht von links nach rechts, wie man es von einem klassischen Jump&Run kennt. Nebenbei geht es mal ein wenig nach vorne oder nach hinten, ergo wurde die dritte Dimension ein wenig integriert. Im Wald gibt es kleine Schatzkisten, die man durch permanentes drauf Dreschen öffnen kann. Darin befinden sich diverse Schätze und auch immer mal wieder Waffen. Mit den Schätzen kann man sich später eine Statue mitten im Dorf zusammen schustern und upgraden. Dies dient allerdings nur der Unterhaltung, es hat keinen Einfluss auf die Figuren. Mit den Waffen kann man logischerweise Gegner leichter ins Jenseits befördern als mit den blanken Fäusten. So gibt es im Spiel insgesamt über 140 Waffen, die man finden kann. Nimmt man eine Waffe auf, so erscheinen oben neben der Lebensanzeige der Name und eine Sternbewertung. Diese zeigt dem Spieler, wie gut und effektiv die Waffe ist. Lustigerweise sind es nicht nur herkömmliche, die man aus anderen Spielen kennt, sondern es gibt sehr nette Ideen. Man kann die Gegner quasi mit fast allem vermöbeln. Neben Äxten, Hämmern, Stöcken existieren lustige Sachen, wie ein Vogelnest oder Äste. Hier haben sich die Entwickler wirklich ins Zeug gelegt, um den Spielern viele Alternativen bieten zu können.

So nun aber weiter in unserem Wald. Man schlendert also durch die Gegend, bis die ersten Gegner auf uns zukommen. Es sind Waldarbeiter, einer davon hat eine Axt. So stürze ich mich natürlich als erstes auf diesen, um ihn zu Boden zu bringen und seine Waffe abzuluchsen. Hier kommt nun meine USK 18 Erklärung. Man kann den Gegner nicht einfach nur verkloppen, sondern regelgerecht verstümmeln. Es spritzen mehr Liter Blut, als Bäume im Wald stehen. Alles bleibt am Boden in einer riesigen Lache liegen und wenn man hindurchgeht, schlittert man nach hinten wieder raus. Sogar Blutspuren werden die darauffolgenden Meter gemacht. Alles wurde sehr detailreich und liebevoll gestaltet, wenn man von liebevoll in diesem Fall überhaupt reden kann. Macht man einen besonderen Schlitzer, so wird dieser dann im Kampf am Bildrand in Großaufnahme gezeigt. Nebenbei kann man aber schön weiter machen. Alles sieht sehr gut aus, allerdings ist es nichts für Zartbesaitete.

Das Spiel ist natürlich deshalb nur für Erwachsene konzipiert, mich wundert es sogar, dass es normal in Deutschland erschienen ist. Die Gewaltdarstellung ist schon sehr hoch! Aber das ist nicht alles, was das Spiel zu bieten hat. Der Humor, der sehr schwarz ist, passt ideal zum Gesamtbild. Ein Spieler, der sich in Sachen Märchen auskennt, wird viele ironische Anspielungen finden. Manche schlagen in meinen Augen sogar ein wenig über die Stränge. Trotz alledem macht das Spiel einen heiden Spaß! Ich nehme übrigens das oben genannte Genre „Jump & Run“ wieder zurück und benenne es in „Jump&Slay“ um oder wie es eigentlich in Fachkreisen heißt: „Hack&Slay“. Leider ist das auch ein Manko des Spiels, alles beschränkt sich auf durchlaufen, ein paar Sprungsequenzen vollziehen und Gegner zerstückeln. In über 20 Levels kann man diese Eintönigkeit vollziehen, trotzdem macht es immer wieder Spaß, sich vor das Spiel zu setzen. Das Schöne daran ist, hat man alleine keinen Bock oder Spaß daran, so kann man vor einer Konsole bis zu vier Spieler vereinen. Playstation 3 Spieler kennen das Prinzip aus „Little Big Planet“. Hat man keine Freunde zur Hand, so geht man über Xbox Live ins Internet und sucht sich einfach welche aus dem World Wide Web!

Die Grafik des Spiels ist sehr gut gelungen. Es sieht einerseits aus wie ein schönes kleines Märchenspiel für Kinder, andererseits ist es so brutal, dass es erschreckend und ein wenig tough wirkt. Der Comiclook ist anders als andere Spiele, genau das macht aber das Spiel zum Hit! Die Umgebungen sind detailreich und liebevoll gestaltet, alles ist bunt und wirkt Gott sei dank zu keiner Zeit überspitzt!

Die musikalische Untermalung ist ebenso wie die Grafik sehr kindgerecht, allerdings auch hier schweift es zum Teil um. Meistens ist aber alles idyllisch und sehr ruhig. Einerseits passt es nicht zum Töten-Feeling, andererseits unterstreicht es die Genialität des Spiels. Auch hier merkt man, wie skurril man etwas gestalten kann. Leider wurde nichts vertont, die Charaktere lassen nur ein paar Laute da, aber keine Sprache. Der Spieler muss alles per deutscher Lokalisation mitlesen. Die Soundeffekte sind auch gut gelungen, jedoch fallen sie kaum auf. Mein Highlight allerdings ist der Sound der Kettensäge – Wrruuuuuummmmmm.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Anfangs war ich ein wenig skeptisch, als ich das Spiel in meinen Händen gehalten habe. Jedoch nach kurzer Einspielphase war ich durch und durch überzeugt. Ich spielte auf meiner Playstation 3 schon liebend gern „Little Big Planet“, aber „Fairytale Fights“ macht mich mehr an. Nicht weil es für Erwachsene ist, auch nicht weil es sehr brutal ist, sondern weil irgendwie alles zusammen passt und trotzdem alles chaotisch und krank ist. Diese gekonnte Mischung könnte man kaum besser machen, auch wenn das Spiel natürlich nicht perfekt ist. Ich hoffe nur, dass es mal mehr Charaktere und Level zum downloaden gibt! Denn wenn man es einmal durchgespielt hat, so ist die Dauermotivation nicht mehr so hoch.


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positiv negativ
  • Schöne Märchenwelt
  • Viel schwarzer Humor
  • Geniales Menü
  • Leicht zu erlernen, einfache Steuerung
  • 22 Levels in fünf verschiedenen Umgebungen
  • Coole Sequenzen
  • Keine Sprachausgabe
  • Story geht leider unter
  • Manchmal ein wenig zu chaotisch
  • Gameplay ein wenig zu monoton





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