Fallout 3

Fallout 3

Publisher: Bethesda
Genre: Action
Sub-Genre: 3rd Person Rollenspiel / Shooter
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 30.10.2008
USK 18

Fallout 3   13.11.2008 von Panikmike

Die Welt ist verloren, alle Menschen auf der Erde werden sterben. "Kommen Sie zu uns. Wir stellen Ihnen einen Bunker bereit, in dem Sie alles genau so machen können, wie jetzt. Für Ihr Wohl ist gesorgt, es gibt zu Essen, Ihre Kinder bekommen eine Ausbildung und auch für Sie ist Arbeit in unserem ausgetüftelten System. Kommen Sie zu uns. Wir haben noch viele Plätze in unseren „Vaults“ übrig."

Ihr kommt euch vor wie bei einem Propagandavideo im Krieg? Herzlich Willkommen bei Fallout 3! Lange hat die Programmierung des umfangreichen Rollenspiels von Bethesda gedauert. Aber das Warten hat sich gelohnt und die Erwartungen wurden übertroffen. Ihr beginnt das Spiel als Baby. Euer Vater und viele andere Bewohner befinden sich im Bunker 101. Die Welt, wie wir sie kennen, ist zerstört und das einzige Leben, das es noch gibt, befindet sich in den verschiedenen Rettungsbunkern. Dort ist zwar das Leben einigermaßen geregelt, aber wer will schon sein Leben lang eingesperrt bleiben? Es gibt dort Arbeit, Essen und auch Bildung. Ebenso gibt es dort eine gut funktionierende Krankenstation, auf der euer Dad arbeitet. Anfangs lernt man in zwei Kapiteln die Grundsteuerung und das Prinzip von Fallout. An dem 10. Geburtstag bekommt ihr ein nettes Geschenk und dürft erste Schießübungen vollziehen. Nach ca. 30 Minuten Spielzeit wird man erwachsen und darf das wirkliche Spiel beginnen.

Im Vault 101 passieren schreckliche Dinge: Euer Vater ist unauffindbar und er wird beschuldigt, ein paar Wachen getötet zu haben. Eure beste Freundin gibt euch den Tipp, aus dem Bunker zu fliehen, da ihr wegen der väterlichen Fluchtaktion ebenfalls gesucht werdet. Von nun an habt ihr eure erste Mission vor euch, nämlich die Flucht aus dem Bunker 101. Ein paar Irrwege und getötete Wachen später könnt ihr eure Freiheit außerhalb des Bunkers genießen. Naja, lassen wir mal den Genuss außer Acht, denn ihr traut erstmal euren Augen nicht. Alles ist zerstört, es ist kein Leben in Sicht und ihr erkennt nur Elend und eine ruinierte Welt. Da war es im stählernen Koloss doch eigentlich besser, oder? Euch wirren ständig einige Fragen durch den Kopf: Gibt es hier noch Leben? Warum ist Washington DC zerstört? Wo ist mein Vater?

Auf dem Weg ins Nirgendwo findet ihr zerstörte Gebäude, verlassene Städte und ausgebrannte Häuser. Ein erster Lichtblick sind die mutierten Kühe, die ihr nach wenigen Minuten Erkundung sichtet. Wie sollt ihr hier denn überleben können?

Genau das ist die apokalyptische Endzeitstimmung von Fallout 3. Die Optik ist gigantisch und man wünscht nicht einmal seinen größten Feind so ein Umfeld. Problematisch wird es erst beim näheren Betrachten der Gebäude und der Landschaft. Die Engine, die ja schon vor Jahren bei „Oblivion“ verwendet wurde, ist zwar sehr gut gelungen, aber sie hat auch mittlerweile einige Alterserscheinungen. Manche Texturen sind verwaschen und matschig. Ebenso sieht man oftmals keine Kantenglättung. Diese Kleinigkeiten trüben meiner Meinung nach allerdings kaum den Spielfluss.

Der Umfang von Fallout ist einfach unglaublich. Es geht schon beim Handlungsspielraum los. Fast wie im echten Leben hat man in den verschiedensten Situationen sehr viele Reaktionsmöglichkeiten. Man wird böse und hilft Gaunern oder aber man geht zur Polizei und verpfeift diese!

Jeder Spieler schreibt seine eigene Geschichte!


Wie bei einem gewöhnlichen Rollenspiel hat man eine große Auswahl an Fähigkeiten, die man zum größten Teil freischalten muss. Im Laufe des Spiels sammelt man Erfahrung und kann diese dann in verschiedene Fähigkeiten und Extras umwandeln. Es gibt verschiedene Waffenfertigkeiten, einige Fähigkeiten wie Redetalent, Schlösser knacken, Waffenreparatur oder Medizin. Helfen wird uns stehts dabei der Pit Boy 3000. Der kleine Minicomputer wird vom Spieler seit seinem 10. Lebensjahr am Armgelenk getragen und gibt uns neben den Aufstiegsystem noch Informationen zu den Missionen und eine Karte. Im späteren Verlauf kann man sich sogar verschiedene Kampffähigkeiten dazuverdienen. Zum Beispiel kann man dann Munition sparen oder man nimmt bei den weiblichen Gegnern mehr Lebenspunkte ab.

Das Kampfsystem ist aufgebaut wie bei klassischen Shootern. Mit einer Waffe in der Hand einfach auf den Gegner ballern, bis er umfällt. Wenn man lieber taktische Komponenten mag, dann sollte man auf VATS zurückgreifen. Das automatische Zielsystem ist jederzeit zu schaltbar und sehr einfach zu bedienen. Man kann Aktionspunkte in gezielte Schüsse auf den Kopf, den Rumpf oder andere Körperteile verwenden. Je nach Entfernung zum Gegner errechnet VATS eine Trefferchance. Die Auswirkungen waren aber für die USK zu viel des Guten. In Deutschland ist Fallout 3 geschnitten und wurde vom Blutvergießen und Extremitätenflug bei erfolgreichem Treffern befreit. Die Zensur ist aber rein auf die Effekte beschränkt und beeinflusst den Spielverlauf nicht. Schade, dass man nicht einmal Blut einbauen kann, da die USK sogar die rote Flüssigkeit aus dem Spiel gebannt hat. Fallout 3 ist aber nicht nur ein Rollenspiel, sondern einfach mehr als das. Es ist sehr schwer vorstellbar, wenn man das Spiel selbst nicht gespielt hat.

Die Grafik ist wie oben schon beschrieben sehr schön, aber sie hat eben auch ein paar Macken. Die Auflösung der Texturen ist schon ein wenig altbacken, und die Popups nerven von Zeit zu Zeit ein wenig. Anfangs wirkt das ganze ein wenig abschreckend, aber wenn man etwas Spielfortschritt erreicht hat, dann erkennt man immer mehr nette Feinheiten. Man entdeckt schön gemachte Kulissen und auch tolle Sonneneffekte mit grellen Farben. Die Kulissen heben die Endzeitstimmung besonders hervor. Der Sound ist ebenso sehr gut gelungen. Die Vertonung der deutschen Stimmen ist super umgesetzt und erkennt an dieser Stelle Anerkennung. Die Musik hält sich meistens im Hintergrund, doch wer fetzige Musik haben möchte, der kann einfach einen Radiosender mit seinem Pit Boy 3000 empfangen. Da gibt es verschiedene Radiosender und das wiederrum steigert das Gefühl, mitten in der trostlosen Welt zu sein.

Die dichte Atmosphäre und der Humor, der zum Teil rabenschwarz ist, haben es mir angetan. Man spielt nicht nur mal „rein“, sondern sitzt gebannt einige Stunden vor seiner Konsole. Alles in Allem finde ich Fallout 3 eines der besten Rollenspiele aller Zeit und hoffe, dass es auch noch irgendwann einen vierten Teil geben wird. Als Ansporn sollten die Programmierer währenddessen auch wieder ein paar Add-Ons veröffentlichen.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Unglaublich. Ich konnte mich gar nicht mehr richtig an Fallout 2 erinnern, aber eines hat sich in mein Gehirn festgebrannt: Das Spiel hat super Spass gemacht und fesselt lange an den Bildschirm. Genau diese Worte kann ich bei Fallout 3 wieder erkennen. Die Durchspielzeit ist lange, besonders wenn man auf die ganzen Nebenaufgaben achtet. Ebenso trägt die große Spielwelt zu viel Spielspaß bei. Für alle, die Rollenspiele mögen, müssen bei Fallout 3 zuschlagen. TOP TIPP!


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positiv negativ
  • Riesengroße Welt
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