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Fossilium
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BEWERTUNG |
29.06.2026 von Born2bewildGibt es eigentlich schon einen Museumsimulator für den PC? - Mit Fossilium könnt Ihr in dieses ungewisse Terrain eintreten und Euch wie eine Mischung aus Dr. Grant (Jurassic Park) und Larry (Nachts im Museum) fühlen. Gut, lebendig werden die Exponate (hoffentlich) nicht, aber Ihr müsst Euch genau überlegen, was Ihr ausgrabt und wo Ihr es hinstellt. Hinzu kommt, dass das Spiel in Zusammenarbeit mit dem Museum für Naturkunde Berlin entstanden ist, Da kommen Dinofans voll auf Ihre Kosten und können dabei vielleicht noch etwas lernen. Ob das Spiel damit auch unterhalten kann oder eher wie ein eingestaubtes Exponat wirkt, erfahrt Ihr in unserem Review…
Im Kern ist Fossilium ein Fossilien- äh… Plättchenlegespiel, was Ihr vor allem an den acht (!) beigelegten Stanzbögen bemerken werdet. Diese sind auch sehr gut vorgestanzt, sodass das Pöppeln gut von der Hand geht. Aber Ihr braucht dafür auf jeden Fall schon einmal viel Platz. Wichtig ist: hebt Euch vor allem die weißen, runden Plättchen auf. Sie müsst Ihr mit den beigelegten Klebepunkten auf der Unterseite des Aktionsplans aufkleben. Dies steht auch so in der Anleitung, wenn Ihr es aber wie wir erstmal überseht und versucht acht Klebepunkte auf zehn Markierungen zu kleben (auf der Innenseite des Plans sind auch welche), dann kommt Ihr schnell an die Grenzen des Spielmaterials. Der Aktionsplan ist sehr schön geworden, hier hatten wir 2025 in Nürnberg schon einen Prototyp gesehen, der vom Gedanken her zwar gut war, aber in der Praxis dann versagt hatte. Dieser ist jetzt - mit den Abstandshaltern auf der Unterseite – perfekt, um oben die Arbeiter aufzusetzen und unten drunter die Gästeleisten einzuschieben. Außerdem gibt es noch eine Aktionsleiste für die letzte Runde, die sich ebenfalls sehr gut in die Aussparung einführen lässt. Die übrigen Pläne und Tableaus sind aus dünnerem Karton. Die Übersichtskarten sind leider etwas dünn geraten und knicken sehr leicht. Ein Highlight des Spiels sind noch die Holzfiguren und Marker sowie die drei Beutel aka Ausgrabungsstätten. Mit all diesem Material werdet Ihr am Spielende bemerken, wie klein der Karton für das ganze Material eigentlich ist. Alles in allem sind wir hier aber sehr glücklich mit dem, was man präsentiert bekommt. Vom Material bis hin zum Design. Alles passt super zusammen. Lediglich bei den Fossilien könnte man sich darüber streiten, ob es vielleicht sinnvoll gewesen wäre, auf die Plättchen aufzudrucken, zu welchem Fossil sie gehören. Aber das hätte dem Ganzen dann den paläontologischen Puzzlefaktor genommen. Besonders nett sind auch die fünf Fossilienaufsteller, die in erster Linie einen optischen Bonus bringen für die erste Person, die die entsprechenden Fossilien fertig gestellt hat.
Für den Spielaufbau legt Ihr die vier Tableaus (Aktionen, Markt, Runden und Arbeitsmarkt) in die Tischmitte. Achtet darauf, dass Ihr rechts neben dem Aktions- und links neben dem Markttableau noch Platz habt. Die Preismarker legt Ihr ans Leistenende des Marktableaus und den Rundenmarker - laut Anleitung - über das erste Rundenziel des Rundentableaus. Wir sind hier aber der Meinung, dass sich hierfür eher die Felder darunter anbieten. Die Fossilienplättchen sortiert Ihr nach Ihren Hintergrundtexturen oder den Ausgrabungssymbolen und legt Sie in das jeweilige Säckchen. Dabei sollten dann sechs weiße Startplättchen übrigbleiben, von denen Ihr zufällig jeweils eines erhaltet. Die übrigen kommen wieder zurück in die Schachtel. Bei Eurer ersten Partie nehmt Ihr jetzt nur noch drei zufällige Arbeitsmarkt-Ziele und legt sie auf den Arbeitsmarkt. Dann nehmt Ihr Euch jeweils ein Spielertableau und die Figuren, Marker und Infotafeln in der entsprechenden Farbe. Eure Gästeleiste schiebt Ihr unter die Aktionstafel und die beiden quadratischen Marker legt Ihr auf die Nuller-Felder Eurer Doktoranten- und der Prestigepunkteleisten. Vier Eurer Arbeiter kommen auf Euer Tableau, die übrigen verteilt Ihr gleichmäßig im Arbeitsmarkt. Nehmt Ihr das Startplättchen und legt es auf das Feld mit dem übereinstimmenden Symbol auf Eurem Tableau. Ihr zieht je nach Spielerzahl Fossilienplättchen und legt fünf davon auf Euer Tableau. Die übrigen landen im Markt. Anschließend diskutiert Ihr, wer zuletzt die Rolling Stones oder andere Dinsoaurier gesehen hat und gebt dieser Person den Ammoniten. Außerdem erhält sie zwei Dinodollar, die anderen erhalten ein aufsteigendes Startkapital. Die Münz-, Gäste- und Bau-Plättchen legt Ihr noch als Vorrat bereit und dann kann es auch schon losgehen.
Ziel des Spiels
Ziel des Spiels ist es, ein möglichst ansehnliches Museum auszugestalten und damit möglichst viele Prestigepunkte zu sammeln. Dies gelingt Euch während des Spiels, aber auch am Ende durch unterschiedliche Wertungsarten der großen Fossilien. Insgesamt spielt Ihr - nach Worker-Placement-Manier - fünf Runden und ermittelt nach der fünften Runde, wer am meisten Prestigepunkte gesammelt hat.
Die Anleitung
Ich weiß nicht, ob es an mir (Alex) lag, aber ich fand die Regeln zu Beginn sehr kompliziert. Eventuell, weil es eben viele neue Begriffe waren, die zum Teil bekannte Aktionen beschreiben. So beispielsweise die Öffnungsphase, die mehr oder minder die Aufräumphase ist. Davon abgesehen ist die Anleitung aber sehr gut geschrieben. Man muss sich nur einmal eingewöhnen und wird dann feststellen, dass alles wie gewohnt irgendwo abgebildet ist. Beispielsweise die Phasenreihenfolge auf dem Rundentableau und die Phasen- und Symbolbeschreibungen auf den Übersichtsblättern und der Rückseite der Anleitung. Insgesamt hat es mich einige Zeit gekostet, aber es bewegte sich alles in einem guten Rahmen. Mit 28 Seiten ist die Anleitung auch schon sehr umfangreich. Hier sind aber vier Seiten Fossilieninformationen und zwei Seiten beschäftigen sich mit dem Solomodus. Der Spielablauf findet mit der Endwertung auf zwölf Seiten Platz. Sehr gut fanden wir die Übersicht zu Beginn der Anleitung, die auf zwei Seiten schon einmal grundsätzlich das Spiel und den Ablauf beschreibt. Unglücklich finde ich wiederum die Beschreibung der Endwertung, die teils in der Anleitung und teils auf den Übersichtsblättern beschrieben ist. Da wäre es besser gewesen, wenn man zumindest in der Anleitung einmal eine vollständige Übersicht gefunden hätte.
I can’t get no… richtiges Fossilienplättchen…
Fossilium ist in vier Phasen aufgeteilt, die Ihr wiederum alle gemeinsam nacheinander abhandelt. Jede Runde beginnt dabei mit der Einkommensphase, in der Ihr die Zeilen und Spalten Eurer Tableaus betrachtet. Jede Zweite ist mit einem Fossiliensymbol versehen (genannt Museumseingänge und Museumsshops). Ihr erhaltet nun für jedes passende Fossilienteil, unabhängig von der Vollständigkeit, jeweils Gäste in den markierten Spalten und jeweils einen Dinodollar für jedes in den entsprechenden Zeilen. Zusätzlich müsst Ihr in weiteren Runden darauf achten, ob Ihr noch Boni für Eure Ausstellungstafeln erhaltet. Während Ihr die Dinodollar als Münzen bekommt, müsst Ihr die neuen Gäste durch Herausziehen der Gästeleisten anzeigen. Hier fiel uns sofort auf, dass diese (genauso wie die Stammgäste) sehr vielfältig sind, was sowohl Ethnien, Alter als auch Gesundheitszustand angeht. Außerdem erhaltet Ihr noch Doktoranden in der Anzahl der sichtbaren Doktorandenfelder in Eurem Lager. Dies markiert Ihr mit dem Marker auf der Doktorandenleiste. Nun folgt die Aktionsphase. Ihr platziert Eure Arbeiter von Eurem Tableau auf der Aktionstafel. Die Spalte zeigt Euch die Ausgrabungsstätte für die spätere Ausgrabungsphase an und die Zeile die möglichen Aktionen:
Auf Euren Fossilienplättchen seht Ihr jeweils, aus wie vielen Plättchen ein Fossil besteht. Habt Ihr von einem Fossil mindestens die Hälfte in Eurem Lager liegen, könnt Ihr mit der Aktion Ausstellen alle Plättchen eines neuen Fossils auslegen. Dabei ist es egal, wie Ihr das Fossil auslegt. Wichtig ist nur: Sobald Ihr ein Fossil beginnt, sind alle Felder, auf denen noch weitere Plättchen dieses Fossils kommen könnten, geblockt. Dies markiert Ihr mit den Bau-Plättchen. Außerdem könnt Ihr für Bonusprestigepunkte Eure Fossilien auf den drei markierten Podestfeldern errichten. Dafür könnt Ihr ein Plättchen zur Markierung nehmen. Wichtig für die Endwertung: Größe und Orientierung müssen dem Podest entsprechen. Alternativ könnt Ihr aber auch bereits ausgelegte Fossilien vervollständigen. Hier gibt es keine Mindestplättchenanzahl, Ihr könnt jedoch pro Aktion nur ein Fossil zum Auslegen wählen und alle passenden Plättchen auslegen. Außerdem darf jedes Fossil nur einmal in Eurem Museum vorkommen. Schafft Ihr eines vollständig auszulegen, erhaltet Ihr für jedes Plättchen dieses Fossils einen Gast. Wenn Ihr Euch auf der Aktionstafel ganz nach rechts stellt, erhaltet Ihr zwar bei der Ausgrabungsphase keine Plättchen für diesen Arbeiter, dafür dürft Ihr aber ein zusätzliches Plättchen platzieren. Dies muss dann aber ein neues 1er oder 2er Fossil sein oder ein Plättchen eines bereits ausgelegten Fossils wird angelegt.
Wenn Ihr Euch für die Aktion Bauen/Stiften entscheidet, dann könnt Ihr entweder eine Ausstellungstafel bauen und ihre Vorteile (sind auf dem Übersichtsblatt beschrieben) nutzen. Alternativ dürft Ihr eines Eurer Fossilienteile Eures Lagers an eine andere Person, die Teile dieses Fossils bereits ausstellt, stiften. Dabei erhaltet Ihr Prestigepunkte in Höhe der Plättchen, die mit Eurem bereits ausgestellt sind. Die andere Person erhält aber wiederum den Fertigstellungsbonus, wenn es das letzte Teil war. Bei dieser Aktion bringt Euch die Bonusspalte zwei zusätzliche Prestigepunkte.
Mehr Umsatz oder Gäste erhaltet Ihr durch die Aktion Führung geben. Dafür wählt Ihr von der Fossilienkategorie des gewählten Aktionstafel-Feldes die Zeile oder Spalte und erhaltet - analog zur Einkommensphase - entweder die Gäste oder die Dinodollar. Hier bringt Euch die Bonusspalte nur die Wahl, welche Fossilienkategorie Ihr aussuchen dürft.
Die Joker wiederum tun das, was man sich eigentlich schon denken kann, sie lassen Euch eine beliebige Aktion der gleichen Spalte ausführen. Allerdings kostet sie Euch in diesem Fall zehn Dinodollar abzüglich aller anderen Figuren, die sich bereits in dieser Spalte befinden. Das Zusatzfeld bringt Euch an dieser Stelle die Aktion und den Bonus der gewählten Zeile.
Abschließend gibt es noch die Management-Aktion. Diese bringt Euch Dinodollar, Doktoranten oder Gäste und im Gegensatz zu allen anderen Aktionen können hier mehrere Arbeiter abgestellt werden.
Nachdem Ihr alle Eure Arbeiter eingesetzt habt oder keine weiteren einsetzen wollt, folgt die Öffnungsphase, die man in anderen Workerplacement-Titeln vielleicht als Aufräumphase bezeichnen würde. Hier bekommt Ihr die Prestige-Punkte, die Eure Gästeleiste anzeigt. Außerdem erhaltet Ihr Stammgäste für das erfüllte Rundenziel. Diese legt Ihr auf Eure Gästeleisten, was Euch einen Vorteil im nächsten Schritt bringt: Ihr müsst nun Eure Gästeleisten wieder zurückschieben, entweder auf die Null oder bis zum Rand Eurer Stammgäste. Dann folgt abschließend die Ausgrabungsphase.
Es kommt eine der wichtigsten Phasen: Die Ausgrabungsphase. Hier guckt Ihr, in welchen der drei Ausgrabungsspalten auf dem Aktionstableau Ihr Arbeiter habt. Dann nehmt Ihr Euch den entsprechenden Ausgrabungsbeutel und nehmt Euch bis zu sechs Plättchen heraus. Die Anzahl richtet sich hierbei nach allen Figuren, die IN dieser Spalte stehen. Die Anzahl der Plättchen, die Ihr aussuchen und behalten müsst, richtet sich wiederum nach der Anzahl der eigenen Figuren, die IN dieser Spalte stehen. Die übrigen Plättchen legt Ihr wieder zurück in den Beutel. Die nun ausgesuchten Plättchen müsst Ihr in Euer Lager legen. Ist dort kein Platz mehr, kommen sie in den Markt und Ihr erhaltet kein Geld dafür. So verfahrt Ihr für jede Ausgrabungsstätte. Wichtig ist, dass Ihr zwar gleichzeitig aussuchen dürft, aber nicht darauf gucken solltet, was die anderen aussuchen. Anschließend nehmt Ihr Eure Arbeiter wieder zurück. Habt Ihr in dieser Runde über den Arbeitsmarkt einen zusätzlichen Arbeiter erhalten, stellt Ihr ihn ÜBER eine der drei Ausgrabungs-Spalten. Dieser bringt Euch selbst beim Joker und der Ausgrabungsphase einen Bonus. Ihr gebt den Ammoniten weiter und startet die nächste Einkommensphase.
In der zweiten und vierten Runde sowie der letzten Runde gibt es ein paar Besonderheiten. Während bei der zweiten und vierten nur eine Marktauffüllphase dazukommt und Ihr aus jedem Beutel zwei Fossilienteile dem Markttableau hinzufügt, gibt es in der letzten Runde einige Dinge zu beachten. So gibt es keine Ausgrabungsphase mehr und ihr legt die Aktionsleiste der letzten Runde oben an der Aktionstafel an. Diese bringt Euch vier neue Felder mit einer besonderen Aktion. Ihr dürft aus einem der Ausgrabungsbeutel ein Teil aussuchen und es sofort in Eurem Museum ausstellen. Allerdings müsst Ihr auch hier die Ausstellungsregeln beachten. Nachdem Ihr dann die Öffnungsphase abgeschlossen habt, folgt in der letzten Runde noch eine Einkommensphase, bevor es dann an die Wertung geht.
Diese ist in der Anleitung nicht so gut beschrieben, denn hier sind nur Beispiele, aber kein weiterer erklärender Text. Diesen findet Ihr wiederum auf den Übersichtsblättern. Am Ende wertet Ihr, wer die meisten Dinodollar und Gäste hat und verteilt entsprechend Prestigepunkte. Außerdem gibt es in späteren Runden noch ein zufälliges Endwertungsziel. Bei den Fossilien bringen Euch die Sechser zu bestimmten Bedingungen Prestigepunkte. Die Vierer bringen Euch Punkte für alle anliegenden Plättchen derselben Sorte. Außerdem erhaltet Ihr gegebenenfalls noch Prestigepunkte für Eure Infotafeln. Am Ende gewinnt die Person mit den meisten Prestigepunkten.
In späteren Runden könnt Ihr auch die Rundenziele und ein Endziel zufällig ziehen. Dies bringt ein wenig Abwechslung rein und erhöht den Wiederspielwert.
Lieferumfang
Cover & Bilder © Cover: Giant Roc / Bilder im Artikel und Teaserbild: www.sofahelden.de Das Fazit von: Born2bewild
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