![]() |
Am goldenen Fluss
|
BEWERTUNG |
30.06.2026 von Born2bewildAngelegt in der Spielwelt Legend of the Five Rings, stach Am Goldenen Fluss auf der SPIEL 2025 vor allem erst einmal auf Grund des großen und goldschimmernden Spielplans ins Auge. Als Kaufleute von vier verschiedenen Klans kämpft Ihr um den größten Einfluss im fiktiven Kokugan. Dies gelingt Euch durch das Errichten von Gebäuden, Handel und dem Segeln mit Euren Schiffen. Ob es dem Spiel gelingt, eine zum Spielplan und Titel passende goldene Wertung zu erreichen oder ob das Ganze den Bach runtergeht, erfahrt Ihr in unserem Review…
Ein Problem bei Spieleverpackungen sind immer die Stanzbögen. Denn im Auslieferungszustand nehmen sie Platz weg, der später in der Schachtel wieder frei wird. Das führt dann häufig dazu, dass Spielekartons eher zu groß als zu klein sind und man Luft im Karton hat. Bei Am Goldenen Fluss fällt sofort auf: Im eingeschweißten Zustand geht die Verpackung nicht zu. Das heißt, nachdem die Stanzbögen ausgepöppelt sind, sollte alles seinen Platz haben und die Schachtel mit wenig Luft verschließbar sein. Insgesamt gibt es 4 dieser Stanzbögen. Sie sind sehr dick, was ein sehr solides Spielmaterial zur Folge hat. Ebenfalls positiv fiel uns auf, dass sich das Material sehr gut auspöppeln ließ. Auch bei schnellem Pöppeln entstanden keine Schäden am Material. Zu dem Kartonmaterial kommen noch diverse Holzmarker und Figuren der einzelnen Klans. Hier fällt positiv auf, dass die Schiffe alle eine unterschiedliche Form haben. Zuerst dachten wir, das wäre für Personen mit Sehschwäche gedacht, diese Theorie wurde aber durch die übrigen Figuren und Marker widerlegt, da diese, bis auf die Farben, identisch sind. Im Gegensatz zu den Stanzbögen sind leider die Karten etwas dünn geraten. Hier hätte man eine etwas dickere Materialstärke wählen können. Die Karten teilen sich auf in Meisterschafts-, Kunden- und Übersichtskarten. Für Variation soll dann die bereits enthaltene Mini-Erweiterung „Klanlegenden“ sorgen, für die bereits weitere acht Karten enthalten sind. Gut sind wiederum die Kunststoffwürfel. Das Inlay sieht gut aus, ist aber eher suboptimal. Da hat man, gerade bei Kosmos, schon bessere gesehen. Dafür sind die Holzfiguren, Würfel und die Sonnensteine jeweils in Zipp-Beutel untergebracht. Da das Inlay zu wenige Sortierfächer bietet, sind dann die Zipp-Beutel auch zu wenige. Aber man kennt das ja: Entweder zu viele oder zu wenige. Passend ist selten der Fall. Außerdem haben wir die Schachtel auch nachdem alles sauber verstaut war, nicht richtig zu bekommen.
Für den Spielaufbau legt Ihr den Spielplan in die Mitte und verteilt darauf zufällig die Wertungsplättchen. Hier müsst Ihr darauf achten, dass die Seite mit der passenden Spielerzahl oben liegt. Das gilt ebenfalls für die Meisterschaftskarten, die Ihr mischt und drei von ihnen offen neben den Spielplan legt. Nun legt Ihr die Kaisermärkte auf die entsprechenden Felder und auch die Startbauwerke. Bei letzteren müsst Ihr wieder aufpassen, dass Ihr nur die Felder abdeckt, die die Euch entsprechende Personenzahl zeigt. Die übrigen Bauwerke werden nach erster und zweiter Ära sortiert. In der Anleitung findet Ihr eine Tabelle, die Euch sagt, wie viele Ihr braucht. Diese legt Ihr auf die Bauwerkstafel auf das Feld der ersten und zweiten Ära. Dann nehmt Ihr die obersten vier Tafeln der ersten Ära und legt sie auf die Auslage auf dem Spielplan. Anschließend teilt Ihr die Klantafeln auf und nehmt Euch das dazugehörige Spielmaterial. Hinzu kommen jeweils eine Mondsichel, ein Sonnenstein, ein Würfel und eine Übersichtskarte. Eure Klanfiguren kommen auf das Starfeld der Siegpunktleiste und die Scheiben auf die Startfelder des Einflusses der sechs Regionen. Die Schiffe stellt Ihr auf die zwei Startfelder. Anschließend würfelt Ihr einmal für Euer Schiff im oberen sowie im mittleren Flussbereich und zieht sie die entsprechende Zahl an Feldern vor. Eure Sonnensteine legt Ihr auf das zweite Feld der göttlichen Gunst, knapp darüber, zwischen Feld drei und vier, legt Ihr die Mondsichel. Das Kaiserliche Schiff stellt Ihr neben die Klantafel. Die Kundenkarten mischt Ihr und teilt jeweils zwei aus. Die übrigen werden mitsamt der Waren und der Koku als Vorrat neben dem Spielplan bereitgelegt. Abschließend bestimmt Ihr die Person, die zuletzt Reis gegessen hat. Diese darf anfangen und erhält sieben Koku. Im Uhrzeigersinn bekommt Ihr je einen Koku mehr als Startkapital. Dann werft Ihr Euren Würfel und es kann losgehen.
Ziel des Spiels
Wie bereits erwähnt, repräsentiert Ihr jeweils einen Klan, der versucht das meiste Ansehen in Form von Siegpunkten zu erhalten. Das erreicht Ihr, in dem Ihr in den einzelnen Flussabschnitten Einfluss sammelt, Kundenaufträge erfüllt und Bauwerke errichtet. Das Spiel endet, sobald der Vorrat der Bauwerke komplett aufgebraucht ist. Dann wertet Ihr noch die letzten Siegpunkte aus und die Person, die die meisten hat, gewinnt.
Die Anleitung
Als ich Am goldenen Fluss gesehen habe, dachte ich mir erst: Oh Gott. Das wird wieder ein sehr langes Studium der Regeln werden. Doch weit gefehlt: Die Regeln sind denkbar einfach. So einfach, dass ich fast sagen würde, nehmt die Übersichtskarten zur Hand und fangt einfach an. Insgesamt hat die Anleitung vierzehn Seiten, von denen vier Seiten der Spielablauf beziehungsweise die Aktionsphase sind. Eine Seite sind die reinen Erklärungen zu den Kundenkarten, die Ihr auch im Laufe des Spiels noch studieren könnt. Natürlich gibt es ein paar Feinheiten, aber das Spiel ist schon fast selbsterklärend. Mit der Anleitung dürfte das Spiel auch locker für Gelegenheitsspieler geeignet sein.
Beginnend mit der Startperson führt Ihr reihum Eure Spielzüge durch. Diese bestehen aus drei Phasen:
Da Ihr Euren Würfel bereits in der vorherigen Runde gewürfelt habt, hattet Ihr in der Regel genug Zeit, um Euch auf Euren Zug vorzubereiten und zu überlegen, ob das Würfelergebnis zu Euren Plänen passt. Ist das nicht der Fall, könnt Ihr in der Gunstphase Euer Würfelergebnis durch Gunst beeinflussen. Dieser Einfluss ist 1:1, also Ihr könnt für eine Gunst von Eurer Augenzahl eins abziehen oder hinzuzählen. Dabei sind Euch keine Grenzen (außer der Gunst) gesetzt. Ihr könnt also auch eine Sechs um eins erhöhen um dann wieder bei der Eins zu landen oder eben auch umgekehrt.
Die längste Phase ist die Aktionsphase. Nicht, weil es so viele Aktionen gibt, sondern weil die Aktionen wiederum Kettenreaktionen auslösen können. Grundsätzlich dürft Ihr aber nur eine der folgenden Aktionen durchführen:
Das Bauen hat den größten Einfluss auf das Spiel, denn durch die so entstehenden Gebäude erhalten die Erbauer und die anlegenden Schiffe Boni und das Spielende rückt auch näher. Um zu bauen, müsst Ihr Euch zunächst einen Bauplatz in dem Gebiet suchen, dass Euer Würfel zeigt. Auch wenn die Grundstückspreise mit fünf bis zwölf Koku erstmal nicht hoch scheinen: Koku ist eine Mangelware. Es wird also etwas dauern, bis der goldene Fluss komplett erschlossen ist. Der Preis der Grundstücke variiert, je nachdem, an wie viele Flussfelder es angrenzt. Wenn Ihr Euch für ein Grundstück entschieden habt, nehmt Ihr eines der vier Bauwerksplättchen aus der Auslage des Spielplans. Das am Ende der Reihe hat dabei einen zusätzlichen Bonus: Ihr erhaltet eine Gunst. Diese dürft Ihr Euch natürlich sofort nehmen. Alle anderen nehmt Ihr nur und legt sie auf den Bauplatz. Anschließend nehmt Ihr Euch den Einfluss, der auf dem Plättchen in der Mitte aufgedruckt ist, in dem Gebiet, in dem Ihr gebaut habt. Also Ihr rückt mit Eurem Einflussmarker nach vorne und nehmt Euch die Belohnungen der Felder, über die Ihr lauft. Anschließend legt Ihr einen Eurer runden Marker auf das Bauplättchen, um zu zeigen, dass dies euer Gebäude ist. Anschließend rutschen die übrigen Gebäudeplättchen der Auslage auf und Ihr füllt das leere Feld wieder auf. Sollten noch genug Gebäude vorhanden sein, folgt nun Eure nächste Phase.
Zu Beginn habt Ihr ja schon Eure Schiffe auf dem Fluss platziert. Mit der Segeln-Aktion könnt Ihr diese um die Anzahl an Felder vorrücken, die Euer Würfel zeigt. Auf dem Zielfeld werdet Ihr feststellen, dass es immer an vier Bauplätze angrenzt. Nun geht Ihr alle vier Bauplätze durch: steht hier kein Gebäude, erhaltet Ihr ein Koku (haben wir anfangs vergessen, dadurch wird das Spiel etwas länger). Steht hier ein Gebäude, erhaltet Ihr die Belohnung auf der Flussseite des Gebäudes, parallel dazu erhält aber die Eigentümer*in des Gebäudes auch eine Belohnung, nämlich die, die auf der flussabgewandten Seite des Gebäudes aufgedruckt ist. So ist es quasi immer ein „Geben und Nehmen“ und man muss immer genau abwägen, was man selbst braucht und was man den anderen gönnen möchte. Solltet Ihr das Ende des Flusses erreichen (es werden nur die goldenen Felder gezählt), stellt Ihr Euer Schiff wieder an den Anfang und fahrt die übrigen Felder weiter. Dabei dürft Ihr aber nicht vergessen, Euch den Bonus des Endfeldes zu nehmen. Dafür müsst Ihr das Gebäude am Ende der Auslage ablegen und die übrigen Gebäude nachrutschen lassen. Anschließend füllt Ihr die Auslage wieder auf. Sollten noch genug Gebäude vorhanden sein, folgt nun Eure nächste Phase.
Zu Beginn erhaltet Ihr zwei Kundenaufträge. Von diesen könnt Ihr einen mit der Aktion Ausliefern erfüllen. Hierfür legt Ihr die angegebenen Ressourcen beiseite und deckt die Karte auf. Dort können drei verschiedene Effekte aufgedruckt sein: Soforteffekte, die Ihr einmalig ausführt, sobald Ihr den Auftrag abschließt, sowie dauerhafte Effekte, die Euch für den Rest des Spiels Vorteile gewähren und End-Effekte, die Euch am Ende des Spiels Siegpunkte bringen. Für manche der dauerhaften Effekte legt Ihr auch Marker an bestimmte Stellen des Spielfelds, so beispielsweise für eine dauerhafte Ermäßigung der Grundstückspreise in einem bestimmten Gebiet. Nachdem Ihr alle Effekte der Karte ausgeführt habt, nehmt Ihr Euch zwei neue vom Nachziehstapel. Anschließend legt Ihr eine Eurer Handkarten wieder ab.
Bevor Ihr zur letzten Phase übergeht, folgt noch die Meisterschaftsphase, bei der Ihr prüft, ob Ihr eine der drei ausliegenden Meisterschaften erfüllt habt. Ist das der Fall, erhaltet Ihr die höchsten, noch sichtbaren Siegpunkte und legt eine Eurer Scheiben darauf. Anschließend werft Ihr Euren Würfel in der Würfelphase für die nächste Runde.
Die Bauplättchen sind in zwei Stapel aufgeteilt, für die erste und die zweite Ära. Sollten Euch die Plättchen der ersten Ära ausgehen, führt Ihr sofort nach Eurem Zug den Besuch des Kaisers aus. Dieser fährt symbolisch den kompletten Fluss ab und besucht sämtliche Bauwerke. Somit bekommen alle Eigentümer*innen den flussabgewandten Bonus. Ist auch der zweite Stapel leer, erhält die Person, in der Zug das passiert, sofort fünf Siegpunkte und läutet das Spielende ein. Alle anderen haben nun noch einen Zug, bis Ihr abschließend die Siegpunkte zusammenzählt. Die Person mit den meisten Punkten gewinnt.
Lieferumfang
Mini-Erweiterung: Klanlegenden
Cover & Bilder © Cover: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG / Bilder im Artikel und Teaserbild: www.sofahelden.de Das Fazit von: Born2bewild
|
|






Kommentare[X]