Front Mission Evolved

Front Mission Evolved

Publisher: Square Enix
Entwicklerstudio: Double Helix Games
Genre: Action
Sub-Genre: 3rd Person Shooter
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 08.10.2010
USK 12

Front Mission Evolved   17.10.2010 von Panikmike

Actionspiele gibt es wie Sand am Meer. Leider geben die meisten nichts mehr her, zu viele Dinge werden kopiert, zu wenige Neuerungen selbst ausgedacht. Front Mission Evolved macht da leider keine Ausnahme. Das Spiel ist seichte Kost für nebenbei, trotzdem aber nicht eine komplette Gurke, wie manche vielleicht annehmen. Uli und Mike haben das Spiel auf der Playstation 3 und der Xbox 360 gespielt und geben euch nun einige Informationen in Form einer Fragestunde…

Panikmike:
Uli, Front Mission Evolved ist ja nicht der erste Teil. Das Spielprinzip ist nichts Neues. Worum geht’s bei diesem Titel und seit wann gibt es denn diese Serie?

Beef Supreme:
Wenn man alle vorherigen Teile inklusive der Spin-Offs hinzunimmt, so ist Front Mission Evolved (FME) der neunte Teil dieser Serie, obwohl manch andere Teile nie in Europa erschienen sind. Die Front Mission Reihe war ursprünglich ein rundenbasiertes Taktikspiel mit Rollenspiel-Elementen. Mit FME entschied man sich, neue Wege zu beschreiten und ein Third-Person-Action-Spiel zu erschaffen. Im Jahre 2171 hat die Menschheit das All erobert und gigantische Orbitallifte zu Raumstationen in der Umlaufbahn gebaut. Eines schönen Tages greift eine unbekannte Organisation einen dieser Lifte in New York an. Man spielt den Ingenieur Dylan Ramsey, welcher gerade dabei  ist, irgend jemandem  einen Prototyp Namens Wanzer vorzustellen - vielleicht dem Militär, einem Konzern oder einfach dem Imbissbuden-Besitzer um die Ecke, wer weiß. Wanzer sind riesige Kampfroboter, welche von Menschen aus einem Cockpit heraus gesteuert werden und zu dieser Zeit die stärksten Tötungsmaschinen der Welt darstellen. Während der Präsentation beginnt besagter Angriff und Dylan macht sich auf, seinen Vater zu retten. Es stellt sich heraus, dass eine der vier Parteien, die O.C.U., einen Krieg anzetteln wollen. Dylan wird für seinen heroischen und gekonnten Einsatz in seinem Wanzer rekrutiert und kämpft fortan für die U.C.S. – quasi für die Guten, auch wenn es ihm nicht gelingt, seinen Vater zu retten. Im Laufe des Spiels stellt sich heraus, dass eine fünfte Partei aus Söldnern den totalen Krieg wünscht. Sie scheuen keine Kosten und Mühen, diesen auch zu verwirklichen. Dylan hat also alle Hände voll zu tun, seinen Vater zu rächen, eine Liebschaft zu finden, Intrigen aufzudecken und die Welt zu retten. Nichts, was man nicht an einem Nachmittag schaffen könnte.

Panikmike:
Das Spiel ist ja ein Actionspiel mit einem gigantischen Roboter. Welche Möglichkeiten hat man im Spiel? Ist es abwechslungsreich oder spielt man Mission für Mission, ohne dass man sich irgendwie für den Haupthelden interessiert?

Beef Supreme:
Der Hauptheld bleibt recht blass. Man bekommt ihn recht selten zu sehen, da er die meiste Zeit in seinem schießenden Metallriesen verbringt. In den Zwischensequenzen erfährt man komischerweise mehr über die Nebencharaktere, als über Dylan selbst. Und wenn nicht alle anderen beleuchtet werden, wird das Spielgeschehen vorangebracht. Dylan will sich für seinen toten Vater rächen, das war es. Mehr Informationen über sein Leben bekommt man nicht. Das Spielprinzip ist denkbar simpel, man steuert einen Kampfroboter und walzt alles platt, was sich einem in den Weg stellt – und das in jeder Mission. Naja, fast. Double Helix hat versucht, Abwechslung zu generieren, indem sie den Spieler immer mal wieder aus seiner Maschine plumpsen lassen, um zu konventionellen Waffen zu greifen. Leider gibt es in den aufwendigen Zu-Fuß-Missionen nur drei Waffen: Sturmgewehr, Pumpgun und Raketenwerfer. Hier wäre mehr einfach besser gewesen. Ansonsten läuft alles nach demselben Schema ab. Es gibt zwar ein Missionslog, doch das wird ignoriert, denn es heißt „Laufe von Checkpoint zu Checkpoint und zerlege alles“. Auch hier hätte mehr Ideenreichtum nicht geschadet.

Was auch noch negativ auffällt, dass man eigentlich Menschen tötet, welche in den Wanzern sitzen. Man ist darauf konzentriert, bewegende Roboter in ruhende Blechhaufen zu verwandeln, auf das einem nicht die ganze Zeit ins Kreuz geschossen wird. Selbst in den Nicht-Mech Missionen feuert man nur auf gesichtslose Maskensoldaten ohne Wiedererkennungsmerkmal, denn wirklich alle sind geklont. Dies gilt leider auch für die gegnerischen Wanzer, da es nur sechs unterschiedliche Mechtypen gibt, welche man das ganze Spiel über bekämpft.

Die Action kommt trotzdem nicht zu kurz. Man hat selten Zeit, Atem zu holen. Die KI stellt zwar keine Offenbarung dar, doch meist kämpft man gegen mehrere Gegner zugleich, was durchaus fordernd ist. Die Gegner sind meist ziemlich gut bewaffnet und besitzen eine nicht zu schwache Panzerung. Das fordert extreme Konzentration, um nicht zu schnell eingekreist zu werden. Man würde sich sonst ziemlich schnell in Einzelteilen wiederfinden.

Panikmike:
Was unterscheidet das Spiel zu anderen Actiontiteln wie zum Beispiel einem herkömmlichen Shooter? Was macht es einzigartig, oder spielt es sich wie alle anderen Titel? Gibt es eigentlich einen Onlinemodus oder ist es ein reines Solo-Player-Game?

Beef Supreme: Das bereits angesprochene Kampfsystem ist nichts Besonderes, abgesehen davon dass man bis zu vier Waffen gleichzeitig ihr Lied der Zerstörung singen lassen kann. Ansonsten gibt es nichts, was man nicht schon aus anderen Titeln kennt. Jedoch ist es trotzdem spaßig und man freut sich durchaus über einen Sieg gegen drei schwer gepanzerte Mechs, welche von zwei flankierenden Raketenwerfern unterstützt werden. Falls man aber doch zu oft pulverisiert werden sollte, hat man die Möglichkeit, seinen eigenen Schrittpanzer aufzumotzen. Mehr dazu aber später.

Ein Online Modus befindet sich auch im Spiel, der aber nur die rudimentären, bereits bekannten Modi anbietet. Also Deathmatch, Team Deathmatch,  Supremacy, eine Art King of the Hill mit sich bewegendem „Hügel“ und Domination, ein Befestigungsmodus. Leider waren die Server ziemlich leer, doch die paar Testspiele waren nett. Leider gibt es hier auch keine Offenbarung!

Beef Supreme:
Ein Kampfroboter muss ja mehrere verschiedene Waffen haben und man muss sie austauschen können. Wie sieht es hier bei FRONT MISSION aus? Gibt es ein System, mit dem man seinen Mech individualisieren kann?

Panikmike: Zwischen zwei Missionen kommt ein Ausrüstungsmenu. In diesem kann man seinen Kampfroboter individualisieren. Zuerst  sollte man die Farben wechseln, ihm ein Tarnmuster geben oder aus vorgefertigten eines wählen. Doch die Optik ist nur eine Sache, die Verstärkung der Waffen und der Rüstung eine andere. Zum einen kann man – je weiter man fortgeschritten ist – verschiedene Waffen platzieren. Hier gibt es die klassischen Guns, Pumpguns, Raketen und Suchraketen. Man muss genau schauen, welche Eigenschaften man verbessert bzw. verschlechtert, denn nicht jede Waffe hat nur Vorteile. Ganz wichtig allerdings ist das Gewicht-Energie-Verhältnis. Wenn der Mech nicht so viel Energie produziert, wie die Waffen und die Fähigkeiten benötigen, so kann man nicht mehr in den Krieg ziehen. Also immer beide Leisten im Auge behalten, sonst muss man eine schöne Konfiguration erneut umschmeißen. Als Letztes gibt es auch noch verschiedene Spezialfähigkeiten, die sich im Spiel eigenständig einschalten. So werden die Suchraketen besser, die Waffen stärker oder man bekommt brennende Munition. Hier kann man sich tot spielen, jedoch gibt es nicht die Mega-Auswahl. Die Idee mit dem Aufrüsten ist zwar im Grunde sehr gut, doch ausgereift ist das  System nicht wirklich. Es gibt zu wenige Möglichkeiten und eine richitige Planungsphase entfällt ebenso.  So bleibt es bei einer guten Idee und einer schwachen Ausführung.

Beef Supreme:
Wie sieht es mit der Optik aus. Da der Mech ja viel größer als ein normaler Soldat ist, müsste alles ja in andern Dimensionen wirken oder? Wie sieht die Grafik im Spiel und bei den Zwischensequenzen aus?

Panikmike:
Also nach dem Intro musste ich erst mal schlucken, denn selten hab ich so schöne Bilder gesehen. Doch leider wurde die Arbeit der Entwickler anscheinend mehr in die Sequenzen als in das Spiel selbst gesteckt. Die Einführung so wie auch alle anderen Sequenzen sehen sehr gut aus. Hier merkt man, dass die Entwickler viel zeigen wollten. Da das Spiel viele dieser Animationen enthält, ist dies natürlich nicht unwichtig. Doch das Spiel selbst glänzt nicht mit einer super guten Grafik. Klar sieht es gut aus, doch wenn man mal genauer hinsieht, dann fehlen die Details. Die Weitsicht an sich, die Du angesprochen hast, ist vorhanden, doch das habe ich schon weitaus besser gesehen. Die Texturen wirken ein wenig lieblos und sind oftmals sehr einfach gestrickt. Trotzdem es ist nicht alles negativ, was Front Mission Envolved zu bieten hat. Die Hintergründe sehen oftmals bombastisch aus, der Mech selbst wurde gut animiert und auch einige Levels können sich sehen lassen. Alles in Allem würde ich es als guten Durchschnitt durchgehen lassen, allerdings auch nicht mehr!

Beef Supreme:
Bei einem Actionspiel muss es ja krachen bis der Arzt kommt. Wie sieht es bei FRONT MISSION aus? Wird die Dolby Surround Anlage beansprucht und der Bass richtig eingesetzt oder merkt man keinen Unterschied zum Fernsehton?

Panikmike:
Also hier bin ich ein wenig enttäuscht. Generell kracht es schon an allen Ecken und Enden, doch so richtig Stimmung will nicht aufkommen. So wird zwar die Dolby Anlage unterstützt, aber leider einfach zu wenig. Die Frontboxen haben permanent etwas zu tun, die hinteren Lautsprecher und der Bass leider nicht. Klar ist ein Surroundeffekt zu hören, jedoch erwarte ich bei einem Actionspiel, dass es um mich herum kracht und nicht nur von vorne. Besonders der Subwoofer wird für ein Actionspiel zu wenig beansprucht. Hier hätten die Entwickler mehr Arbeit reinstecken müssen! Aber es gibt auch positive Aspekte, denn die Sprachausgabe kommt klar und deutlich aus den Boxen. Leider wurde auf eine deutsche Übersetzung verzichtet, trotzdem kann der Spieler deutsche Untertitel lesen. Wer der englischen Sprache mächtig ist, wird sich allerdings freuen. Die englischen Stimmen sind sehr gut gewählt, hier bemerkt man die professionelle Arbeit. Eine Hintergrundbeschallung in Form von Musik gibt es auch, jedoch geht diese ein wenig unter. Passt man aber auf diese besonders auf, so wird man feststellen, dass sie wirklich gut dazu passt. Die Orchestermusik ist im gesamten Spiel enthalten und rundet das Paket ab!



Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Anfangs war ich begeistert, doch die Euphorie nahm mit den stupiden Missionen ab. Leider muss man immer wieder das Gleiche machen und auf Dauer macht das keinen Spaß. Das größte Manko des Spiels ist wirklich die fehlende Abwechslung. Baller hier, baller da und das war es dann auch schon. Sehr schade, denn das Spiel hätte Potential gehabt. Da können leider auch der Editor und die Waffenmöglichkeiten nicht helfen, denn diese sind auch zu gering ausgefallen. Auch wenn es definitiv eine Zeit lang unterhalten kann, so ist es nicht das Game, was ich mir erwünscht hätte. Schön ist der Mehrspieleransatz, der allerdings auch schnell öde und träge wird. Schade, schade. Vielleicht wird es ja einen neuen Teil geben, der die Mankos von EVOLVED beherzigt!


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Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Im Großen und Ganzen stimme ich Panikmike zu, nur hat es sich bei mir anders herum verhalten. Der Anfang gestaltete sich ziemlich fad, doch gegen Ende des Spiels wurde es interessanter, wenn auch nicht abwechslungsreicher. Man macht wirklich die ganze Zeit dasselbe, doch je weiter man voranschreitet, desto lustiger werden die Waffen und anspruchsvoller die Gegner. Natürlich kann das nicht über die vorherrschende Monotonie hinwegtäuschen, doch für Zwischendurch ist Front Mission Evolved durchaus geeignet. Nur die Zu-Fuß-Missionen sind absolut misslungen. Sie sind vollkommen überflüssig. Was mich noch ziemlich genervt hat, sind die ständigen Wiederholungen der Funksprüche bei den Bossfights. Im 30 Sekunden Takt kommen immer ein- und dieselben Sprüche, welche tierisch nerven. Es bleibt also ein durchschnittliches Ballerspiel mit wenig Anspruch, seichter Story und einer Menge Action.


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positiv negativ
  • Gute Action
  • Mehrspielermodus
  • Aufrüsten der Mechs möglich
  • Schöner Orcherster-Soundtrack
  • Gute englische Sprecher
  • Action mit einem Mech und zu Fuß
  • Zu eintönige Missionen
  • Grafik nicht zeitgemäß
  • Geschichte ohne Pfiff
  • Gegner zu gleich, keine Abwechslung





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