Frostpunk

Frostpunk

Publisher: Headup Games
Entwicklerstudio: 11 bit Studios
Genre: Simulation
Sub-Genre: Steampunk
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 24.04.2018
USK 16

Frostpunk   28.05.2018 von Dante

Steampunk, ein apokalyptischer Winter und du bist der Herrscher über die vermutlich letzte Stadt der Menschheit. Wird es dir gelingen der Kälte zu trotzen und der Menschheit das Überleben zu sichern? Dante hat sich für euch dieser riesigen Aufgabe angenommen in Frostpunk *Viktorian Edition*. Ob er es schafft der Kälte standzuhalten und was er dafür alles opfern musste, lest Ihr im Artikel...

 

Spielstart

 

Frostpunk benötigt zum Starten einen Steam-Account. Verbunden damit gestaltet sich die Installation als gewohnt unkompliziert. Beim Starten erscheint ein Schneegestöber, aus dem sich langsam die Logos abzeichnen, gefolgt von dem äußerst gelungenen "Frostpunk"-Emblem. Im Hintergrund ertönt etwas düstere Musik und das Geräusch des windgepeitschten Schnees. Schon vollkommen eingestimmt in das Szenario geht es erstmal ins Menü. Dort kann man zwischen „Ein neues Zuhause“, dies ist die Hauptkampagne, und weiteren Szenarien, sowie den üblichen Optionen wählen. Im Hintergrund sieht man einige Menschen stehen, je nachdem in welchem Menü man sich befindet, tauchen einige Informationen über sie auf. Direkt in den Einstellungen wird einem "Claire Desmond, 12, arbeitendes Kind" angezeigt. Sie träumt von Sonne und Nahrung. Wenn das mal nicht ein harter Start ist… Auf geht es zur Hauptkampagne, ich bin gespannt, was mich dort erwarten wird.

 

Auf in den kalten Norden

 

In einem kurzen, aber sehr schön gezeichneten Video wird einem die Story nähergebracht. Das Ausbrechen zweier Vulkane hat dazu geführt, dass der Himmel mit Asche verdunkelte und die Erde in eine neue Eiszeit gestürzt wurde. Doch die Wissenschaftler sind sich nicht sicher, ob dies der einzige Grund für diese Katastrophe ist. Als letzte Überlebende machen wir uns mit einem Generator auf in den Norden, denn nur dort gibt es genügend Kohlereserven, die zum Befeuern unserer Anlagen benötigt werden. In einem runden Loch steht er nun, das Herz der Stadt, der Generator. Noch ist er aus und wir besitzen nichts weiter als 80 Einwohner, davon 25 Ingenieure, ein Vorratslager und einige Rohnahrungsmittel. Bei geschmeidigen -20°C geht es nun also an die Arbeit. Das komplette Leben in der Stadt spielt sich in einem 24 Stunden-Tag-Nacht-Zyklus ab. Normale Arbeitsschichten gehen von 8:00 bis 18:00 Uhr. Diese verbringt man in den ersten Tagen vor allem damit, die herumliegenden Trümmer, welche einen erstmal mit Ressourcen versorgen, wegzuräumen. Nach und nach wird man mit leichten Aufgaben in das Spiel eingeführt. So muss man zuerst den Generator ans Laufen bekommen und genügend Kohle sammeln, um ihn auch über Nacht laufen zu lassen. Stirbt der Generator, stirbt auch die Stadt. Generell gibt es einiges im Auge zu behalten. Neben den Ressource Kohle, Holz, Stahl, Rohnahrung und Nahrung, gibt es auch noch Dampfkerne und Prothesen. Dampfkerne werden für fortschrittliche Gebäude und Automatone gebraucht. Letztere sind Maschinen, die 24 Stunden für einen arbeiten können, egal bei welchen Temperaturen. Prothesen hingegen werden gebraucht, um amputierte Bürger wieder arbeiten lassen zu können. Wo wir gerade bei verletzten Bürgern sind: unsere Arbeiter haben natürlich auch Bedürfnisse. So brauchen sie neben Nahrung auch ein Zuhause. Dieses sollte möglichst warm sein, genauso wie der Arbeitsplatz, denn ansonsten werden sie krank und können durch Frostbeulen sogar Körperteile verlieren. Zu den Verpflichtungen gehört übrigens auch auf die Sonderwünsche der Bürger einzugehen. Sollte man dies nicht tun, sinkt die Hoffnung und die Unzufriedenheit steigt. Sind die Bewohner unzufrieden, entheben sie einen des Amtes und man verliert das Spiel. Ohne Hoffnung hingegen schließen sich die Bewohner den Rebellen an, um nach "Alt"-London zurück zu ziehen. Was auch immer sie in einer zerstörten Stadt noch wollen. Also versucht man mit allen Mitteln die Bürger am Leben und bei Laune zu halten und erkundet mit Spähern das karge Umland, um noch weitere Überlebende zu finden. Nur um zu guter Letzt einem mehrere Tage andauernden Eissturm ausgesetzt zu sein, der die Temperaturen auf -150 °C abkühlen lässt. Wer danach noch am Leben ist, bekommt den Aufgang der Sonne mit. Es folgt ein kurzes Video mit allen Entscheidungen, die man getroffen hat und wie die Stadt sich im Laufe der Zeit entwickelt hat. Um überhaupt so weit zu kommen, muss man verschiedene beliebte oder unbeliebte Gesetze verabschieden, wie zum Beispiel 24 Stunden-Schichten, Kinderarbeit oder radikale Krankenbehandlungen. Wenn die Hoffnung zu sehr abnimmt, wird einem die Wahl gestellt neue Hoffnung in Glauben oder in absolutem Gehorsam zu suchen, doch ist es das wert?

 

Andere Szenarien

 

Neben der Hauptkampagne gibt es noch zwei weiter Szenarien, die man spielen kann: "die Arche" und "die Flüchtlinge". Bei dem einen muss man Samenproben vor dem Erfrieren schützen, um die Welt irgendwann wieder neu ergrünen zu lassen. Bei „die Flüchtlinge“ muss man schier endlose Massen an Flüchtlingen vor dem sicheren Tod bewahren. Beides sind sehr interessante Aufgaben und in Zukunft soll es noch einige mehr geben.

 

Grafik und Musik

 

Dunkel, kalt und sehr stimmig gestaltet sich die Optik von Frostpunk. Untermalt von bedrückender Musik ergibt sich eine fesselnde Stimmung. Es wurde auf viele Details geachtet, so schmilz zum Beispiel der Schnee auf Gebäuden und auf der Straße, wenn eine neue Heizzone entsteht oder es steigt Rauch aus den Kaminen. Der komplette "Steampunk"-Stil ist äußerst gelungen, vor allem die Automatonen gefallen mir gut. Künstlerisch finde ich gleicht es einem kleinen Meisterwerk.

 

Mankos

 

Neben den ganzen passenden Sachen gibt es leider auch einige Kritikpunkte. Dazu gehört die Linearität der Szenarien. Gefühlt passiert alles immer zum gleichen Zeitpunkt oder nach den gleichen Triggern, was den Wiederspielwert leider sehr mindert. So ist es mir beim ersten Durchspielen der Kampagne kaum gelungen diese zu bewältigen, beim zweiten Mal war ich 10 Tage vor Sturmbeginn schon mit allem durch. Leider ist das Spiel auch nicht ganz frei von Bugs, so versichern die Entwickler aber, dass diese in den nächsten Patches noch behoben werden. Zu diesen Bugs zählen einfache Anzeigefehler, aber auch größere, wie feststeckende Automatonen oder aber nicht baubare Straßen. Die Übersicht ist ebenfalls etwas schwierig, da einem überall durch Rauch oder die Kraterwand die Sicht versperrt wird, was durch das Drehen der Kamera leider nur bedingt verbessert werden kann. Ebenfalls gibt es keinen Sandbox-Modus, was sehr schade ist. Genauso wie das Fehlen des Steam-Workshops. Letzteres würde einige Feinheiten durch modden den Spielern selbst überlassen, so fehlt es mir persönlich an geeigneten Lagerräumen für die Rohstoffe, da später ein Drittel der Stadt nur aus diesen zu bestehen scheint.

 

Bildergalerie von Frostpunk (30 Bilder)

Viktorian Edition

 

Hierbei handelt es sich um eine Sonderedition. In dieser ist wie üblich das Spiel als DVD enthalten, mitsamt Steamcode. Das Ganze befindet sich in einem Hochglanzschuber, den man an der Vorderseite aufklappen kann. Vorder- und Rückseite sind mit der DVD-Hülle identisch, lediglich der Schriftzug *Viktorian Edition* wurde hinzugefügt. Was diese Edition aber besonders macht, ist das Artwork-Buch, was im Schuber mit verstaut ist. Das Buch hat die Größe der DVD-Hülle und besitzt 56 Seiten. Das Cover ist kupferglänzend bedruckt und zeigt eine Stilzeichnung der Stadt New London. Im Inneren befinden sich in Kapiteln unterteilt die verschiedensten Kunstwerke und Ideen rund um Frostpunk. Dazu zählen auch verschiedene Logoentwürfe, detaillierte Skizzen zu den Prothesen und Zeichnungen der Schneeverwehungen auf den Gebäuden. Ein wirklich schönes Extra.


Das Fazit von: Dante

Dante

Frostpunk *Viktorian Edition* ist ein sehr stimmungsvolles Spiel, von der Atmosphäre her passt hier alles. Die Spielidee mit einer postapokalyptischen Steampunk-Städtesimulation finde ich sehr gelungen und es macht eine Menge Spaß diese Welt zu erkunden und die Kampagne zu meistern. Gerade dass das Ende, egal wie man sich entscheidet, einen bitteren Geschmack hinterlässt, gibt dem Ganzen nochmal einen extra Bonus. Doch leider gibt es auch Einiges an Kritik. Die wohl größte ist der fehlende Sandbox-Modus und die fehlende Abwechslung. Man hat bisher nur drei Szenarien zum Spielen und diese verändern sich im Ablauf leider nicht, was das Ganze zu vorhersehbar macht. Auch der fehlende Steam-Workshop ist schade. Gerade in den Foren gibt es eine Menge guter Ideen. Zwar versichern die Entwickler, dass noch viel hinzukommt und man mit den Fans alles so gut es geht umsetzen möchte. Doch das die Fans selbst machen zu lassen, wäre schön gewesen. Hinzu kommen einige Bugs, die nach dem ersten großen Patch noch nicht gefixt wurden. Das Artworkbuch finde ich hingegen echt klasse, zumal die Sonderedition genau so viel kostet wie der Downloadkey. Alles in Allem gebe ich Frostpunk *Viktorian Edition* 8 von 10 Punkten. Ich hoffe sehr, dass die Entwickler halten, was sie versprechen und das Spiel noch besser machen als es schon ist.


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Forderndes Gameplay…
  • Bombastische Atmosphäre…
  • Interessante abwechslungsreiche Szenarien…
  • Sehr fesselnd
  • Spannende Story
  • …leider sehr linear
  • …manchmal etwas unübersichtlich
  • …bisher leider nur drei Stück
  • kein Sandbox-Modus
  • keine Steamworkshop-unterstützung





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