Ghost Recon: Future Soldier

Ghost Recon: Future Soldier

Publisher: Ubisoft
Entwicklerstudio: Ubisoft Paris / Bukarest / Red Storm
Genre: Action
Sub-Genre: Taktik-Third-Person-Shooter
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 24.05.2012
USK 18

Ghost Recon: Future Soldier   22.05.2012 von Panikmike

Fans haben lange darauf gewartet und jetzt ist es auch soweit. Das neue Spiel mit den Ghosts kommt auf den Markt und Spieler dürfen wieder auf Terroristenjagd gehen. Neben der Kinect-Unterstützung, einer neuen Story und mehr Waffen dürfen nun vier Spieler zusammen im Koop-Modus die Kampagne meistern. Ob das für eine gute Wertung reicht?

Ich bin ein Geist!
Vor über fünf Jahren erschien das letzte Ghost Recon-Spiel auf dem PC und den Konsolen. Nun ist es wieder soweit: Die Spezialeinheit genannt Ghosts hat wieder ihren Auftritt (PC-Spieler müssen leider noch bis Anfang Juni warten). Vier der besten Elite-Soldaten müssen die schwierigsten Aufträge der Welt erledigen. Mit einem gigantischen Waffenarsenal, einer fortschrittlichen Technologie und den Mut mehrerer Löwen agieren sie in einem Krieg, der sich immer mehr ausbreitet. Sergeant John Kozak ist einer der Ghosts und diesen steuert der Spieler im neuen Abenteuer von Tom Clancy. Zusammen mit seinen drei Kollegen Pepper, Ghost Leader und 30K ist es möglich, eine interessante und spannende Geschichte rund um den Globus zu erleben. An acht verschiedenen Schauplätzen (unter anderem Afrika, Pakistan und Russland) mit 12 Missionen erfährt man mehr über die Story, die eigentlichen Helden, die Opfer und die Bösewichte. Viele Zwischensequenzen unterstreichen die filmreif inszenierte Geschichte.

Mehr als nur ein Shooter!
Wer die Vorgänger kennt, der weiß, dass Ghost Recon kein Shooter im klassischen Sinne ist. Das Spiel ist vielmehr von taktischer Natur, d. h., ein Durchmarsch à la Rambo dürfte kaum möglich sein. Der Spieler muss als Teamplayer agieren, da er ansonsten nicht lange überleben wird, zumal der Schwierigkeitsgrad gut ausbalanciert wurde. Es geht nicht darum, den Killer-Counter hochzutreiben, sondern die Gegner geschickt auszuschalten und nicht entdeckt zu werden. Zusammen mit der unglaublich gut agierenden KI darf der Spieler einen Schlachtplan ausarbeiten, wie er in einem Kriegsfilm dargestellt wird. Frei nach dem Motto: Soldat 1, du nimmst den rechten Weg und achtest auf das Ziel, das sich derzeit von uns entfernt! Soldat 2 und ich gehen den linken Weg und markieren alle Gegner, die wir in diesem Sektor finden können. Soldat 4 bleibt hinten und behält somit den Überblick über das gesamte Areal. So zum Beispiel lässt sich womöglich am einfachsten eine Aktion der Ghosts beschreiben.

Mit einem großen Waffenarsenal und einer High-Tech-Ausrüstung macht das Ganze noch mehr Spaß. Da der Spieler im Stehen schnell sichtbar ist, aktiviert sich im leicht gebückten Gang auch automatisch die Tarnvorrichtung. Diese macht den Ghost fast unsichtbar und auf eine weite Strecke kann er nicht gesehen werden. Falls es die Situation nicht zulässt, können auch Minisender nach vorne geworfen werden, die dann die laufenden Positionen der Gegner anzeigen. Neben diversen Waffen, Granaten, einer Drohne, einem Warhound (vierbeiniger intelligenter Roboter) und diversen Gimmicks gibt es dann noch einen elektronischen Helfer, falls die Sicht mal eingeschränkt ist. Zusammen mit dieser Technologie kann der geschulte Soldat selbst in einem Sandsturm wieder alles sehen, inklusive aller lebenden Gefahren. Das sind aber nur ein paar Möglichkeiten, die es in Ghost Recon: Future Soldier gibt. Mit insgesamt über 50 verschiedenen Waffen hat es der Gegner nicht leicht, die Spezialeinheiten zu besiegen. Planung ist das A und O, daher kennt der Ghost auch sein komplettes Arsenal und plant sie vor jeder Mission neu. Studieren und planen ist in diesem Spiel sehr wichtig und für den höheren der drei Schwierigkeitsgrade auch unabdingbar!

Doch ebenso wichtig ist es, sich mit den anderen Ghosts abzusprechen. Neu in diesem Teil sind die sogenannten Synchronschüsse. Sind mehrere Ziele vorhanden, dann sollten diese schnell und unbemerkt mit einem Laser markiert werden – bis zu vier Markierungen sind möglich. Der Spieler übernimmt dann einen der Gegner und die KI die restlichen drei. Somit können bis zu vier Spieler gleichzeitig ausgeschaltet werden, ohne dass der Alarm ausgelöst wird oder Hilfe geholt werden kann. Ebenso neu ist das integrierte HUB-System. Überall im sichtbaren Spielfeld werden die Meterangaben zum Ziel und entscheidende Informationen eingeblendet.

Die Steuerung des Spiels ist zwar sehr komplex, dennoch werden sich erfahrene Shooter-Spieler sofort auskennen und zurechtfinden. Obwohl die Tasten vollständig belegt sind, werden im Normalfall aber nicht immer alle davon benötigt. Im Spiel wird man langsam an die Funktionen herangetastet, vor den eigentlichen Missioen gibt es aber ein kurzes Tutorial. Dieses ist jedoch nur als Einführung in die Story gedacht, im Laufe des Spiels erfährt man automatisch, wenn man neue Gimmicks für den Einsatz hat. Wie der Spieler sie nutzen kann, wird dann auch kurz eingeblendet. Auf den Ladebildschirmen wird zudem die komplette Steuerung angezeigt. Alternativ steht dafür auch das 52-seitige Handbuch im Hauptmenü zur Verfügung.

Vor jeder Mission können Waffennarren ihre Waffe im Gunsmith-Modus komplett zerlegen und wieder zusammenbauen. Stundenlanges austauschen von Lauf, Schaft, Aufsätzen, Tarnmustern und noch mehr ist dadurch möglich und bietet dem Fan einige Millionen Möglichkeiten. Kinect wird unterstützt – es ist schon eine coole Sache, im Stehen seiner Waffe mehr Individualität zu verleihen. Microsofts Bewegungserkennung selbst geht nur in diesem Modus, ist aber nicht zwingend notwendig!

Bildergalerie von Ghost Recon: Future Soldier (21 Bilder)

Mehr Spieler = mehr Spaß ...
Wie bei den Vorgängern auch gibt es diverse Onlinemodi sowie Offlinemodi. Im Koop-Modus kann die komplette Kampagne zu viert gemeistert werden. Die künstliche Intelligenz ist zwar gut, jedoch sind menschliche Spieler meistens besser. Neben der kooperativen Möglichkeit gibt es den Guerrilla-Modus, in dem man gegen Wellen von Gegnern kämpfen muss. Hier müssen an einer Konsole (1 oder 2 Spieler), per System Link oder online (bis zu vier Spieler) jeweils 50 Wellen auf fünf verschiedenen Karten geschafft werden. Ziel ist es ein Hauptquartier einzunehmen und es 10 Wellen lang zu halten. Danach geht es zum nächsten HQ und der Spaß geht von vorne los. Der Spieler kann in Guerrilla so richtig zeigen, was in ihm steckt, denn der Schwierigkeitsgrad steigt stetig an.

Die Mehrspieler-Gefechte unterteilen sich in vier Modi, die auf insgesamt 10 verschiedenen Karten mit 12 Spielern gespielt werden können. Drei Klassen (Ingenieur, Aufklärer und Scharfschütze) stehen zur Verfügung und verleihen dem Spiel dadurch noch mehr Tiefe. In allen Modi spielen immer Sechs gegen Sechs - also ein Team gegen das Andere.

In Konflikt erscheinen zufällige Missionsziele, welche pro Team erfüllt werden müssen. Dafür gibt es Punkte und das Team mit den Meisten gewinnt. In Köder gibt es neben den Missionszielen einen Schlüssel, der beim Aufdecken das Hauptziel anzeigt. Erfüllen die Angreifer dieses Ziel, so haben sie gewonnen. Die Verteidiger sollten dies aber nicht zulassen, denn auch sie wollen gewinnen. In Saboteur befindet sich irgendwo eine Bombe, die von beiden Teams gefunden werden muss. Das Team, welches die Bombe in der gegnerischen Basis zünden kann, gewinnt das Match. In Belagerung hat jeder Spieler nur ein Leben. Die Angreifer müssen ein gewisses Ziel erfüllen, die Verteidiger müssen dies verhindern. Natürlich gewinnt ein Team auch, wenn das gegnerische Team ausgeschaltet wird.

Technik die begeistert … oder doch nicht?
Angesichts der Atmosphäre des Spiels ist den Programmierern eine ganz große Nummer geglückt. Allein der Sandsturmlevel ist der Hammer, selten gab es so tolle Effekte. Die Zwischensequenzen können sich ebenso sehen lassen, sie wurden filmreif inszeniert. Leider sind sie grafisch nicht immer auf der Höhe, besonders die Gesichter und deren Bewegungen hat man in vielen Spielen schon besser gesehen. Je weiter man allerdings in der Kampagne vorankommt, desto besser wird die Grafik. Ist der Level in Afrika noch eher durchschnittlich, so weiß spätestens Russland vollkommen zu überzeugen. Richtig gut hingegen sind die Animationen der Ghosts geworden. Ubisoft verpflichtete dafür vier Navy Seals und wendete an ihnen das Motion-Capture-Verfahren an.

Soundtechnisch ist das Spiel ebenso eine Bombe. Die Effekte knallen aus den Boxen, der Bass macht mit und auch die Stimmen hören sich perfekt an. Die englische Sprachausgabe, sowie die deutsche, wurde sehr gut umgesetzt. Die Stimmen passen zu den einzelnen Charakteren, hier merkt man, dass Profis engagiert worden sind. Musikalisch gibt es passende Klänge, die die Situation der Ghosts gut unterstreichen. Hier hat Ubisoft ganze Arbeit geleistet!

Zum Schluss noch die wichtigsten Fakten des Spiels:

  • 4-Spieler-Koop-Modus für die komplette Kampagne
  • Kinect-Unterstützung im Gunsmith-Modus
  • Vier Mehrspielermodi mit zwei Teams (6 gegen 6 Spieler)
  • Mehr als 50 Waffen mit mehreren Millionen Kombinationsmöglichkeiten
  • Abwechslungsreiche Kampagne mit ca. 10–12 Stunden Spielzeit
  • Sehr abwechslungsreiches Gameplay
  • Filmreife Inszenierung
  • Guerrilla-Modus (Wellenmodus) mit fünf Karten und jeweils 50 Wellen
  • FSK 18 und trotzdem ungeschnitten in Deutschland

Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Den Vorgänger habe ich stundenlang gespielt, ich kannte die Missionen teilweise schon auswendig. Die Kombination aus Taktik und Shooter war mein Ding, daher habe ich mich umso mehr auf Ghost Recon: Future Soldier gefreut. Das Spiel ist wirklich sehr gut gelungen. Es macht einfach Spaß, die Spezialeinheit durch die Abschnitte zu manövrieren, mit seinen Teamkollegen eine Taktik auszutüfteln und den Gegnern dadurch gehörig den Arsch zu versohlen. Die Entwickler blieben der Serie treu und heben sich dadurch von stupiden Ballerorgien ab. Ubisoft präsentiert dem Spieler mit Future Soldier einen würdigen Nachfolger. Egal ob man nun die Kampagne alleine oder mit vier Spielern spielt oder ob man mit seinen Ghosts gegen Spieler aus dem World Wide Web zocken möchte, das Spiel macht wieder einmal so richtig Spaß und hat daher die Wertung 9 von 10 Punkten verdient. Wer mal wieder ein wenig abseits der Shooter-Normalität stehen möchte, dem ist Future Soldier wärmstens ans Herz gelegt.


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positiv negativ
  • Sehr gute englische und deutsche Sprachausgabe
  • Abwechslungsreiche Missionen
  • Filmreife Zwischensequenzen …
  • Große Waffenauswahl
  • Synchronschüsse für taktisches Vorgehen
  • Stimmige Musikuntermalung
  • Sehr gute Balance aus Stealth-Sequenzen und Action
  • Vier Mehrspielermodi
  • Einfache und innovative Steuerung
  • 4-Spieler-Koop-Modus für die komplette Kampagne
  • Ausbaufähige Grafik in einigen Leveln
  • Nahezu identisch aussehende Gegner
  • … die leider detailarm sind
  • Im Vergleich zum Vorgänger weniger Taktik, mehr Action





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