Ghost in the Shell: S.A.C. - Individual Eleven

Ghost in the Shell: S.A.C. - Individual Eleven

Originaltitel: Kôkaku kidôtai: S.A.C. - Individual eleven
Genre: Anime • Cyberpunk • Sci-Fi
Regie: Kenji Kamiyama
Laufzeit: DVD (156 Min) • BD (164 Min)
Label: KSM Anime
FSK 16

Ghost in the Shell: S.A.C. - Individual Eleven   19.01.2019 von Beef Supreme

Wer die erste OVA von Ghost in the Shell: Stand Alone Complex gesehen hat, weiß, dass die Geschichte um Major Kusanagi und ihre illustren Recken eigentlich abgeschlossen ist. Nichtsdestotrotz erschien nur ein Jahr später die zweite Staffel. Auch diese Staffel wurde wieder zusammengestutzt und zu einer OVA zurechtgeschnitten. Und auch hier muss man wieder knapp 3 Stunden Lebenszeit investieren, wenn man erfahren möchte, welche Abenteuer Sektion 9 im 2nd Gig: Individual Eleven erleben.

 

Inhalt

 

Zwei Jahre sind vergangen, seitdem der Lachende Mann mit seinem Schabernack für die Auflösung von Sektion 9 sorgte. Mühsam hat sich die Spezialtruppe das Vertrauen der Regierung zurückgeholt und soll nun wieder in den Dienst gesetzt werden. Keine Minute zu früh, denn eine neue Gruppe die sich die Unabhängigen 11 nennt treibt nun ihr Unwesen in Japan. Unter der Führung eines Rebellen namens Kuze wollen sie die Interessen der Kriegsflüchtlinge in Japan einsetzen. Davon tummeln sich nach zwei strammen Weltkriegen um die 3 Millionen in Japan, ihre Rechte beschnitten, finanziell nicht besonders stabil aufgestellt. Das tun sie mit Mordanschlägen, Drohungen und allerlei krummen Dingern, die auch den Erwerb von waffenfähigem Plutonium beinhalten. Auf der anderen Seite mischt sich der Chef des Nachrichtendienstes des Kabinetts ein und gibt sich, bestens informiert, zunächst als freundlicher Unterstützer von Sektion 9 aus. Wie bereits aus der Reihe bekannt, ist allerdings nichts so, wie es scheint und jeder köchelt so sein eigenes Süppchen. Und mittendrin steht Major Motoko Kusanagi mit ihrem Team, die sich erstmal einen Reim auf dieses verworrene Intrigenspiel machen müssen, bevor Köpfe gehackt und dann weggeballert werden.

 

Im Großen und Ganzen ist Individual Eleven eine konsequente Fortführung der ersten OVA und bietet knapp gesagt mehr vom Gleichen. Eine komplexe Story voller Intrigen, falscher Fährten und undurchsichtiger Zusammenhänge, garniert mit gelegentlichem Geballer. Auf den ersten Blick macht die zweite Staffel auch eigentlich nix falsch. Die Charaktere sind interessant gestaltet und die Geschichte wurde passabel zusammengeflickt, sodass sie auch trotz ihrer Laufzeit, eine gewisse Konzentrationsfähigkeit vorausgesetzt, verständlich rüberkommt. Dennoch kickt diese OVA nicht mehr so sehr, wie die erste. Das mag am Rückgang der Action-Sequenzen liegen; geballert und gekämpft wird zwar immer noch, aber unterm Strich weniger als noch im Vorgänger. Das ist schade, dienten diese Szenen doch als Auflockerung zwischen den ganzen Story- und Investigativ-Brocken. Ein zweiter Punkt könnte auch die nüchternere Darstellung sein. Die Ghost in the Shell Reihe spielt zwar in einer kalten, hochtechnisierten Welt, hatte aber trotzdem immer mal wieder gelungene emotionale Momente. Diese sind in Individual Eleven seltener anzutreffen und wenn, wirken sie aufgewärmt. Gebessert hat sich allerdings der Erzählstil. Der Zusammenschnitt wirkt runder, als noch im ersten Teil und es entsteht über weite Strecken ein gelungener Fluss. Erzählerische Stolperer sind zwar nach wie vor bemerkbar, doch eine Serie zu einem Film umzuschneiden ist durchaus herausfordernd, sodass hier eine klare Verbesserung in Sachen Timing und Pacing zu verzeichnen ist. Diese Verbesserung kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erzählung als solche distanzierter wirkt und trotz „größerer“ Geschehnisse nicht das Niveau des ersten Teils erreicht werden kann.

 

Bildergalerie von Ghost in the Shell: S.A.C. - Individual Eleven (10 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Wie schon der lachende Mann, lassen sich auch die Unabhängigen 11 nicht lumpen, was die Darbietung angeht. Die Zeichenkunst ist weiterhin unbestritten auf höchstem Niveau und das, obwohl das Ausgangsmaterial schon über 10 Jahre auf dem Cyberbuckel hat. Hier mischen sich jedoch mehr Computeranimationen unter die Tuschepinselei, was streckenweise für ein befremdliches Bild sorgt, jedoch nie überhandnimmt. Man kann guten Gewissens festhalten, dass Individual Eleven hervorragend aussieht und weder mit Detailreichtum geizt noch sonst wie optisch Kritik zulassen würde.


Auch beim Geräusch gibt’s nur sehr wenig zu meckern. Die Synchronsprecher, schon im ersten Teil überdurchschnittlich kompetent, treten hier geschlossen wieder an und liefern erneut ein überzeugendes Ergebnis ab. Gleiches gilt für die musikalische Untermalung, stimmige Elektromucke, passend zum Setting erschallt in den richtigen Momenten, um die Atmosphäre zu unterstützen. An vereinzelten Stellen wirkt es allerdings, als ob hier die Vertonung nicht völlig abgeschlossen wurde. Ganz selten mangelt es an Hintergrundgeräuschen während der Dialoge, was den Eindruck erweckt, als würde etwas fehlen. Unterm Strich bleibt allerdings eine anständige Vertonung, die es versteht, das Gezeigte würdig akustisch zu unterstützen.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Ghost in the Shell - Stand Alone Complex: Individual Eleven macht genau da weiter, wo The Laughing Man aufgehört hat. Eine komplexe Story, viel Wirr-Warr um Intrigen, Verrat und versteckte Intentionen und im Mittelpunkt Sektion 9, die dieses Mal allerdings keinen so nervösen Abzugsfinger haben. Mehr Fragen, weniger Ballern ist hier die Devise, was zwar dem Verständnis der verworrenen Zusammenhänge zuträglich ist, allerdings somit für weniger Auflockerung sorgt. Ein weiteres Problem ist das relativ nüchterne Abspulen der Story. Mitreißende Momente finden sich noch seltener und wirken zudem abgekupfert. Technisch ist die OVA, wie auch schon der erste Teil, ganz vorn mit dabei und zeigt, bis auf vernachlässigbare kleinere Macken, wie man anständige Animes zaubert. Eigentlich wollte ich hier einen Columbo-Rambo-Vergleich anbringen, bis ich gewahr wurde, dass das der Qualität nicht gerecht werden würde, da Ghost in the Shell schon immer von einer gesunden Mischung lebte, hier verschiebt sich die Tendenz allerdings mehr in Richtung Investigation. Wer auf sowas steht, macht mit der zweiten OVA nichts falsch.


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