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Ghosts Of Goldfield

Originaltitel: Ghosts Of Goldfield
Genre: Horror
Regie: Ed Winfield
Hauptdarsteller: Kellan Lutz • Mandy Amano
Laufzeit: Ca. 84 Minuten
Label: Savoy Film
FSK 18

Ghosts Of Goldfield   24.11.2011 von Beef Supreme

Wer erinnert sich noch? Scooby Doo, die sprechende Töle mit ihren fünf menschlichen Anhängseln, die ständig über irgendwelche Geister stolpern? So ähnlich läuft „Ghosts Of Goldfield“ auch ab. Nur das der Sympathieträger, der Köter, hier fehlt. Dafür aber sind traurigerweise seine fünf bekloppten Menschen hier zu betrachten. Und Geister gibt’s auch. So ein bisschen zumindest. Oder so. Vielleicht aber auch nicht.


Also liebe Leser, Checkliste zur Hand! Was muss unbedingt in jeden Geisterfilm, der wirklich keine eigenen Ideen hat oder gar was auf sich halten will? Schauen wir doch mal:

 

  • Karre bleibt in der einsamsten Wüste wie Death Valley liegen – Check
  • Handyempfang so gut wie zu Zeiten der Erderschaffung – Check
  • Fünf Jugendliche ohne Peil vom Leben – Check
  • Dubiose Orte (wahlweise Hotel, Schloss oder Herrenhaus) mit dunkler Vergangenheit – Check
  • Ein zwielichtiger Ortsansässiger mit dem Charme einer CNC-Fräse – Check
  • Hauptperson ist weiblich, scharf und durch hirnlose Herleitung irgendwie in alles verwickelt – Check


Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen und man kann einfach bei allem einen Haken dran machen. Im Grunde geht es hier um besagte fünf Jugendliche, drei Kerle und zwei Mädels, die eine Abschlussarbeit fürs College schreiben wollen. Und – oh Wunder – gab es kein besseres Thema, als über einen Geist zu schreiben, der in einem Hotel nahe Goldfield, der Geier weiß, wo das ist, planlos durch die Gänge zieht. Ab hier ist eigentlich alles schon mehrere Tausend Male in anderen Filmen origineller, besser und auch interessanter gesehen worden. Geist turnt durch die Gänge und muss immer dann, wenn die fleischlichen Entitäten aufkreuzen, woanders etwas ganz Dringendes erledigen. Flüstern kann er auch toll und natürlich ist er auch ganz groß im Gegenstände verschieben. Im Gegenzug dazu wissen die Kiddies wo  die Wodkaflasche die Öffnung hat und ziehen eine Buddel nach der anderen leer.


Mit der Zeit wird der Geist immer ungehaltener, dass die Alk-Vorräte leergesoffen werden und sie nicht mal Trinkgeld liegen lassen. Natürlich kommt es, wie es kommen muss und der wässrige Kirschsaft plätschert. Dann noch ein paar Backflashs zu der Vergangenheit des Hotels, des Geistes, dessen Leidensgeschichte und Omas Strickkünsten und fertig ist der Klischee-überladene Geisterfilm. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll. Etwa bei der total abgedroschenen Story? Gut. Wie bereits gesagt, finden sich im gesamten Film absolut null Überraschungen. Gerade das Nötigste für einen Geisterfilm wird reingepackt und abgespult. Traurige Vergangenheit, Seele des Geistes in der Menschenwelt gefangen, ahnungslose Opfer kommen dahinter und verrecken der Reihe nach.


Dann sei da noch die unterirdische Schauspielkunst zu würdigen. Selten weniger überzeugendes Overacting gesehen. Wer schon nach einem Schluck Wodka sabbert, wie ein Neugeborenes und noch undeutlicher spricht, versteht wohl seinen Job nicht. Auch kann man dem Geist, übrigens eine getötete Dame, seine Bedrohlichkeit nicht abnehmen, da er ständig in Reizwäsche durch die Gegend torkelt und nur verschimmelte Zähne präsentieren kann. Des Weiteren wären da noch die überaus sinnigen Handlungen der Heimgesuchten zu erwähnen. Beispiel: Mann findet blutbefleckte Handtasche seiner Freundin. Oh Gott, oh Gott, wo ist sie nur? Doch anstatt sie zu suchen, schaut er nach dem Typen, der sie vor zehn Minuten noch besoffen auf dem Sofa genommen hat. Klar doch. Liebe deinen Feind und so. Oder: Alle Kumpels bereits auf der unteren Radieschenseite. Letzte Überlebende versteckt sich hinter einem Tischbein und sinniert: Ich habe keinen Plan von Geistern, alle meine Freunde sind hinüber. Ich bin schuld dran. Glaube ich. Ich suche mal den Geist und beschmeiße ihn mit meinem Silberanhänger und einem Foto. Doch keine Furcht, ihr tapferen Recken, es sind noch mehr solcher unglaublichen Demonstrationen menschlicher Überlegenheit und Logik enthalten.

Weiter also mit der Technik. Gelobet sei die VHS, hat sie uns doch in den Achtzigern vorzüglich unterhalten. Heute allerdings darf es ruhig etwas mehr sein. Stark verrauschte Bilder, schlechte Ausleuchtung und ein viel zu dunkles Setting  verderben einem den Genuss. Einige gelungene Kamerapositionen zeigen, dass zumindest hier die Ideen da waren, aber wurden sie nicht konsequent auf andere Bereiche übertragen. Nur weil ich meine Super-8-Cam toll führe, wird der gebannte Inhalt nicht besser. Die deutsche Übersetzung ist mal wieder so gut gelungen, dass es ein wahres Fest ist, auf die englische Tonspur zu schalten. Wobei sich bei beiden die weitere Beschallung beschämt hinterm nächsten Tischbein verkriecht. Zu den Effekten: Das bisschen Blut suppt recht dünn, aber doch noch halbwegs überzeugend aus den nicht wirklich erkennbaren Wunden. Die CGI-Effekte sind das Einzige, was in diesem Film zum Fürchten ist und für den Geist war nicht mal mehr ein Sack Mehl übrig. Außer durch verfaultes Gebiss und in die Jahre gekommene Reizwäsche unterscheidet er, eigentlich eine Sie, sich nicht vom lebendigen Cast. Und zu guter Letzt die Extras. Fertig. Es gibt nichts, was den puristischen Filmgenuss trüben könnte.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Warum lange um den faden Geist herumreden. Der Film taugt nichts. Noch nicht einmal der auf dem Cover gepriesene Twilight-„Star“ Kellan Lutz, der sich angeblich selbst übertrifft, kann hier noch was reißen. Abgesehen davon, dass ich bis zum Abspann keine Ahnung hatte, wer das überhaupt ist. Wer sich tatsächlich selbst sein verrauschtes und zu dunkles Bild davon möchte, dem sei geraten, sich vorher einen oder zwei Humpen feinsten Gerstensaftes gönnen, dann wird’s wenigstens lustig. Einen Zusatzpunkt gibt’s, weil die Mädels hier ganz nett aussehen.


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