God Wars - Future Past

God Wars - Future Past

Publisher: Flashpoint
Entwicklerstudio: NIS America
Genre: RPG
Sub-Genre: SRPG
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 16.06.2017
USK 12

God Wars - Future Past   28.06.2017 von Torsten

Ein neues rundenbasiertes SRPG von NIS America? Fans der Disgaea-Reihe horchen hier natürlich gleich auf. Vielleicht bekommen sie nun endlich mal ein gleichwertiges Konkurrenz-Produkt geliefert, das einen Ausflug in ein frisches Setting bietet. Denn God Wars – Future Past verspricht mit seiner Reise in die fiktive Vergangenheit Japans einen interessanten Ansatz zu liefern. Warum es am Ende dann doch nicht zum Hit reicht zeigt der Test.

 

Eine Zeit des Umschwungs

 

Im fernöstlichen Land Mizuho lebten einst drei Nationen – Fuji, Izumo und Hyuga - in friedvoller Harmonie miteinander. Die Einwohner waren naturverbunden und gläubig und lebten mit der Natur im Einklang. Der Fortschritt brachte die Holz- und Metallverarbeitung mit sich. Um an die Rohstoffe zu gelangen mussten Wälder gerodet und Berge abgebaut werden. Dies missfiel den Geistern der Ahnen und die Einwohner Mizuhos litten fortan unter mächtigen Naturkatastrophen. Zur Besänftigung der Götter wurde die Königstochter Sakuya geopfert. Die zweite Tochter, Kaguya, wurde eingesperrt, um sie gegebenenfalls später noch opfern zu können. Die Königin selbst verschwand daraufhin spurlos und Kaguya wurde von Kintaro, einem Freund aus dem Kindesalter, gerettet. Kaguya macht sich nun auf die Suche nach ihrer Mutter Tsukuyomi, um von ihr die wahre Geschichte ihres düsteren Schicksals zu hinterfragen. Auf ihrer Reise begegnet sie vielen alten Bekannten, aber sie wird auch neue Freunde finden, die sich ihr im Kampf anschließen.

 

Taktischer Rollenspielkampf

 

Bereits die ersten Momente auf dem Schlachtfeld erinnern an vergangene Größen der Playstation 1- / PSP-Ära. Irgendwie haben Aufbau und Ablauf eine frappierende Ähnlichkeit mit Spielen wie Tactics Ogre und vor allem Final Fantasy Tactics. Zunächst werden also im Startbereich der Karte die eigenen Figuren gesetzt. Anfangs sind dies nur drei, im Verlauf der Geschichte kommen dann immer mehr hinzu. Lady Kaguya, ihr Retter Kintaro und das Gottwesen in Bärengestalt mit Namen Kuma. Jede Figur darf pro Runde eine Aktion ausführen und einmal sich bewegen. Die Reihenfolge ist hierbei frei wählbar, wobei unverbrauchte Bewegungspunkte nicht geteilt eingesetzt werden dürfen. Zu den Aktionen zählen zum einen der Angriff, sowie das Einsetzen eines Talents wie Spezialangriffe, Magie oder das Absuchen nach Items. Dazu kommt die Möglichkeit eine gesonderte Verteidigungsstellung einzunehmen, in der sich der zu erwartende Schaden mindert. Dies funktioniert dann auch etwas besser als die in Disgaea nahezu nutzlose Defense. Verschiedene Klassen mit Unterberufen haben wie gewohnt andere Stärken und Schwächen, bringen am Ende aber vor allem unterschiedliche Talente mit sich. Die Kombination der Klassen ist frei bestimmbar, sodass auf Wunsch auch ein Krieger mit einfachen Heilzaubern einer Priesterklasse aufwarten kann. Haupt- und Sub-Klasse können jederzeit geändert werden. Die Charaktere sammeln im Kampf Erfahrungspunkte für den Charakteraufstieg. Losgelöst davon sammeln sie aber auch für jede Klasse einzeln Punkte für Levelaufstiege und Talentausbau. Zwischen den Kämpfen kann dann die Ausstattung manuell oder aber automatisch angepasst werden. Die Automatik lässt die Ausstattung dabei auf verschiedene Rollen optimieren. Frontkämpfer (Front Attack), Tank (Front Defense), mittlere oder hintere Reihe. Das funktioniert auf die Jobs bezogen sehr gut. Die Waffen sollten allerdings gesondert noch einmal kontrolliert werden. So wurde Lady Kaguya in der mittleren Reihe nicht der anfänglich ausgerüstete und recht praktische Langbogen sondern ein Kampfstab zugewiesen. Damit konnte sie in den Runden, in der sie aufgrund unzureichender Magiepunkte auf mittlerer Distanz hervorragend mit Pfeil und Bogen unterstützen könnte, natürlich nicht eingreifen. Besonderer Bedeutung kommt neben dem Zuweisen von Jobs und passiven Talenten vor allem den aktiven Talenten zu. Hier lassen sich in gewohnter Manier die bevorzugten Talente erlernen oder verstärken. So wird in mehreren Stufen aus einem anfänglich seichten Unterstützungsangriff des Magiers ein vernichtend starker Todesstoß

 

Fällt einer der Kameraden, so zählt ein Countdown fünf Runden bis zum Tod herunter. In dieser Zeit muss der Charakter mittels teurem „Life Stone“ wiederbelebt werden, ansonsten verstirbt er und kann fortan im Kampf nicht mehr einschreiten. Neben den auf der Übersichtskarte gut verteilten Shops gibt es auch immer wieder Nachschub auf dem Schlachtfeld. Vielerorts finden sich verschlossene Behältnisse, die sich mittels Talent öffnen lassen und verschiedene Items beinhalten. Es kann sich aber auch eine Falle dahinter verbergen, sodass der auf Nummer sicher geht, der das „Lock picking-Talent“ erlernt.

 

Altertümlicher Look, wenig Abwechslung

 

Die Grafik von God Wars – Future Past ist alles andere als zeitgemäß und rangiert in seiner Qualität irgendwo zwischen Playstation 1 und 2. Disgaea ist beileibe auch kein Next-Generation-Vertreter, bietet aber die berühmt berüchtigten Kampfanimationen und -sequenzen, die immer wieder für offen stehende Münder sorgt. Im vorliegenden Spiel gibt es keine Kampfsequenzen, lediglich einfache Animationen, die weder sonderlich schön, noch abwechslungsreich sind. Zusammen mit der polygonarmen und arg grobschlächtigen Darstellung der Areale wirkt dies unnötig veraltet. Die Storyeinblendungen werden mit größtenteils statischen 2D-Modellen dargestellt. Diese sehen deutlich hübscher als die 3D-Berechnungen aus, variieren allerdings leider nicht, lediglich die Münder bewegen sich zum gesprochenen Text. So mutet es auf Dauer dann auch etwas befremdlich an, dass Kintaro stets seinen Daumen an die Nase hält. Der Soundtrack ist mit seinen wenig abwechslungsreichen Tracks ähnlich trist. Die englische Sprachausgabe geht hingegen völlig in Ordnung. Die Sprecher geben sich redlich Mühe, dem jeweiligen Charakter auf authentische Art und Weise Leben zu verleihen. Da ist dann auch zu verzeihen, wenn wie bei den „myriad gods“ oft auf den Einsatz der gleichen Sprecher zurückgegriffen werden musste. Diese verstellen dann deutlich hörbar (und wenig gelungen) ihre Stimme. Alles in allem bietet God Wars – Future Past aber einen sehr bescheidenen technischen Auftritt. 

 

Das Spiel wurde auf der Playstation 4 getestet. Unterschiede zur PS Vita-Version wurden nicht berücksichtigt. 

 

Bildergalerie von God Wars - Future Past (6 Bilder)


Das Fazit von: Torsten

Torsten

God Wars – Future Past ist in vielerlei Hinsicht eine Reise in die Vergangenheit. Zum einen wäre da die Handlung, die uns in eine glaubhafte Darstellung der fernöstlichen Geschichte mitnimmt. Zum anderen aber sind Aufbau und Technik des Spiels eine Reise in die längst vergangene Blütezeit der SRPGs. Optisch wirkt das Spiel mit fehlender Animationsvielfalt und kantigen Leveldesign mindestens zwei Generationen veraltet. Die Stärken des Spiels sind ohne Frage die tollen taktischen Kämpfe, sowie das motivierende Aufrüsten und Aufleveln der einzelnen Kämpfer mit freier Klassenwahl und -kombination. Die Charaktere wachsen schnell ans Herz und der Schwierigkeitsgrad ist ausgewogen, sodass auch ohne stundenlande Grinds der Story gefolgt werden kann. Allerdings bekommen Freunde des Genres dies bereits seit etlichen Jahren um Ecken besser in der Disgaea-Serie geboten. Wem diese Serie zu kompliziert, ein Fan von klassischen SRPGs im Stile von Final Fantasy Tactics oder Tactics Ogre, oder aber ganz einfach auf der Suche nach Alternativen ist, der sollte sich God Wars – Future Past jedoch nicht entgehen lassen.

 

 

 


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Zahlreiche Klassen und Jobs
  • Klassen frei wähl- und kombinierbar
  • Taktisch fordernder Kampf
  • Umfangreicher Talentbaum
  • Ordentliche Sprecher
  • Interessantes Setting
  • Fairer Schwierigkeitsgrad
  • Jederzeit speicherbar
  • Schwache Animationen
  • Spezialangriffe werden wenig ansehnlich dargestellt
  • Hoffnungslos veraltete Technik
  • Kantiges Leveldesign





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