Great Rift - Der große Graben

Great Rift - Der große Graben

Originaltitel: The Great Rift
Genre: Dokumentation
Regie: Harald Pokieser • Paul Reddish
Laufzeit: 150 Minuten
Label: Polyband & Toppic Video/WVG
FSK 0

Great Rift - Der große Graben   20.07.2010 von derstefan

Über Afrika wurde in letzter Zeit dank der Fußball-WM wieder viel berichtet. Wer ein bisschen länger in die wunderbare Welt des schwarzen Kontinents eintauchen möchte, der findet jetzt Futter für seinen DVD-/Blu-ray-Player dank „Great Rift – Der große Graben“. Lehnt euch zurück, schnallt die Gurte an und geht mit auf die Reise…

 

Dank Blu-ray erleben Dokumentationen gerade wieder einen Aufwind. Mit hochauflösenden Kameras bewaffnet hat der Naturfilmer Harald Pokieser mit seinem Team das sogenannte „Rift Valley“ besucht. Dieser 6.000 Kilometer lange Graben zieht sich von der arabischen Halbinsel vom Jordantal über das Rote Meer bis ins tiefste Ostafrika nach Mosambik. Das Ganze darf man sich jedoch nicht als Tal oder einfachen Graben vorstellen. Es ist mehr ein Landstrich, der von Mutter Erde bzw. durch die Kontinentaldrift geschaffen wurde. Neue Erkenntnisse besagen auch, dass das Rift Valley mit dem vermutlich ältesten Menschen-Siedlungsgebiet auch als „Wiege der Menschheit“ gelten könnte. In drei Episoden wird dies mit wirklich wunderbaren Aufnahmen eindrucksvoll beschildert.

 

1. Im Paradies der Tiere
In dieser Folge liegt der Fokus auf der Tierwelt. Wir besuchen Geparden auf Nahrungssuche und reisen durch Ostafrika, wo sich das Rift Valley in zwei Arme teilt: Der östliche reicht vom Norden Kenias bis in den Süden Tansanias. Nirgendwo auf der Erde haben Vulkane, Feuer und Asche in meinen Augen etwas Schöneres geschaffen. Hier werden Aufnahmen des Kilimandscharo und Ngorongoro-Krater, Nakuru- und Natron-See, Mount Meru und Mount Kenia gezeigt, alles Orte, von denen vermutlich Millionen von Menschen träumen. Diese Gegenden sind wohl der Inbegriff von Afrika, mit einzigartiger Pflanzen- und Tierwelt.  Vielleicht hat man das alles als erfahrener Doku-Gucker schon einmal gesehen, aber in HD-Quali ist das wirklich umwerfend.



2. Von Sodaseen und Binnenmeeren
In der zweiten Folge geht’s weiter in den Süden. Zwischen den Vulkanketten des östlichen Rift Valley und den Bergen im Westen liegen kaum 500 Kilometer Luftlinie. Doch Ost und West sind hier wie Tag und Nacht, den Unterschied macht das Wasser. Das westliche Rift ist grün, tropisch und fruchtbar, es reicht vom Albertsee im Norden über die Nebelwälder des Ruwenzori und die Virunga-Berge bis zum Malawi-See im Süden. Es gibt Regenwälder und den drittgrößten Süßwassersee der Welt, den Tanganjika-See, mit einer atemberaubenden Vielfalt an Fischen zu bestaunen.



3. Vom Höllenfeuer ins Heilige Land

Das nördliche Rift Valley reicht von Äthiopien über das Tote Meer bis ins Tal des Jordan. Es ist in jeder Hinsicht die wildeste Ecke des Rifts, menschenleer, extrem heiß und vulkanisch aktiv. Im Afar-Dreieck, verteilt auf die Länder Äthiopien, Eritrea und Dschibuti, treffen drei Kontinentplatten aufeinander. Unter der Erdkruste ist die Hölle los, die Landschaft speit Schwefel, Dampf und Feuer und erfindet sich täglich neu.

 

Das wirklich beeindruckende an dieser Dokumentation, die uns zum Glück auf Blu-ray vorliegt, ist eindeutig die Bildqualität. Das Bild wird in 1080i/50 Hz-Kodierung dargestellt und bietet wirklich wahnsinnig scharfe Bilder, die vor Farben nur so strotzen. Das Kontrastverhältnis wirkte auf zwei unterschiedlichen Bildschirmen aus verschiedenen LCD-Generationen beides Mal genial, da gab es nix zu meckern. Eine bessere Qualität ist bisher noch nicht auf unseren Redaktionsschreibtischen gelandet. Wer mal ein leichtes Flackern entdeckt, der mag sich bitte daran erinnern, dass es in Afrika ein bisschen heiß ist und daher ein Flimmern nur natürlich ist.

 

Der Erzählstil und die Kameraführung sind ebenso sehr gelungen, besonders wenn man auf nicht hektische Erzähler steht. Anders als bei vielen anderen Dokumentationen, werden hier nicht viele stakkato-artige Schnitte gesetzt und auch nicht zu viele Computeranimationen verwendet. Dies bekommt einer Natur-Dokumentation sehr gut, da der Fokus ganz klar auf den wunderschönen Tier-und Landschaftsaufnahmen liegt.  Auch tontechnisch kann sich das Ganze hören lassen, denn hier wurde nicht gespart und zum tollen Bild noch eine ebenso gute Surround-Kulisse spendiert. Natürlich kracht es nicht so aus den Boxen wie bei einem Action-Kracher, aber die Stimme des Erzählers Otto Clemens, der schon vielen anderen Dokus seine markante Stimme geliehen hat, kommt klar und deutlich aus den vorderen Boxen, der DTS-HD Master Audio 5.1-Mix macht´s möglich.

 

Kleines Manko: Die Extras sind ein bisschen spärlich, außer den drei Teilen der Serie stehen nur noch fünf Trailer von anderen Polyband-Blu-ray Dokus auf dem Programm. Ein Making-of oder Behind the Scenes sucht man leider vergeblich, aber vielleicht ist man da einfach von anderen Titeln dieses Publishers wie „Wildes Russland“ oder „Die Südsee“ zu verwöhnt.


Das Fazit von: derstefan

derstefan

Dies ist wirklich ein „Muss ich haben“-Titel für alle Doku-Freunde und Hi-Def-Geiferern. Die drei Teile sind wirklich unterhaltsam erzählt, können bildtechnisch auf der ganzen Linie überzeugen und fesseln einen geradezu vor dem Bildschirm. Ich würde mal behaupten, das Ganze funktioniert sogar mit leichten Abstrichen auf Röhrenmonitoren mit der DVD-Version. Die fast vollkommene Mischung aus abwechslungsreicher Unterhaltung und Naturkunde punktet wohl überall. Für den vollen Genuss empfehle ich aber dringend die Blu-ray auf der größten Glotze, die ihr auftreiben könnt. Auch wer kein Fan von Naturfilmen ist, sollte hier einmal reinschauen. Es lohnt sich!


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