Great Western Trail

Great Western Trail

Genre: Strategiespiel
Autor: Alexander Pfister
Spieleverlag: Pegasus Spiele
Empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Spieldauer: 75-150 Minuten
Anzahl Spieler: 2 bis 4 Spieler

Great Western Trail   08.04.2017 von Richie1st

Great Western Trail wurde ja sehr gehypet und mit viel Lob überschüttet. Lest gerne weiter, ob es auch dem Sofahelden-Check standhält...

 

Das Material und die Vorbereitung

 

Für den Spielaufbau sollte man schon ein paar Minuten einplanen, aber selbstverständlich wird man hinterher mit einem super Spielerlebnis belohnt. Natürlich wird zuerst der Spielplan ausgelegt und dann die zuvor gemischten "Bahnhofsvorsteher"-Plättchen offen auf die fünf dafür vorgesehenen Felder  ausgelegt. Neben den "Bahnhofsvorsteher"-Feldern gibt es auf dem Plan auch noch die Eisenbahnstrecke, Gefahrenzonen, das Indianerdorf, Kansas-City, die Vorschaufelder und den Arbeitsmarkt. Nachdem nun alle Bereiche bekannt sind, machen wir weiter mit den sieben neutralen Gebäudeplättchen. Diese werden zufällig und offen auf entsprechende Plätze der Bahnstrecke platziert, ebenso wie der "Arbeitsmarkt"-Anzeiger. Mit der Rückseite nach oben werden nun die Arbeiter-, Tipi- und Gefahrenplättchen sortiert nach den Ziffern eins, zwei und drei neben den Plan gelegt und bilden den sogenannten "Kansas-City"-Vorrat, von dem dann auch gleich sieben Plättchen mit der Ziffer eins gezogen und auf passende Felder der Bahnstrecke gelegt werden. Je nach Spieleranzahl wird vom eben erläuterten Vorrat (Ziffer zwei) der Arbeitsmarkt mit drei bis sieben Plättchen befüllt ebenso wie die Vorschaufelder (jeweils zwei Plättchen mit den Ziffern eins, zwei und drei).

 

Unter dem Spielbrett entsteht der Rindermarkt, indem man je nach Spielerzahl sieben, zehn oder dreizehn "Marktrinder"-Karten vom vorher gemischten Stapel nimmt und der Farbe nach sortiert nebeneinander auslegt. Weiterhin soll neben dem Plan eine allgemeine Auftragsauslage entstehen, indem vier Karten vom ebenfalls vorher gemischten Auftragskartenstapel gezogen und untereinander gelegt werden. Bevor jetzt jeder Spieler eine Farbe und seine entsprechende Spielerablage bekommt, werden noch die Münzen als Bank bereitgelegt. Jeder Spieler erhält jetzt auch noch das restliche Spielmaterial (Marker, Lok, Viehtreiber, Rinderkarten) seiner Farbe und eine zufällig ausgewählte Start-Auftragskarte und schon kann der Startspieler bestimmt werden. Bevor ganz am Schluss der Vorbereitung noch jeder Spieler vier Karten von seinem persönlichen Kuhdeck auf die Hand nimmt, bekommt der Startspieler ein Startkapital von sechs Dollar und jeder weitere Spieler einen Dollar mehr als der vorherige.

 

Die Anleitung

 

Die sechzehn Seiten haben es echt in sich! Ein Spiel dieses Kalibers braucht natürlich eine Anleitung dieser Stärke, wovon sich Vielspieler aber sicher nicht abschrecken lassen. Brauchen sie auch nicht, da die Anleitung perfekt aufgebaut ist und mit zahllosen Beispielen und Bildern die Details bestens erläutert. Außerdem beginnt erst ab Seite sechs die Erklärung für den Spielablauf, vorher werden die Komponenten und die Vorbereitung ausführlich beschrieben.

 

Das Spielziel

 

Auch in Great Western Trail werden kräftig Siegpunkte gesammelt und dazu bietet das Spiel so einige Möglichkeiten wie zum Beispiel Gebäude bauen, Gefahren beseitigen, Bahnhöfe bauen oder teure Rinder kaufen. Dabei ist es besonders wichtig darauf zu achten, dass man immer vor dem Verladen möglichst viele verschiedene Rinder(Karten) auf der Hand hat, da man so die meisten Vorteile für weitere Runden ergattern kann. Das Spielende wird ausgelöst, wenn ein Spieler ein Arbeiterplättchen auf das letzte Feld des Arbeitsmarktes legt, während er die "Kansas-City"-Aktionen ausführt. Dies war dann sein letzter Zug im Spiel, danach haben die anderen Spieler ebenfalls noch einen letzten Zug. 

 

Der Spielablauf

 

Das Grundprinzip ist simpel: Der Spielplan stellt eine Strecke vom Startfeld bis nach Kansas-City dar, welcher im Spielverlauf mehrfach von den Spielern durchlaufen wird. Dabei geht man pro Zug mit seiner Figur auf dem Spielplan eine bestimmte Anzahl an Feldern vorwärts, führt danach die unterschiedlichsten Aktionen des Feldes aus, auf dem man stehengeblieben ist, und zieht wieder so viele Karten vom eigenen Deck nach, wie es das eigene Handkartenlimit vorgibt (am Anfang vier). Die maximale Anzahl der Schritte, die die Spielfigur im Spielzug ziehen darf, startet bei drei, kann jedoch im Laufe der Partie erhöht werden. Diese Schritte werden allerdings nicht durch die aufgedruckten Felder auf dem Spielplan symbolisiert, sondern als Schritt zählen nur Felder, auf denen schon Gebäude- oder Gefahrenplättchen liegen, von denen im Laufe der Zeit immer mehr hinzukommen werden. Da man während des Spiels die Strecke auf dem Spielplan mehrmals umrundet, wird das in den ersten paar Spielzügen recht flott geschehen, da es zu Beginn noch nicht viele durch Plättchen belegte Felder gibt. Am Ende der Strecke liegt immer Kansas-City und hier sind die Aktionen, die der Spieler machen kann, immer fest vorgegeben. Zuerst wählt der Spieler je ein Plättchen von den Vorschaufeldern eins bis drei, um diese dann in den entsprechenden Bereich wie zum Beispiel den Arbeitsmarkt zu legen. Nun werden alle Handkarten aufgedeckt und daraus wird das Einkommen berechnet und wie weit man mit seiner Lieferung auf der Eisenbahnstrecke gekommen ist. Wobei nur die Kartenwerte von unterschiedlichen Karten zusammengezählt werden. Gleichzeitig kann man das eigene Spielertableau für die bevorstehenden Runden verbessern.

 

Zusätzlich gibt es noch die eine oder andere Möglichkeit, welche das Spiel von Runde zu Runde spannender macht. Der Arbeitsmarkt, an dem man sich immer wieder bedienen kann, bietet die Möglichkeit zum Beispiel Cowboys oder Handwerker einzustellen, mit denen man sich gute Vorteile verschaffen kann. Je mehr Handwerker man eingestellt hat, desto bessere und ertragreichere Gebäude kann man bauen und je mehr Cowboys man hat, desto billiger kann man auf dem Markt lukrative Rinder kaufen, welche ebenso wie die Gebäude am Ende Siegpunkte geben.

 

Bildergalerie von Great Western Trail (9 Bilder)

Lieferumfang

 

  • Ein Spielplan
  • 22 Tippiplättchen
  • 18 Gefahrenplättchen
  • 54 Arbeiterplättchen
  • 4 Spielerablagen
  • 4 Abdeckplättchen
  • 4 Holzmarker
  • 4 Holzloks
  • 65 runde Marker
  • 4 Viehtreiber
  • 92 Rinderkarten
  • 28 Auftragskarten
  • 47 Gebäudeplättchen
  • 5 Bahnvorsteher-Plättchen
  • 55 Münzen
  • 1 Arbeitsmarktanzeiger
  • 1 Wertungsblock

Das Fazit von: Richie1st

Richie1st

Ein richtiges Kracherspiel! Der Spielablauf ist supereinfach und dennoch bietet es eine gewaltige Spieltiefe. Ich weiß gar nicht, wo ich mit dem Lobgesang anfangen soll. Der kleine Deckbau-Mechanismus mit den Rinderkarten ist genauso genial wie der Spielplan, der sich von Runde zu Runde durch die Gebäude der Spieler erweitern kann. Auf dem eigenen Spielertableau können hilfreiche Aktionen nach und nach freigeschalten werden und auch die Wertung nach jeder Runde ist spannend gelöst worden. Durch die diversen Arbeiter, die eingestellt werden können, kann man auch in jeder Partie versuchen eine andere Strategie zu fahren, was dem Dauerspielspaß sehr zu Gute kommt. Das ganze Material ist natürlich auch prima gestaltet und das Thema wird aus meiner Sicht gut transportiert. Ehrlicherweise muss man sagen, dass die Interaktion der Spieler untereinander nicht all zu groß ist, was ich allerdings nicht unbedingt als Nachteil empfinde, da es einem die Möglichkeit gibt schon während der Spielzüge der Mitspieler über den eigenen nachzudenken. Sollten allerdings vier Grübler am Tisch sitzen, könnte es durchaus zu längeren Wartezeiten kommen. Mir jedenfalls macht es richtig Spaß und ich freue mich auf kommende Partien mit grandiosen Mitspielern, in denen ich andere Strategien ausprobieren kann. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass sich das Spiel eher an Vielspieler richtet oder vielleicht noch an ambitionierte Gelegenheitsspieler. Definitiv einer der größten Kracher in meinem Spieleschrank!


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