Greed - Black Border

Greed - Black Border

Publisher: Headup Games
Entwicklerstudio: Clockstone Studio
Genre: Action
Sub-Genre: Action / Rollenspiel / Science Fiction
Art: Mid-Price Titel
Erscheinungsdatum: 10.12.2009
USK 16

Greed - Black Border   30.04.2010 von Panikmike

Ein neu entdecktes Edelmetall namens Ikarium ließ ein Planetenimperium zerfallen. Wir spielen einen Flüchtigen, der nach diesem Streit der fünf Planetensysteme, sich seinen Unterhalt als freier Söldner verdient.  Jedoch lauert immer die Gefahr verurteilt oder getötet zu werden, da wir ein ehemaliger Soldat bzw. Deserteur sind. Unser Ziel ist es, ein neues Leben anzufangen, jedoch ist dieses Ziel nicht gerade einfach. Der Hype um das „neue“ Gold ist im Gange.

Ich starte das Spiel und habe drei Charaktere zur Auswahl: Einen Marine, einen Pyro und eine Plasma. Der Marine ist ein ehemaliger Soldat und im Nah- und Fernkampf einigermaßen aufgestellt. Der Pyro ist ein Nahkämpfer und unsere Plasma ist eine ehemalige Wissenschaftlerin, die den Fernkampf perfektionert hat. Da das Ganze in der Zukunft spielt, muss man sich nette Namen einfallen lassen, mal sehen wie es weiter geht. Da ich schon immer Liebhaber des Fernkampfs  bin, wähle ich die Plasma aus, auch wenn sie weiblich ist. An dieser Stelle muss ich meine weibliche Ader einfach mal erweitern, kann ja nicht schaden, eine Frau zu spielen, oder? (Bitte an dieser Stelle keinen Kommentar!)

Das Intro stimmt mich schon mal auf meine Situation ein. Da ich ein Fan von Science-Fiction-Filmen beziehungsweise -geschichten bin, sitze ich fasziniert vor meinem Laptop. Die Geschichte ist gut eingeleitet und die wichtigsten Fakts kann ich hier begutachten. Ich weiß nun genau, wer ich bin und warum ich so bin, wie ich bin. Doch nun geht es los – Kapitel 1 beginnt. Die Ladezeiten halten sich in Grenzen, mit einem aktuellen PC ist dies kein Thema. Ein kurzes Tutorial zeigt mir die wichtigsten Dinge. Wie bei einem Action-Rollenspiel üblich wandere ich mit der Maus umher und schieße auf Monster und Objekte, indem ich auf sie mit der linken Maustaste drücke!  Aber Greed ist anders, man merkt schon nach kurzer Zeit, dass es sich nicht wie herkömmliche Actionrollenspiele spielt. Die Entwickler von Clockstone haben ein Auge fürs Detail entwickelt und wollten nicht mit dem Strom schwimmen. Deshalb ist die Thematik auch nicht in einer vergangenen Fantasywelt angesiedelt sondern in der Zukunft! Es ist mehr als nur alle Gegner kloppen und die Standard-Geschichte mit der Mausklickerei. Bei Greed muss man ein bisschen sein Köpfchen einschalten, es gibt Rätsel und kleine Geschicklichkeitsübungen. Clockstone geht einen anderen Weg, der sich auf den ersten Blick lohnt. Die Rätsel sind an sich nicht besonders schwierig und in keinster Weise mit einem guten Adventure vergleichbar, jedoch wollten das die Programmierer auch nicht. Entweder man versucht, alle Kombinationen des Schalters oder sucht in der Gegend nach Hinweisen. So etwas ist eine gelungene Abwechslung und beinhaltet aufgrund seiner anderen Art mehr Spieltiefe! Die Geschicklichkeitsübungen sind einerseits nervig, andererseits sind sie gut platziert und machen Spaß. Wenn man dann natürlich bei einer Laserbarriere hängenbleibt, weil die Steuerung ein wenig hackt, dann ist es umso ärgerlicher, dass der Lebensbalken sehr schnell schwindet! Doch richtiger Frust kommt nie auf, da das Speichersystem von Greed gut gelungen ist.

Aber nicht nur kleine Schalterrätsel und diverse Geschicklichkeitstests sind anders als bei üblichen Hack & Slay Spielen, nein, es gibt auch fordernde Bossfights. Die einheitlichen Klick and Run-Tage sind vorbei. Auch wenn die Bosse nicht gerade einfach sind, so sind sie immer fair und machen Lust auf mehr.

Doch Greed hat auch seine Schattenseiten, denn was am Anfang so extremen Spaß bereitet und nach mehr aussieht, lässt leider immer mehr nach, umso weiter man kommt. Die Rätsel findet man im Laufe des Spiels nicht mehr beziehungsweise deutlich weniger! Ebenso ist es mit den Geschicklichkeitstests. Auch kommen die Bossfights später nicht mehr so zum Tragen, sie sind zwar da, bieten jedoch nicht viel Neues und nerven teilweise sogar!  Sehr schade, so toll es anfangs war, so langweilig zieht es sich zu späterer Spielstunde.

Leider geht es mit ein paar negativen Aspekten weiter. Nicht nur dass das Spiel an sich nachlässt, die Sammelleidenschaft, die oftmals ein Vertreter des Hack & Slay mit sich bringt, ist hier auch anders. Generell ist es ja gut, wenn man mehr sammeln darf, doch wenn es viele unnütze bzw. unbrauchbare Gegenstände sind, dann kann keiner etwas damit anfangen. Es droppen später weniger interessante Items und generell ist mein Rucksack sowieso zu klein, um eine Dimension ähnlich wie beispielsweise Diablo zu erreichen. Positiv hingegen ist wiederum, dass man seine Waffen und Rüstungen upgraden kann. Hier komme ich auch schon zu meinem nächsten Problem. Im Laufe des Spiels kristallisiert sich Greed immer mehr zum Actionspiel heraus und nicht als Kombination aus Rollenspiel und Action. Natürlich kann man den Charakter ein wenig aufwerten, doch die drei Klassen spielen sich ziemlich gleich. Einen riesigen Unterschied erkennt man leider nicht. So ist es als Actionspiel allerdings wieder zu fad, ergo fehlt dem ganzen die feine Brise!

Die Grafik von Greed ist generell gelungen. Selbst mit den Mindestabforderungen spielt es sich flüssig und auch mit zwei Mitstreitern aus dem Internet läuft alles noch sehr gut. Die Effekte können sich sehen lassen, besonders die Lichteffekte finde ich persönlich toll. Die Stimmung wird von Anfang bis zum Ende gut präsentiert, die Entwickler haben sehr viel Energie in die Details gesteckt. Die Animationen der Figuren wurden ebenso gut umgesetzt, es ist immer wieder eine Augenweide, wenn die Figuren diverse Waffen einsetzen!

Der Sound kann sich auf jeden Fall hören lassen. Headup Games hat bekannte deutsche Synchronsprecher engagiert, die ihre Sache sehr professionell machen. Leider wurde hier nicht im kompletten Spiel eine Sprache integriert, viele Passagen kommen per Text auf den Bildschirm. Das drückt die Atmosphäre leider etwas! So etwas finde ich in unserem Zeitalter sehr schade, Speicherplatz hat man doch mittlerweile genug. Die Effekte der Waffen und auch die Umgebungsgeräusche sind gut, jedoch passiert generell in dieser Sache zu wenig. Hier hätte man mehr einbauen müssen, um zu punkten. Die Musik ist klasse, allerdings passt sie sich nicht dynamisch an. Es ist  egal, ob gerade ein Krieg tobt oder wir nur irgendwo alleine in Ruhe stehen, die Musik läuft in einer Schleife. Das ist nicht mehr zeitgemäß und sehr unprofessionell. Schade…


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Anfangs war ich von Greed noch begeistert, doch wenn man länger spielt, dann verlässt einen die Lust leider sehr schnell. Was beim Starten des Spiels noch als Überraschungshit galt, kommt nach einigen Stunden in die Kategorie „Kann man spielen, muss man aber nicht.“ Das Szenario im Weltraum ist gelungen, es ist eine Abwechslung zu den typischen Mittelalter- bzw. Fantasyszenarios! Doch das Interesse an Greed lässt nach, je mehr man in die Welt eintaucht. Die Programmierer hätten ihr Pulver nicht schon am Anfang verschießen sollen, so sieht der Spieler später nichts mehr, was er noch nicht kennt. Auch wenn das Spielen per LAN oder Internet mit zwei anderen Spielern Spaß macht, hätte man auch die Charaktere unterschiedlicher machen müssen. So ist Greed ein nettes Spiel für nebenbei, aber leider nichts, was einem lange an den PC fesselt!


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positiv negativ
  • Schöne Bossfights
  • Schöne Lichteffekte
  • Gutes Speichersystem
  • Abwechslungsreiche Szenarien
  • Kaum Unterschiede bei den Charakteren
  • Rätsel lassen im Laufe des Spiels nach
  • Keine dynamische Musik
  • Ein zu kleines Inventar
  • Zu wenig besondere Gegenstände





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