Halley - Das Leben eines Zombies

Halley - Das Leben eines Zombies

Originaltitel: Halley
Genre: Horror • Drama
Regie: Sebastian Hofmann
Hauptdarsteller: Alberto Trujillo • Luly Trueba
Laufzeit: DVD (80 Min) • BD (84 Min)
Label: SchröderMedia Handels GmbH
FSK 16

Halley - Das Leben eines Zombies    02.10.2017 von MarS

Zombies, gehirngeile Untote ohne eigenes Denkvermögen. Doch was wäre, wenn man noch denken kann und versucht, sein bisheriges Leben einfach so gut wie möglich weiterzuführen und sich seine Menschlichkeit zu bewahren? Vor diesem Problem steht Beto, die Hauptfigur in Halley - Das Leben eines Zombies...

 

Beto führt ein ruhiges, zurückgezogenes Leben. Er lebt alleine in einer kleinen Wohnung und fährt jeden Abend mit der Bahn zu seiner Arbeit als Nachwächter in einem Fitnessstudio. Eigentlich sollte alles kein Problem sein, wäre da nicht die Tatsache, dass Beto eigentlich schon tot ist. Als es immer schwieriger für ihn wird, seine voranschreitende Verwesung und den körperlichen Verfall samt Eigengeruch zu verstecken, entscheidet er sich endgültig dazu, aus seinem normalen Alltag zu verschwinden und sich vor der Welt zu verstecken. Wäre da nicht seine Cheffin Silvia, zu der sich Beto hingezogen fühlt. Denn gerade jetzt hat auch sie ein Auge auf ihn geworfen...

 

Halley - Das Leben eines Zombies setzt gänzlich auf Minimalismus. Prinzipiell ist das kein falsches Rezept, hätte man sich dabei auf das minimalistische Setting mit minimalem Dialog- und Darstellereinsatz beschränkt. Leider jedoch wurde der Minimalismus auch in allen anderen Bereichen fortgesetzt, und so sorgen minimale Charakterisierung der Figuren und minimaler Ereignisreichtum letztendlich auch für minimale Unterhaltung. Halley - Das Leben eines Zombies begleitet einen Untoten, aus welchen Gründen auch immer er in diesem Zustand verharrt, bei seinen alltäglichen Verrichtungen, angefangen von der Morgentoilette bis hin zum Date mit der Chefin, ohne dabei besondere Feinheiten oder gar Informationen zu liefern. Alles wirkt sehr melancholisch und tragisch, bleibt aber auf Grund der fehlenden Persönlichkeit der Charaktere stets auf Abstand, was letztendlich dafür sorgt, dass man bereits nach weniger als einer halben Stunde das erste Mal gelangweilt auf den Timer seines Players schielt. Die einzigen Szenen, die den Zuschauer aus seiner Lethargie reißen können, sind die in denen die zunehmend deprimierte Hauptfigur seine Körperhygiene vollzieht, denn dann ist Ekel und Abscheu vorprogrammiert. Ansonsten jedoch versucht Halley - Das Leben eines Zombies einfach nur mit zwanghaft kunstvoll arrangierten Bildern zu punkten, was jedoch in keiner Weise funktioniert.

 

Noch eine kurze Info am Rande: Der titelgebende Halleysche Komet wird nur in einer Szene des Films erwähnt und hat ansonsten eigentlich keinerlei Bedeutung für die Handlung.

 

Bildergalerie von Halley - Das Leben eines Zombies (5 Bilder)

Das Bild der Blu-ray ist stark stilisiert. Dadurch ergeben sich sterile, entsättigte aber sehr scharfe Aufnahmen, dann wenn die Hauptfigur alleine in ihrer Wohnung zugange ist, ansonsten jedoch bilden sich dank stark überhöhtem Kontrast übersteuernde hellen Bereiche und starke Unschärfen, die wohl das schwindende Sehvermögen des Zombies verdeutlichen sollen. Die Tonspur ist gänzlich frontlastig und kann kaum Akzente setzen. Die wenigen Dialoge kommen klar und verständlich sowie gezielt ortbar aus den Frontspeakern, ansonsten ist der Ton jedoch genauso ereignislos wie der Film selbst.


Das Fazit von: MarS

MarS

Melancholie und Trübsal sind die Hauptzutaten von Halley - Das Leben eines Zombies. In kunstvollen Bildern und mit einigen Ekeleffekten bestückt gelingt es dem Film jedoch nicht, den Zuschauer auf irgendeine Weise zu unterhalten, denn zu ereignislos ist der gesamte Verlauf der Erzählung. Die Figuren erhalten keine Charakterisierung, auf Erklärungen oder Hintergründe wird verzichtet, und auch die wenigen Dialoge schaffen es nicht wirklich, das Interesse beim Zuschauer aufrecht zu erhalten. Halley - Das Leben eines Zombies versucht das Zombie-Genre aus einem neuen Blickwinkel zu zeigen, versagt dabei aber leider auf ganzer Linie.


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