Hesher - Der Rebell

Hesher - Der Rebell

Originaltitel: Hesher
Genre: Drama
Regie: Spencer Susser
Hauptdarsteller: Joseph Gordon-Levitt
Laufzeit: 106 Minuten
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 16

Hesher - Der Rebell   17.10.2012 von Torsten

Joseph Gordon-Levitt hat sich zuletzt mit seiner Darbietung in 500 Days of Summer das Image eines niedlichen Herzschmerz-Darstellers erarbeitet, nur um es in Filmen wie Inception oder dem hier zu bewertendem Hesher – der Rebell wieder los zu werden. Wir haben uns den Film, der auf dem Sundance Festival 2010 für einen Preis nominiert war, einmal angeschaut ...

 

Nach einem verhängnisvollen Auto-Unfall muss der 13-jährige TJ ohne Mutter aufwachsen. Den Unfall konnte weder er noch sein Vater verarbeiten. Der Wagen mit Totalschaden wurde nun, nach langer Standzeit vor dem Haus, von einem Abschleppunternehmen abgeholt und der junge TJ fährt mit seinem Rad fassungslos hinter dem Wagen her, der ihm als Brücke zu einer glücklicheren Vergangenheit diente. Nur mit Gewalt lässt er sich aus dem Wagen zerren. Dem Vater ergeht es nicht besser. Dieser sucht Trost bei einer Selbsthilfegruppe, doch die meiste Zeit über schläft er – durch den Tablettenmissbrauch benebelt – auf der Couch. Er scheint träge, uninteressiert und nicht ansprechbar. Für den jungen TJ ist er in dieser schwierigen Zeit jedenfalls keine Hilfe. Doch dann tritt mit einem Schlag, genauer gesagt einem Steinwurf, Hesher in sein Leben. Der magere, tätowierte Mann ist bekennender Anarchist und quartiert sich spontan und ungefragt im Haus der trauernden Familie ein. Der antriebslose Hausherr macht keine Anstalten den vermeintlichen Freund seines Sohns hinauszuwerfen. TJ fürchtet den skrupellosen Mann, sucht bei ihm jedoch zeitgleich auch Zuflucht, ist er doch die einzige Person, die ihm eine Führung durch diese düstere Zeit ist. Als sich TJ in die Kassiererin eines Supermarkts (Natalie Portman) verliebt, gerät die Beziehung zu Hesher aus den Fugen.

 

Devin Brochu kann in der Rolle des 13-jährigen Losers TJ ebenso überzeugen wie Rainn Wilson in der Rolle des tablettenabhängigen Vaters. Sie beide bieten eine solide Plattform, auf der Joseph Gordon-Levitt im völligen Rollenkontrast aufspielen kann. So erhält die Rolle des anarchistischen Rebellen erst seine tragende Aussagekraft. Die Handlung ist schräg und reich an Wendungen, wird aber immer wieder durch langatmigere Szenen unterbrochen. Diese sind für die Abgrenzung von plötzlich eintretenden und verstörend wirkenden Sequenzen natürlich wichtig, nehmen im Gegenzug aber gehörig Fahrt aus der Erzählung. So driftet das Ganze immer weiter in das Drama ab, womit sich der Liebhaber kurzweiliger Filme nicht zufriedengeben wird.

 

Bildergalerie von Hesher - Der Rebell (7 Bilder)

Das Bild ist gerade in dunkleren Szenen etwas körnig. Im Gesamturteil ist es allenfalls als durchschnittlich zu bezeichnen. Der Regisseur Spencer Susser hat mit all seinen „Spiegelaufnahmen“ und verspielten Fokus-Blenden dem Film spürbar seinen Stempel aufdrücken wollen. Das gelingt recht gut, ohne all zu nervig oder gar aufdringlich zu werden. Auch die Synchronisation kann überzeugen. Es wurden stimmig ausgewählte Sprecher genommen, die gut zu ihren Rollen passen und dem gesprochenen Text auch ausreichend Leben verleihen.


Das Fazit von: Torsten

Torsten

Hesher ist wirklich ein Rebell. Mit seinem anarchistischen Lebensstil bringt er eine trauernde Familie und damit auch den Zuschauer in Aufruhr. Einige schockierende Szenen, einige Lacher, aber auch viel Leerlauf durchziehen die abgedrehte Handlung, die am Ende nicht vollständig überzeugen kann. Hesher – der Rebell ist ein durchaus sehenswertes, wenn auch stellenweise etwas melancholisches Drama, das berührt, ohne wirklich zu beeindrucken.


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