Homefront uncut

Homefront uncut

Publisher: THQ
Entwicklerstudio: Kaos Studios
Genre: Action
Sub-Genre: 1st Person Shooter
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 15.03.2011
USK 18

Homefront uncut   15.03.2011 von Panikmike

Vier Tage vor der offiziellen Veröffentlichung des lang erwarteten Shooters "Homefront" trudelte unser Musterexemplar ins Haus. Ein besserer Zeitpunkt hätte es nicht sein können: Wochenende, sturmfreie Bude und genügend Verpflegung, um nicht mehr aus dem Haus zu müssen. Mal sehen, ob das Spiel im Vorfeld überbewertet wurde oder ob es wirklich der Knaller ist…

Wir befinden uns in einem heruntergekommenen Raum mit offenen Fenstern. Eine Kerze steht auf dem Tisch und das Radio spielt schöne Militär-Klänge. Ein zerfetzter Stuhl ziert den Raum, am Fenstersimms stehen ein paar grüne Pflanzen und ein Fremder klopft wie verrückt an der Tür. „Wohnt hier ein Robert Jackobs?“ schallt es in den Raum. Da uns keine andere Wahl bleibt als die Tür zu öffnen, lassen wir den Unbekannten in unsere nette Wohnung. Doch bevor ich die Klinke nach unten drücken konnte, wird die Tür eingeschlagen und zwei vermummte Militäreinheiten stürmen das Zimmer. Ein General betritt den Raum, erzählt mir irgendwas Patriotisches und lässt mich niederschlagen – was für ein toller Tag.

Als ich wieder zu mir komme befinde ich mich angekettet in einem Schulbus. Doch ich bin nicht alleine, denn hinter mir und vor mir sitzen zwei Gefangene, die ebenso keine Ahnung haben, was hier geschieht. Als ich aus dem kaputten Fenster sehe, sind da noch mehr Gefangene, die von Soldaten zu Boden gedrückt werden. Kurze Zeit später fährt der Bus los und die Situation wird immer schlimmer. Alle Menschen werden wie Vieh gehalten, verprügelt oder sogar erschossen. Ein kleines Kind weint am Straßenrand, aber den herumstehenden Soldaten lässt die gesamte Situation kalt. Was ist hier nur los? Diese Frage wird sich wahrscheinlich nicht so schnell und einfach beantworten lassen. Als mich der Gefangene vor mir anspricht, höre ich ihm aufmerksam zu. Leider weiß er auch nicht wirklich viel mehr als ich. Gibt es eine Chance zu entkommen? Was habe ich getan? Wo sind wir eigentlich?

Plötzlich passiert ein Unfall und wir liegen mit dem Bus auf dem Kopf. Alles tut weh, doch wir erkennen unsere Chance. Wenn wir jetzt nicht weglaufen, dann werden wir nie herausfinden, was hier geschieht. Noch schnell die Pistole geschnappt und mit meinen Kollegen aus dem Bus gelaufen. Los geht die Hetzjagd. Wir wollen nur raus aus dieser Hölle. Sie wollen uns schnappen oder Tod sehen. Wir kämpfen uns durch Flugzeugwracks, zerstörte Häuser und kaputte Autos. Und das nur, um die Wahrheit herauszufinden. Doch was ist die Wahrheit? Mehr verrate ich hier an dieser Stelle nicht. Die gesamte Geschichte enthält ein paar Überraschungen und einige Informationen, die ich Euch nicht vorweg nehmen möchte!

Die Steuerung von "Homefront" ist sehr eingängig. Shooter-versierte Spieler kennen sich sofort aus und fühlen sich heimisch. Da es keinen wählbaren Schwierigkeitsgrad gibt, sollten Neulinge erst ein paar Minuten rumlaufen und die Tasten ausprobieren. Kurz nach dem Beginn des Spiels geht auch schon die Post ab und Zeit zum Lernen ist nicht mehr vorhanden. Natürlich gibt es im gesamten Spiel immer wieder ruhigere Passagen, bei denen man etwas entdecken muss, jedoch halten sich diese Sequenzen in Grenzen. Generell wird ACTION großgeschrieben. Mal hier einen Panzer zerstören, mal dort ein Haus verteidigen oder mit der Gruppe vor der bösen Macht davon laufen. Hin und wieder dürfen wir auch den Goliath steuern. Dieses Monstrum ist ein fahrbarer Untersatz, in den wir zwar selbst nicht einsteigen können, aber dem wir Ziele geben dürfen, die er dann für uns abschießt. Der Goliath ist ein gelungenes Element in dem sonst ziemlichen Einheits-Shooter-Brei. Die Kampagne ist relativ schnell beendet und geübte Spieler werden das Ende in ca. sechs bis acht Stunden zu Gesicht bekommen. Richtig viel Neues bietet "Homefront" im Einzelspieler-Modus nicht, denn dafür ist alles zu normal. Selten wird man richtig gefordert und eine richtig große Überraschung gibt es nicht. Doch "Homefront" ist wie "Call of Duty" oder "Battlefield" auf ein Mehrspielererlebnis ausgelegt.

Der Mehrspielermodus fetzt unglaublich. Alleine schon der Einstieg in die Hölle ist neu. Hat man im Laufe der Session Erfahrungspunkte gesammelt, so kann man direkt beim Respawn in Fahrzeuge einsteigen. Hat man fett abgesahnt, dann kann man sogar in einen fetten Panzer einsteigen, wenn man diesen vorher freigeschalten hat. Doch bis dahin ist ein weiter Weg und dafür muss man schon einige Stunden vor der Konsole hocken. Natürlich kann man wieder, wie bei jedem Shooter mittlerweile, in verschiedene Stufen aufsteigen und sich dann mehr Gimmicks leisten. Extras gibt es viele, egal ob man nun eine andere Granate oder eine bessere Waffe möchte. Anders als bei vielen Shootern wird man nicht durch Multikills belohnt und kann dann etwas Übermächtiges freischalten, sondern man kann sich eines von zwei Gimmicks mit den Erfahrungspunkten freischalten. Es bleibt einem selbst überlassen ob man hier zum Beispiel einen steuerbaren Helikopter oder eine Superwumme nimmt. Wie immer gibt es auch verschiedene Klassen, die unterschiedliche Fähigkeiten besitzen. Sechs gibt es an der Zahl, welche vom Scharfschützen bis hin zum Soldaten verschiedene Möglichkeiten bieten. In Sachen Mehrspieler-Modi hat sich THQ leider nicht besonders viel einfallen lassen. Es gibt natürlich den klassischen Teamkampf, eine Art Eroberung und ein paar Abwandlungen dieser Modi. Dafür lässt  sich die Spieleranzahl sehen. Bei "Eroberung" können maximal bis zu 32 Spieler teilnehmen. Das Schöne daran ist, dass bei keiner meiner Testphasen das Spiel langsamer wurde oder es irgendwelche Aussetzer gab. Die Server und das Spiel laufen stabil und genauso soll es sein! Selbst vor der Veröffentlichung war immer mindestens ein Spiel voll und ich denke danach werden die Server noch sehr viel mehr besucht sein. Es sollte also keine Probleme geben andere Waffennarren zu finden.

Das Kernstück des Spiels liegt in der Personalisierung. Steigt man eine Stufe auf und verbessert man eine Waffe (durch eine bestimmte Anzahl an Kills), so bekommt man nach und nach bessere Waffen, Zielfernrohre, Visire, Schalldämpfer, Tarnungen, verschiedene Granatentypen und weitere Erweiterungen frei geschalten. Im Menü kann man diese dann auswählen und sich somit den ultimativen Kämpfer bauen. Doch dem nicht genug gibt es noch verschiedene Fähigkeiten und zwei Kaufplätze. Bei den Fähigkeiten kann man im Laufe des Spiels aus drei Kategorien wählen und diese kombinieren. Anfangs sind es noch einfache Dinge wie schnelleres Nachladen oder eine heftigere Drohnenexplosion. Später kommen dann zusätzliche Spezialgranaten oder eine schnellere Regeneration dazu. Bei den Kaufplätzen hat man sich auch was ausgedacht. Jeder Spieler kann hier seine zwei Lieblingsgimmicks anwählen, die er sich dann im laufenden Spiel per Erfahrungspunkte freikaufen kann. Wer genug Erfahrung gesammelt hat und mindestens Level 10 erreicht hat, der kann sogar die Fahrzeugausrüstung optimieren. Ihr merkt schon, dass "Homefront" an dieser Stelle einiges zu bieten hat!

Widmen wir uns mal der Technik des Spiels. Die Darstellung ist  sehr durchwachsen, doch generell kann man schon von einer guten Grafik sprechen. Jedoch darf man es auf keinen Fall mit einem "Call of Duty" vergleichen. Die Atmosphäre erinnert stark an ein Endzeit-Szenario, jedoch ist bei "Homefront" nicht alles so extrem zerstört. Das Setting wurde gut umgesetzt, doch leider sind manche Texturen matschig und trüben den Spielspaß. Leider gibt es auch keine richtigen Details von Gesichtern, Waffen oder Ähnlichem. Man sollte hier einfach nicht zu viel erwarten, doch das ist meckern auf sehr hohem Niveau, denn insgesamt sieht "Homefront" wirklich gut aus. Die Musik des Spiels unterstreicht das Kampfgeschehen und die Effekte dröhnen sauber aus allen Boxen. Wer eine Dolby-Digital-Anlage hat, der sollte sich schon mal eine kugelsichere Weste anziehen und irgendwo in Deckung gehen. Ach ja und vor allem sollte man den Nachbarn Bescheid geben. Die deutsche Übersetzung ist gelungen, doch leider konnte ich die deutschen Stimmen nicht mit den englischen Stimmen vergleichen.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Was habe ich mich auf dieses Spiel gefreut und ich muss sagen, dass ich nur wenig enttäuscht worden bin. Bei der Einzelspieler-Kampagne war mir fast klar, dass sie nicht allzu lange dauert und auch nicht viel Neues beinhalten wird. Beim Mehrspielermodus allerdings habe ich gehofft, dass es kein billiger Abklatsch von "Battlefield" ist. Die Entwickler haben hier ein sehr gutes Spiel erschaffen, das mit Individualisierungen und Geschwindigkeit glänzt. Auch wenn man vieles von anderen Shootern kennt - Die Action und vor allem die Personalisierungsmöglichkeiten sind klasse. Alles in Allem ist "Homefront" ein solider Titel, der zwar nicht mit der Königsklasse mithalten kann, jedoch eine sehr lange Zeit an die Konsole fesselt. Spieler, die nur eine Einzelspieler-Kampagne haben wollen, werden hier relativ gut bedient und auch Multiplayer-Liebhaber werden ihre Freude daran haben. Bis "Battlefield 3" kommt ist "Homefront" auf alle Fälle ein würdiger Unterhalter.


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positiv negativ
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