I Am Alive

I Am Alive

Publisher: Ubisoft
Entwicklerstudio: Ubisoft Shanghai
Genre: Action
Sub-Genre: Survival-Action
Art: Downloadtitel
Erscheinungsdatum: 04.04.2012
USK 18

I Am Alive   06.03.2012 von Panikmike

Die Gerüchteküche brodelte sehr lange. Immer wieder dachten die Gamer, dass „I Am Alive“ gar nicht erscheinen würde. Letztendlich kommt es nun doch, der 07.03.2012 ist der Stichtag der Apokalypse. Wer ein echter Überlebenskünstler sein möchte, für denjenigen ist dieses Spiel genau richtig. Damals als Vollpreistitel geplant, wirft es Ubisoft am Stichtag nun auf den Marktplatz von Xbox 360 und Playstation 3. Wir haben uns das Spiel angesehen und versuchten zu überleben …

Einsam und allein schlendere ich durch eine mir unbekannte Welt. Vor über einem Jahr kam mir noch alles vertraut vor. Kinder spielten auf Spielplätzen, Autos fuhren auf den Straßen und der Lärm nervte mich Tag für Tag. Doch dieses Gefühl werde ich nie wieder haben, denn diese Welt gibt es nicht mehr. Vor mehr als einem Jahr streckte ein unbeschreiblich heftiges Erdbeben alles nieder, was in Reichweite war. Die Menschheit - so wie wir sie kannten - wurde fast vollständig ausgelöscht und jeder Einzelne kämpft nun ums eigene Überleben. Familien wurden getrennt und Freundschaften wurden zu Feindschaften. Gier, Hass und der Überlebenswille beherrschen das Heute. Ich selbst überlebe nur, weil ich die Hoffnung nicht aufgegeben habe, meine Frau und mein Kind wiederzufinden. Auch wenn ich nicht weiß, wo ich suchen soll, so werde ich meinen letzten Tropfen Schweiß vergießen, um meine Familie zu finden.

Wenn ich über die Vergangenheit so nachdenke, kommen mir die typischen Endzeitfilme in den Sinn. In diesen Momenten muss ich lachen, denn die zerstörte Welt beinhaltet keine Zombies, Supermutanten oder Ähnliches. Der Mensch kämpft gegen die Natur und nicht gegen ein Hirngespinst eines Autors. Ich bin ein gewöhnlicher Bürger, der immer noch das Gute im Menschen sieht. Leider gibt es heutzutage nur Leid zu sehen und eine Aggression, die sich meistens gegen andere Überlebende richtet. Jeder denkt nur an sich, kaum einer hilft den Kranken auf den Straßen und in den Gassen. Ich befinde mich in meiner Heimatstadt Haventon, ein mittlerweile unvorstellbarer Trümmerhaufen voller Gefahren, Dreck und Herausforderungen. Vielleicht ist dies die letzte Botschaft von mir, denn ich weiß nicht, wie lange ich es in diesem Zerfall noch aushalte. Meine Nahrung geht zu Ende und meine Kräfte schwinden. Der Gedanke an meine Familie ist das Letzte, was mich am Leben hält …

Nun ist der Spieler an der Reihe. Es geht nicht nur ums nackte Überleben, sondern auch darum, die Familie des Mannes wiederzufinden. Dabei muss sich der Spieler auf unbekannte Gefahren und Gegner einstellen. Der alltägliche Hausstaub ist zwar nicht unbekannt, dennoch in rauen Mengen gefährlich. Viel davon verstopft den Körper und die Lungen. Dies kann auf Dauer zum Tod führen und das geht schneller, als man denkt. Ebenso ist es wichtig, allerlei Gegenstände zu finden und zu versuchen, jede Situation möglichst diplomatisch zu lösen. Waffen gibt es zwar viele, jedoch ist die Munition knapp. Es ist aber auch nicht immer die beste Lösung, alles über den Weg zu schießen oder jeden umzubringen. Ressourcen sind kaum vorhanden, also muss der Spieler das Beste daraus machen. Ablenkungen gehören genauso zur Tagesordnung, wie Einschüchterung und Hirnschmalz. Eine Waffe ist Furcht einflößend, auch wenn keine Kugel in ihr steckt. Manche werden sich aber nicht täuschen lassen und den Helden auf eine harte Probe stellen. Schweißtreibender und actionreicher könnte es nicht sein!

Doch alles zehrt an den Nerven und kostet Ausdauer. Auch wenn diese automatisch regeneriert, so sollte man mit seiner Kraft sorgfältig umgehen. Es hat schon mehreren Menschen den Tod gekostet, nur weil sie beim Klettern keine Energie mehr hatten und abstürzten. Hat man einen Kletterhaken im Gepäck, so sollte man ihn zur richtigen Zeit auch einsetzen. Damit kann man unterm Klettern regenerieren und das ist für den Körper sehr wichtig. Wer irgendwann mal gar nicht mehr weiterkommt, der sollte seinen Blick stets gen Himmel richten. Ein Haken und ein Wurfseil sind sehr hilfreich um Tarzan zu spielen. Es ist allerdings Vorsicht geboten, denn Lianen gibt es in der zerstörten Welt keine und drauf rumturnen ist ein Hirngespinst der Filmindustrie – so etwas schafft kein normaler Mensch. Nicht zu vernachlässigen ist der Blick auf die Umgebung. Wasser, Nahrung, Munition und mehr brauchbare Dinge findet man nur, wenn man zu suchen beginnt. Die Stadt ist zwar zerstört und irreparabel, jedoch ist sie für Forscher und Entdecker ein Goldschatz – Indiana Jones und Lara Croft lassen grüßen :)


Ist dein Ego kräftig genug, um in dieser Welt zu überleben? Kannst du hart genug sein, um deine Feinde zu täuschen, oder kann der Gegner deine Angst schon meterweise riechen? Wird dich die Natur besiegen oder versuchst du bist aufs Letzte, einer der Überlebenden des Erdbebens zu sein?


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Ich habe mich seit Langem auf dieses Spiel gefreut und muss sagen, dass es mir total Spaß gemacht haben. Die zerstörte Welt sieht unglaublich gut aus und der Staub-Pixel-Effekt passt sehr gut zum Szenario. Eine brillantere Grafik würde viel vom Flair zerstören, daher ist es gut, dass dieser Weg eingeschlagen wurde. Spieler, die sich ein Actionabenteuer erwarten, sollten aber von „I Am Alive“ einen großen Bogen machen. Natürlich gibt es Action-Sequenzen, aber es dominiert eine ruhige und außergewöhnliche Atmosphäre, in der zu viel Action fehl am Platz wäre. Der Spieler sieht sich in Ruhe um, klettert, springt und sucht sich seinen Weg, um weiterzukommen. Spieler, die Rambo sein möchten, werden hier schnell draufgehen. Es geht um Köpfchen, Reaktionen der Personen und Verhaltensmuster, die man studieren sollte. Ebenso stellt sich die Frage: Hilft man anderen Personen oder behält man die Hilfsmittel für sich selbst? Wer Spiele wie Silent Hill oder Alan Wake mag, der sollte hier auf alle Fälle zuschlagen. Doch „I Am Alive“ ist anders. Kannst du die Katastrophe akzeptieren und überleben?


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positiv negativ
  • Gut gemachtes Setting
  • Staub-Pixel-Effekt verstärkt die Atmosphäre
  • Gute Kombination aus Ruhe und Action
  • Sehr gute Umsetzung der Endzeit-Welt
  • Fair verteilte Hilfsmittel
  • Zwei Schwierigkeitsgrade
  • Interessante Story
  • Teilweise sehr schwer
  • Lange Ladezeiten
  • Teils unfaire Rücksetzpunkte





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