Imperial Settlers

Imperial Settlers

Genre: Strategie
Autor: Ignacy Trzewiczek
Spieleverlag: Pegasus Spiele
Empfohlenes Alter: 10
Spieldauer: 45-90 Minuten
Anzahl Spieler: 1-4

Imperial Settlers   14.06.2016 von Born2bewild

Mit Imperial Settlers gibt es von Pegasus Spiele ein Spiel, das vom Titel und von der Grundidee des Ressourcensammelns sehr an den Genreprimus Die Siedler von Catan erinnert. Ob es sich um eine Kopie der Konkurrenz von Kosmos handelt oder ob Imperials Settlers mit neuen Ideen überzeugen kann, erfahrt Ihr in unserem Review…

 

Das Material und die Vorbereitung

 

Die Verpackung von Imperial Settlers ist im üblichen quadratischen Format gehalten. Auf der Front lächelt einem ein freundlicher Siedler mit seinem Hund entgegen, der auf einem Feldweg eine Siedlung verlässt. Im Inneren der Verpackung finden sich neben der Anleitung drei Pappbögen mit Spielmaterial, ein wiederverschließbarer Beutel mit Holzfiguren und das wichtigste Spielelement, die Karten. Insgesamt macht das Material einen sehr guten Eindruck. Die Karten sind schön gestaltet und enthalten die notwendigen Beschreibungen. Nachdem man die Spielmaterialien und die Karten ausgepackt hat, kann man sich um den eigentlichen Spielaufbau kümmern.

 

Jeder Mitspieler (1-4) sucht sich ein Volk aus, das er gerne spielen möchte. Zur Auswahl stehen Römer, Barbaren, Ägypter und Japaner. Jedes dieser Völker hat gewisse Vor- und Nachteile, dazu später mehr. Nun erhält jeder seine Völkertafel, das entsprechende Völkerplättchen, die Völkerkarten sowie eine Spielübersicht. Die Ägypter erhalten zusätzlich noch die vier Spezialplättchen. Jeder legt die Völkertafeln vor sich ab und die Völkerkarten daneben. Die Völkerplättchen werden auf der Punktetafel bei „0“ positioniert. Die außerdem vorhandenen allgemeinen Karten werden mit den Waren (Holz, Steine, Nahrung, Gold und Arbeiter) und sonstigen Plättchen (Angriff, Verteidigung und Vervielfältigung) sowie dem Wertungsplan in die Mitte gelegt, sodass jeder Spieler auf diesen allgemeinen Vorrat zugreifen kann. Das Rundenzählerplättchen wird auf das Feld mit der „I“ gelegt.

 

Alle Kartenstapel werden jeweils gut gemischt. Also die eigenen Völkerkarten sowie der allgemeine Kartenstapel in der Mitte. Der vorher festgelegte oder auch geloste Startspieler zieht je zwei Völkerkarten aus seinem Stapel sowie zwei allgemeine Karten. Dies wird reihum nun von jedem Mitspieler ebenfalls getan und schon kann das Spiel beginnen.

 

Die Anleitung

 

Sie ist verständlich aufgebaut und ist durch gelungene kurze Zusammenfassungen auch zum kurzen Nachlesen geeignet. Sie umfasst insgesamt 15 Seiten, auf denen sich aber viel Bildmaterial zur Veranschaulichung  befindet. Außerdem bestehen die letzten fünf Seiten aus Erklärungen zu bestimmten Karten und den Völkern (speziell den Japanern) sowie verschiedenen Varianten im Spielablauf wie zum Beispiel eine veränderte Kartenphase oder dem Solospiel.

 

Das Lesen nimmt etwas Zeit in Anspruch, geschätzte 20-30 Minuten, und man muss sich viele Kleinigkeiten merken. Allerdings ist hier die Zusammenfassung auf der letzten Seite sehr hilfreich, wenn man sie bei den ersten Spielen gut sichtbar auf den Tisch legt. Wir dachten es geht ohne, aber erst nach der dritten Partie haben wir auch wirklich nach den vollständigen Regeln gespielt. 

 

Das Spielziel

 

Ziel des Spiels ist mehr Siegpunkte als der oder die Gegner zu haben. Sollte es bei den Punkten einen Gleichstand geben, so gewinnt der Spieler mit den meisten Arbeitern und Rohstoffen, die er am Ende der fünften Runde noch übrig hat. Bei erneutem Gleichstand gewinnt die höhere Anzahl an noch nicht gespielten Handkarten.

 

Der Spielablauf

 

Das Spiel verläuft in fünf Runden, die jeweils auf vier Phasen bestehen: Kartenphase, Ertragsphase, Aktionsphase und die Aufräumphase.

 

In der Kartenphase erhält jeder Spieler reihum eine Karte aus seinem Völkerstapel und eine Weitere, indem eine Karte mehr als die Anzahl Mitspieler vom allgemeinen Kartenstapel gezogen und offen ausgelegt werden.  Der Startspieler darf sich eine der Karten aussuchen und nach ihm im Uhrzeigersinn alle anderen. Am Ende bleibt eine Karte übrig. Diese wird auf den Ablagestapel gelegt (HINWEIS: es empfiehlt sich für jede Kartenart einen eigenen Ablagestapel zu machen, sonst muss man alle Karten am Ende wieder auseinander sortieren). Eine zweite allgemeine Karte wird wie die erste erworben, nur dass der letzte Spieler anfangen darf und es gegen den Uhrzeigersinn weitergeht. Jeder hat also am Ende der Kartenphase drei neue Karten.

 

Als nächstes kommt die Ertragsphase. In dieser erhalten alle Spieler alle Erträge, die auf der  Völkertafel abgebildet sind sowie im weiteren Spielverlauf aus den gebauten Ortskarten und den getroffenen Handelsvorkommen. Alle so eingenommenen Rohstoffe müssten innerhalb dieser Runde aufgebraucht werden, sofern sie nicht gelagert werden können (siehe Aufräumphase).

 

Jetzt folgt die wichtigste und längste Phase der Runde, die Aktionsphase. In dieser Phase beginnt der aktuelle Startspieler mit einer Aktion und dann reihum jeder seiner Gegenspieler ebenfalls. Dies wird solange wiederholt bis keiner mehr eine Aktion machen kann oder will. Möchte man keinen Spielzug mehr machen, sagt man einfach „passen“. Man ist dann auch sicher vor Angriffen der Gegner. Es kann aus folgenden Spielzügen immer wieder neu gewählt werden:

 

  • Rohstoffe tauschen. Es können wie auf der Völkertafel angegeben zwei Arbeiter gegen einen beliebigen Rohstoff (Holz, Stein, Nahrung), ein Angriffsplättchen oder eine beliebige Karte getauscht werden.
     
  • Einen Ort bauen. Entweder einen allgemeinen oder einen Völkerort. Dazu müssen lediglich die oben links auf der Karte angegeben Rohstoffe gezahlt werden. Man muss sie also in der Ertragsphase erhalten oder in der Aktionsphase getauscht haben. Ist als Rohstoff ein Haus angegeben, so muss man einen anderen bereits gebauten Ort opfern. Es ist egal, ob allgemeiner oder Völkerort. Dieser wird auf den entsprechenden Ablagestapel gelegt. Alle benötigten Rohstoffe müssen auf einmal bezahlt werden. Es wird unterschieden zwischen Produktions-, Fähigkeiten- und Aktionsorte. Für eine bessere Übersicht legt man die Orte entsprechend ihrer Funktion nach neben der Völkertafel ab. Man kann dann zusätzlich noch zwischen allgemeinen und Völkerkarten sortieren, indem man eine Sorte links und die andere rechts der Tafel auslegt.
     
  • Aktionsort aktivieren, indem man den entsprechenden Ort auswählt, dessen Aktion man ausführen möchte. Man legt die geforderten Waren auf die Karte und führt die Aktion durch. Einige Aktionen kann man 2x pro Runde ausführen. Das ist dann auf der Karte direkt vermerkt.
     
  • Einen Ort zerstören. Dies kann man mit eigenen Handkarten sowie mit vom Gegner ausgespielten Orten machen. Für die eigenen Karten auf der Hand benötigt man nur ein Zerstörungsplättchen, für einen gegnerischen Ort sind es zwei. Sollten auf einem Ort Verteidigungsplättchen liegen oder ein Samurai ihn beschützen erhöht sich die Anzahl der benötigten Zerstörungsplättchen entsprechend um diese Anzahl. Der zerstörte gegnerische Ort wird zum Fundament (außer bei Japanern) und kann als Baustoff für andere Orte (siehe Punkt 2) verwendet werden. Man erhält jeweils die angegebenen Rohstoffe des Ortes am linken mittleren Rand (das Zerstörungsfeld). Der Gegner erhält für einen zerstörten Ort ein Holz in seinen Vorrat. Orte von Mitspielern, die bereits gepasst haben, sind tabu. Ist kein Rohstoff für das Zerstören angegeben, so kann der Ort auch nicht zerstört werden (alle Völkerorte außer Japaner).
     
  • Ein Handelsabkommen treffen. Diese findet man nur auf den Völkerkarten. Es ist der blaue untere Rand, in dem ein Rohstoffsymbol abgebildet ist. Möchte man ein Handelsabkommen treffen, um in den weiteren Runden in der Ertragsphase mehr Rohstoffe zu erhalten, muss eine Nahrung aus dem eigenen Vorrat gezahlt werden. Die Karte wird auf den Kopf gedreht und mit dem Ertragssymbol sichtbar unter die Völkertafel geschoben (dort wo Handelsabkommen steht).

 

Bildergalerie von Imperial Settlers (10 Bilder)

Entscheidend für den Spielablauf ist also auch auf die Aktionen seiner Gegenspieler zu reagieren.

 

Am Ende einer Runde gibt es die Aufräumphase. Alle Rohstoffe, Arbeiter, Gold sowie Zerstörungs- und Verteidigungsplättchen, die nicht gelagert werden können durch einen Ort oder die Völkertafel, kommen wieder in den Vorrat. Handkarten und Siegpunkte werden behalten. Auch alle Waren und Plättchen, die zum Aktivieren oder Schützen eines Ortes eingesetzt wurden, kommen zurück in den Vorrat. Das Startspielerplättchen wandert im Uhrzeigersinn weiter und das Rundenzählerplättchen rutscht eine Position nach unten. Eine neue Runde beginnt.

 

Nach fünf Runden endet das Spiel und der Sieger wird ausgezählt.

 

Neben der bereits erwähnten Abweichungen für die Japaner, gibt es auch bei den Ägyptern etwas. Wählt man dieses Volk aus, so hat man vier Spezialplättchen, mit denen man im Zusammenhang mit dem richtigen Ort und dessen Aktivierung, einen Ort des Gegners die ganze Runde für sich nutzen kann. Dieser übernommene Ort muss also noch mindestens eine Aktivierung frei haben, damit sich das Ganze lohnt.

 

Lieferumfang

 

  • 1 Wertungsplan
  • 1 Rundenzählerplättchen
  • 4 Völkertafeln
  • 4 Völkerplättchen
  • 4 Spielübersichten
  • Je 30 Völkerkarten (Barbaren, Römer, Ägypter und Japaner)
  • 84 allgemeine Karten
  • je 32 Holzwaren, Steine und Nahrung
  • 40 Arbeiterfiguren
  • 18 Zerstörungs- und 10 Verteidigungsplättchen
  • 24 Gold
  • 6 Vervielfältigungsplättchen (sollten die Rohstoffwaren ausgehen)
  • 1 Startspielerplättchen
  • 4 ägyptische Spezialplättchen
  • 16 Angriffskarten (nur für das Solospiel)

Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Josi:

Zunächst dachte ich Imperial Settlers ist ein Kopie von Die Siedler von Catan. Dann musste ich aber schon beim Lesen der Anleitung feststellen, dass dem nicht so ist. Man sammelt zwar Rohstoffe, aber diese halten nur für eine Runde und man muss immer auf der Hut sein, was die Gegenspieler für Karten ausspielen und sich aussuchen. Ich bin sehr gespannt was die Erweiterung zu diesem Spiel noch für Änderungen mit sich bringt. Für mich ein Spiel, dass man auch super zu zweit spielen kann. Das ist oftmals dann ja eher eintönig und langweilig. Hier ist aber immer was Neues zu entdecken und mit den verschiedenen Völkern, die alle Vor- und Nachteile haben, ist jedes Spiel anders. Für mich ein Spiel für jede Spielesammlung!

 

Alex:

Genau wie Josi ging ich von der Grundidee und vom Titel eigentlich davon aus, dass es eine Art Die Siedler von Catan-Klon ist. Doch dem ist nicht so. Mir persönlich macht Imperial Settlers mehr Spaß als der Konkurrent. Es ist abwechslungsreicher und ich habe – im Gegensatz zu Die Siedler von Catan – eine Chance gegen meine Frau. Ich schließe mich daher ihrer Meinung an und spreche eine klare Empfehlung für Brettspielesammler aus.


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