Industria - 600 Jahre Entwicklung

Industria - 600 Jahre Entwicklung

Genre: Brettspiel
Autor: Michael Shacht
Illustrator: Hans-Jörg Brehm
Spieleverlag: Queen Games
Empfohlenes Alter: 10+
Spieldauer: 60 Minuten
Anzahl Spieler: 3-4

Industria - 600 Jahre Entwicklung   02.12.2017 von Dante

Dante hat sich mal wieder in den Spieleschränken der Redakteure umgesehen. Heute nimmt er sich das 2003 erschienene Spiel Industria – 600 Jahre Entwicklung vor. In fünf Epochen wird die industrielle Entwicklung von der Tongrube bis zum Roboterwerk durchgespielt. Nur wer es schafft, seine Produktionswege clever zu verwalten und sich wichtige Technologien sichert, wird am Ende erfolgreicher Industriemagnat sein.

 

Verpackung

 

Ungewöhnliche Maße hat der Karton von Industria. Er ist rechteckig und fast so hoch wie breit, dadurch wirkt er etwas bullig. Im Inneren befindet sich eine schwarze Plastikeinlage. Diese hat eine kleine Aussparung oben und eine größere Viereckige unten, darin können die Spielmaterialien einsortiert werden. Allerdings ist das Sortiersystem nicht sonderlich ausgereift und alles fliegt durcheinander. Auf der Einlage ist genügend Platz für das zusammenklappbare Spielbrett. Insgesamt hätte man sich bei der Sortiereinlage mehr Mühe geben können, denn Platz ist im Karton genug. 

 

Anleitung

 

Aus drei quer angeordneten und doppelseitig bedruckten DIN A4 Blättern besteht die Anleitung. Sie ist bunt und mit vielen Abbildungen versehen, die Schrift ist relativ groß und die unterschiedlichen Phasen im Spielablauf unterscheiden sich farblich voneinander. Insgesamt lässt sich die Anleitung dadurch gut lesen und verstehen. 

 

Aufbau

 

Der Spielplan wird in die Mitte des Tisches gelegt. Darauf wird der Epochenstein (große Holzscheibe) auf die erste Epoche gelegt. Anschließend bekommt jeder Spieler vier Taler. Die kleinen grauen Holzscheiben haben die Wertigkeit von einem Taler, die etwas größeren eine Wertigkeit von fünf Talern. Das Geld jedes Spielers bleibt dabei immer gut sichtbar. Ebenfalls erhält jeder Spieler einen Siegpunkt- und Besitzmarker seiner Farbe. Als Farben stehen Blau, Rot, Gelb und Grün zur Auswahl. Der Siegpunktmarker wird dabei auf den Zahlenstrahl am unteren Spielfeldrand auf die Null gelegt. Die 60 Industriekärtchen werden nach ihren Epochen sortiert, gemischt und dann verdeckt gestapelt. Die Epoche der einzelnen Karten erkennt man an der Rückseite, die dort jeweils abgebildet ist. Sollten nur drei Spieler mitspielen, werden die Karten der fünften Epoche aussortiert. Anschließend kann die erste Runde beginnen.

 

Spielablauf

 

Im Allgemeinen besteht eine Runde aus fünf Phasen. Nach drei beziehungsweise vier Runden wird außerdem ein Epochenwechsel durchgeführt. Die Einnahmen-Phase ist immer die erste der Runde. In dieser erhält jeder Spieler einen Taler aus dem Vorrat. In der folgenden Phase werden neue Industriekärtchen aufgedeckt. Für jeden Spieler wird eine Karte gezogen und offen neben dem Spielplan ausgelegt. Die Karten werden selbstverständlich jeweils von der aktuellen Epoche genommen. Nun gilt es in Phase drei die aufgedeckten Kärtchen zu versteigern. Dabei beginnt der Startspieler mit der Rolle des Auktionators. Er sucht sich eines der Kärtchen aus und bietet es zum Verkauf an. Der Spieler links von ihm gibt ein Gebot ab, danach geht es im Uhrzeigersinn weiter. Jeder Spieler darf nur einmal pro Karte bieten. Sind alle Gebote gemacht, darf der Auktionator sich zwischen zwei Optionen entscheiden. Bei der ersten Option akzeptiert er das Gebot des höchstbietenden Spielers, gibt ihm das Kärtchen und bekommt dafür die Münzen. Anschließend darf er das nächste Kärtchen versteigern. Ist er mit dem Gebot nicht zufrieden, bleibt ihm noch Option zwei. Hierbei nimmt er sich selbst das Kärtchen, ohne dafür zu bezahlen. Danach darf er jedoch nicht weiter Auktionator sein und der Spieler links von ihm muss nun versteigern. Wichtig ist, dass der Spieler aber seinen Startspielerstein behält. Gerade diese Option sorgt dafür, dass das Spiel nicht wirklich rund abläuft. Durch das sofortige Nehmen der besten Karte vom Auktionator kommt es nur selten zu Auktionen, da Taler in diesem Spiel nur eine nebensächliche Rolle spielen. Sollte keiner der Spieler auf das Kärtchen geboten haben, muss der Auktionator dieses nehmen und sein Amt weitergeben. Sobald alle Kärtchen versteigert sind, endet diese Phase. Die „Bauen und Kärtchen auslegen“-Phase ist die vierte der Runde. Wieder darf der Spieler mit dem Startmarker beginnen. Jetzt darf der Spieler die Kärtchen, die er gekauft hat, auslegen. Dabei ist zu beachten, dass diese in drei verschiedene Kategorien aufgeteilt sind. Diese sind Technologien, Fabriken und Boni. Von jeder Kategorie darf von jedem Spieler maximal eine Karte ausgespielt werden, also maximal drei Karten insgesamt. Ausgespielte Karten werden dabei offen vor dem Spieler ausgelegt. Zuvor muss aber der Preis dieser Karte bezahlt werden. Wie hoch dieser ist, ist auf der jeweiligen Karte aufgedruckt. Dafür können Taler und Rohstoffe nötig sein. Rohstoffe können auf vier verschiedene Arten erspielt werden. Durch Ersteigern, Besitzen der nötigen Fabrik, Handel mit den Mitspielern oder Handel mit der Bank, falls der Rohstoff sonst nicht verfügbar sein sollte. Durch den Bau von Fabriken und das Ausspielen von Technologiekarten kann man direkt Punkte erhalten. Dazu müssen diese in der Epoche, aus der sie stammen, gebaut beziehungsweise erforscht werden. Wie viele Punkte man bekommt, steht in der unteren rechten Ecke der jeweiligen Karte. Diese Siegpunkte werden sofort auf dem Zählstreifen markiert. Nach dem Bauen legt man einen Spielermarker seiner Farbe auf das jeweilige Feld des Spielplans. Bei Technologien kommt erschwerend hinzu, dass sie nur in der Epoche, aus der sie stammen, gespielt werden dürfen. Hat jeder Spieler seine Karten ausgelegt oder gepasst, geht man zur fünften Phase über. In dieser gibt der Startspieler den Stein an seinen linken Nachbarn weiter und eine neue Runde beginnt. Sollten alle Karten einer Epoche aufgebraucht sein, findet ein Epochenwechsel statt. Dabei wandert der Epochenstein um ein Feld weiter nach unten. Wird auf die Epochen drei, vier oder fünf gewechselt, erhält jeder Spieler zusätzlich noch einen Taler. Sollten sich noch Technologiekarten auf den Händen der Spieler befinden, werden diese sofort abgeworfen. Nun sind auch neue Rohstoffe zum Kauf bei der Bank verfügbar. Welche das sind, steht auf der jeweiligen Epoche auf dem Spielplan. Spielende ist dann, wenn alle Kärtchen der Epochen versteigert worden sind. Die dabei noch laufende Runde wird zu Ende gespielt. Anschließend wird mit der Verteilung der Siegpunkte begonnen. Es werden die Punkte der Bonuskärtchen gezählt. Diese stellen die Infrastrukturen Hafen, Gleise, Kanal, Pipeline und Datennetz dar. Profitiert eine Fabrik von solch einer Infrastruktur, bekommt man zwei Siegpunkte zusätzlich. Punkte bekommt man außerdem durch verbundene Fabriken und Technologien. Sind diese durch einen Weg miteinander verknüpft, erhält man pro Verknüpfung drei zusätzliche Siegpunkte. Ebenfalls erhält man für je drei Taler einen Punkt.

 

Spielziel

 

Wer am Ende der vierten Epoche (bei drei Spielern) beziehungsweise der fünften Epoche (vier Spieler) die meisten Punkte hat, gewinnt. Dazu werden alle im Spiel gesammelten und nach Abschluss erhaltenen Punkte addiert. Wer dann die meisten hat, darf sich als erfolgreichster Industriemagnat bezeichnen. Kommt es zum Gleichstand, gewinnt der Spieler mit den meisten ausliegenden Kärtchen. Durch die Punktevergabe nach Spielende kann das Ergebnis durchaus anders ausfallen als gedacht.

 

Bildergalerie von Industria - 600 Jahre Entwicklung (10 Bilder)

Inhalt

 

  • 60 Industriekärtchen
  • 1 Spielanleitung
  • 4 x 20 Besitzmarker
  • 1 Spielplan
  • 30 Holzscheiben
  • 2 große Holzscheiben

Das Fazit von: Dante

Dante

Industria hat ein sehr interessantes Konzept. Die Idee mit der Auktion gefällt mir sehr. Leider kommt durch die Möglichkeit, eine Karte direkt selbst zu nehmen, selten eine Auktion zustande. Auch scheinen die Fabriken nicht ganz ausgewogen zu sein. Einige fühlen sich wesentlich bedeutender an als andere. Die Variante mit drei Spielern, in der man nur die ersten vier Epochen spielt, halte ich obendrein für zu kurz. Man findet sich gerade erst ins Spiel ein und schon ist es wieder vorbei. Generell hätte ich mir mehr Auswahl und Vielfalt gewünscht. Ein weiterer kleiner, negativer Punkt ist die Art der Verpackung. Hier wurde einfach irgendein Karton genommen und ein Innenleben reingeklatscht, welches weder Sortiermöglichkeiten bietet, noch geschickt genutzt werden kann. Für mich hat Industria nur 6 von 10 Punkten verdient. Der Ansatz ist super, an der Ausführung kann man allerdings noch einiges verbessern. 


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