Interview mit Maxi Gstettenbauer

Interview mit Maxi Gstettenbauer

Genre: Interview
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Interview mit Maxi Gstettenbauer   03.06.2012 von Panikmike

Heute haben wir ein Interview mit einem kommenden Comedy-Star, welcher sich durch Sendungen wie Nightwash einen Namen gemacht hat. Maxi Gstettenbauer ist den Gamern von GIGA bekannt und seitdem macht er seine eigene Show auf YouTube und tritt öfters mal im Fernsehen oder auf Bühnen auf. Sein aktuelles Programm Nerdisch by nature läuft im Moment in Köln, doch auch das restliche Deutschland wird irgendwann versorgt. Wir haben mit Maxi über seinen Werdegang, über Transformers, Mass Effect 3 und Computerspiele im Allgemeinen gesprochen. Der folgende Text wurde aus Platzgründen gekürzt, da Ihr Euch sonst einen Wolf lesen würdet. 

Sofahelden: Hey Maxi, wir haben uns vor 1 ½ Jahren auf der GameCity in Wien kennengelernt. Erstaunlicherweise kannst du dich ein bisschen an mich erinnern, obwohl du täglich neue Leute kennenlernst. Wie oft passiert es dir, dass Leute dich ansprechen, ob du sie von dem oder dem Event noch kennen würdest?

Maxi Gstettenbauer:
Freundliche Menschen merke ich mir immer. Es ist aber natürlich so: Nach einem Bühnenauftritt oder nach einer Messe lerne ich immer so 15.000 verschiedenen Menschen flüchtig kennen. Man wird danach mit 1.000 Fragen bombardiert und ich kann mir natürlich unmöglich alle Gesichter merken. Oftmals werde ich auch konfrontiert mit: „Weißt du noch damals …“, kann mich dann aber oft nicht mehr an diese Personen erinnern. Das hat dann aber nichts mit Respektlosigkeit zu tun, das liegt einfach an der Natur der Sache. Wenn man viele Menschen trifft, dann kann man sich nur wenige Menschen merken – leider!

Sofahelden: Auf der GameCity hast du für Sony auf der Hauptbühne moderiert, damals hatte ich noch keinen Schimmer, dass ein Newcomer in Sachen Comedy vor mir steht. Hätte ich das gewusst, dann hätte ich mir die Hand seitdem nicht mehr gewaschen! Nein Scherz beiseite, wie lange planst du schon, ein Komiker zu werden.

Maxi Gstettenbauer:
Es gibt keinen Menschen auf der Welt, der so wertvoll ist, dass man sich die Hand danach nicht mehr waschen sollte. Ich sag mal so, mit 15 Jahren habe ich mit Stand-up angefangen. Stand-up war der eigentliche Grund, warum ich mir das Ganze angetan habe. Damals habe ich eine Dokumentation von Michael Moore gesehen und da gab es einen kurzen Ausschnitt von Chris Rock – das ist ein sehr bekannter amerikanischer Stand-up-Comedian. Und ich dachte mir so: Hö, ein Schwarzer. Das war der erste Schwarze, den ich jemals gesehen habe, und ich fand ihn ziemlich cool. Nach dem Programm habe ich mich informiert und es kamen mir Namen wie „George Carlin“ oder „Louis C.K.“ in den Sinn. Dann kam Richard Pryor, der etwas gemacht hat, was ich in der deutschen Comedy fast nie sehe: Er hatte auf der Bühne eine Verletzlichkeit. Er war einfach aufrichtig, er war ehrlich und ich konnte ihm glauben, was er sagt. Danach war ich einfach inspiriert, das hat mich einfach geflasht und seitdem war mir klar, ich werde Stand-up-Comedian.

Sofahelden:
Angefangen hat es bei dir ja als Moderator bei GIGA, war es in deinen Augen dein Einstieg oder hattest du diesen Berufswunsch seitdem du klein warst? Normalerweise möchte man doch Feuerwehrmann oder Polizist werden, oder nicht?

Maxi Gstettenbauer:
Wenn du ein Ziel hast und es dich inspiriert und erfüllt, dann hat es eine magnetische Wirkung. Du hast gesagt, du wolltest damals Redakteur werden, und ich nehme mal an, du wusstest nicht, wie du das anstellen sollst. Du hast es aber einfach mal gemacht und dann bringst du den Stein ins Rollen und setzt damit Prozesse frei. Es ebnet sich der Weg, sag ich mal. Genau so war das bei mir auch. Ich habe das entdeckt und dann gab es innerlich gar keinen Zweifel. Ich wusste, das ist es jetzt! Ich habe dann mit einem Internetradio angefangen und dort eine lange Zeit Warcraft 3 kommentiert. Gelabert habe ich schon immer viel, ich war nur beim falschen Medium. Nach einiger Zeit wurde GIGA auf mich aufmerksam. Danach kam ich zu GIGA 2, dem e-Sport-Kanal und anschließend zu GIGA Games. Dort hatte ich viele Möglichkeiten und habe insgesamt über 900 Sendungen gemacht. Ich konnte dort einen Erfahrungsschatz sammeln, von dem ich heute immer noch profitiere.

Sofahelden:
Man hört immer wieder, dass sich männliche Komiker vor weiblichen Fans nach ihrem Bühnenauftritt nicht retten können. Hast du zu Hause schon eine Höschen-Sammlung und ein extra Schrank wegen der Geschenke oder ist das ein Wunschdenken der Männer?

Maxi Gstettenbauer (9:00 Minuten):
Nein, so etwas habe ich tatsächlich nicht. Die Leute überschätzen die Position des Stand-up-Comedian in unserer Gesellschaft brutalst. Man befindet sich nicht in einer konstanten Lawine aus Vaginas, sobald man auf der Bühne ist. Ich bin aber auch nicht der Typ dafür, muss ich ganz ehrlich sagen. Natürlich gibt es Frauen und auch Männer, die auf einen zukommen und toll finden. Das ist super und schön, aber dass ich eine Frau vom Backstage-Bereich zu mir nach Hause nehme, das ist nicht mein Ding. Ganz ehrlich, da fühle ich mich nicht wohl dabei. Gott sei Dank sind die Frauen, mit denen ich mich rumtreibe, intelligent genug, dass sie dann selber wissen, ob es gesund und gut für sie ist, wenn sie mit mir zusammen sind. Meine Bekanntschaften sind meistens drei bis vier Jahre älter als ich und das funktioniert immer ganz gut.

Sofahelden:
Hattest du eigentlich nie den Wunsch zu GIGA zurückzukehren? Warum bist du nicht bei Game One? Schon einmal eine Bewerbung an Budi & Co. geschickt?


Maxi Gstettenbauer (11:00 Minuten): Nein hatte ich nie. Ich finde die Sendung super, sie haben damit wirklich ein Monopol in dem Bereich aufgebaut. Ich hab vor Budi und Simon großen Respekt, weil sie damals von GIGA weggegangen sind und gesagt haben, pass auf, wir machen jetzt unser eigenes Ding. Es gibt ganz wenige Menschen, die sagen, sie machen das, und es dann wirklich kompromisslos durchziehen. Mittlerweile sind sie meiner Meinung nach eine der coolsten Sendungen im deutschen Fernsehen, die man überhaupt gucken kann. Sie haben völlig zu Recht eine Fangemeinde, die riesig ist. Wenn sie auf der Games Convention unterwegs sind, dann sind das Stars. Das ist völlig in Ordnung, aber nicht mein Traum und nicht meine Welt.

Sofahelden: Dass du ein „Nerd“ bist, gibst du ja offen in deiner Show zu. Ist es aber wirklich so, dass du permanent spielst oder Filme schaust?

Maxi Gstettenbauer (14:07 Minuten):
Der Begriff „Nerd“ hat ja in den letzten fünf Jahren eine Entwicklung durchgemacht. Nerds sind ja immer Leute, die irgendwie im Keller hocken und die ganze Zeit World of Warcraft spielen oder irgendwie so etwas. Ich finde, ein Nerd ist auch ein Enthusiast – jemand der keine Scham davor hat, die Dinge cool zu finden, die er cool findet. Ich habe gerade die drei Mass Effect-Spiele hier, weil ich sage, ich möchte alle drei Teile mit demselben Charakter durchspielen. Ich finde das geil und da hab ich Bock drauf. Wenn mich jemand beim Weggehen fragt: „Hey, was machst du denn gerade“, dann sage ich, dass ich gerade die drei Mass Effect-Spiele durchspiele. Das sage ich halt dann offen und da krieg ich immer verdutzte Gesichter. Ich habe festgestellt, wenn man das einfach zugibt, ehrlich ist und selbstsicher nach vorne geht, dann findet man ganz schnell viele neue Freunde.

Sofahelden: Wir sind ein Spiele- und Filmportal. Wer dich auf Facebook beobachtet, bekommt mit, dass du zum Beispiel vom Ende von Mass Effect 3 sehr enttäuscht warst. Ebenso fängt deine Show damit an, dass du von den alten Pokémon-Spielen begeistert warst.
Wie schaut es aus, welche Spiele zockst du am Liebsten und vor allem, warum?

Maxi Gstettenbauer (15:54 Minuten):
Also ich bin da, wie man in der Musik so schön sagt, eklektisch. Alles, was mir gefällt, spiele ich gerne. Ich brauche nur nach links zu greifen und habe meine DS-Spiele. Meine Sammlung geht von „Gehirnjogging“ bis hin zu Pokémon in der schwarzen Edition. Und dann habe ich in meinem Spieleregal ganz harte Rollenspiele wie Persona 4, welches bis zu 100.000 Stunden Spielzeit braucht. Da ist aber auch so etwas Kurzweiliges wie Mass Effect 2 dabei. Es ist zwar immer noch lang, ach nee, sagen wir Call of Duty – das ist kurzweilig! Alles, was mich in irgendeiner Weise flasht oder was ich cool finde, wird gespielt. Ich bin ein Popkultur-Junkie, das zelebrier ich dann zwei Tage lang und danach rede ich nie wieder drüber.

Sofahelden: Du hast aktuell eine Comedy-Tour im Nordwesten von Deutschland. Planst du im kommenden Jahr auch deine ursprüngliche Heimat Bayern und den Rest von Deutschland zu besuchen und die Zuschauer mit deinem Programm zu erfreuen?

Maxi Gstettenbauer (15:54 Minuten):
Um mal auf Bayern zu sprechen zu kommen, ich bin am 05. Mai im Münchener Schlachthof. Österreich und die Schweiz sind natürlich machbar, dazu muss es sich aber rentieren. Man muss da natürlich gucken, wo und wie? Es gibt in Wien den sogenannten Schmähstadl, das ist quasi der Quatsch Comedy Club Österreichs. Sobald ich da bin, werde ich es auf der Facebook-Seite posten und dann können die Österreicher gerne vorbeikommen. Die Schweiz werde ich sicherlich auch nicht außen vor lassen.

Sofahelden: Laut deines Bühnenprogramms wird deine Tochter, welche ja bisher nur in Planung ist, Optimus Prime heißen. Was machst du, wenn es ein Junge wird?

Maxi Gstettenbauer (15:54 Minuten):
Ähm – Bumblebee! Die drei Transformers-Filme kann man nicht als Kino-Meilenstein betrachten, aber sorry – fette Roboter, die sich kloppen – super! Und genau das verlange ich von meinem Erbgut – genau das verlange ich von meinen Kindern.

Sofahelden: Maxi, vielen Dank für das Interview. Wir machen das gerne wieder einmal, aktuelle Themen gibt es ja immer.

Maxi Gstettenbauer (15:54 Minuten):
Danke schön, sehr schönes Interview. Vielen Dank, dass ihr mich als wichtig genug erachtet habt, mit mir zu sprechen.




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