Into the Forest

Into the Forest

Originaltitel: Into the Forest
Genre: Thriller • Drama
Regie: Patricia Rozema
Hauptdarsteller: Ellen Page • Evan Rachel Wood
Laufzeit: DVD (97 Min) • BD (101 Min)
Label: Capelight Pictures
FSK 12

Into the Forest   17.02.2017 von MarS

Der technische Fortschritt ist nicht aufzuhalten und bestimmt schon längst unser aller Leben. Doch was wäre, wenn alle Technik von einem Moment auf den nächsten ausfällt? Die Regisseurin Patricia Rozema liefert mit ihrem Endzeit-Thriller Into the Forest die Antwort...

 

Ein paar Jahre in der Zukunft. Die ungleichen Schwestern Eva und Nell leben nach dem Tod ihrer Mutter zusammen mit ihrem Vater in einem abgelegenen Haus in den Wäldern. Während Nell für eine kommende Prüfung zur Ärztin lernt, verbringt Eva ihre Tage damit, wie besessen für ein wichtiges Vortanzen zu trainieren. Als eines Tages ein massiver Stromausfall das Land erschüttert, entwickelt sich das abgeschiedene Leben zum Albtraum, und die Schwestern müssen lernen, in einer Welt ohne Elektrizität zu überleben und gegen die Einsamkeit anzukämpfen. Dabei ist der fehlende Strom nicht die einzige Gefahr, denn auch die Bedrohung durch die übrige Bevölkerung wächst stetig weiter, je länger der Ausnahmezustand anhält...

 

Into the Forest ist ein sehr ruhig erzähltes, minimalistisches Kammerspiel, das vor allem durch seine intensive Atmosphäre und die großartigen darstellerischen Leistungen zu überzeugen weiß. Der Film kommt mit nur einer Handvoll Charakteren aus und konzentriert sich weitestgehend auf engsten Raum, was das ohnehin schon beklemmende Szenario einer um Jahrhunderte zurückgeworfenen Welt noch deutlich steigert. Dreh- und Angelpunkt der Ereignisse und Fixpunkt für den Zuschauer ist hier Nell, einfach herausragend verkörpert von Ellen Page. Die Jungdarstellerin spielt mühelos alle übrigen an die Wand und trägt das Geschehen beinahe im Alleingang, nicht zuletzt da sowohl die Charakterzüge als auch die Handlungen zu jeder Zeit absolut glaubwürdig sind und man sich perfekt mit ihrer Figur identifizieren kann. Auch wenn Into the Forest eigentlich ein sehr ruhiger, nachdenklicher Film ist, wird man von der ein oder anderen Szene wie mit einem Vorschlaghammer getroffen, was zum einen ein extrem mulmiges Gefühl hinterlässt, zum anderen noch sehr lange nachwirkt. Gerade eine Szene, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, ist nichts für zarte Gemüter und dürfte lange in der Magengrube liegen, bevor man sie verdaut hat. Wieso der Film lediglich ab 12 Jahren freigegeben ist ist mir persönlich gänzlich unverständlich, denn auch wenn sich diese Zweifel effektiv nur auf zwei Szenen beziehen halte ich eine FSK12 für deutlich zu niedrig angesetzt, vor allem auch weil die Geschehnisse im Film dank überzeugendem Realismus sehr intensiv auf den Zuschauer wirken.

 

Bildergalerie von Into the Forest (7 Bilder)

Das Bild der Blu-ray ist HD-würdig und solide, auch wenn die Schärfe im Gesamtbild eher zurückhaltend ausgefallen ist und sich immer wieder weichere Aufnahmen einschleichen. Dementsprechend verhält es sich auch mit dem Detailreichtum, der in eben diesen Szenen ebenso leicht abfällt. Insgesamt gesehen ist das Bild aber sehr ansprechend und kann nicht zuletzt dank stimmigem Kontrast und sauberem Schwarzwert punkten. Die Tonspur ist sehr gut und liefert eine klar ortbare Einbindung aller Kanäle. Der Ton ist kraftvoll und dynamisch und weiß trotz der ruhigen Gangart des Films sowohl die Effektboxen als auch den Bass atmosphärisch einzusetzen.


Das Fazit von: MarS

MarS

Ruhig, melancholisch, tragisch, intensiv. Der Endzeit-Thriller Into the Forest ist wohl am ehesten vergleichbar mit dem im Jahr 2009 veröffentlichten The Road und dürfte dementsprechend auch vor allem für Fans von anspruchsvollen Erzählfilmen perfekt geeignet sein. Ohne viel Action oder effektvolles Drumherum gelingt es Into the Forest mit minimalistischen Mitteln, eine bedrückende, beängstigende Atmosphäre zu erschaffen, die einerseits von den hervorragenden Bildern, andererseits von der grandios aufspielenden Ellen Page lebt. Wer sich an den Film wagt, der sollte jedoch darauf gefasst sein emotional bewegt zu werden und in der Lage sein, die ein oder andere unbequeme Szene verkraften zu können.


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