Kinect Star Wars

Kinect Star Wars

Publisher: Microsoft
Entwicklerstudio: LucasArts
Genre: Action
Sub-Genre: Geschicklichkeit
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 03.04.2012
USK 12

Kinect Star Wars   19.04.2012 von Xthonios

Endlich wurde mein Traum wahr. Ich wusste schon immer, dass die Macht in mir stark ist. Meine längst überfällige Ausbildung zum Jedi-Ritter kann dank Kinect Star Wars nun endlich beginnen. Möge die Macht mit mir sein ...

Jeder Star Wars Fan hat sicherlich voller Spannung auf dieses neue Kinect-Spiel gewartet.
Endlich selbst das Laserschwert ziehen und gegen das Imperium vorgehen. Umso größer kam bei zahlreichen Spielern auch die erste Ernüchterung, dass dieses Spiel eher eine Ansammlung von Minispielen ist, gewürzt mit einer doch sehr unbeeindruckenden Kampagne. Vielleicht wurden die Entwickler heimlich von der dunklen Seite der Macht korrumpiert und schufen so ein Werk jenseits von Spielspaß.

Der Berufswunsch Jedi-Ritter wurde in mir schon 1980 geweckt, als ich im zartesten Kindesalter "Das Imperium schlägt zurück" schauen durfte.
Im Herzen eiferte ich mit und lernte auf Anhieb die Sprache der Wookies. Auch in der Nacht, nachdem mich mein Vater ins Bett brachte (seine Macht war zu diesem Zeitpunkt noch stärker), spürte ich meine Bestimmung. Aus diesem Erlebnis wurde ein weiterer Star Wars Fan geboren, der auch all jene Jahre jedem Merchandise-Artikel hinterherhechelte und alle Filme auf jedem erdenklichen Medium besitzen musste. Leider zeigte sich, dass der Start meiner Ausbildung vor allem an einem Punkt scheiterte: Es gab keine Bus- oder U-Bahn-Verbindung zum Planeten Dagobah. Aber dank der Entwickler kann ich nun endlich die längst überfällige Ausbildung beginnen.

Was gibt’s alles aka die Menüführung

Ich erwarte hier ein atemberaubendes Abenteuer, ein Epos, welches seinesgleichen sucht. Ich werde das Imperium zu Fall bringen und den Frieden in der Galaxis wieder herstellen. Vermutlich hat man zu diesem Zeitpunkt entschieden, dass so viel Macht und Story nur den Spieler verderben würden und sich stattdessen für eine fast lächerliche Kampagne und einigen Minispielen entschieden, um nicht nur den Fans, sondern auch den Casual Spielern etwas bieten zu können. Neben dem „Kampägnchen“, kann man sich als Fahrer in Pod-Rennen beweisen oder als ausgebrochener Rancor die anliegende Stadt zertrümmern und sich am All-you-can-eat Buffet inkl. Druiden und Einwohnern bedienen. Damit nicht genug, kann man einst passierte Duelle nachspielen oder aber sich auf der Tanzfläche ein Duell mit Han Solo, Leia oder sogar Darth Vader liefern. Ihr lacht? Mir war eher nach Weinen zumute.

Bildergalerie von Kinect Star Wars (16 Bilder)

Ich habe die Macht aka die Steuerung
Zu Beginn erhalten wir von unserer Meisterin eine kleine Einleitung und eine Aufforderung, unser Erlerntes zu wiederholen.
Die Macht der Kinect-Steuerung folgt meinen Bewegungen grandios. Das Lichtschwert schwingen, springen, ausweichen - alles eine Frage der Koordination der Gliedmaßen. Wir sind auf dem Weg nach Kashyyk, doch kaum angekommen, wird der Planet von der Handelsgilde angegriffen. Auf in den Kampf und all das Erlernte einsetzen – zumindest würden wir es den Druiden zeigen, wenn sich hier nicht der erste große Schwachpunkt offenbart. War die Steuerung im Tutorial noch präzise, verkommen die Kämpfe gegen mehrere Gegner zu einem wilden Herumfuchteln. Die Kinect-Steuerung ignoriert mit einer unfassbaren Gemütlichkeit unsere schnellen Bewegungen und zwingt uns bloß nichts zu überstürzen. Kaum reduziert man seine Geschwindigkeit auf das Niveau einer Galapagos-Schildkröte zur Paarungszeit, klappt es auch mit dem Kämpfen. Blöd nur, dass man zwischenzeitlich einfach über den Haufen geschossen wird. An sich ist das alles ja nicht so schlimm, würde das ganze Spiel nicht ausschließlich auf die Macht aufbauen und wäre man ohne eine ordentliche Steuerung nicht so hilflos, wie ein Wurm an der Angel herumzappeln.

 

Auch in der „Rancor-Zerstörungsorgie“ greift die Kinect-Steuerung nicht immer, statt Druiden durch die Gegend zu werfen, isst man sie halt aus Versehen. Ein Highlight der Steuerung ist traurigerweise das Tanzspiel. Jeder Schritt wird zuverlässig erkannt, wer nicht ein absoluter Bewegungslegastheniker ist, wird hier sicherlich auch mal Spaß haben können. Welcher Star Wars Fan wollte nicht schon immer zusehen, wie Darth Vader zu den Klängen von YMCA tanzt oder Han Solo zu einem Cover von Jason Derulo (Ridin Solo) herumzappeln. Sicherlich ein Partyspaß für den Abend, aber ein treuer Star Wars Fan wird lieber freiwillig in Carbonite eingefroren werden, bevor er seinem Helden aus der Jugend beim Tanzen zuschaut.

 

Grafik und Sound:
Leider schwächelt auch hier das Spiel am Möglichen, e
s zeigt die kontinuierliche Disziplin der Entwickler. Wenn schon ein Spiel verhunzen, dann doch bitte in allen Belangen. Selbst die Zwischensequenzen wirken etwas Minecraft verliebt und sorgen bei dem Einen oder Anderen für Tränen in den Augen. Aber nicht alles ist schlecht, die kurzen Missionen im Weltraum, wo Ihr echte Raumschlachten miterlebt, wirken schön und machen auch Spaß. Die Entwickler aber haben natürlich noch mehr in petto und haben bei der deutschen Tonspur zugunsten der abschließenden Party gespart. Originalstimmen? Fehlanzeige. Lippensynchron? Ach wozu denn. Immerhin R2D2 und Chewbacca klingen authentisch, ansonsten verliert man dank dieser offensichtlichen Sparmaßnahme auch noch den letzten Bezug zum eigentlichen Star Wars Universum.


Das Fazit von: Xthonios

Xthonios

Je länger man dieses Spiel spielt, desto eher beschleicht einen das Gefühl, dass Kinect Star Wars eher ein billiger Abklatsch ist, der sich mit falschen Lorbeeren schmücken möchte. Die Story ist öde, keine Originalstimmen und die Minispiele dienen eher als Zusatz, um vom eigentlichen Problem abzulenken: Hier gibt’s nicht Halbes und nichts Ganzes. Es ist erstaunlich, wie man ein solches Potenzial verschenken und aus einem Geldsack ein Groschengrab erschaffen kann. Die doch eher überwiegend sehr durchschnittliche Grafik, die katastrophale Steuerung in den Kämpfen und die doch nur schwach angehauchte Star-Wars-Stimmung tragen dazu bei, dass der Spaß bei diesem Spiel auf der Strecke bleibt. Und leise höre ich die Stimme Obiwans in meinem Geist: "Luke, das ist nicht das Spiel, das du suchst."


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