Kingdom Hearts: Birth by Sleep

Kingdom Hearts: Birth by Sleep

Publisher: Square Enix
Entwicklerstudio: Square Enix
Genre: Rollenspiel
Sub-Genre: Fantasy-Action-Rollenspiel
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 10.09.2010
USK 6

Kingdom Hearts: Birth by Sleep   19.10.2010 von Maninger

Vor acht Jahren begeisterte der erste Teil der Kingdom Hearts-Serie Spieletester wie Gamer zugleich. Der auf dem ersten Anblick vielleicht etwas skurrile Mix von bunten Disney-Welten und Final Fantasy-Charakteren erfreut sich seit jeher einer treuen Fangemeinde. Mit Birth by Sleep erscheint nun der erste Ableger für Sonys PSP. Ob dieses Spiel nur für eingesessene Serienfans interessant oder ein Pflichtkauf für alle PSP-Besitzer ist, lest ihr hier.

Die Geschichte:
In Birth by Sleep wird die Story aus drei Blickwinkeln erzählt. Dafür stehen drei sympathische Hauptcharaktere zur Auswahl. Wir dürfen uns zwischen Ventus, Aqua oder Terra entscheiden. Jeder dieser drei Charaktere wird im Laufe des Spiels seine eigene Geschichte erleben und nur an wenigen Punkten überkreuzt sich diese. Ventus ist ein kleiner Jungspund und der jüngste der drei Schlüsselschwertschüllern. Er ist flink, hat aber noch einiges zu lernen. Aqua und Terra sind beide langjährige Schüler im Umgang mit dem Schlüsselschwert und stehen am Tag vor ihrer Meisterprüfung. Aqua ist eine ruhige und immer besonnene Kämpferin. Terra hingegen ist ein sehr starker, aber auch sehr impulsiver Schlüsselschwertträger. Für alle drei gibt es nichts Wichtigeres als ihre Freundschaft. Als jedoch aufgrund einer Sabotage nur Aqua die Meisterprüfung besteht, wird die Freundschaft der Drei auf eine harte Probe gestellt. Schon in den ersten paar Minuten fällt einem die Vielschichtigkeit der Charaktere auf. Man freut sich auf jeden neuen Storyabschnitt, wartet nur auf die nächste spannende Wendung und wird mit jeder der drei Geschichten optimal unterhalten.

Die Spielewelt:

Was würde euch spontan zu den Begriffen Nimmerland, Arena des Olymps oder auch Zwergenwald einfallen? Richtig, das alles sind Schauplätze von Disney-Klassikern. Seit dem ersten Kingdom Hearts reist ihr nämlich durch sämtliche Disneywelten und bewahrt sie vor den Monstern. Auch in Birth by Sleep hat sich daran nichts geändert. Jeder Schauplatz ist dabei ein eigener Planet, den ihr im Laufe eures Abenteuers besuchen müsst. Nachdem ihr dann spezielle Schlüsselmomente (zum Beispiel das Besiegen eines Endbosses) erlebt habt, werden immer neue Planeten freigespielt. Die unterschiedlichen Welten strotzen disneytypisch nur so vor kleinen liebevollen Details, knalligen Farben und viel Kitsch. Natürlich ist auch jeder dieser Welten bevölkert und deshalb werdet ihr im Spiel auf allerlei kunterbunte Charaktere treffen. Dazu gehören. Micky und Co., Schneewittchen, Dornröschen, Cinderella, Herkules, Peter Pan und Stitch.

Das Spiel:
Die Aufgaben des Spiels drehen sich immer um die Originalgeschichten der Disneycharaktere. So werdet ihr in der Cinderella-Geschichte mit Ventus dafür sorgen, dass sie ein wunderhübsches Kleid bekommt. Terra wird sie sicher zum Palast führen und mit Aqua sorgt ihr dafür, dass der Prinz sie zusammen mit dem Glasschuh wieder findet. Ältere Spieler sollten sich aber auf keinen Fall von diesem kindlichen Schein täuschen lassen. Denn vor allem die Passagen, in denen die Geschichte der drei Hauptcharaktere weiter erzählt wird, sind Square-typisch düster gehalten und erzählen von Machtgier, Hass, Verrat, aber auch von Freundschaft und Vertrauen.

Die einzelnen Aufgaben sind der Hintergrund zu einem gut durchdachten Rollenspiel. Zu jeder Zeit können euch Monster auf der Spielkarte angreifen und durch das Besiegen dieser Kreaturen steigen wir im Level auf, werden stärker und erlernen neue Attacken. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Gegner. Die meisten dieser sind die „Unversierten“. Diese Gegner werden stetig stärker, verändern ihre Form und erlernen immer neue Attacken. Die gefährlichsten sind aber sicherlich die bildschirmfüllenden Bossgegner. Diese lassen sich nur mit einer speziellen Strategie besiegen und setzen meistens darauf, dass man das Angriffsmuster schnell erkennt, um im richtigen Moment zuzuschlagen. Besonders auf höheren Schwierigkeitsgraden werden diese zu anspruchsvollen Kontrahenten. Jedes dieser Monster ist liebevoll designt und vor allem bei den Endbossen wird der eine oder andere staunende Blick nicht aus bleiben.

Das Kampfsystem läuft dabei komplett in Echtzeit. Ob ihr euch also einem Kampf stellt oder einfach an den Gegnern vorbeilauft liegt bei euch. Es gibt eine Taste für den Angriff, eine Taste für die Verteidigung und eine weitere für Spezialangriffe. Diese können vor dem Kampf festgelegt werden. Dazu gehören zum Beispiel Magie, Feuer, Eis, Blitz und verschiedene Schwertattacken und Heilzauber. Nur durch das kluge kombinieren dieser Attacken lassen sich die verschiedenen Gegner bezwingen. Reicht in den ersten Stunden das einfache Angreifen mit dem Schlüsselschwert, wird man sich im späteren Spielverlauf doch deutlich mehr auf das Blocken von Schlägen und das gezielte Kontern verlassen müssen. Zusätzlich zu den drei Grundattacken gibt es noch eine Fokusattacke. Diese lädt sich mit erfolgreichen Treffern auf und lässt eine besonders starke Attacke auf alle Gegner im Umkreis einprasseln. Da ihr die meiste Zeit im Spiel mit dem Kämpfen mit Monstern und dem damit zusammenhängenden Aufleveln verbringen werdet, sieht man, dass in das Kampfsystem viel Zeit gesteckt wurde. Das hat sich aber auch gelohnt. Die Kämpfe spielen sich abwechslungsreich, sehen super aus und motivieren durch immer neue Attacken, die man mit seinem Kämpfer erlernen kann.

Der Zeitvertreib:
Nicht nur das Kämpfen macht das Spiel so interessant. In der Spielewelt gibt es genug Möglichkeiten viel Zeit auch außerhalb der Storyline zu verbringen. Angefangen bei den Autorennen, dem Eisstapeln, dem Essens-Volleyball und nicht zu guter Letzt auf dem Kommandobrett. Letzteres ist ein kleines Brettspiel, auf dem ihr gegen verschiedene Disneycharaktere besonders starke Attacken erspielen könnt.

Die Technik:

Bei der Grafik und dem Sound lässt sich überhaupt nichts bemängeln. Die Optik des gesamten Spiels ist fabelhaft. Die knalligen Farben passen optimal zu jeder einzelnen Disney-Welt. Genauso wissen aber auch immer kleine Details zu überzeugen. Einzig und allein große Gebiete wirken manchmal etwas trist. Die Musik kommt direkt aus den Disney-Vorbildern und hört sich fabelhaft an. Auch an der Spielzeit gibt es überhaupt nix zu meckern. Bis zu 15 Stunden werdet ihr mit jedem der drei Charaktere unterwegs sein. Der einzige große Makel des Spiels liegt an der Ladezeit. Bei jedem Verlassen eines Areals und bei Zwischensequenzen muss alles noch mal neu geladen werden. Dies kann dann auch mal gut an die 15 Sekunden dauern. Da kann auch leider die Möglichkeit, das Spiel auf den Memory Stick zu installieren, nicht wirklich weiterhelfen.


Das Fazit von: Maninger

Maninger

Ich spiele seit dem ersten Teil diese fantastische Serie „Kingdom Hearts“. Deshalb ging ich schon mit sehr hohen Erwartungen an diesen neuen Teil heran und diese wurden sogar noch übertroffen. Das Spiel wurde grandios auf der PSP umgesetzt. Der Charme des Titels wurde zu 100% erhalten und auch von der technischen Seite gibt es bis auf die langen Ladezeiten nichts zu meckern. Dieses Spiel ist auf jeden Fall ein Pflichtkauf für alle PSP-Besitzer. Auch etwas ältere Zocker sollten sich auf gar keinen Fall durch das etwas kindliche Setting abschrecken lassen. Denn ein besseres Rollenspiel lässt sich auf Sonys PSP bisher nicht finden.


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positiv negativ
  • Fabelhafte Story
  • Sympathische Hauptcharaktere
  • Altbewehrtes Kampfsystem
  • Eingängige Steuerung
  • Passender Soundtrack
  • Lange Spielzeit
  • Lange Ladezeiten
  • Kameraführung nicht immer optimal





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