Kriminologie

Kriminologie

Publisher: Nobilis
Genre: Adventure
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 19.11.2009
USK 6

Kriminologie   11.01.2010 von derstefan

Kann man so ein kleines Gerät in ein forensisches Labor verwandeln, in dem man Mordfälle wie im TV bei CSI, CSI:Miami und Co. untersucht? Das versucht zumindest der Publisher Nobilis und packt das Ganze in eine Geschichte um Leben und Tod von lebendigen und nicht mehr ganz lebendigen Polizeibeamten. Kann das Spiel überzeugen? Lest hier...

Die Story beginnt wie so viele: Ein junger Hauptcharakter wird in eine Geschichte gezogen, bei der er sich gegenüber erfahrenen Mitstreitern beweisen muss. In diesem Fall spielt der junge Detective Matt Simmons die Hauptrolle, der erst vor kurzem in den Dienst eines Police Departments unter der Führung der erfahrenen Chefin Alexandra Malone befördert wurde. Ihm zur Seite steht sein Partner Peter (nein, nicht Bruce oder John) Wayne. Und es geht auch schon gleich blutig los: Ein Polizist wurde tot in seiner Wohnung aufgefunden. Er war nicht allein, auch seine Frau weilt jetzt nicht mehr unter den Lebenden.

Nach ein bisschen Palaver im Büro geht´s los Richtung Apartment des ehemaligen Freund und Helfers. Dargestellt wird die Geschichte rund um Mord und Totschlag in einzelnen Bildern, die eher statisch und funktional rüberkommen. Schauen wir uns ein Mal den Aufbau des ersten Schauplatzes an. Im oberen Bildschirm sehen wir den zu untersuchenden Tatort, in dem wir Untersuchungen vornehmen können oder mit Verdächtigen reden. Im unteren Bildschirm gibt es dann verschiedene Möglichkeiten. In der ersten „Crime Scene“ sieht man einen leeren Korridor. Mit dem Touchpen lassen sich nun bestimmte Hotspots untersuchen, die interessant sein können. Angezeigt wird dies, in sich der Cursor in eine Art Augensymbol verwandelt. So erfährt der Spieler zum Beispiel nach einer Berührung der Überwachungskamera mögliche Details, die bei der Fallaufklärung hilfreich sein können. Es folgt dann ein wenig Text, der darüber aufklärt, was die Kamera gesehen hat. Wenn ein Bereich wichtige Spuren enthält, dann lässt sich dieser vergrößern.

 

Nachdem uns noch der Nachbar im Flur über den Weg gelaufen ist und uns interessante Details verraten hat, kommt man zum nächsten Bild des Tatorts. Hier muss man sich zuerst die Leiche der Frau des Polizisten genauer unter die Lupe nehmen. Was machen die Jungs und Mädels von der Spurensuche immer zuerst? Rischtisch, Blutproben nehmen. An der Wand klebt ganz schön viel davon, daher schauen wir uns das einmal an. Nach Klick auf die Blutspur an der Wand erscheinen nun einige Werkzeuge. Hierauf folgt eine kleine Unterweisung von unserem Kollegen, wie man das Blut richtigerweise aufzunehmen hat. Zuerst muss man das Wattestäbchensymbol anklicken und mit dem Touchpen in die Richtung eines Behälters mit einer nicht näher beschriebenen Substanz ziehen. Nun muss man sich die Finger verbiegen und die L- oder R-Taste drücken, um das Stäbchen darin einzutauchen. Sobald man das macht, läuft eine kleine Anzeige, bei der sich ein Zeiger relativ schnell vom roten in einen grünen, dann wieder in einen roten Bereich bewegt. Als der Zeiger wieder bei rot ankommt wird angezeigt, dass das Wattestäbchen kaputt ist und ich ein neues nehmen muss. Aha, verstanden. Wenn solche Untersuchungen öfters misslingen oder man z.B. Fragen zum Spielverlauf, die von der Chefin gefragt werden nicht korrekt beantworten kann, so wird einem der Fall entzogen und man muss wieder am letzten Savepoint anfangen.


Die Untersuchungen laufen immer ein wenig nach Schema F: Man muss an einen Tatort, schaut sich das Ganze genauer an, nimmt auf diverse Art Proben und untersucht diese. Ihr könnt Fingerabdrücke sammeln; Blut, Schweiß und DNS untersuchen und auch mit klassischen Instrumenten wie Pinzetten und Pinsel und Puder arbeiten. Die Untersuchung ist dann meist Minispiel-artig aufgebaut, was auf Dauer ein wenig eintönig und manchmal auch nervtötend ist, da die Spiele auf Dauer nicht viel Spaß machen. Wenn ihr alle Informationen zu einem Fall gesammelt habt und die Verdächtigen identifiziert habt dürft ihr euren Untersuchungsbericht der Chefin hinlegen und hoffen, dass ihr alles richtig gemacht habt. Falls nicht, heißt es nacharbeiten und nochmal die Tatorte auf Indizien abklappern. Es gibt zwar eine Hilfefunktion, falls ihr bei einem Tatort nicht mehr weiterkommt, jedoch ist diese leider nicht immer sehr aussagekräftig.


Insgesamt trifft man im Spiel auf 19 verschiedene Personen, die unserem Nachwuchs-Detective Hinweise geben und mit denen man sich durch recht lange Dialoge klicken darf. Sprachausgabe gibt es wie bei den meisten DS-Spielen dabei keine.


Was den Spielfluß in meinen Augen stark beeinträchtigt ist die hakige und nicht besonders intuitive Steuerung. Es fühlt sich einfach unrund an, die Menüs sind seltsam verschachtelt, man sucht viel zu lange, bis man da ist wo man hin will. Als ich zum ersten Mal das Mailpostfach gefunden habe, musste ich mich durch 15 verschiedene Mails durchklicken, bis ich fertig (mit den Nerven) war. Auch beim Spurennehmen kann man an manchen Stellen echt verzweifeln. Beim Abnehmen von Fingerabdrücken muss man sich durch eine Prozedur quälen, die dank der ungenauen Steuerung immer wieder gerne mal schiefgeht und wieder von vorne angefangen werden muss. Die Erklärung der einzelnen Schritte ist dabei auch meist nicht gut gelungen, man muss dann wieder raten, was zu tun ist.


Die Grafik des Spiels ist eher zweckmäßig und nicht besonders aufregend. Da hat man auf dem DS schon bessere Adventures mit mehr Atmosphäre gesehen. Der Sound ist okay und auf „spooky“ gemacht, wenigstens nervt er nicht.


Das Fazit von: derstefan

derstefan

Kriminologie hätte ein gutes Spiel werden können, denn der Ansatz klingt ganz interessant. Eine Krimistory, verknüpft mit der Anwendung moderner forensischer Methoden, klingt spannend. Die monotone Abarbeitung von Tatort-Untersuchungen mit langweiligen immer wiederkehrenden, hakigen Untersuchungen lässt mein Spielerherz allerdings nicht aufblühen. Die Story ist ganz okay, man merkt einen leichten französischen Einschlag in der Geschichte, auch wenn das Setting eher im Ami-Stil ist. Empfehlen kann ich das Spiel Hard-Core CSI- oder Adventure-Fans, die neues Futter brauchen. Allen anderen muss ich leider eher abraten.


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