Little Hercules

Little Hercules

Originaltitel: Little Hercules
Genre: Fantasy
Regie: Mohamed Khashoggi
Hauptdarsteller: Richard Sandrak
Laufzeit: Ca. 83 Minuten
Label: MIG Filmgroup
FSK 6

Little Hercules   06.10.2012 von Torsten

Mini-Bodybuilder und Wrestler in einem Action-Spektakel götterhaften Ausmaßes? Das Ganze dann auf Blu-ray und in 3D, das klingt doch wirklich gut. Leider gehen Theorie und Praxis oft weit auseinander und hier gibt es für diese These ein weiteres, unrühmliches Beispiel. Little Hercules wartet auf seine filmkritische Hinrichtung.

 

Als kampflustiger Halbgott langweilt es den kleinen Hercules im Olymp. Er träumt von ruhmreichen Kämpfen und siegreichen Schlachten, möchte Abenteuer erleben. Außer seinem Göttervater Zeus und Sokrates hat er keine Bezugspersonen und selbst Hera sagt eine dunkle Zukunft für den kleinen Hercules voraus. Hercules möchte wissen, was es außerhalb seiner ihm bekannten Welt noch gibt. Und als ein Kampf zwischen Zeus und einem neidvollen Nebenbuhler entfacht, nutzt er die Gunst der Gelegenheit und springt durch den magischen Strudel hindurch auf die Erde hinab. Genauer gesagt landet er in Los Angeles, wo er zugleich für das Gute einsteht: Er hilft einem kleinen Jungen bei seinem Kampf gegen eine Gruppe Schläger. Dankbar nimmt ihn der Junge mit zu sich nach Hause und seine alleinerziehende Mutter kümmert sich liebevoll um den halbnackten Sonderling, den ihr Sohn mitgebracht hat. Er wird kurzerhand in die Familie aufgenommen und auf die Schule geschickt. Dort muss sich Hercules ein ums andere Mal beweisen, denn Sportlehrer wie Mädchen haben ein Auge auf den Neuankömmling geworfen. Der Konkurrent von Göttervater Zeus mischt aber auch auf der Erde mit und möchte die verworrene Situation mit einer unmoralischen Wette küren. Sein Reich Babylon soll empor steigen, dafür ist ihm jedes Mittel recht.

 

Die Geschichte um den jungen Richard Sandrak wäre allein schon eine Verfilmung Wert. Denn die traurige Kindheit, die dieser Junge dank seines überengagierten Vaters erlebt hat, regt zum Kopfschütteln an. Von den gewaltigen Muskelpaketen ist nun nicht mehr viel zu sehen, er wirkt trainiert aber untersetzt. Dennoch bekam er die Chance, sich als kriegerischer Halbgott im Lendenschurz zu beweisen. Um es kurz zu machen: Bei allem Mitleid für seine Vergangenheit, dies war eine äußerst bescheidene Idee. Zumindest wenn man vorrangig an die Belange des Zuschauers denkt. Er spielt wenig überzeugend und seine Mimik bietet neben einem neutralen und einem freundlichen Blick nicht viel Abwechslung. Filmvater Zeus, gespielt von Terry „Hulk“ Hogan, macht es da schon etwas besser. Aber auch er ist von einem guten Ergebnis so weit entfernt wie der ganze Film vom Kassenschlager. Wo ein Hogan mitspielt, da sind natürlich auch Wrestling-Kollegen und seine Familie nicht weit, so dass einige von ihnen ihre Auftritte feiern dürfen. Das wirkt dann auch alles sehr undurchsichtig und zusammengewürfelt. Als absolute Frechheit sind dann aber die Fantasy-Kämpfe zwischen den Göttern zu nennen, die in einer Art animierter Dragonball-Schlacht in Real-Optik münden. Da wird mit schlecht hineinkopierten Feuerbällen und Blitzen um sich geworfen, bis die Augen tränen.

 

Bildergalerie von Little Hercules (8 Bilder)

Der 3D-Effekt kommt dann noch als bestes Feature dieser Blu-ray mit akzeptabler Parallax-Ebenenbildung daher. Aber auch dieses Feature kann der Film am Ende nicht sonderlich gut nutzen, wenigstens wirken dann aber die Bluescreen-Aufnahmen weniger unglaubhaft. Die Synchronisation kann mit ihren schwachen Sprechern auch nichts mehr zerstören, was nicht längst schon verloren war.


Das Fazit von: Torsten

Torsten

Little Hercules spricht die junggebliebenen Action-Fans an, die Spaß daran haben, einem kleinen Jungen, der mit außerordentlichen Kräften ausgestattet ist, größere Jungen verprügeln zu sehen. Oder genauer gesagt möchte der Film diese ansprechen. Da wird viel beweihräuchert und beschönigt, aber die schauspielerische "Nichtleistung" der Darsteller und die sagenhaft schlechte Story machen das Anschauen dieses Werks zur reinsten Qual. Da tröstet auch eine 3D-Ansicht des Films nicht über den Schmerz hinweg. Es gibt viele gute Filme, schaut Euch lieber diese an, statt Euch dieses Machwerk anzutun.


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