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MX vs ATV : Reflex

Art: Vollpreistitel
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MX vs ATV : Reflex   11.03.2010 von Der Ohm

Vor ziemlich genau fünf Jahren erschien mit „MX vs. ATV“ der erste Teil der beliebten Serie. Nun steht mit „MX vs. ATV Reflex“ der vierte Teil vor der Tür. Er wurde von Grund auf neu programmiert und versucht nun mit einer neuen Steuerung und einer revolutionären Physik-Engine zu punkten. Konkurrenz gibt es in der Sparte mit „Pure“ und der „Motorstorm“-Serie ja genug. Ob sich Reflex zum neuen Genrekönig aufschwingen kann, erfahrt ihr in unserem Bericht.

Erst mal beruhigende Worte für Fans der Serie, grundsätzlich ist alles beim Alten geblieben. In Begleitung von reißenden Heavy-Metal Songs jagt der Spieler mit einem Motocross-Bike oder einem All Terrain Vehicle - kurz ATV - durch die Motocross-Arenen dieser Welt. Natürlich gibt es auch jede Menge Naturstrecken zu bestehen. Nach einem recht kurzen Tutorial, in dem euch auch die neue Steuerung vorgestellt wird, geht es gleich nach Anlegen einer persönlichen Fahrerkarte in die Rennsaison. Vorerst stehen euch nur 3 Anzüge und ein recht schwaches Motocross-Bike zur Verfügung, was sich aber nun schnell ändern sollte. Die ersten beiden Läufe sind reine Rennen, wo ihr schnellstmöglich die mit gelben Fahnen markierten Wegpunkte erreichen müsst. Durch die Flaggen ist es wenigstens möglich, gleich als Anfänger den richtigen Weg zu finden, ohne wären diese Naturstrecken viel zu unübersichtlich. Im dritten Lauf der Rennserie startet ihr mit nur 3 Gegnern ins Rennen. Soweit erst mal nichts dramatisches, wenn nicht nach jeder gefahrenen Runde der letzte Fahrer eliminiert würde. Um dieses Rennen zu gewinnen, müsst ihr es also auf jeden Fall schaffen nach 3 Runden der Erste zu sein und niemals im Finish auf dem letzten Platz zu landen. Belohnt wird euer fahrerisches Können mit neuen Lederkombis, Motorrädern, ATV und neuen Strecken. Neu ist, dass erstmals auch mit Trucks im Dreck gewühlt werden darf, diese kommen aber erst später ins Spiel. So kommt das Spiel letztendlich auf über ein Dutzend Modi, für Abwechslung ist also gesorgt. Ein Höhepunkt sind die Omnicross-Rennen, bei denen alle Fahrzeugtypen gegeneinander antreten, „Motorstorm“ lässt grüßen.

Kommen wir zur neuen Steuerung. Mithilfe der beiden analogen Sticks auf dem Controller wird die Lenkung des Gefährtes und die Körperlage des Fahrers getrennt gesteuert. Mit dem linken Stick steuert ihr die Lenkeinschläge des Gefährtes, nötig für scharfe Kurven oder bei starken Korrekturen der Fahrlinie. Größtenteils steuert ihr das Geschehen mit der Körperlage des Fahrers und somit mit dem rechten Stick. In Kurven legt ihr das Körpergewicht in die jeweilige Richtung und schwupps fährt auch das Gefährt dort hin. Bei der Wellblechpiste ist es vom Vorteil den Fahrer nach vorne zu lehnen, um nicht zu sehr abzuheben. Die Kraft des Fahrzeugs gehört nun mal auf die Erde und nicht in die Luft. In früheren Teilen der Serie hatte ich oft das Problem, das ich auf diesen Pisten kaum den Grund berühren konnte. Das ist jetzt zum Glück mit der neuen Steuerung intuitiver und leichter geworden. Natürlich sind auch sämtliche Freestyle-Tricks möglich, die in Kombination mit einer Schultertaste ausgelöst werden. Diese werden von einer Jury nicht immer nachvollziehbar bewertet. Ihr habt eine Auswahl von über 35 Tricks.

Die neue Physik-Engine macht es möglich, dass der Fahrer tiefe Furchen im Dreck hinterlässt. So ändert sich die Strecke realitätsnah Runde um Runde ab. Was vorher eine glattgestrichene Kurve war, verwandelt sich nach 2-3 Runden in ein aufgewühltes Matschfeld. Schöner Effekt! Zwar erinnert die Konsistenz der Erde an eine Mischung aus Wackelpudding und Knete, aber es macht Mordsspaß sich mit einem Burnout einzugraben.

Die Grafikengine überrascht mit einer herrlichen Weitsicht, was scheinbar auf die zu Lasten der Texturenqualität geht. Diese werden schnell matschig und sind recht eintönig gehalten. Ansonsten macht MX vs. ATV schon einen hübschen Eindruck. Wir PS3-User müssen leider lange Ladezeiten hinnehmen, die interaktiv überbrückt werden. Ihr könnt, solange ihr auf die neue Strecke wartet, auf einer einfachen Cross-Strecke ein paar Freestyle-Tricks üben oder einfach rumbrettern. Desweiteren müssen wir wohl auch mit immer wieder einbrechenden Bildwiederholraten leben, damit hatten auch schon die Vorgänger zu kämpfen.

Die Rennen sind schon im einfachen Modus nicht einfach zu meistern. Zwar stürzen auch die Computerfahrer öfters, dabei reißen sie den Spieler aber gar zu gern mit ins Verderben. Das kann schon zu frustigen Momenten führen. Ich habe für manche Rennen gute 10 Ansätze gebraucht, um respektabel ins Ziel zu kommen. Wer gegen menschliche Kontrahenten fahren möchte, kann dies vor der Konsole oder online machen. Bis zu 12 Fahrer tummeln sich dann gleichzeitig auf der Strecke.


Das Fazit von: Der Ohm

Der Ohm

Als bekennender Motorradfahrer hatte ich es die letzten Wochen schwer. Die Kälte würde mir ja gar nicht so viel ausmachen, wenn wenigstens der Schnee nicht die schönsten Strecken verbauen würde. Da kam mir MX vs. ATV Reflex natürlich genau recht, um meine Sucht nach Freiheit auf dem Bike zu befriedigen. Es kommt zwar grafisch wie spielerisch nicht ganz an „Motorstorm: Pacific Rift“ ran, es konnte mich aber trotzdem über Tage beschäftigen. Vor allem die abwechslungsreichen Spielmodi konnten mich motivieren. Und wenn das mit dem Wetter draußen so weitergeht, werde ich mich wohl noch so manche Stunde mit dem rechten Daumen anstatt mit dem ganzen Körper in die Kurve legen.


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