Mad Max

Mad Max

Publisher: Warner Bros.
Entwicklerstudio: Avalanche Studios
Genre: Action
Sub-Genre: Open-World-Action-Adventure
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 01.09.2015
USK 18

Mad Max   14.09.2015 von Panikmike

Vor 36 Jahren erschien ein Kinofilm mit dem damals noch unbekannten Mel Gibson, der zu seiner Zeit noch zwei weitere Teile nach sich zog. Erst vor kurzem gab es einen vierten Teil der Reihe, in dem Tom Hardy die Hauptrolle als Mad Max spielt. Fast zeitgleich zum Heimkino-Release erscheint von Warner ein Videospiel dazu, welches wir uns einmal näher angesehen haben…

 

Eine kaputte Welt und wir mittendrin

 

Es gibt viel zu tun im Ödland, wird sich jeder Spieler von Mad Max sagen, wenn er auch nur 10 Minuten im Spiel war. Die Karte ist riesig und wer nach einer langen Spielzeit zum zweiten Abschnitt kommt wird spätestens dann merken, wie viele Missionen und Nebenmissionen es zu bewältigen gibt. Als Hauptmission gilt es aber zusammen mit dem Verbündeten Chumbucket ein Auto zu bauen und den Herrscher Scabrous Scrotus auszuschalten. Hilfe bekommt Max hierbei von seinem treuen Hund und verschiedenen Menschen, die man im Laufe der Kampagne kennenlernt. Die Geschichte wird kinoreif erzählt, was Filmschöpfer George Miller sicherlich fröhlich gestimmt hat. Der Spieler erlebt den Wahnsinn der Einöde und einer kaputten Welt, gepaart mit einigen Wendungen und gefühlvollen Momenten. Nebenbei gibt es massig Nebenmissionen, die aber leider nicht dazu verwendet wurden eine Nebengeschichte zu erzählen oder gar die Hauptgeschichte mit mehr Informationen zu versorgen. Nichtsdestotrotz gibt es viel zu entdecken und selbst ein geübter Spieler wird die 100% erst nach mindestens 60-80 Spielstunden schaffen.

 

Die Entwickler haben sich zwar eher an ein Standardprogramm gehalten, was aber gar nicht schlecht ist. So darf und muss der Spieler Autos zurück zum Lager bringen, gegnerische Sniper-Lager zerstören, von NPCs Informationen erhalten, Vogelscheuchen (große Türme aus Metall) zu Fall bringen, Minenfelder beseitigen oder aber große Lager der Gegner zerstören. Die Vielfalt ist groß, dennoch gibt es keine Highlights, welche von anderen Spielen noch nicht abgedeckt wurden. Das ist auch das größte Manko, welches Mad Max zu bieten hat. Viele der oben genannten Missionstypen laufen nach dem gleichen Schema ab. Die Vogelscheuchen zum Beispiel kann der Spieler umfahren oder aber mit der Harpune und dem Auto wegziehen. Ebenso verhält es sich zum Beispiel bei den Sniper-Lagern. Um nämlich Munition zu sparen kann man die Türme ebenso umfahren oder wegziehen. Zugleich ist das Sammeln von Schrott teilweise sehr nervig, da es ebenso meistens nach demselben Schema abläuft.

 

Wer jedoch im Spiel mächtiger sein möchte, der kommt um diese Sammelmissionen nicht drum herum. Allerdings gibt es dabei auch einen Vorteil, denn in den vielen Lagern gibt es immer wieder besondere Stücke zu finden. In der Basis können diese dann zusammengebaut werden und bringen dem Spieler einen Vorteil. Dienste und Ressourcen wie zum Beispiel die Waffenkammer, der Wasserspeicher oder aber der Ölbrunnen sprechen für sich und sind im Spiel nicht unbedingt unwichtig. Dennoch haben andere Spiele gezeigt, dass man durchaus abwechslungsreiche Missionen machen kann, leider ist Mad Max davon ein Stück entfernt.

 

Der Nahkampf und die Munitionsknappheit

 

Während Max also Teile besorgt, um ein Auto bauen zu lassen und das Ödland zu erkunden, muss er sich immer wieder mit zahlreichem Gesocks herumschlagen. Die Kämpfe sind brachial und voller Action, zumindest wenn man die einfache Steuerung beherrscht, was maximal gerade mal zwei Minuten dauert. Wer das neue Batman gespielt hat wird mit Max ebenso klar kommen, da das Nahkampfsystem ähnlich entwickelt worden ist. So gibt es eine Taste fürs Ausweichen, eine für einen Schlag mit den Fäusten und eine für den Konter. Kombos gibt es auch, die in Mad Max aufgrund der leichten Steuerung sehr einfach auszuführen sind. Die Entwickler haben aber nicht Wert auf ein komplexes System gelegt, sondern mehr auf die Optik, die wirklich sehr spektakulär aussieht. Max macht automatisch diverse Moves – je nach Situation. Zum Beispiel bricht er bei einem perfekten Konter dem Gegner die Knochen oder aber prügelt ihn brutal in einer Ecke zusammen. Mittendrin kann man, insofern man Messer aufgesammelt hat, den Gegner einen tödlichen Schnitt verpassen oder aber ganz easy mit der Pumpgun die Bäuche öffnen. Wer lange genug den Kombozähler erhöht wird mit dem sogenannten Wut-Zähler belohnt, welcher Max Schläge noch stärker und brutaler macht.

 

Wie in der Überschrift schon erwähnt ist es aber sehr wichtig in jede Ecke des Spiels zu schauen, da die Munition noch knapper als bei Resident Evil ist – und das mag was heißen. Wer die Augen offen hält wird auch immer wieder Speere entdecken, die er auf die Gegner werfen kann. Da diese eine explosive Spitze haben gibt es beim Aufprall einen gehörigen Bumms mit fatalen Folgen. Ebenso kann man übrigens sein Auto benutzen, um die Gegner auszuschalten. Wer sie zum Beispiel aus einer Festung locken kann, darf sie dann überfahren oder brutal mit der Harpune des Magnum Opus töten.

 

Die wichtigsten Arbeitsmittel: Das Auto und die Faust

 

Während Max also nach und nach mit Chumbucket sein Auto zusammenbaut und eine immer mehr werdende feindliche Stimmung bei seinen Kontrahenten aufbaut, fährt er mit diversen Autos durch das Ödland und erkundet die Welt. Wer es schafft, ein gegnerisches Auto zu kapern, der kann es in die eigene Basis fahren und ab diesen Zeitpunkt dann immer drauf zugreifen. Dies ist zwar für das Spiel selbst nicht wichtig, dennoch macht es aber immer wieder Spaß, mit einem abgefuckten Auto inklusive Sprengladung im Kofferraum herumzuheizen.

 

Wer tiefer ins Spiel eindringt und verschiedene Herausforderungen meistert, steigt in seinem Rang auf und kann dann seine Person und auch das Auto stärker machen. Mit dem gesammelten Schrott kann zum Beispiel der Rammschutz oder die Harpune verbessert werden, oder aber für Max bessere Ausrüstungsgegenstände wie zum Beispiel eine strapazierfähigere Jacke eingetauscht werden. Beim Auto gibt es aber auch bessere Motoren, mehr Nitro oder aber Spikes, sodass Gegner schlechter auf die Motorhaube oder das Dach kommen.

 

Die gegnerischen Lager und befreundete Einheiten

 

Während der Kampagne muss man immer wieder mal verschiedene Lager der Gegner erobern, was die meiste Zeit nicht sonderlich schwierig ist, insofern man vorher mit diversen Informanten am Straßenrand gesprochen hat. Diese geben dem Spieler wichtige Informationen wie zum Beispiel Positionen von Schlupflöchern oder aber Tipps über die Verteidigung. Hier gibt es zwar ein wenig Abwechslung, dennoch laufen die meisten Missionen nach demselben Schema ab: informieren, infiltrieren und danach besitzen. Hat man ein Lager erfolgreich erobert, so bringen die Verbündeten immer wieder während des Spiels Schrott auf das Punktekonto des Spielers. Je mehr Lager man also hat, umso einfacher und schneller kann Max und das Auto aufgelevelt werden.

 

Es gibt neben den Lager aber auch große Basen, die einem anderen NPC gehören, die nicht feindlich gesinnt sind. Wenn man für diesen Missionen erledigt, so darf man jederzeit in diese Basis und kann von dort aus starten oder seinen Fuhrpark verwalten. Ebenso kann man diese Basen ausbauen, wenn im Ödland diverse Teile gefunden werden. Eine komplett ausgebaute Basis hilft dem Spieler aber sehr viel weiter, da zum Beispiel beim Betreten das Wasser und/oder die Munition automatisch aufgefüllt werden. Es lohnt sich also alle Teile der verschiedenen Maschinen zu suchen, da es der Spieler dadurch weitaus einfacher hat. Übrigens gibt es im Spiel verschiedene Teleporterpunkte, um so nicht jedes Mal von ganz unten nach ganz oben fahren zu müssen.

 

Bildergalerie von Mad Max (12 Bilder)

Öde Wüste oder farbenfrohes Ödland?

 

Optisch sieht Mad Max unglaublich gut aus. Die Entwickler von Avalanche liefern sehr schöne Bilder – teils stimmungsvoll, teils erdrückend. Die Wüsten sehen sehr realistisch aus und spätestens mitten im Sandsturm merkt man, wie viele Details in dem Spiel stecken. Ebenso ist es immer wieder eine Freude, in einen Ballon zu steigen und das Ödland von oben anzusehen. Wer das Fernglas in die Hand nimmt, wird zwar nicht so viele Details erkennen, als er vielleicht denken mag, dennoch sieht alles wirklich gut aus. Viele Details erkennt man aber auch erst mitten im Spiel, welche auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so wirklich auffallen. So gibt es herunterfallende Steine, wenn zum Beispiel ein Berg erklommen wird, schöne Lichteffekte, wenn wir von einem Sniper entdeckt wurden oder der dynamische Tag- und Nachtwechsel.

 

Die Ahhhs und Ohhhs kommen dann aber erst, wenn die erste Explosion bei einer Verfolgungsjagd oder aber bei der Eroberung eines Lagers ins Auge sticht. Es kracht an allen Ecken und Enden und sieht einfach wie ein gnadenloser Actionfilm aus. Auch wenn es die Entwickler bei dem Wüstensetting weiß Gott nicht einfach hatten, aber sie haben definitiv ein sauberes und technisch hochentwickeltes Spiel abgeliefert – Respekt an dieser Stelle für die Optik!


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Als ich vor zwei Jahren auf der Gamescom die erste Präsentation zu Mad Max gesehen habe, war ich hin und weg. Dieses Gefühl habe ich beim Spielen jetzt nicht mehr, doch trotzdem gefällt es mir. Ich bereue keine Minute, trotz der abwechslungsarmen und teilweise nervigen Missionen. Anfangs ist alles noch sehr cool und macht sehr viel Laune, doch spätestens beim fünften Minenfeld oder bei der dritten Ballonfahrt kommt man ins Gähnen und fragt sich, warum sich die Entwickler nicht mehr einfallen haben lassen. Dennoch ist dies meckern auf hohem Niveau, da man sehr lange im Ödland verweilen kann und es auch immer wieder etwas zu entdecken gibt. Wer sich auf die hauptsächliche Geschichte konzentriert, der bekommt fast einen fünften Kinofilm, in dem er mittendrin anstatt nur dabei ist. Dazu tragen auch die gute Grafik und die verdammt guten Effekte, wie zum Beispiel der Sandsturm oder die Explosionen, bei. Alles in allem ist Avalanche ein gutes Spiel gelungen, mit dem man lange Zeit Spaß haben kann!


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positiv negativ
  • Schnellreisesystem an den wichtigsten Punkten
  • Sehr guter Sound und gute Sprachausgabe…
  • Unglaublich große Karte mit einer offenen Welt
  • Sehr gute Story mit tollen Videosequenzen
  • Sehr viele Upgrades für Max und sein Auto
  • Eigene Festungen inklusive Ausbauten
  • Viele Nebenaufgaben
  • Dynamischer Tag- und Nachtwechsel
  • Actionreiche Nahkämpfe und Fahrzeug-Gefechte
  • Unglaublich detaillierte Weitsicht
  • Untertitel teilweise nicht lesbar
  • …leider nur auf Englisch mit deutschen Untertiteln
  • Kaum Abwechslung bei den Missionen
  • Die meisten Missionen sind viel zu einfach
  • Leben oder sterben spielt keine Rolle
  • Viele Nebencharaktere bleiben blass und sind austauschbar





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