Marvel vs. Capcom 3

Marvel vs. Capcom 3

Publisher: Capcom
Entwicklerstudio: Capcom
Genre: Sport
Sub-Genre: Prügelspiel
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 18.02.2011
USK 12

Marvel vs. Capcom 3   24.02.2011 von Panikmike

Fans haben lange auf eine Kombination aus Videospiel-Helden und Comicfiguren gewartet. Dass dann ein Prügelspiel rauskommt, ist in dem Fall zweitrangig, denn Marvel vs. Capcom 3 haut den Spieler absolut aus den Socken. Natürlich nicht nur, wenn man gegen einen Spieler verliert, sondern allgemein, wenn man das Gesamtwerk betrachtet…

Fangen wir ganz von vorne an. Ich lege die Disc ins Laufwerk und wurde dann von einem bombastischen Intro überrollt. Mein erster Gedanke war folgender: „Boah, wenn das Spiel selbst auch so geil ist, dann wird es mir viele Stunden Spaß bringen.“ Schon mal vorweg, meine Meinung habe auch nach einigen Stunden Spielzeit nicht geändert. Natürlich starten wir das Spiel erst mal im Story-Modus, sodass wir uns einen kleinen Überblick verschaffen können. Nun können wir aus einer großen Schaar (32 Stück + 4 weitere zum Freispielen) an Kämpfern drei auswählen, was aber gar nicht so einfach ist. Es stellt sich immer wieder die Frage: Wen nehm´ ich denn mit auf meine Schlägertour? Sollen es starke brutale Männer wie Hulk oder Wolverine sein oder gehe ich doch auf Nummer sicher und nehme ein paar Technikfreaks wie Iron Man oder Thor? Möchte ich mit meinem Lieblingscharakter kämpfen und nehme Wesker aus Resident Evil oder doch lieber Chun-Li aus Street Fighter? Jeder der Figuren hat seine Stärken und Schwächen, hier ist Ausprobieren angesagt. Meine erste Wahl war eine gute Mischkalkulation aus Kraft, Ausdauer und Spaß. Hulk kann mit seiner brachialen Gewalt punkten, Sir Arthur bringt alte Erinnerungen an Spiel, Spaß und Schokolade und Dr. Doom harrt eine lange Zeit auf dem Spielfeld aus. Die ersten Kämpfe gehen gut von der Hand, doch schon nach ein paar Runden geht mir die Luft aus. Ergo ich verliere das Spiel und werde ausgebuht (zumindest in meinen Gedanken). Doch ich gebe nicht auf und versuche es weiter. Nach einigen Versuchen schaffte ich es auch und dann – Trommelwirbel – war er da: der Endboss. Nach verzweifelten 30 Minuten war auch er klein und vorbei ist meine Prügeltour. Doch mein Blutrausch geht weiter, nur noch eine Runde, Mutti. Da es leider kaum Modi gibt, blieb ich beim Arcade-Modus. Man kann zwar nebenbei noch den Missionsmodus machen, doch dort führt man lediglich 10 Kombos pro Kämpfer aus. Dummerweise ist dies bockschwer und macht eigentlich nur Profis Spaß. Doch auch im Arcade-Modus vergingen einige Stunden, bis ich dann müde und KO ins Bett fiel. Was für ein toller, grandioser Abend.

Kommen wir mal zur Technik, denn das, was Capcom hier abliefert ist eine Bombe. Nicht nur die Charaktere und die Hintergründe sehen top aus, nein, auch alles andere. Egal ob man nun die Videosequenzen ansieht, sich im Menü tummelt oder die zahlreichen Mega-Super-Duper-Combos ausführt, das Auge wird schon fast reizüberflutet. Teilweise ist es sogar zu viel des Guten, doch es dauert nie zu lange, sodass man sich nach einigen Kämpfen daran gewöhnt hat. Sattsehen wird man sich wahrscheinlich nie, man entdeckt immer wieder mal schöne Details, die man vorher nicht gesehen hatte. Das geht im Hintergrund los und endet bei den zahlreichen Effekten der Helden. Spätestens wenn man die fetten Kombinationen mit den anderen Charakteren gesehen hat, wird man diesen Augenblick für die nächsten paar Minuten nicht mehr vergessen. Wer nach Street Fighter gedacht hat, da kann nicht mehr kommen, der hat Marvel vs. Capcom 3 noch nicht gesehen. Doch was wäre all das, wenn die musikalische Untermalung nicht passen würde. Dies ist hier allerdings zum Glück nicht der Fall, die Entwickler haben alles aufeinander abgestimmt. Die Musik ist sehr gut integriert worden, hier kann man nicht meckern. Sie ist sehr abwechslungsreich und passt super ins Kampfgetümmel. Ebenso ist es mit den Kampfschreien und den zahlreichen „Uhh“, „Ohhh“ und  „Umpfs“. Wahlweise kann man sich sogar ein japanisches „Uhhh“ anhören und es mit einem englischem „Ohhh“ vergleichen. Toll!

Doch wo gehobelt wird, da fallen auch Späne. So toll, wie es am Anfang wirkt, so nachteilig kann es auch sein. Da das gesamte Spiel superschnell abläuft, verliert man ebenso schnell den Überblick. Man hat drei Spielfiguren, sollte seine Kombo-Leiste im Blick haben und das Grafikfeuerwerk ebenso, da es einfach Spaß macht. Hat man hier keine volle Konzentration, dann wird das Game Over nicht weit sein. Was ich damit sagen will, ist Folgendes: Anfänger werden das Spiel zwar lieben, jedoch wird sich hier auch schnell der Frust einschleichen. Spätestens nach dem 20ten Kampf gegen den Endboss wird der Ehrgeiz nachlassen und ein „Arghz“ fliegt durch den Raum.

Im Moment hört sich alles noch an, als wäre das Spiel ein Buttonmasher deluxe. So ganz ist es nicht. Klar kommt man mit dummen Draufrumgekloppe sehr weit, doch gegen einen Profi hat man so keine Chance. Man sollte seine Kämpfer kennen, seine Gegner studieren. Nur so wird man in den Legendenhimmel aufsteigen können, anderenfalls sollte man sich gleich warm anziehen: Die Loser-Hölle ist nah. Wer Street Fighter oder die Vorgänger gespielt hat, der wird sich generell einfacher tun. Man drückt nämlich nicht nur einfach irgendwelche Buttons und kombiniert diese miteinander, sondern man kombiniert verschiedene Richtungen mit den Knöpfen. So schießt man zum Beispiel einen Feuerball, in dem man den linken Stick von unten nach rechts bewegt und am Ende dann eine Taste drückt. Doch diese Kombo war noch eine der einfachen, wenn man später dann mal drei oder vier solcher Kombinationen ohne Pause nacheinander machen muss, der wird sich wünschen, einen Arcadestick sein Eigen zu nennen. Denn der Vorteil liegt auf der Hand, bzw. steht in dem Fall auf dem Tisch. Doch auch mit ein wenig Übung gehen viele der Angriffe auch mit dem Joypad von der Hand. Leider fehlt dem Spiel ein Tutorial, sodass man die Schläge alle in einer Liste nachsehen muss. Doch wenn man diese mal studiert und ein paar Stunden gezockt hat, dann prasseln auch die Hyper-Mega-Super-Schläge auf den Gegner ein. Ganz wichtig: Bevor man draufgeht, sollte man den „X-Faktor“ aktivieren. Dieser beschert uns dann eine kleine Regeneration der Lebensleiste und man ist für kurze Zeit kräftiger und agiler. Spielt man gegen einen menschlichen Spieler, so wird der X-Faktor oftmals die Rettung in letzter Sekunde sein. Doch auch gegen den Computer sollte man dieses tolle Feature zu schätzen lernen.

Doch bleiben wir mal beim Online-Modus. Gegen die künstliche Intelligenz zu spielen ist eine Sache, gegen einen Gegner aus Fleisch und Blut die andere. Hat man lokal grad keinen Freund zur Hand, dann geht man natürlich ins World Wide Web und sucht sich hier seine Opfer oder gar Meister. Dieser Modus ist einfach gestaltet, man sucht sich seinen Gegner aus und es kann losgehen. Schön ist es, dass man nicht sieht, welche Helden der Spieler auswählt. Dies sieht man erst im Kampf, daher kann man sich im Vorfeld auch keine Strategie überlegen. Leider gibt es hier keine verschiedenen Modi, da hätte man definitiv mehr draus machen können.

Wer mal ein Beispiel sehen möchte, der sollte sich folgendes Video ansehen. Doch lasst Euch nicht verschrecken, es sieht nur so chaotisch aus :)
 


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Yeah, was Capcom hier abgeliefert hat, ist eine Wucht. Als ich das Spiel bestellt hatte, dachte ich eher an paar schöne abendfüllende Momente und nicht an ein solches Suchtpotenzial. Es ist für jeden etwas, wem es zu schwer ist der kann den Anfänger-Modus zum Üben einschalten, Profis hingegen werden ihre Meister im Internet finden. Alles ist sauschnell, lagfrei und macht jede Menge Spaß – egal ob nun offline oder online. Der Soundtrack ist alles andere als ohrenbetäubend, die Grafik ist eine Pracht und die Animationen der Hammer. Das einzige Manko ist für mich der Missions-Modus, da er nur was für Profis und somit für Amateure sinnlos ist. Beim Mehrspielermodus hätte man zwar mehr machen können, doch warum nicht aufs Wesentliche beschränken, wenn´s funktioniert. An alle Männer und Frauen: Schnappt Euch das Joypad und die Klopperei kann losgehen.


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positiv negativ
  • Geile Grafik
  • Guter, passender Soundtrack
  • Sehr cooler Bosskampf...
  • Sehr viel freizuspielen
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  • Arcade Modus sehr kurz
  • Tutorial - Wo bist du?
  • ...der nicht gerade einfach ist
  • Spiel für Anfänger zu schwer
  • Wenig Auswahlmöglichkeiten online





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