Marvel vs. Capcom Infinite

Marvel vs. Capcom Infinite

Publisher: Capcom
Entwicklerstudio: Capcom
Genre: Beat em Up
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 19.09.2017
USK 12

Marvel vs. Capcom Infinite   26.09.2017 von LorD Avenger

Superschurke Sigma Ultron bedroht die Erde und selbst die gebündelten Heldenkräfte zweier Universen sind ihm nicht gewachsen. Die einzige Hoffnung sind die legendären Infinity-Steine mit ihren geheimnisvollen Kräften...

 

Als Fan von MARVEL und Crossovern sowieso führte selbstredend kein Weg an Marvel Vs. Capcom vorbei - zumindest jetzt endlich. Denn obgleich die Reihe sich bereits Ende der 90er etablierte, ist der sechste Hauptteil Infinite das erste Spiel der Serie, das ich mir im Detail anschaue.

 

Spielmodi

 

Das Game lässt sich noch während der Installation starten, bietet dann aber lediglich den VS-Modus gegen einen computergesteuerten Gegner oder einen Couchfreund mit eigenem Controller - die 30 spielbaren Charaktere des Grundspiels sind hier schon komplett freigeschaltet. Mit der fertigen Installation werden dann noch weitere Spielmodi freigeschaltet, wie der klassische Arcade-Modus, die Online-Funktion (die PS+ benötigt) und der in der Reihe erstmalig implementierte Storymodus mit Zwischensequenzen. Letzterer ist für mich, selbst in Beat 'em Up-Games, absolut unerlässlich und ein Hauptaugenmerk. Weitere Auswahlmöglichkeiten im Hauptmenü zeigen einem beispielsweise Freigeschaltetes. Obgleich man leider keine Charaktere freischalten kann, so gibt es doch immerhin andere Optionen, wie z.B. weitere Farbpaletten für die Kämpfer.

 

Kämpferauswahl

 

Bei den Kämpfern legte man, laut Entwicklern, besonderen Wert darauf, dass die Auswahl eine möglichst große Abwechslung im Kampfstil und Spielgefühl bereithält und dass sie sich mit der Story verträgt - gefühlt lag das Hauptaugenmerk dann aber doch eher auf dem Drehbuch. Ich bin nicht unzufrieden mit der Kämpferpalette, die sich gleichmäßig auf beide Universen aufteilt und auch Kampfspiel-Fans werden mit den unterschiedlichen Kampfstilen sicher ihren Spaß haben. So gibt es große und bullige Kämpfer wie den Hulk, Thanos oder Mike Haggar, ebenso aber auch kleinere und wendige Figuren wie Gamora, Strider oder Spider-Man, ganz zu schweigen von den eher ungewöhnlich zu spielenden Charakteren wie Chris Redfield aus Resident Evil mit seinem Waffenarsenal oder Rocket Raccoon aus Guardians of the Galaxy. Für Fans beider Universen ist also sicherlich etwas dabei und alles Gemecker ist dann wieder nur persönliches Empfinden, aber gerade, wo man nun ein breiteres Publikum ansprechen wollte, hätte man doch gut und gerne auf weniger bekannte Figuren wie Nova oder Captain Marvel verzichten könne, auf Hawkeye sowie Arthur und Firebrand aus dem längst vergessenen Spiel Ghosts 'n Goblins von 1985. Gerade bei MARVEL vermisse ich Kämpfer wie Wolverine, Venom oder Black Panther, der sogar einen Auftritt im Story Modus hat, genau wie Venom aber nur als DLC-Charakter nachgereicht wird. Gemessen an den beiden Universen, mit denen man arbeiten konnte, empfinde ich die Kämpferriege ohnehin als etwas zu dünn.

 

Einsteigerfreundliche Prügelei

 

Beim Kampfsystem immerhin funktioniert alles nach meinem Geschmack. Auch hier hat man sich offenbar an der breiteren Masse orientiert und alles einfacher gemacht - Infinite spielt sich mehr wie ein Tekken als ein Street Fighter, sprich man muss nicht mit Taktik prügeln und komplizierte Kombos lernen, alles funktioniert auch wunderbar mit Button Smashing, sodass der Einstieg quasi kinderleicht ist. Nichts desto trotz kann man alle Charaktere auch wirklich meistern, da sie sich tatsächlich sehr von ihren Angriffen, Reichweiten und der Schnelligkeit unterscheiden. Die Zweier-Tag-Teams können während eines Kampfes beliebig ausgetauscht werden, wodurch - wie bereits aus anderen Spielen bekannt - Kombos möglich sind und ein Kampf ist erst vorbei, wenn beide Kämpfer einer Seite besiegt sind. Als zusätzliche Ergänzung kann man sich einen Infinity-Stein aussuchen, der nach dem Füllen seiner Leiste aktiviert werden kann und die Werte eines Kämpfers für begrenzte Zeit verbessert. Das ist aber auch eher eine Funktion für engagierte Profis als für den Gelegenheitsspieler, denn so gravierend ist der Vorteil nicht.

 

Bildergalerie von Marvel vs. Capcom Infinite (5 Bilder)

Ausbaufähige Geschichte

 

Der Story-Modus macht deutlich, dass die Macher hiermit Neuland betreten. Die Geschichte um Sigma Ultron und die Gegenwehr aus Helden ist nicht langweilig, allerdings auch nicht wirklich gut geschrieben. Wie man es bei einem Beat 'em Up befürchten musste, hangelt man sich nur von Kampf zu Kampf und die Zwischensequenzen verbinden alles etwas notdürftig. Immerhin das Zusammenspiel der Charaktere aus beiden Universen wirkt sehr stimmig und macht Spaß, auch wenn Figuren aus Mega Man oder Ghosts 'n Goblins optisch absolut aus dem Rahmen fallen. Zugegeben, Capcoms anderes Crossover-Spiel Project X Zone in Zusammenarbeit mit SEGA punktet auch nicht unbedingt mit seiner Geschichte, sondern lebt mehr von Gameplay und den ungewohnten Konstellationen der Kämpfer.


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Marvel Vs. Capcom Infinite ist einsteigerfreundlich und macht Spaß. Das Crossover der beiden Universen funktioniert sehr gut mit Ausnahme von drei bis vier Capcom-Figuren, die optisch vollkommen aus dem Bild fallen. Mit der Charakterauswahl kann man zufrieden sein oder nicht, rein kämpferisch haben die Entwickler aber sicherlich eine gute Auswahl verschiedener Kampfstile ausgesucht. Der Story-Modus ist in dieser Form eine Neuerung und hier hat man noch ein bisschen was zu lernen - wie es erzähltechnisch und vor allem grafisch aussehen sollte, zeigt Injustice sehr vorbildhaft. Auch die Interaktion mit dem Level selbst kann das DC Comics-Kampfspiel deutlich besser - die Umgebung einbinden kann man als Spieler selbst nämlich nicht, in einigen Stages greift höchstens noch ein Schurke aus dem Hintergrund mit an, was aber eher störend als anspruchsvoll ist.


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Simples, einsteigerfreundliches Gameplay
  • Charaktere spielen sich sehr unterschiedlich
  • Mehrere Spielmodi
  • Harmonisches Zusammenspiel der beiden Universen
  • Grauenhafte Grafik und Animation auf Wii-Niveau
  • Ohne DLCs ist die Kämpferauswahl etwas zu dünn
  • Story-Modus hält nur einen Abend





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