Mass Effect 2

Mass Effect 2

Publisher: Electronic Arts
Genre: Action/Rollenspiel
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 28.01.2010
USK 16

Mass Effect 2   04.02.2010 von Panikmike

Die Fangemeinde hat sehr lange auf den zweiten Teil der Trilogie gewartet. Nun ist es endlich soweit, doch oftmals war es in der Geschichte der Videospiele so, dass der zweite Teil nicht annähernd an das Niveau des ersten Teils rankommt. Wie sieht es bei Mass Effect aus? Kann der zweite Teil punkten? Ist er besser als Teil 1? Fragen über Fragen…
 
Wir spielen Commander Shepard. Er ist Kapitän des riesigen Raumschiffes Normandy, okay sagen wir es korrekt, er war Kapitän. Durch etwas Unbekanntes wurde sein Schiff in Fetzen gerissen, die Wrackteile treiben im All umher und nur einige der Crewmitglieder konnten sich mit Rettungskapseln retten. Shepard fliegt seinem Tod entgegen. Das ist das Ende, aber nur von Teil 1, denn nun kommt Mass Effect 2 und die Geschichte geht in die nächste Runde. Noch bevor man sich einen Charakter generieren kann, gibt es eine kleine Sequenz. Man muss in dem explodierenden Raumschiff um sein Überleben kämpfen, bzw. laufen. Überall brennt es, spektakuläre Explosionen kommen uns entgegen. Der Übergang von Teil 1 in den neuen Teil ist perfekt. Was aussieht wie ein tragisches Ende, wird hier von Bioware als Intro gezeigt. Die Anfangssequenz ist nur kurz, danach geht es auch schon los, wie man es von einem Spiel gewohnt ist. Man kann sich erst einen Charakter erstellen, oder aber einen aus Teil 1 importieren. Man beginnt zwar wieder in Level 1, aber wenn man einen Charakter in einem höheren Level hatte, so bekommt man beim Starten des Spiels einige Boni geschenkt.

Zwei Jahre nach dem tragischen Vorfall spielt man einfach weiter, als wäre nichts passiert. Doch im Laufe des Spiels, bekommt man sehr vieles mit, was man anfangs nicht für möglich gehalten hätte. Der damalige Feind Cerberus verhalf uns zu einem neuen Leben. Viel Zeit und Geld wurden investiert, um uns wieder lebensfähig zu machen. Doch warum nur? Das werdet ihr in meinem Artikel allerdings nicht erfahren, dafür müsst ihr das Spiel selbst spielen. Aber eins sage ich euch, es lohnt sich von vorne bis hinten, denn Mass Effect 2 ist eine würdige Fortsetzung!

Alles geht nahtlos über. Spieler, die Teil 1 gespielt haben, werden sofort mit der Steuerung klarkommen. Wichtig an dieser Stelle ist der Fakt, dass sehr viele Einstellungen aus dem ersten Teil übernommen worden sind. Damit meine ich aber keine persönlichen, sondern Entscheidungen, die man gefällt hat. Man trifft im Laufe der Geschichte auf alte Bekannte und Freunde. War man in Teil 1 ein gefürchteter Abtrünniger, so verhalten sich die Charaktere in Teil 2 ebenso. So etwas nenne ich Dynamik! Bioware hat alles so weiterentwickelt, wie es beim ersten Teil auch der Fall war, nur noch besser.

Doch zurück zum Gameplay. Nachdem man seinen Charakter erstellt oder importiert hat, kann man sich noch eine von sechs Berufungen aussuchen. Es gibt einen Soldaten, einen Infiltrator, einen Wächter, einen Techniker, einen Frontkämpfer, sowie einen Experten. Egal was man auswählt, steigt man eine Stufe auf, so kann man seinen Charakter weiterentwickeln. Man hat die Auswahl aus fünf Fähigkeiten und kann sich dann noch etwas aus zwei Spezialisierungen aussuchen, wenn man die höchste Stufe erreicht hat. Leider wurden hier Abstriche zum ersten Teil gemacht, denn da gab es ein wenig mehr zu finden. Die Komplexität musste leider leiden, was ich nicht nachvollziehen kann. Klar ist es so übersichtlicher, jedoch ist das für einen Rollenspielfan eindeutig zu wenig. Leider unterscheiden sich die Klassen auch nicht so voneinander, wie es beim ersten Blick aussieht. Jedoch kommt es dem Spiel ein wenig zu gute, da man nie das Problem hat, ein Spieler mit einer bestimmten Fähigkeit könnte bei einer Mission fehlen. Da man nie alleine spielt, sondern in einer Gruppe, kann man auch Fähigkeiten untereinander kombinieren. Man kann auf jede Mission zwei andere Crewmitglieder mitnehmen, die man allerdings erst finden muss. Auch hier treffen wir wieder auf alte Bekannte, wenn man geschickt ist und die dementsprechende Mission angeht.

An dieser Stelle erwähne ich noch kurz eine andere Fähigkeit, die man aber nicht so einfach auswählen kann. Wenn man sich ein Crewmitglied zum Freund macht, so kann man diese ebenso in vier Stufen ausbauen. Wie man sich diese Loyalität verdienen kann, ist allerdings viel zu einfach. Man muss nur eine spezielle Mission, die das einzelne Mitglied betrifft, schaffen und schon kann man diese Fähigkeit erlernen. Da ist das System aus Dragon Age (was ja ebenso von Bioware programmiert wurde) eindeutig besser. Sehr schade, man hätte dies übernehmen sollen.

Doch wie spiele ich? Was kann ich alles machen? Das Spiel selbst ist eine Mischung aus Action und Rollenspiel. Jedoch liegt der Focus mehr auf Action, anders als im ersten Teil. Die Kämpfe sind herausfordernder, die Bosse intelligenter und die Inszenierung bombastischer. Wer Ego-Shooter mag, wird hier auch seinen Gefallen dran finden. Die Rollenspielsegmente halten sich in Grenzen, neben dem Aufrüsten seiner Waffen, seines Raumschiffs und seiner Fähigkeiten wird man nicht so viel finden, was einem Rollenspiel ähnlich ist. Klar gibt es noch die ewige Kommunikation zwischen dem Held und den anderen Charaktere, aber das alleine zeichnet kein Rollenspiel aus. Die Gewichtung liegt hier klar und deutlich auf Action. Der Spieler hat bei den Gesprächen immer mehrere Auswahlmöglichkeiten, die seine Figur im Nachhinein prägen. Ist man zu den Leuten immer fies und gemein, braucht man sich nicht wundern, wenn sie nur das Nötigste mitteilen. So sollte man vor jeder Antwort auch nachdenken, welchen Weg man einschlagen möchte. Neu bei Teil 2 ist, dass man hin und wieder in einer Videosequenz gut oder böse handeln kann. Man muss nur die eingeblendete Taste drücken und schon wird die Aktion umgesetzt.

Ist man nicht grad auf dem kommunikativen Pfad, so gibt es Action pur. Aus der Third-Person-Perspektive kann man wie in einem Shooter gegen die Aliens kämpfen. Man hat verschiedene Waffen zur Auswahl und kann - wie oben beschrieben - Fähigkeiten einsetzen. Mein Charakter kann zum Beispiel die Gegner vereisen oder eine Geisterhand schnappt sie und wirft sie aus ca. 5m zu Boden. Aua! Nebenbei kann man auf die Fähigkeiten der Gruppe zugreifen. Wenn man die benötigte Taste drückt, pausiert das Spiel und man kann in Ruhe aussuchen, was man gegen den Gegner einsetzen möchte. Lässt man die Taste aus, so wird die Aktion automatisch ausgeführt. So kombiniert Mass Effect 2 Action mit Taktik und Strategie!

Sind einem die Waffen und die Ausrüstung zu schlecht, so kann man sie auf dem eigenen Schiff - der Normandy - aufwerten. Dazu braucht man allerdings Rohstoffe, die man entweder auf einer Mission finden kann oder aber man baut sie per Sonden von einem Planeten ab. Beim ersten Teil musste man noch mühsam mit seinem Mondbuggy durch die Gegend heizen, diese Zeiten sind vorbei. Nun hat man einen Planetenscanner und kann so die Rohstoffe weitaus schneller aufspüren. Hin und wieder verbirgt sich auf einem unbekannten Planeten sogar eine zusätzliche Mission. Leider nervt das Abbauen der Ressourcen auf Dauer ebenso wie im ersten Teil das Rumgurken mit dem Buggy. Bioware hätte hier mehr Abwechslung einbauen müssen, nicht einfach nur die Möglichkeit des Ressourcenabbaus ändern sollen.

Ebenso auf Dauer nervig sind die zwei enthaltenen Minispiele. Hin und wieder ist eine Tür verschlossen oder ein Tresor an der Wand ist zu. Man hat eine Art Memory-Spiel vor sich und muss nun vier gleiche Paare finden. Am Anfang ist es noch eine nette Idee, jedoch wird es sehr schnell eintönig, da keine einzige Variation zu finden ist. Auch das zweite Minispiel ist so gestrickt, hier muss man aus vorgegebenen Textzeilen die richtigen Drei finden. Auch hier ist es immer das Selbe. Bioware, wie konntet ihr das nur Übersehen, das hier mit mehr Pfiff zu gestalten?!

Doch was ist nun besser als in Teil 1? Die Antwort auf die Frage ist klar in der Inszenierung zu finden. Die Welten sind voller Leben, sie sind liebevoller gestaltet worden, man kann mehr Details erkennen und alles in allem ist es grafisch gesehen einfach viel besser. Alleine die Licht- und Spiegeleffekte in der Disko sind einfach nur geil! Das Feuer am Anfang, die Sonneneffekte in späteren Missionen, alles ist einfach rundum erneuert worden und sieht nun wirklich sehr sehr gut aus. Da bin ich auf Teil 3 gespannt, was da Bioware noch drauflegt. In Sachen Sound konnte man beim ersten Teil nicht meckern und so ist es auch beim zweiten. Die Klänge gehen wieder von ruhig über actionreich bis hin zum elektronischen Sound. Alles ist vertreten und verschmilzt mit dem Spiel. Hier gibt es nichts zu meckern, die Effekte sind ebenso 1A wie die Musik auch. Einzig die deutsche Sprache finde ich teilweise zu emotionslos. Generell ist sie gut gemacht, jedoch hab ich manchmal das Gefühl, die Charaktere um mich herum sind gelangweilt und haben keinen Bock mehr auf nichts. Aber lasst euch davon nicht abschrecken, es passiert nicht so oft, dass das rauskommt.

Der Umfang des Spiels lässt sich ebenso sehen, dieses Mal ist die höchste Stufe nicht 60 sondern nur 30. Erfahrungspunkte gibt es nach jeder Mission oder hin und wieder mittendrin. Anders als bei anderen Rollenspiele, gibt es keine durch Killen von Gegner. Wenn man alle Galaxien untersucht, mit jedem Charakter spricht, jede Mission und Untermission erfolgreich absolviert, dann sollte man sich mindestens 40 Stunden Zeit nehmen. Spieler, die es im Schnelldurchlauf zocken möchten, verpassen gute Dialoge, abwechslungsreiche Subquests und hin und wieder einen guten Gag. Also ran an das Joypad und in das Mass Effect Universum abtauchen! Es lohnt sich…

Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Meine Erwartungen waren sehr hoch, doch sie wurden größtenteils erfüllt. Ich kam sofort wieder rein und wurde ebenso wie in Teil 1 ins Mass Effect Universum geworfen und nicht wieder so schnell ausgespuckt. Man findet sich sehr schnell zurecht, es macht einfach Spaß und es kommt immer wieder vor, dass man schnell nur noch die eine Mission macht. Liebe Freundinnen oder Freunde der SpielerInnen, habt Nachsicht und lasst der besseren Hälfte einfach ihren/seinen Spaß dabei, er hält ja nur ein paar Wochen an. Ne Spaß beiseite, Mass Effect 2 ist ein sehr gutes Spiel, jedoch muss man auch die Mankos bedenken, die nicht hätten sein müssen. Erstens gehen die Minispiele auf Dauer so auf den Geist, dass man sie am liebsten nicht mehr machen möchte. Zweitens werden sich Rollenspieler über das geschrumpfte System ärgern und drittens findet man öfters Bugs, die sogar den Spielfluss beeinträchtigen. Mir ist es zum Beispiel passiert, dass ein Gegner so in einem Aufzug steckengeblieben ist, dass er nicht mehr raus konnte, ich aber auch nicht rein. Abschießen ging leider auch nicht, da sein Gesicht wie ein Geist aus dem Fahrstuhl schaute, er aber in Wirklichkeit drinnen war. So etwas ärgert einen einfach, weil man dann wieder vom letzen Savestand anfangen muss, obwohl man selbst keine Schuld trägt. Ebenso fliegen hin und wieder diverse Charaktere über der Erde. Das macht zwar dem Spiel nichts aus, aber es ist und bleibt ein Bug, der nicht schön ist. Trotzdem macht es unglaublich Laune und ich kann es jedem Spieler ans Herz legen. Jedoch würde ich erst Teil 1 spielen, falls ihr das noch nicht gemacht habt. Viel Spaß…


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positiv negativ
  • Geile Grafik
  • Stimmige und passende Musik
  • Guter Übergang von Teil 1 zu Teil 2
  • Großes Universum
  • Verschiedene Schwierigkeitsgrade
  • Viel Action mit einer Brise Rollenspiel…
  • Viel Dialoge
  • Unglaublich detaillierte Gesichter
  • Zum Teil noch verbuggt
  • Langweilige Minispiele
  • Nerviger Planetenscan
  • Klassen unterscheiden sich kaum
  • Weniger Rollenspielelemente als beim ersten Teil
  • … leider davon zu wenig
  • Lange Ladezeiten



Kommentare

04.02.2011 15:25:24 von bido84


bugs hatte ich allerdings noch keine :) (ps3)

04.02.2011 15:23:42 von bido84


richtig geiles spiel bin jetzt 10 std dran.es ist aber noch lang kein ende in sicht :)

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