Naughty Bear

Naughty Bear

Publisher: 505 Games
Entwicklerstudio: Artificial Mind & Movement
Genre: Action
Sub-Genre: 3rd Bären Shooter
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 25.06.2010
USK 16

Naughty Bear   29.06.2010 von Panikmike

Fast alle Spiele waren in irgendeiner Form schon mal da gewesen. Doch Naughty Bear ist anders, dieses Game bringt einen neuen Wind in die Videospielindustrie. Doch wer denkt, dass der nett aussehende Bär niedlich, friedlich und freundlich ist, der liegt falsch. Denn unser Held ist böse und je gemeiner ihr seid, desto besser ist es…

Das Menü und das Tutorial...
Das Menü sieht aus wie bei einem Kinderspiel, oops wenn ich aber ein zweites Mal hinschaue, dann muss ich meine Aussage korrigieren. Das Menü sieht aus wie bei einem Kinderspiel, wenn der Bär kein Messer in der Hand hätte. Zuerst widme ich mich natürlich dem Tutorial, ich möchte ja wissen, welche Möglichkeiten ich mit meinem Bären habe. Das Spiel selbst ist ähnlich wie ein 3rd-Person-Shooter aufgebaut – mit dem Unterschied, dass man keinen Soldaten mit einem Gewehr steuert, sondern den bösen „Naughty Bear“. Ziel eures Helden ist es, die anderen Bären auf der Insel zu erschrecken, um die Ecke zu bringen oder zu vertreiben. Am besten auf die grausamste und kurioseste Art, die euch einfällt, denn dann gibt es mehr Gemeinheitspunkte. So könnt ihr auf der Insel viele Waffen und Gegenstände finden, die euch euer Vorhaben vereinfachen. So ist die Steuerung zwar komplex, jedoch sehr einfach zu bedienen. Mit LT erschreckt ihr einen Bären, mit X greift ihr ihn an, mit A könnt ihr interagieren, um zum Beispiel eine Waffe aufzuheben oder eine Tür zu öffnen, mit Y weicht ihr aus und mit B könnt ihr eine Falle stellen (dazu später mehr.) Gesteuert wird der Bär wie bei fast jedem Spiel dieser Art, nämlich mit dem linken Stick. Und richtig, mit dem rechten dreht man die Kamera. Die restlichen Tasten beinhalten Sprinten, Zielen und Eliminieren. Im Laufe des Tests werdet ihr davon mehr erfahren. So lernt ihr die Grundkenntnisse des Spiels und einige Möglichkeiten, wie Sabotage oder Verstecken kennen.

Ab geht´s, wir sind böse...

Doch genug im Tutorial versauert, nun geht’s ans Eingemachte. Daddles hat Geburtstag und feiert eine Geburtstagsparty. Doch leider sind wir nicht eingeladen, weil wir anscheinend zu gemein zu ihm waren. Doch wir haben ein Geschenk für Daddles, hoffentlich nimmt er es an und verzeiht uns. Doch leider werden wir von Daddles und seinem Freund ausgelacht. Nun sind wir traurig und deprimiert. Das riecht nach Rache, ich glaube ich muss mal seine Geschenke kaputt machen, er wird es noch bereuen, mich ausgelacht zu haben. So laufe ich umher und denke mir die schrecklichsten Dinge aus, um Daddles das Leben von nun an schwer zu machen. Gesagt, getan. Ich suche mir eine Waffe, sabotiere ein Auto, eine Toilette und einen Grill und verbrenne nebenbei ein paar Geschenke. Oh Mann macht das Spaß, gemein sein ist toll. Natürlich war das nicht alles, ich warte bis ein Bär in meine Bärenfalle tritt, erschrecke ihn von hinten und gebe ihm einen Todesstoß – Muhaaahaaa. Da mich ein anderer Bär gesehen hat, laufe ich ihm nach und sehe nebenbei noch einen. Mist, er holt Hilfe, gegen zwei habe ich wahrscheinlich anfangs keine Chance. So verstecke ich mich im Wald, warte bis einer der beiden zum sabotierten Auto geht und es reparieren möchte. Zeit zum Erschrecken – Buhhhhh. Da er natürlich nicht mit mir gerechnet hat, ist er erst mal total durch den Wind. Zeit für mich meine Machete auszupacken und ihn zu vermöbeln. So nimmt das Abenteuer seinen Lauf. Als ich dann alle Bären verprügelt und zerfleddert hatte, kam ich zu einem neuen Abschnitt. Hier ist mein Ziel, Daddles zu bestrafen, für das, was er mir vorher angetan hatte. So sabotiere ich wieder, suche Waffen und gebe ihm zum Schluss einen fiesen Todesstoß mit meiner Machete. Ach, wie gut dass wir alle wissen, dass ich nur ein kleiner fieser Bär bin. Wäre das Spiel mit Menschen, dann hätte es wahrscheinlich die Altersfreigabe ab 25 erhalten, doch als Bär ist es nicht ganz so schlimm. Ist ein Level absolviert, gibt es noch eine Zusammenfassung, einen Rang und die Punkte in den verschiedenen Rubriken (Zerstörung, Sabotage, Verkrüppelung, Erschrecken, etc.).

Was ist zu tun...
So kämpft man Level um Level, vernichtet die Bären auf die fieseste Weise und punktet somit in der Highscore-Liste. Auch wenn man quasi in jedem Level dasselbe machen muss, so kommt doch Abwechslung ins Spiel. Es gibt die ulkigsten und gemeinsten Dinge, die man sich nicht mal im Traum vorstellen kann. So kann man die Bären einfach so schlagen, erschrecken, aber auch in Fallen locken, per Mine hochgehen lassen, in den Grill oder die Rührmaschine stecken und so weiter. Ebenso muss man Dinge zerstören, Fahrzeuge sabotieren, Waffen verstecken, Geräte außer Funktion setzen und und und. Durch die große Vielfalt an Waffen wird es noch interessanter, jedoch muss man beachten, dass man immer nur eine Waffe und eine Mine/Falle tragen kann. Kleine Miniquests versüßen die Geschichte, so kann man zum Beispiel Geschenke verbrennen oder Abzeichen vernichten, um an mehr Punkte zu kommen. Ebenso gibt es Bären, die weinen, wenn man ihr Essen zerstört. Wie gemein! Schafft man es sogar, einen Bär wahnsinnig zu machen, so bekommt man danach zwar keine Gemeinheitspunkte mehr, jedoch wird der Bär auch nicht mehr rumlaufen oder Hilfe holen! Man sollte ständig seinen Multiplikator im Auge behalten, denn wenn man auf der Weltrangliste nach oben kommen möchte, so schafft man dies nur mit einer guten Punktzahl! Je gemeiner man ist, desto mehr steigt der Multiplikator, jedoch fällt er wieder, wenn man nicht gemein ist. Eine zweite Möglichkeit der Steigerung ist die Maßnahme, eine Frostpille zu essen. Nein nicht ganz, man steigert mit der Einnahme der Pille nicht den Multiplikator, aber er wird für eine bestimmte Zeit eingefroren und kann in diesem Moment nicht sinken. Also geht es in Naughty Bear sogar ein wenig taktisch zu, zumindest wenn man den Highscore brechen möchte.

Grafik, Federn und Kindermusik...
Die Grafik selbst ist eines der größten Mankos des Spiels. Sie ist überhaupt nicht zeitgemäß und eigentlich schon eine Beleidigung für die Augen, wenn man von der heutigen Zeit ausgeht. Auch wenn alles sehr niedlich gemacht ist und die Grafik selbst eine gute Idee ist, so hat sie einen Standard, der vor Jahren durchgegangen wäre. Alles ist quietschebunt, passt sehr gut zum Geschehen und zum Comiclook, ist aber eben nicht zeitgemäß. Hat man hohe Anforderungen an die Grafik, so wird man durch die Bank enttäuscht.

Beim Sound ist es ein wenig anders, er passt sehr gut zum Spiel und ist auch klasse gemacht. Die Stimme des Sprechers ist wie in einem Kinderfilm, die kindlichen Emotionen sind sehr gut eingefangen worden.  Auch wenn es ein Spiel für die ältere Generation ist, so präsentiert sich das Spiel mit der Grafik und dem Sound eher in eine Richtung für die Kleinen. Diese Kontroverse passt sehr gut zu Naughty Bear. Die Musik trällert vor sich hin, sie ist zwar nicht super, aber passt gut. Die meisten Melodien würde ich Kindern zum Einschlafen vorspielen oder nebenbei bei einem familiären Abend als Beschallung.

In der Gruppe böse sein...

Zum Schluss widme ich mich dem Mehrspielermodus. Insgesamt hat man vier verschiedene Modi zur Auswahl, die meisten kennt man von normalen Shootern. Bei einem muss man eine eigene Statue verteidigen, zugleich aber die Statue vom Gegner zerstören. Bei der goldenen MP muss man diese suchen, denn nur so kann man die anderen Bären bestrafen und Punkte erzielen. Dann gibt es eine Abwandlung von Capture the Flag mit einem Kuchen und zu guter Letzt einen Gummibärenkrieg, in dem ein Team die süßen Bären einsammeln muss, hingegen einer der Naughty Bear ist und sie daran hindert. Der Mehrspieler-Part von Naughty Bear ist an sich ganz witzig und relativ gut gelungen, leider hatte ich bei meiner Testphase permanent Abbrüche und konnte leider kein einziges Spiel zu Ende spielen. An dieser Stelle hoffe ich, dass der Hersteller so schnell wie möglich nachbessert, denn ich bin der Meinung mit vielen anderen kranken Spielern, würde der Bärenkrieg viel Spaß machen.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Meine Vorfreude war groß, meine Stimmung war während des anfänglichen Spielens gut und mein Leichtsinn stieg von Level zu Level. Naughty Bear macht einfach Spaß. Man kann so böse spielen, wie man es sich in echt nicht mal träumen würde. Dem einen Bären ein Messer in den Rücken, seine Geschenke verbrennen und ihn vorher noch in eine Falle locken, so dass er danach schon einen Schaden hat – Herrlich! Auch wenn das Spiel nicht so lange motiviert hat wie ich mir es erwünscht hatte, so legt man es immer wieder in das Laufwerk, alleine um in einer schon gespielten Mission einfach mehr Punkte zu ergattern als alle anderen aus seiner Freundesliste. Auch wenn die Grafik altbacken ist und eigentlich eine Frechheit für das Jahr 2010 ist, so kann man wegen der Spielidee ein wenig drüber hinweg sehen. Eine bessere Wertung hat das Spiel nicht verdient, da hätten einige Dinge anders laufen müssen. Aber als Zeitvertreib kann man es getrost immer wieder mal spielen. Der Mehrspielermodus ist von der Idee ganz gut, leider sind permanent Abbrüche zu verzeichnen und die begrenzte Anzahl von nur vier Spielern online, macht die vier Modi zu einem mehr oder weniger guten Zeitvertreib. Für mich ist Naughty Bear eine geniale Idee, die leider nicht so gut umgesetzt wurde. Trotz alledem spreche ich eine Empfehlung aus, wenn jemand auf „etwas“ andere Spiele steht.  Allerdings würde ich warten, bis das Spiel für rund 20 bis 30 Euro zu kaufen ist!


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positiv negativ
  • Geniale, aber kranke Spielidee
  • Viele Waffen
  • Viele Foltermöglichkeiten
  • Kindischer Sprecher
  • Die einen lieben es...
  • Sehr cooles Menü
  • Viele Kostüme freischaltbar
  • Federn statt Blut
  • Guter, erwachsener Humor
  • Schlechte Grafik im gesamten Spiel
  • Katastrophale Kamera
  • Hat seine Frustmomente
  • Steuerung hackt ab und an
  • ...die anderen hassen es!
  • Mehrspielerpartien brechen oft ab
  • Zu wenig begehbare Orte
  • Insgesamt zu wenig Abwechslung





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