One Punch Man Vol. 1

One Punch Man Vol. 1

Originaltitel: One-Punch Man
Genre: Action • Comedy
Regie: Shingo Natsume
Laufzeit: DVD (125 Min) • BD (125 Min)
Label: Kazé Anime Studio
FSK 12

One Punch Man Vol. 1   22.04.2017 von LorD Avenger

Während seiner erfolglosen Jobsuche gerät Saitama zwischen die Scheren eines blutrünstigen Krabbenmonsters in Feinrip-Unterwäsche und einem kleinen Jungen mit Hodenkinn. An seinen Kindheitstraum erinnert, beginnt er fortan ein Leben als Hobby-Held. Nach 3 Jahren Trainings kennt ihn immer noch kein Schwein, dabei ist er inzwischen so stark, dass er jeden Gegner mit nur einem Schlag besiegen kann...

 

Diese Serie ist schlichtweg bescheuert. Ich kann's gar nicht anders sagen. Aber nicht das schlechte bescheuert, sondern das japanisch-bescheuert. Total abgedreht. Völlig durchgeknallt. Von der Marke Wie-kommt-man-auf-solche-Ideen.

One Punch Man beginnt mit der raschen Vorstellung seiner Version von Japan, die unserer nicht unähnlich ist, aber zunehmend von zerstörerischen und blutrünstigen Monstern heimgesucht wird. Ein Verbund an den Haaren herbeigezogener Helden (z.B. einem heroischen Radler, der mit Helm und Fahrrad auftaucht und genauso schnell K.O. geht, wie man es erwarten würde) ist überfordert... und das während Protagonist und One Punch Man Saitama völlig unterfordert ist. Wie sollte es auch anders sein, wenn man Giganten mit einem Schlag zerfetzen kann, die in Sekunden die halbe Stadt zerstören? Er braucht nicht einmal coole Kampftechniken oder -choreografien, nicht einmal Ausweichmanöver - denn so vernichtend seine Faust ist, so gestählt ist auch sein unzerstörbarer Körper.

 

Der Auftakt der Serie, deren Vorlage 2009 als erfolgreicher Webcomic begann, hebt sich einfach von der Masse ab. Wir haben keinen Son-Goku, keinen Monkey D. Ruffy, keinen Ichigo oder Naruto, die alle 20 Folgen auf einen stärkeren Gegner treffen, für den sie ihre eigenen Grenzen überwinden und stärker werden müssen... wir haben Saitama. Und mit ihm läuft es genau anders herum: Er hat bereits sämtliche Grenzen überwunden und die bösen Monster müssen zusehen, dass sie stärker werden. Allein dieses großartige Konzept ist eigentlich bereits Superheldenparodie genug, aber Künstler One war anderer Meinung. Auch der Protagonist muss eine einzige lächerliche Parodie werden. Er hat so hart trainiert, dass ihm sämtliche Haare ausfielen. Er trägt einen knallgelben Strampler mit roten Gummistiefeln und Gartenhandschuhen zusammen mit einem Klischee-Cape. Und seine körperliche Übermacht ließ ihn träge und gelangweilt werden, was er mit einem urkomischen trockenen Kommentar nach dem anderen unterstreicht. Sein Gesicht, das aus einem typischen simpel gezeichneten Gag-Manga entsprungen sein könnte, tut sein Übriges. Doch auch von ihm abgesehen wird es nicht minder bescheuert: z.B. ein Typ, der so viel Krabben gegessen hat, dass er zur Hälfte selber einer wurde, während seine untere Hälfte nur in Unterhose bekleidet herumläuft.

 

Bildergalerie von One Punch Man Vol. 1 (6 Bilder)

Die Handlung ist nach den enthaltenen vier Folgen noch schwer einzuschätzen, scheint sich aber auch eher am Komik- als am Action-Genre zu orientieren. Sprich: Mehr in sich geschlossene Folgen mit neuen Gegnern oder abgedrehten Handlungen und weniger eine tiefgründige Rahmenstory mit näherrückendem, handfestem Finale. Auf der Disc sind auch 2 OVAs enthalten, also Videoinhalte für die Heimkino-Veröffentlichung, und mit dem Unterschied dass sie etwas kürzer sind als gewöhnliche Folgen, merkt man darüber hinaus nicht den geringsten Unterschied. Das macht deutlich, dass jede Folge mehr oder minder für sich steht und es theoretisch nichts ausmachen würde, eine zu verpassen. Außer, dass man lustige Sprüche, Situationen und Monster verpasst oder Saitama, der sich mehr Sorgen um das Verpassen des Schnäppchentags im Supermarkt macht als um den Kampf gegen den stärksten Kämpfer einer Geheimorganisation.

 

Auch technisch habe ich absolut nichts auszusetzen. Die Zeichnungen sind sauber, die Animationen flüssig und die Kampfszenen durchsetzt von Stilvariationen, die sich am sehr eigenen Stil der Vorlage orientieren, wie der Serienzeichner im auf der Disc enthaltenen Interview erklärt. Die deutsche Synchronisation hat ebenso einwandfreie Arbeit geleistet, trumpft mit vielen bekannten Stimmen auf und trifft den gelangweilten Tonfall Saitamas ganz hervorragend.

 

Zum physischen Bonusmaterial gibt's neben der coolen Sammelbox und einem "zerschlagenen" Pappschuber übrigens auch ein ausführliches Booklet mit Charakterprofilen und eine Leseprobe des Mangas, anhand dessen man ein gutes Gefühl dafür kriegt, wie treu man der Vorlage geblieben ist. Ein schön gepacktes Gesamtpaket, das allein durch die zwei OVAs die vier Folgen nicht zu wenig erscheinen lässt.

 

 

© ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

One Punch Man präsentiert sich im Auftakt der ersten Staffel als urkomische, gelungene und völlig bekloppte Superhelden-Parodie. Es krempelt das dezent ausgelutschte Genre komplett um und stellt die Schurken in die Bringschuld - die müssen jetzt zusehen, dass sie stärker werden, denn der Protagonist ist bereits unschlagbar. Darauf aufbauend lässt sich aber natürlich auch nur schwer eine ernsthafte Geschichte zusammenschustern und so lebt jede der vier enthaltenen Folgen, ebenso wie die beiden unterhaltsamen OVAs, mehr oder minder in sich geschlossen. Die Hauptfigur wächst einem mit ihrem lächerlichen Aussehen und ihrer trockenen Art augenblicklich ans Herz und die Nebenfiguren sind dabei betont nebensächlich und während der ersten Volume kaum nennenswert. Besonders interessant sind aber auch die Animationsqualität und der in Actionsequenzen teilweise wechselnde Zeichenstil, um die verblüffende Nähe zur Manga-Vorlage beizubehalten.


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