Perfect Blue

Perfect Blue

Originaltitel: Perfect Blue
Genre: Thriller • Drama
Regie: Satoshi Kon
Laufzeit: BD (81 Min)
Label: Rapid Eye Movies
FSK 16

Perfect Blue   26.01.2018 von MarS

Längst ist klar, dass Zeichentrickfilme nicht nur etwas für kleine Kinder sind. Auch der im Jahr 1997 erschienene Anime Perfect Blue ist auf Grund seiner Geschichte und auch seiner Darstellung ganz klar nichts für die Kleinen. Der Psychothriller, der längst als Klassiker gilt, erschien nun dank Rapid Eye Movies erstmals auf Blu-ray, und wir haben einen Blick in die Seele eines Stars gewagt...

 

Die junge Mima ist Sängerin und Mitglied der äußerst erfolgreichen Girlband "CHAM!". Doch sie will mehr aus ihrem Leben machen und lässt sich deshalb von ihrem Agenten dazu überreden, die Band zu verlassen und als Schauspielerin in einer Serie einen Neuanfang zu starten. Der sich durch zahlreiche Nacktszenen entwickelnde Imagewechsel gefällt aber nicht allen ihrer Fans, und so bekommt Mima schon bald mysteriöse Drohbriefe. Auch eine intime Internetseite, verfasst in ihrem Namen, verfügt über deutlich mehr persönliche Informationen als Mima lieb ist. Als dann der erste Mord in ihrem Umfeld begangen wird ist sich Mima schon bald nicht mehr sicher, ob sie nicht vielleicht selbst hinter diesen Taten steckt, denn die Grenzen zwischen Realität und Psychose scheinen zusehends zu verschwimmen...

 

Perfekt Blue zählt nicht umsonst zu einem der großartigsten Animefilmen. Der Film wirft einen ungeschönten Blick hinter die Kulissen des Showgeschäfts und kritisiert dabei sowohl obsessive Fans als auch die Gleichgültigkeit der Agenturen und Macher gegenüber dem Menschen, der zum Star gemacht werden soll. Gleichzeitig liefert Perfect Blue aber auch einen intensiven, virtuos inszenierten Psychothriller, der durch das Spiel mit der Realität zu fesseln weiß. Hier kann sich so mancher Realfilm des Genres eine dicke Scheibe abschneiden, denn selten erreicht ein Film eine derartig angespannte Atmosphäre. Zahlreiche Wendungen, vielleicht an mancher Stelle schon beinahe zu zahlreich, sorgen immer wieder dafür, dass man als Zuschauer hinters Licht geführt wird und ebenso wie für die Hauptfigur Mima die Grenzen zwischen Realität und Einbildung verwischen. Beinahe fühlt man sich an die surrealen, verzweigten Werke eines David Lynch erinnert, wenn es darum geht, dem anspruchsvollen Geschehen zu folgen. Perfect Blue erfordert Aufmerksamkeit, dank der packenden Inszenierung und der kunstvoll arrangierten Aufmachung wird man aber ohnehin so in den Bann gezogen, dass dies kaum ein Problem darstellt. 

 

Die Animationen von Perfect Blue sind ebenso wie die Handlung sehr realistisch gehalten und verfügen über zahlreiche, feine Details, auch in den Settings und Hintergründen. Manche Gesichter, Mimiken und Gesten sehen zwar unnatürlich verschoben aus, dies ist jedoch den handgezeichneten Bildern geschuldet und bringt damit zusätzlichen Charme mit sich. Die Farbgebung ist überwiegend etwas kraftlos und oftmals auch sehr melancholisch trist gehalten, was hervorragend mit der vermittelten Stimmung harmoniert. 

 

Bildergalerie von Perfect Blue (13 Bilder)

Das Bild der Blu-ray weist eine ordentliche Schärfe auf und bringt die wundervollen Animationen perfekt zur Geltung. Leichtes Bildrauschen und etwas unruhigere Momente wirken sich nicht störend aus, sondern unterstützen sogar noch die Atmosphäre des Films - egal ob von den Machern gewollt oder ungewollt. Ein echtes Highlight ist die Tonspur der Blu-ray, die sich durch eine tolle Dynamik und eine kraftvolle Abmischung auszeichnet. Gezielt werden alle Boxenbereiche angesprochen und für Effekte genutzt. Die Sprachausgabe ist klar und sauber, und spätestens beim Soundtrack wird das Ohr mit ordentlich Druck versorgt.

 

Für unsere Kritik durften wir die Special Edition in Augenschein nehmen, welche zusätzlich zur Amaray im Pappschuber auch ein umfangreiches, sehr informatives Booklet enthält. Hier erfährt man auf 16 Seiten eine Menge Hintergrundwissen zur Geschichte und Entstehung des Films. Ansonsten gibt es jedoch keinen Unterschied zur Amaray-Variante.


Das Fazit von: MarS

MarS

Mit seinem Debüt Perfect Blue hat Regisseur Satoshi Kon ein echtes Anime-Meisterwerk erschaffen, dass nicht nur im gezeichneten Filmbereich seinesgleichen sucht. Gleichzeitig kritisch und anprangernd bietet der Film einen intensiven, packenden Psychothriller, der sowohl visuell als auch inhaltlich zu beeindrucken weiß. Zum Finale hin wirkt die Vielzahl an Wendungen und Verzweigungen vielleicht etwas überladen, am Ende ergibt sich jedoch wieder ein stimmiges Gesamtbild, das seinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Perfect Blue liefert nicht nur Anime-Fans grandiose Thriller-Kost - kein Wunder, dass Darren Arronofskys Black Swan viele Parallelen aufweist, noch dazu wo er selbst im Jahr 2011 die Rechte am Anime erwarb.


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