Philadelphia

Philadelphia

Originaltitel: Philadelphia
Genre: Drama
Regie: Jonathan Demme
Hauptdarsteller: Tom Hanks
Laufzeit: 125 Minuten
Label: Sony Pictures Home Entertainment
FSK 12

Philadelphia   15.08.2013 von Teppich

Die AIDS-Erkrankung ist ein Thema, mit dem wir uns selbst in der heutigen Gesellschaft viel zu wenig auseinandersetzen. Hundertausende von Menschen sterben jährlich an der Krankheit, und viele Leben mit dem Gedanken, dass dies doch nur im fernen Afrika der Fall sei: Falsch gedacht! AIDS wird überall auf der Welt übertragen und umso wichtiger ist es, den Umgang sowie die Prävention der Krankheit in den Vordergrund zu stellen. Vor rund zwanzig Jahren wurde bereits filmisch der Umgang mit AIDS bereits von Tom Hanks und Denzel Washington porträtiert und dennoch scheint sich seitdem nicht viel getan zu haben....

 

Natürlich handelt es sich bei dem Film um Philadelphia, der die Geschichte des homosexuellen Anwalts Andrew Beckett (Tom Hanks) erzählt. Dieser steckte sich mit der Krankheit an und wird daher von seiner Kanzlei gefeuert. Als Grund wird natürlich nicht die Krankheit angegeben, sondern ihm wird Inkompetenz vorgeworfen. Andrew entscheidet sich gegen die Kündigung gerichtlich vorzugehen. Natürlich geht das mit einigen Problemen einher, schließlich möchte keiner der Anwälte, die Andrew kontaktiert, gegen eine Firma mit solchem Ruf vorgehen. Letztendlich landet Andrew bei Joe Miller, einem schwarzen Anwalt, der durch Fernsehwerbung berühmt wurde. Miller selbst hat eine Abneigung gegen Homosexuelle, stimmt jedoch letztendlich wegen der Bezahlung zu und geht gegen die Ungerechtigkeit an, der Becket zum Opfer gefallen ist. 

 

Der Film ist vor allem eine Abrechnung mit den damaligen Verhältnissen, die in den Vereinigten Staaten herrschten. Hier regierten vor allem der Hass gegen Schwule, die afroamerikanische Bevölkerung der USA, und vor allem natürlich die Angst und die Unwissenheit bezüglich der AIDS-Erkrankung. Die Menschen um Andrew scheuen ihn, weil sie nicht wissen, wie die Krankheit sich verbreitet. Vor allem eine Szene sticht im Film heraus und verdeutlicht das Problem: Joe, der den Arzt besucht, nachdem dieser sich mit Andrew getroffen hatte. Schließlich wollte er wissen, wie hoch die  Chancen einer Erkrankung nach dem bloßen Kontakt stehen würden. Eine Szene die sich höchst kritisch mit dem Bildungs- und dem Gesundheitsystem auseinandersetzt. Schließlich wurde die Bevölkerung nicht auf eine solche Infektion vorbereitet. Niemand weiß, wie er mit dieser Krankheit umgehen soll, geschweige denn wie man sich überhaupt ansteckt. 

 

Bildergalerie von Philadelphia (10 Bilder)

Zwanzig Jahre später, also heute, wissen wir immer noch nicht viel mehr. Es wird zwar Prävention an Schulen betrieben, im Fokus stand das Thema AIDS jedoch noch nie. Ansonsten würde die Infektionsrate nicht jährlich steigen. Und ich rede hier nicht von Problemen in anderen Kontinenten. Hier in Europa, sogar in Deutschland steigt die Infektionsrate, weil sich niemand der Gefahr bewusst ist. Warum sollte es denn gerade mich betreffen? Und auch der Umgang mit AIDS-Erkrankten gleicht doch eher dem Umgang mit einem Lepra-Kranken. Sie werden gemieden, fast schon verachtet, schließlich ist es ihre eigene Schuld - oder doch unsere?! Philadelphia ist ein höchst brisanter Film, der auf jeden Fall gesehen werden sollte, da er trotz seines Alters immer noch ein höchst brisantes Thema behandelt und vielleicht auch unsere Sicht auf die Erkrankung verändern könnte. Angesehen wurde die Blu-ray-Fassung, die sich vor allem durch ein aufbereitetes Bild und eine Dolby-Digital-2.0-Unterstützung auszeichnet.


Das Fazit von: Teppich

Teppich

Philadelphia ist ein All-Time-Classic, auch wenn der Film "erst" zwanzig Jahre auf dem Buckel hat. Er setzte sich mit einer steigenden Problematik der 1980er und frühen 1990er auseinander. Das steigende sexuelle Selbstbewusstsein sowie die mangelnde Aufklärung seitens des Bildungs- und Gesundheitssystem führten zu einem Anstieg der AIDS-Erkrankungen. Natürlich wurde die Schuld auf die "Triebtäter" geschoben und nicht auf das System selbst, das die Krankheit quasi für nichtig erklärte. Philadelphia ist das Paradebeispiel für eben jene Problematik und behandelt darüber hinaus den sozialen Umgang mit homosexuellen AIDS-Erkrankten, die quasi von der Gesellschafft ausgeschlossen wurden. Definitiv ein Film, den man gesehen haben muss! 


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