Politik Simulator

Politik Simulator

Genre: Politik-Simulation
Erscheinungsdatum: 06.02.2009
USK 12

Politik Simulator   26.02.2009 von derstefan

Mein erster Tag im neuen Job


So, mein erster Arbeitstag als amerikanischer Präsident beginnt. Was mach ich jetzt nur als Erstes? Hmm, ich schau mal in die Zeitung. Wie bitte? Was maßt sich denn dieser Comedy-Star an und macht über mich Witze? Mit dem muss ich gleich mal einen Termin im Oval Office vereinbaren, das geht ja gar nicht. Den bringe ich schon noch dazu, etwas Gutes in der Presse über mich zu berichten. Und wenn ich Ihn schmieren muss…

Aahhh, jetzt kommt auch noch mein Bildungsminister an und heult mir die Ohren voll, dass die Lehrer bald streiken werden, wenn nicht endlich mal wieder ein bisschen mehr Geld ins Bildungssystem gepumpt wird. Soll ich das zulassen oder mal mit der Faust auf den Tisch hauen? Und die Verkehrsministerin muss sich nun auch noch bei mir ausheulen, dass es in New York bald zu einem Riesenverkehrschaos kommt, wenn nicht bald haufenweise Geld in das Straßennetz fließt. Das gibt´s doch nicht! Hat mir dieses Buschäffchen denn nur Probleme hinterlassen??

Ihr seht schon, es gibt hier Probleme über Probleme, die es zu lösen gilt. Generell spielt ihr hier die Rolle des Regierungschefs eines von 170 Ländern. Eine der ersten Aufgaben die man auswählen kann, ist es zum Beispiel als neu gewählter amerikanischer Präsident die vier Jahre bis zur Neuwahl zu überstehen und wiedergewählt zu werden. Euer wichtigster Indikator ist dabei das Popularitäts-Barometer das euch immer anzeigt, wie es um Eure Beliebtheit steht. Um dieses zu steigern muss man wirklich genau aufpassen an welcher Schraube man in dieser komplexen Wirtschaftssimulation drehen muss. Man kümmert sich hierbei um alles, was in einem Staat von einem Kanzler/Präsidenten gefordert wird: Von der Verabschiedung von Gesetzen über die Pflege von internationalen Kontakten durch Staatsbesuche oder Treffen mit Persönlichkeiten aus dem Showgeschäft ist hier alles möglich. Es wird dabei immer starker Bezug auf die Auswahl des jeweiligen Staates genommen, den man vertritt. So ist es zum Beispiel für einen amerikanischen Präsidenten deutlich wichtiger einen starken Militärfokus zu haben, wohingegen dies in Deutschland weniger wichtig ist. Der Reiz liegt auch oft darin, mal ein System umzukrempeln und die Auswirkungen zu betrachten. Ich wollte schon immer mal sehen, wie sich China in einen demokratischen Staat verwandelt...

 

Benutzeroberflächlichkeiten
Die Benutzeroberfläche ist grundsätzlich folgendermaßen aufgebaut: Im oberen Drittel des Spielfelds sind Elemente wie Datum, Beliebtheitsmesser und kurze Beschreibungen zu den ausgewählten Ländern zu finden. Diese lassen sich durch einen Klick ausklappen und man stößt dadurch weiter in die Tiefe. In der Mitte ist die 3D-Weltkarte, in der man die Länder oder auch einzelne Städte auswählen kann, bei denen man etwas ändern möchte. Die verschiedenen Ministerien des Staates lassen sich im unteren Teil steuern und man darf sich hier weiter in den Untiefen der stark verschachtelten Menüstruktur austoben.
Um die Themen Finanzkrise, Arbeitslosigkeit, Reformation des Gesundheitssystems, des Erziehungswesen und des Arbeitsrechts, die US Truppen aus dem Irak heimholen und noch viele mehr ordentlich zu bearbeiten, benötigt man eine Menge Ausdauer und viel, viel Mikromanagement. Die Einarbeitung in die Bedienung dauert mindestens zwei Stunden, geht dann aber gut von der Hand. Zum Glück bietet das Spiel auch Tutorials an, die sicher für viele Spieler von Vorteil sind. Tipp: Seht euch diese vorher an, bevor ihr eine Menge Zeit durch Ausprobierereien verschenkt.

Beziehungskisten
Um die Beziehungen der wirtschaftlichen Daten, Demographiewerten (= eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit dem Leben, Werden und Vergehen menschlicher Bevölkerungen befasst), Wirtschafts- und Sozialbeziehungen der einzelnen Staaten zu verstehen, benötigt es schon einer guten Allgemeinbildung und viel Ausprobieren. Allerdings stellt das Spiel die komplexen Zusammenhänge meist sehr glaubhaft dar. Manche Aktionen der künstlichen Intelligenz des Spiels sind leider aber etwas unsinnig. So kann es passieren, dass Frankreich mal so eben den USA den Krieg erklärt, wenn man mit einem poltischen Gegner der Franzosen verhandelt.

 

Man darf auch nie vergessen, dass man zum Beispiel als amerikanischer Präsident auch die Politik der demokratischen Partei umsetzen muss. Ich habe einmal das Budget für die Polizeiarbeit erhöht, daraufhin meldete sich der Chef der Republikaner bei mir und dankte mir für die Umsetzung seiner Gedanken. Nachdem ich mich auch mal beispielsweise mit zu vielen Größen aus dem Show- und Sportgeschäft getroffen habe, landete ich auf dem Cover eines Lifestyle-Magazins, was im Gegensatz zu George Clooney für einen Präsidenten eher schlechte Publicity bedeutet. Ein „Aha-Effekt“ stellte sich bei mir des Öfteren ein, man merkt an vielen Punkten einfach was kleine Veränderungen bewirken können.

Grafisch gibt das Spiel leider nicht allzu viel her. Das Regieren ist ein eben ein trockenes und mühseliges Geschäft, in dem man viel mit Zahlen und Statistiken jonglieren muss. Die Schriften und Farben hätten aber schon ein bisschen schöner und runder sein können, das kann ja mittlerweile schon Excel 2007 (Smile). Der Sound ist nicht wahnsinnig berauschend, geht aber als nicht allzu störend durch.

Wer Lust hat mit anderen Leuten die Welt zu beherrschen („Brain, was machen wir heute Abend?“) , der kann auch im Multiplayermodus mit bis zu 15 anderen Mitspielern um die Wette regieren. Nachdem die Partien etwas länger werden können, lassen sich diese sogar abspeichern und zu einem vereinbarten Zeitpunkt wiederaufnehmen.


Das Fazit von: derstefan

derstefan

Eine solche Spieltiefe kannte ich bisher nur von Sportsimulationen wie der Fußball-Manager Serie. Es ist schwer, die reale politisch Welt abbilden zu wollen, dieses Spiel geht aber auf jeden Fall in die richtige Richtung. Spieler, die mit Statistiken und Politik nichts anfangen können, werden hier nicht glücklich. Wer aber den Ehrgeiz hat etwas dazu zu lernen, politische Zusammenhänge nachvollziehen zu wollen und ein bisschen in die Welt von „denen da oben“ einzutauchen, der fühlt sich hier wohl.


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