Raptor

Raptor

Genre: asymmetrisches Strategiespiel • Karten Management
Autor: Bruno Cathala, Bruno Faidutti
Illustrator: Vincent Dutrait
Spieleverlag: Pegasus Spiele
Empfohlenes Alter: 10+
Spieldauer: 15-30min
Anzahl Spieler: 2

Raptor   13.04.2018 von Seelöwen

Nicht alle Dinosaurier sind ausgestorben! Nach dieser Nachricht stürzen sich einige Forscher auf die einsame Insel mitten im Pazifik. Worauf sie nicht vorbereitet sind: die Raptormutter! Diese hat kein Interesse ihre Babys den Forschern zu überlassen, und außerdem sind Forscher … essbar …

 

Das Material und die Vorbereitung

 

Raptor kommt in der kompakten mittelgroßen Schachtel von Pegasus, deren Cover gleich die Bedrohlichkeit der Raptormutter unterstreicht und Lust auf mehr macht. Lange muss man auch nicht aufs Loslegen warten, denn der Spielaufbau ist in unter einer Minute schaffbar.

 

Zunächst werden die sechs großen quadratischen Spielplanteile beliebig zu einem zwei mal drei Spielfeld kombiniert und an die kurzen Enden jeweils zwei L-förmige Teile angelegt. Auf einigen Feldern des Spielplans sind Geröllfelder abgebildet, auf diese werden die unpassierbaren Hindernisse gestellt. Anschließend verteilt der Raptorspieler je eine seiner liebevoll gestalteten Figuren auf die großen Spielplanteile und daraufhin der Forscher vier seiner ebenfalls detaillierten Forscher auf die L-förmigen Teile. Die übrigen sechs Forscher, die Narkosemarker und die Feuermarker legt der Forscher als Reserve parat. Zum Schluss mischt jeder seinen spezifischen Aktionskartenstapel (jeweils mit den Zahlen von eins bis neun) und sieht die obersten drei Karten. Schon kann die erste Runde beginnen!

 

Die Anleitung

 

Auf den acht Seiten der Anleitung werden die Regeln logisch strukturiert, verständlich und mit einigen Beispielen erklärt. Auf eine Seite der allgemeinen Regeln folgenden zwei Doppelseiten, auf welchen alle Aktionen und Effekte für den Forscher- und Raptorspieler übersichtlich beschrieben werden. Und zum Abschluss gibt es auf der Rückseite der Anleitung eine Zusammenfassung/ Erinnerung an alle wichtigen Regeln und zusätzlich wertvolle Strategietipps für beide Spieler, um besser ins Spiel zu kommen.

 

Das Spielziel

 

In diesem Zweispielerspiel streben beide Seiten nach unterschiedlichen Zielen. Auf der einen Seite versucht der Raptorspieler entweder drei Raptorbabys über die Ausgänge entkommen zu lassen oder alle Forscher auf dem Spielplan zu fressen. Auf der anderen Seite versucht der Forscher drei Raptorbabys einzufangen oder die Raptormutter mit fünf Narkosemarkern außer Gefecht zu setzen.

 

Der Spielablauf

 

In Raptor gibt es keine klassischen Spielerzüge, stattdessen wählen beide Spieler gleichzeitig eine ihrer drei Handkarten aus und legen sie verdeckt vor sich. Anschließend decken beide ihre gewählte Karte auf. Sind die Zahlen beider Karten gleich, werden beide ohne Effekt abgelegt und es geht in die nächste Runde. Andernfalls ist derjenige mit der niedrigeren Zahl in dieser Runde zuerst dran und führt die Spezialaktion seiner Karte aus, welche als Piktogramm dargestellt wird. Der andere Spieler ist dann zwangsläufig danach dran und erhält die Differenz der Zahl seiner Karte und der des Gegners als Aktionspunkte zur Verfügung, ohne die Spezialaktion der Karte auszuführen.

 

Das Auswählen der Handkarte für die jeweilige Runde ist das Kernelement des Spiels! Man selber möchte versuchen durch geschicktes Managen der eigenen Handkarten und Einschätzen des Gegenübers möglichst viele Aktionspunkte für sich selbst rauszuschlagen, beziehungsweise verhindern, dass der Gegner zu viele Aktionspunkte erhält. So erhält der Gegenspieler zum Beispiel fünf Aktionspunkte, wenn man selbst eine zwei und der Gegner eine sieben gelegt hat, aber nur einen Aktionspunkt, wenn man stattdessen eine sechs gelegt hätte. Das Einschätzen des Gegenübers wird dadurch vereinfacht, dass die Ablagestapel offen sind und man somit besser einschätzen kann, was der andere haben könnte. Am Ende der Runde ziehen beide Spieler wieder auf drei Karten nach.

 

Das war also der Hauptmechanismus und seine strategische Bedeutung. Zwei weitere allgemeine Regeln sind noch: keine Bewegung oder Aktion darf diagonal erfolgen und es dürfen sich nie zwei Figuren ein Feld teilen, beziehungsweise Figuren dürfen sich nicht durch andere bewegen. Und zu guter Letzt gibt es noch Möglichkeiten seinen Ablagestapel wieder mit dem Nachziehstapel zu mischen, um unberechenbarer zu werden. In den folgenden beiden Abschnitten wird abschließend noch eine Zusammenfassung gegeben, über die speziellen Kartenaktionen und Verwendungsmöglichkeiten von Aktionspunkten für beide Seiten. Letztere dürfen im Übrigen zwischen den eigenen Figuren aufgeteilt werde.

 

Auf Seite der Forscher sind die Spezialaktionen: Das Betäuben von Raptorbabys, Legen von Feuer (und damit Abschneiden von Wegen), schnelleres Bewegen einiger Forscher per Jeep oder zusätzliche Forscher aus der Reserve ins Spiel bringen. Für Aktionspunkte können verängstigte Forscher sich erholen, sich ein Feld bewegen, ein benachbartes Raptorbaby betäuben, ein benachbartes betäubtes Baby einfangen oder auf die Raptormutter mit Narkosemunition schießen (auch auf Distanz). Sehr wichtig hierbei ist aber, dass jede Forscherfigur pro Runde nur eine Angriffsaktion (Betäuben, Einfangen oder auf die Mutter schießen) ausführen darf! Damit ist also Koordination zwischen den Forscherfiguren gefragt.

 

Dem Raptorspieler stehen hingegen andere Optionen zur Verfügung, als Spezialaktionen gibt es: Forschern Angst einjagen, Babyraptoren zur Mutter rufen, Betäubung von der Raptormutter und/oder Raptorbabys entfernen oder die Raptormutter im Gebüsch verstecken, um im nächsten Zug mit Präzision zuzuschlagen. Mit den Aktionspunkten können die Babys sich ein Feld bewegen oder die Mutter darf durch die Gegend düsen, benachbarte Forscher können von der Mutter gefressen werden, benachbart zur Mutter befindliche Babys von Betäubung geheilt werden oder benachbarte Brandherde von der Mutter gelöscht werden.  Bei all diesen Aktionsmöglichkeiten können sich Raptorbabys nur bewegen! Gelangen sie zu einem der vier Ausgangsfeldern sind sie entkommen und für die Partie sicher.

 

Bildergalerie von Raptor (11 Bilder)

Lieferumfang

 

  • 1 Anleitung
  • 9 Felsen aus Pappe
  • 5 Narkosemarker
  • 10 Feuermarker
  • 6 Raptorenfiguren
  • 18 Karten
  • 10 Forscherfiguren
  • 2 Spielerbögen

Das Fazit von: Seelöwen

Seelöwen

Bei den ersten Partien fühlte sich Raptor noch etwas holprig an, da wir noch nicht richtig einschätzen konnten was wir strategisch machen sollen. Hier halfen bereits die Tipps am Ende der Anleitung und mit der Zeit haben wir deren Umsetzung weiter verfeinern können. Außerdem halfen uns beim Einstieg die Spielübersichten, auf welchen sowohl die eigenen Aktionen wie auch die der Gegner aufgelistet sind. Sehr gut gefallen hat uns auch, dass sich beide Seiten gut ausbalanciert fühlten, obwohl sie sich so verschieden spielen. So ist es bei uns selten nur bei einer Partie geblieben, da wir gleich die andere Seite auch nochmal spielen wollten. Dies wurde zusätzlich durch kurze Spieldauer und den schnellen Spielaufbau sowie Abbau unterstützt. Raptor ist aber durchaus ein recht aggressives Spiel, sowohl von der Mechanik als auch vom Thema her. Das sollte einem also liegen, wenn man sich das Spiel zulegen möchte.


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