Rocketbirds: Hardboiled Chicken

Rocketbirds: Hardboiled Chicken

Publisher: Sony
Entwicklerstudio: Ratloop Asia
Genre: Action
Sub-Genre: Action-Adventure
Art: Lowprice
Erscheinungsdatum: 13.02.2013
USK 16

Rocketbirds: Hardboiled Chicken   25.02.2013 von Torsten

Auf Sonys Heimkonsole flog Rocketbirds: Hardboiled Chicken bereits sein actionreiches Debüt. Offensichtlich war der Auftritt erfolgreich genug, um eine Portierung auf den PC und die PS Vita zu rechtfertigen. Die Heimcomputer-Variante ist bereits erschienen, nun folgt die Version für die PS Vita. Doppelte Abzocke oder sinnvoll erweitert? Wir haben uns das Spiel näher angeschaut, um genau diese Frage zu beantworten ...

 

Es ist der Stoff, aus dem die Essenz eines Action-Films entsteht. Von Klischees überladen und mit einer kräftigen Portion „Oldschool“ abgeschmeckt. Aber doch mit einer würzigen Prise abgedrehter, tierischer Wildheit versehen. Da wäre der Held: Ein Hühnchen, das so hart ist, dass es aus einem hartgekochten Ei geschlüpft ist. Und da wäre der Bösewicht. Ein hünenhafter Pinguin mit Narben im Gesicht und einer schwarzen Sonnenbrille auf dem Schnabel. Die Zigarre in seinem Schnabel wird im Takt des russischen Geplappers geschwungen. Einst kämpften sie für das gleiche Team, doch der ruchlose Mord an unschuldigen Zivilisten ließ das hartgekochte Hühnchen abtrünnig werden. Von nun an kämpft Hardboiled, so der Name des Helden, gegen die bösen Machenschaften Putzkis, in dessen Diensten auch sein ehemaliger Kollege Brno steht. Eine Geschichte, die auch in einem 80er-Jahre-Streifen mit Arnold Schwarzenegger hätte verfilmt werden können, aber eben genau die richtige Vorlage für ein sich selber nie ernst nehmendes Action-Adventure.

 

Wer noch nicht das Vergnügen hatte, mit Rambo im Hühnchen-Outfit schießwütige Pinguin-Klone abzuknallen, hier noch einmal kurz erklärt, worum es sich bei Rocketbirds: Hardboiled Chicken handelt. Ebenso wie die Story, könnte auch das Spielgerüst aus längst vergangenen Tagen, in denen Plattformer und Sidescroll-Shooter populär waren, stammen. Ganz im Stil eines Midnight Resistance, North Sea Inferno oder Contra steuert der Spieler das kampfbereite Hühnchen in zweidimensionaler Ansicht. Gescrollt wird nicht. Verlässt Hardboiled den Bildschirm, so taucht er nach einer Schwarzblende im nächsten Abschnitt wieder auf, wobei die Flugbahn der Projektile über die Barriere der Bildschirme hinaus fortgeführt wird. Der Protagonist bedient sich aufgefundener Pistolen, Schrot- und Maschinengewehren, ist aber auch im Nahkampf ausgebildet. Mit dem rückwärtigen Touchpad werden Granaten und Kontrollkäfer verschossen. Moment, Kontrollkäfer? Ja, das sind recht praktische Tierchen, mit denen sich die Körper anderer Wesen übernehmen lassen, gleich ob Huhn oder Pinguin. Wird die kontrollierte Person dann nicht mehr benötigt, so befiehlt man ihr ganz einfach den Freitod. Zimperlich geht es hier nicht zur Sache. Auch sonst hinterlassen unter Dauerfeuer in der Luft jonglierte Pinguine reichlich Blut an den Wänden.

 

Aber es wird nicht nur geballert, sondern auch geknobelt. Meist sind diese Knobelpassagen mit „ferngesteuerten“ Pinguinen oder verschobenen Kisten zu meistern. Ansonsten bleibt die übliche Ausschau nach der korrekten Schlüsselkarte mitsamt etwas nervigem Backtracking. Auch das gehört zum Spielgefühl der „guten alten Zeit“. Auflockernd zum hauptsächlichen Spielgeschehen wirken dann die Jetpack-Passagen. Nicht umsonst heißt das Spiel ja Rocketbirds. Leider wurde hier nicht auf eine Zweistick-Steuerung gesetzt. Stattdessen wird in klassischer Variante mit Schub- und Feuertaste gesteuert. Macht aber nichts, Spaß macht es trotzdem.

 

Apropos Spaß: Den kann man nämlich nicht nur alleine haben, sondern auch gemeinsam. Die Kampagne lässt sich in Coop-Spielweise per Adhoc-Verbindung oder WLAN-Netzwerk auch im Duett absolvieren. Wer das Spiel bereits für die PS3 gekauft hat, erhält „Sniper Budgie“ und „Agent-H“ als spielbare Charaktere gratis dazu. Damit wären es dann sechs auswählbare Spielfiguren, die auch als „das dreckige halbe Dutzend“ bekannt sind.

 

Bildergalerie von Rocketbirds: Hardboiled Chicken (5 Bilder)

Das Spiel präsentiert die 2D-Action in einem schicken 3D-Gewand. Neigt und dreht der Nutzer seine PS Vita, so ändert sich auch der Blickwinkel und das Bild gewinnt an Tiefe. Dieser nette Effekt ist allerdings Schmuck am Nachthemd. Er ist nett anzuschauen, spielerisch allerdings nutzlos und manchmal sogar störend, da das Handheld gerade gehalten werden muss, um Abgänge am Boden sichtbar zu machen. Das ist in gemütlicher Couch-Potatoe-Stellung allerdings nicht immer möglich. Unterwegs im Auto oder Zug, zuckelt der Hintergrund bei höheren Geschwindigkeiten und damit verbundenen Vibrationen außerdem zu stark, was auf Dauer anstrengend für die Augen wird. Grandios ist wieder einmal der Soundtrack der Gruppe New World Revolution, die mit einer Mischung aus Rock und Elektro Spielerohren schmeichelnd einheizen. Neben den tierischen Lauten der Nebenbesetzung bekamen Protagonisten auch passende Stimmgeber, die die ihrem Klischee entsprechende Rolle perfekt vertonen.


Das Fazit von: Torsten

Torsten

Im Vergleich zur PS3-Variante wurden die Levels leicht abgeändert, im Kern bleibt es allerdings das gleiche Spiel. Und doch startet Rocketbirds: Hardboiled Chicken auf der PS Vita rasanter durch. Das Spiel für zwischendurch fühlt sich auf einem Handheld wesentlich wohler und das trotz fummeliger Steuerung und nervigem Backtracking. Die großen Stärken des Spiels sind der grandiose Soundtrack und die humorvolle Aufmachung. Die Geschichte rund um das als Küken gefolterte, abtrünnige Hühnchen, das das Nazi-ähnliche Progaganda-Regime stürzen möchte, bedient sich zahlreicher Klischees. Das wirkt atmosphärisch passend zum durchgeknallten Setting des Spiels. Rocketbirds: Harboiled Chicken für die PS Vita ist ein wirklich gelungenes Action-Adventure für unterwegs, das genügend Abwechslung für die ein oder andere Spielstunde bietet. P.S: Wer bis zu Ende gespielt hat, der weiß, Eulen sind böse! Wir sind gespannt auf Rocketbirds 2!


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positiv negativ
  • Gelungener Humor
  • Toller Soundtrack
  • Abwechlsungsreiche Level
  • Stimmige Grafik
  • Netter 3D-Effekt
  • 3D-Effekt wirkt unterwegs etwas anstrengend
  • Fummelige Steuerung
  • Häufiges Backtracking





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