Romans - Dämonen der Vergangenheit

Romans - Dämonen der Vergangenheit

Originaltitel: Romans
Genre: Drama
Regie: Ludwig Shammasien • Paul Shammasien
Hauptdarsteller: Orlando Bloom • Janet Montgomery
Laufzeit: DVD (91 Min) • BD (95 Min)
Label: Koch FIlms / OFDb Filmworks
FSK 16

Romans - Dämonen der Vergangenheit   14.07.2019 von MarS

Werden unbequeme, schockierende Begebenheiten in einem Drama verarbeitet, dann ist der entsprechende Film oftmals nicht einfach zu verdauen. Dies gilt auch für Romans - Dämonen der Vergangenheit, der ein leider immer noch sehr aktuelles Thema auf ganz spezielle Art und Weise umsetzt...

 

Inhalt

 

Malky (Orlando Bloom) ist Mitte Dreißig und arbeitet bei einem Abrissunternehmen. Auch sein privates Leben gleicht einem Scherbenhaufen, denn als Zwölfjähriger wurde er im Priester seiner einstigen Gemeinde sexuell missbraucht. Seitdem fällt es Malky schwer, seine Gefühle unter Kontrolle zu halten, sei es ungebremster Zorn gegenüber Fremden, das fehlende Vertrauen und seine Dominanz gegenüber seiner Freundin oder auch seine Unterwürfigkeit gegenüber seiner Mutter, die nichts von den einstigen Ereignissen weiß. Am schlimmsten ist jedoch die selbstzerstörerische Art sich selbst gegenüber, die sich in Selbstgeißelung und Selbsthass manifestiert. Doch dann kehrt eines Tages Malkys Peiniger zurück in die Gemeinde, und er wird erneut mit den Dämonen seiner Vergangenheit konfrontiert...


Romans - Dämonen der Vergangenheit behandelt das Thema des sexuellen Missbrauchs an Kindern durch Geistliche, konzentriert sich dabei aber nicht wie ähnliche Filme auf die Folgen für die Täter, sondern die Spätfolgen der Opfer. So begleitet man als Zuschauer die Hauptfigur Malky durch seine Leben in der Gegenwart, geprägt von den Ereignissen in der Vergangenheit. Dabei inszenieren die Regiebrüder Ludwig und Paul Shammasian die Erzählung sehr symbolträchtig und bedrückend, was nicht nur für eine ruhige, jedoch äußerst unheilvolle Atmosphäre sorgt, sondern die teils detaillierten Schilderungen noch drastischer macht. Auch wenn sich hier beinahe alles auf der Dialogebene abspielt, dürfte Romans - Dämonen der Vergangenheit zarten Gemütern dadurch an so mancher Stelle deutlich zu unbequem und intensiv ausfallen. Dafür sorgt auch das Sounddesign, das bewusst auf einen stetigen Score verzichtet und stattdessen lieber gezielte, dafür aber markerschütternde Soundfetzen zur Untermalung der Ereignisse nutzt. Getragen wird der gesamte Film vom wirklich grandios agierenden Orlando Bloom, dessen Darbietung eines zerstörten Geistes und die daraus resultierenden Schwierigkeiten, seine eigenen Gefühle in geordnete Bahnen zu lenken, ein weiteres Mal beweisen, wie wandlungsfähig der Brite sein kann. Letzten Endes geht es in Romans - Dämonen der Vergangenheit jedoch nicht um Rache, sondern darum ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass es durchaus schwierig sein kann, zwischen Vergeltung und Vergebung zu entscheiden. Dass der Film in diesem Bereich eigentlich keine wirkliche Stellung bezieht und am Ende ein dementsprechend konsequentes, wenn auch nicht für jeden Zuschauer zufriedenstellendes Finale liefert, ist eigentlich nur ein weiterer Beweis dafür, dass die Brüder Shammasian lieber eigene Gedanken zulassen, als dem Betrachter ihre Ansichten aufzuzwingen. Hier geht es vielmehr darum, auf die Thematik aufmerksam zu machen und aufzuzeigen, welche Auswirkungen sexueller Missbrauch an Kindern haben kann - selbstverständlich konkretisiert an einem möglichen und deshalb durchaus authentischen Beispiel. 

 

Bildergalerie von Romans - Dämonen der Vergangenheit (6 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Passend zur symbolträchtigen Bildsprache ist auch das Bild der Blu-ray geprägt von zahlreichen Stilmitteln. Am auffälligsten sind dabei häufig auftauchendes, teils starkes Filmkorn sowie deutliche Unschärfen, vor allem in den Randbereichen. Beides harmoniert gut mit der Atmosphäre des Films, sieht aber nicht wirklich ansprechend aus. Die Tonspur zeigt sich ebenfalls konsequent minimalistisch und bedient überwiegend den vorderen Boxenbereich. Nur selten gibt es etwas Druck aus der Bassbox oder kleinere Surroundeffekte, aber auch das unterstützt wie bereits erwähnt die Stimmung im Film. 

 

 

Bilder © OFDb Filmworks


Das Fazit von: MarS

MarS

Romans - Dämonen der Vergangenheit ist wirklich schwere Kost. Allerdings ist dies im Zusammenhang mit der gewählten Thematik nur konsequent, denn dadurch entwickelt der Film nicht nur eine ganz eigene Atmosphäre, sondern wirkt durch die symbollastige und tragisch-ruhige Inszenierung nur umso schockierender und auch ergreifender. Hervorragend gespielt und bedrückend erzählt ist Romans - Dämonen der Vergangenheit kein Film für die breite Masse, dafür aber einer, der tief in der Magengegend liegen bleibt und nachwirkt...


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