Ryse - Son of Rome

Ryse - Son of Rome

Publisher: Microsoft
Entwicklerstudio: Crytek
Genre: Action
Sub-Genre: Hack and Slay
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 22.11.2013
USK 18

Ryse - Son of Rome   02.12.2013 von Xthonios

Mit Ryse - Son of Rome erscheint nun das groß angekündigte Highlight für die Xbox One. Hochgelobt und medientechnisch sehr präsent soll dieses Spiel ein klares Kaufargument für die Next-Gen-Konsole von Microsoft sein. Ob dies funktioniert und Ihr ganz im Glanze Roms erstrahlt oder ob das in einem fürchterlichen Blutbad ohne Happy End endet, erfahrt Ihr in unserem Review ...

 

Ihr seid Marius, ein römischer Soldat, dessen Vater ein wichtiger Mann in Rom ist. Das Haus befindet sich in bester Lage mit direkter Aussicht auf das Kolosseum. Der Familie geht es gut, Schwester und Mutter sind wohlauf. Aber wie es das Schicksal so will, sollte man sich nicht zu sehr mit dieser heilen Welt anfreunden, denn ein Hilfeschrei später liegen die geliebte Mutter und Schwester tot im Atrium – niedergemetzelt von Barbaren. Da heißt es natürlich zu Schwert und Schild greifen, um die Angreifer sofort zu jagen und zu bekämpfen. Überhaupt scheinen die Barbaren wie aus dem Nichts überall in der Stadt aufgetaucht zu sein, um Rom zu verwüsten. Im Verlaufe der kurzen Einführung wird Euch auch das letzte Familienmitglied genommen, als Euer Vater von einem Barbarenschwert niedergestreckt wird. Zerfressen von Frust und Wut beginnt Eure Karriere in der römischen Legion.

 

Die Steuerung

 

Im Zuge eines anfänglichen Tutorials bekommt Ihr recht schnell die grundlegende Steuerung erklärt. Mit (A) blockt Ihr einen Angriff, mit (X) führt Ihr einen Schwertangriff durch oder könnt eine Vase oder ein paar Holzbalken durchhacken und mit (Y) könnt Ihr einen Schildschlag durchführen oder Türen öffnen. Schlägen ausweichen könnt Ihr mit der (B)-Taste. Je nach Ausrüstungsstand habt Ihr auch die Möglichkeit Euren Pilum (römischer Speer) mithilfe der beiden Trigger zielgenau zu werfen (LT + RT). Erwähnenswert ist noch der rechte Bumper (RB), mit dem Ihr Euren gesammelten Fokus einsetzen könnt, um Gegner zu überraschen und einige schnelle Schläge ausführen könnt, um so mehr Schaden zu verursachen. Nachdem Ihr den Gegnern gezeigt habt, wer hier der Meister mit dem Gladius ist, erhaltet Ihr die Möglichkeit, den Kampf mit einer Hinrichtung abzuschließen. Hier gilt es, die Taste X oder Y im richtigen Moment zu drücken, um den Barbaren eindrucksvoll und mit jeder Menge Detailverliebtheit hinzurichten. Über gesammelte Erfahrungspunkte (XP) könnt Ihr Eure Fähigkeiten ausbauen und verbessern oder aber noch mehr Hinrichtungen erlernen. Wenn Ihr nicht genügend XP besitzt, könnt Ihr auch mit Goldstücken bezahlen, die Ihr entweder im Multiplayer-Modus gewinnen, oder aber in Form von Micro-Transaktionen über XBOX Live (Kreditkarte oder Guthaben vorausgesetzt) kaufen könnt.

 

Prädikat wertvoll?

 

Grafisch gesehen ist Ryse absolut beeindruckend. Rom selbst strahlt voller Protz und architektonischer Meisterwerke, die Rüstungen der Soldaten glänzen im Sonnenlicht, und auch bei den Hinrichtungen kann man das Blut fast schmecken. Hier muss man neidlos eingestehen, dass Crytek hier wirklich vorgelegt hat, was die neue Konsole technisch kann. Auch die Bewegungen der Figuren und die Gesichter der einzelnen Protagonisten sind nahezu perfekt. Selbst unrasierte Haut und fettige Haare sehen authentisch aus. In Kämpfen hingegen kommt es jedoch immer wieder mal zu Clipping-Fehlern, wenn die Hand des Gegners plötzlich einfach durch unser Schild geistert oder das Bein in der Wand verschwindet. Auch der Soundtrack und die Effekte in Verbindung mit einer Heimkinoanlage vervollständigen das Spielerlebnis und lassen einen nahezu mit der Welt verschmelzen.

 

Immer mit dem Schwert druff!

 

Die Kämpfe und Hinrichtungen sind detailreich und sehenswert, verkommen jedoch im Laufe des Spiels zu einem Déjà vu. Was Crytek sich bei der Gegnererschaffung gedacht hat, bleibt mir ein Rätsel. Nachdem man anfangs noch von der Umgebung und den Effekten begeistert ist, bemerkt man nach den ersten Kämpfen schnell, dass die Barbaren scheinbar bei Darth Vader angerufen und ein Haufen Klonkrieger bestellt haben. Immerhin gibt es vier verschiedene Klone: ein Klon mit Axt, ein Klon mit Schild und Schwert, ein Klon mit zwei Schwertern und ein Klon mit einem großen Hammer. Da Klone sich im allgemein alle gleich verhalten, laufen auch die Kämpfe immer nach demselben Schema ab. Zusammen mit unheimlich engen vordefinierten Leveln mit unsichtbaren Wänden oder unüberwindbaren Hindernissen ("Oh eine Obstkiste, lasst uns einen anderen Weg suchen"), hangelt man sich so durch die sieben Akte des Spiels und bekommt nach knapp sechs Stunden den Abspann präsentiert. Selbst die drei Bosskämpfe reihen sich in die Kampfabläufe der restlichen Kampagne ein.

 

Bildergalerie von Ryse - Son of Rome (16 Bilder)

Miteinander oder Gegeneinander

 

Wie fast überall bietet auch Cryteks neuestes Werk einen Multiplayer-Modus. Im Bereich Gladiator könnt Ihr Euch entscheiden, zwischen der Arena, in der Missionen nachgespielt werden oder ob Ihr rundenweise Wellen von Gegnern überstehen wollt. Auch hier ist die Grafik im Kolosseum sehr nett, inwieweit hier jedoch Spieler lange Spaß dran haben, ist ungewiss. Wenn Ihr erfolgreiche Missionen oder Kämpfe übersteht, erhaltet Ihr als Dank XP für euren MP-Charakter und einige Goldmünzen, die Ihr dann zum Verbessern der Fertigkeiten verwenden könnt.


Das Fazit von: Xthonios

Xthonios

So hochgelobt wie Ryse - Son of Rome auf der E3 und GamesCom wurde, lagen die Erwartungen bei den Spielern natürlich ebenso hoch. Wer damals die Befürchtung hatte, dass Ryse nur ein gut aussehendes Spiel mit lahmer Story ist, den können wir beruhigen. Denn Ryse - Son of Rome ist ein grafisch beeindruckendes Spiel, jedoch ohne wirklich spielerischen Tiefgang, aber mit einer schlechten Story. Ryse kann mit der Grafik absolut neue Maßstäbe setzen, dies allein reicht jedoch nicht für ein gutes Spiel. Keine Frage, das Spiel kann Spaß machen, wenn man sich an wiederkehrenden Gegnern, immer gleiche Kampfabläufe und jede Menge blutige Hinrichtungen nicht stört.


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positiv negativ
  • Grafisch absolut referenztauglich
  • Beeindruckende Soundkulisse
  • Schöne, blutige Finishingmoves ...
  • Hin und wieder Clipping-Fehler
  • Sehr flache und lahme Story
  • ... die jedoch mit der Zeit langweilig werden
  • Kurzes Spielvergnügen (ca. 6 Stunden)
  • Gegner sehen alle gleich aus
  • Bosskämpfe zu einfach
  • Extrem starre Schlauchlevel
  • Lange Ladezeiten





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