Schnick Schnack Schnuck

Schnick Schnack Schnuck

Originaltitel: Schnick Schnack Schnuck
Genre: Erotik
Regie: Sören Störung • Maike Brochhaus
Hauptdarsteller: Jana Sue Zuckerberg
Laufzeit: DVD (84 Min)
Label: WVG
FSK 18

Schnick Schnack Schnuck   04.01.2017 von Born2bewild

Nach dem etwas anderen erotischen Ausflug in Häppchenweise versuchen sich Sören Störung und Maike Brochhaus mit Schnick Schnack Schnuck an einer erotischen Komödie. Ob dieser Spagat aus Komik und alternativer Erotik funktioniert, erfahrt ihr in unserem Review…

 

Die Französischlehrerein Emmi und ihr Freund, der Softwareentwickler Felix, leben seit zehn Jahren in einer klassischen Partnerschaft in ihrem kleinen, beschaulichen Dorf. Vermutlich gibt es dort auch mehr Kühe als Bewohner. Doch für beide heißt es vorerst Abschied nehmen, denn Felix möchte mit seinem besten Freund Kai auf ein Festival in Amsterdam. Beiden fällt der Abschied am Bahnhof sehr schwer und obwohl Felix sich tierisch auf dieses Festival freut, würde er vermutlich lieber bei seiner geliebten Emmi bleiben. Nichtsdestotrotz macht er sich auf den Weg nach Köln, wo er auf Kai mit den Tickets treffen soll.

 

In Köln angekommen ist, wie eigentlich erwartet, Kai noch nicht da. Er kommt wie üblich zu spät auf seinem Fahrrad angefahren, hat aber für Felix eine atemberaubende Geschichte parat. Er behauptet, er hätte mit seinem Fahrrad eine Frau umgefahren und sie leicht verletzt. Doch die Geschichte endet nicht mit dem Tausch der Versicherungsdaten, sondern mit Sex im Wald. Felix glaubt ihm diese merkwürdige Geschichte nicht wirklich, doch als Kai dann eine SMS vom Unfallopfer Steffi erhält, in der steht, dass sie noch Kais Jacke und somit die Festivalkarten hat, fängt er ihm doch an zu glauben. Also bleibt den beiden nichts anderes übrig, als zu Steffi zu fahren und die Karten abzuholen.

 

Unterdessen lässt sich Emmi zuhause in ihrer Korrekturarbeit hinreißen auf den Laptop zu gucken. Dort ist von Felix noch eine Art Pornoseite geöffnet, auf der sie erotische Fotos ihrer ehemaligen Schulfreundin Magda entdeckt. Bei dieser Gelegenheit denkt sie sich, sie könnte sie mal wieder kontaktieren. Nach ein paar Textnachrichten und ein paar weiteren Korrekturen entschließt sie sich dann doch Magda anzurufen und sie nach diesen Bildern zu fragen. Magda hat gerade Männerbesuch und anstelle aufzulegen erlebt Emmi ein erotisches Abenteuer mit Magda und den unbekannten Männern am Telefon.

 

Während Emmi ihre Lust auslebt lassen sich Felix und Kai von Steffi und ihrer Mitbewohnerin überreden doch noch eine Nacht zu bleiben und mit an den See zu gehen. Diese Entscheidung führt wiederum zu einigen weiteren erotischen Abenteuern der Beiden. Auch wenn Felix erst an der Treue zu seiner Emmi festhält, so gibt er irgendwann doch der Lust nach…

 

Wird Emmis und Felix Verhalten zu einer Trennung der Beiden führen? Oder behalten sie ihre „Ausrutscher“ für sich? Werden sie jemals wieder ehrlich zueinander sein können?

 

Schnick Schnack Schnuck sieht sich unter anderem als eine Komödie. Dies kann ich aber nur bedingt bestätigen. Denn wirklich lustig ist der Film nicht. Man kann sagen, er nimmt sich nicht besonders ernst und wirkt alles in allem dadurch sehr ungezwungen und natürlich. Der Einstieg und die Einleitung mit Emmi und Felix wirken noch sehr holprig. Doch Schritt für Schritt nimmt die Geschichte ihren Lauf und man hat das Gefühl die Darsteller werden im Verlauf des Films warm. Auch wenn man merkt, dass alles Laiendarsteller sind, geht man ab diesem Moment mit der Geschichte mit. Ich denke aber, dass auch einer der Gründe für die natürliche Wirkung des Films diese Darsteller sind, die eben nicht mit ihrem Photoshop-Körpern oder Botox-Gesichtern daherkommen.

 

Bildergalerie von Schnick Schnack Schnuck (10 Bilder)

Technisch gesehen gibt es an der DVD-Fassung des Films nichts auszusetzen. Die Bildqualität ist für dieses Medium sehr gut gelungen und bietet eine durchgängige Schärfe. Einige Szenen sind auch aus den aus dem „Found Footage“-Genre bekannten Kameraperspektiven gedreht und daher teils etwas unscharf. Soundtechnisch werden wieder nur die Frontboxen beansprucht, was aber für diese Art von Film völlig ausreichend ist. An Extras gibt es ein paar Outtakes im Abspann, die für den einen oder anderen Schmunzler sorgen.


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Alex

Ich fand ja schon Häppchenweise sehr gut gelungen, auch wenn es jetzt kein runder Film war. Wie schon im Fazit zu diesem Film erwähnt, wollte ich ja Maike Brochhaus Filme im Auge behalten und war positiv überrascht, dass mich dann auch gleich Schnick Schnack Schnuck erreichte. Dieser Film hat gewisse Ähnlichkeiten mit Häppchenweise. Der Start ist auch etwas holprig und die Laiendarsteller brauchen etwas Zeit um sich warm zu spielen. Allerdings finde ich den Begriff „Komödie“ für den Film irgendwie falsch, denn wirklich lustig fand ich ihn nicht. Eher behandelt er ein paar Themen wie offene Partnerschaft, den Sinn von Treue und „klassischen“ Beziehungen und in einer gewissen Dosis Feminismus und Gleichberechtigung. Meiner Meinung nach ist der Film – trotz des holprigen Starts – sehr gelungen und bietet eine hervorragende Alternative zum Erotik- oder Pornoallerlei auf dem Markt. Es ist eben nicht einfach nur das Standardprogramm, sondern bietet auch eine annehmbare Geschichte, einen gesunderen Blick auf die Frauen und die Sexualität insgesamt. Maike Brochhaus und ihr Team haben hier definitiv gute Arbeit geleistet und sind ja auch schon am nächsten Projekt dran. Aus meiner Sicht gerade jetzt im kalten Winter eine klare Empfehlung für Männer, Paare und auch Frauen, die etwas mehr als nackte Barbies gucken möchten.


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